Grundschülerinnen beschweren sich im Brief an den Bürgermeister über gesperrten Spielplatz

Spielplatz-Ärger

„Lieber Herr Löhr“, beginnt der Brief. Die Absender: Mariella (9) und ihre Freundin Acelya (8). Auch wenn Sternchen und Sonne ihr Schreiben schmücken, ist es ein Brandbrief.

Bork

, 20.03.2019, 07:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grundschülerinnen beschweren sich im Brief an den Bürgermeister über gesperrten Spielplatz

Mariella (l.) und Acelya möchten, dass sich das Tor an der Stifterstraße möglichst schnell wieder öffnet und sie dahinter spielen können. Darum haben sie jetzt einen Brief geschrieben. © Sylvia vom Hofe

Zweimal haben sich Selmer Politikerinnen und Politiker in der vergangenen Woche bereits mit dem Thema Spielplätze beschäftigt - für Mariella Bußmann und Acelya Macit aber nicht mit einem befriedigenden Ergebnis. Ihr Spielplatz an der Stifterstraße ist immer noch verschlossen. Warum, haben die Grundschülerinnen nicht richtig verstanden. Verkehrssicherungspflicht ist auch ein schwieriges Wort.

Aufgrund dieser Pflicht - das haben ihre Eltern den Freundinnen so erklärt - habe die Stadt Selm den Spielplatz schließen müssen. Die Verantwortlichen im Amtshaus haben die Pflicht, alle Vorkehrungen zu treffen, damit ihre Bürger keinen Schaden erleiden. Die erste Vorkehrung war es, den Spielplatz abzuschließen. Jetzt warten die Kinder auf den nächsten Schritt.

Babyschaukel ist ausgetauscht, aber unerreichbar

Hinter dem Metallgitterzaun an der Stifterstraße ist das rot-blaue Schaukelgestell zu sehen. Die beiden Schaukeln für größere Kinder wie Mariella und Acelya fehlen bereits seit Mai vergangenen Jahres: ein Umstand, der Mariellas Vater, Frank Bußmann, Ende Juni den Kopf schütteln ließ. „Kann ja nicht sein, dass die Schaukeln erst wieder im Winter hängen“, sagte er damals den Ruhr Nachrichten. Auch jetzt im Frühjahr hängen sie immer noch nicht. Dafür eine kurz nach der RN-Veröffentlichung erneuerte Babyschaukel - allerdings seit einigen Wochen unerreichbar hinter Gittern.

„Wir finden es nicht gut, dass unsere Spielplätze abgeschlossen sind oder nicht mehr schön sind“, schreiben Mariella und Acelya dem Bürgermeister. Dabei sprechen sie jetzt nicht nur vom Spielplatz an der Stifterstraße, sondern auch von dem am Danteweg, der noch näher für sie wäre. Die Kinder können sich nicht daran erinnern, dort je gespielt zu haben. So lange ist es schon her, dass der Spielplatz dort geschlossen wurde - erneut, weil der Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht anders nachkommen konnte.

Grundschülerinnen beschweren sich im Brief an den Bürgermeister über gesperrten Spielplatz

Nicht immer sehen Protestschreiben an die Stadt so schön aus. © Frank Bußmann

Beide Spielplätze - den an der Stifterstraße und den am Danteweg - zu sanieren, hatten Politiker von UWG und CDU 2018 gefordert. Tatsächlich hatte es aber keines der beiden Projekte in die aktuelle Sanierungsliste geschafft. Die jährlich für die Erneuerung von Spielplätzen zur Verfügung stehenden 60.000 Euro sind bereits anders verplant. Das hatte in den politischen Ausschusssitzungen für Ärger gesorgt - und für einen Kompromiss. Der Spielplatz Stifterstraße, so Bürgermeister Mario Löhr, werde mit einer privaten Spende saniert. Die Stadtwerken sollten ermitteln, was alles benötigt werde.

Was alles auf den Platz soll

Mariella und Acelya haben da schon ein paar Tipps. „Wir wünschen uns: einen sauberen Sandkasten, ein Spielhaus, eine Rutsche, Wippe, Schaukeln und ein Karussell.“ Bei dieser Liste würden die Zwei auch noch Abstriche machen, sagen sie. Eines sei aber nicht verhandelbar: „Der Platz muss wieder geöffnet werden“ - je früher, desto besser. Eine Antwort auf ihren Brief haben die beiden noch nicht.

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