Gute Apfelernte 2022: In Cappenberg geht das Obst in die Flasche

Stv. Redaktionsleiterin
Guido Vortrmann (l.), zuständig für Schloss und Schlosspark in Cappenberg, hat im Nu zusammen mit seinem Kollegen Tim Isu einen Korb voller Äpfeln gepflückt. Am 24. September gibt es einen besonderen Service.
Guido Vortrmann (l.), zuständig für Schloss und Schlosspark in Cappenberg, hat im Nu zusammen mit seinem Kollegen Tim Isu einen Korb voller Äpfeln gepflückt. Am 24. September gibt es einen besonderen Service. © Sylvia vom Hofe
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Hinter der hohen Schlossmauer sind die alten Apfelbäume kaum auszumachen. Als Guido Vortmann durch das Tor kommt, lässt sich aber ahnen, wie die Bäume gerade unter der Last des Obstes ächzen. Der für Schoss und Schlosspark zuständige Hausmeister trägt schwer an einem Korb, der voll ist mit großen, rotwangigen Äpfeln. Diese Früchte von der Streuobstwiese des Grafen von Kanitz werden direkt verzehrt werden. Andere werden folgen, denn die Bäume hängen nach wie vor voll. Was mit ihnen passieren wird, steht schon fest.

Am 24. September kommt wieder die Obstpresse nach Cappenberg: auf dem Gelände der Waldschule, Brauereiknapp 17. Zum fünften Mal bietet die Verwaltung Graf von Kanitz jedem die Möglichkeit, Äpfel aus dem eigene Garten anzuliefern und daraus Saft pressen zu lassen. Voraussetzung: Es sind mindestens 50 Kilogramm, und es ist ein Termin vereinbart. Die Terminverarbeitung erfolgt über die Seite des Pressenbetreibers aus dem Sauerland: www.obst-auf-raedern.de oder telefonisch unter Tel. (02373) 3979540 (montags, donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 11 Uhr, dienstags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr).

Der Saft wird in Schlauchbeutel abgefüllt, wie Vortmann sagt, und sei so mindestens ein Jahr lang haltbar. Wer die Karton-Umverpackung aus dem Vorjahr noch hat, solle diese wieder mitbringen. „Die Äpfel sollten frei von faulen Stellen und Laub sein.“ Vortmann nennt die ökologischen Vorteile: Der Saft sei nicht nur gesund und lecker, sondern durch die ortsnahe Verarbeitung entfielen auch lange Fahrtstrecken zur Produktion und zum Vertrieb. „Außerdem sind unsere Obstbäume ein wichtiger Umweltaspekt für das Klima und für die Insektenwelt.“

Die Ankunft der Presse dauert zwar noch etwas, anmelden sollten sich Interessierte aber jetzt schon, wie Vortmann sagt. Kaum habe das Plakat an der Tür der gräflichen Verwaltung gehangen, seien bereits die ersten Termine zum Pressen vergeben gewesen.

So gut wie lange nicht fällt die Apfelernte 2022 aus. Auch in Cappenberg hängen die Bäume voll mit Obst.
So gut wie lange nicht fällt die Apfelernte 2022 aus. Auch in Cappenberg hängen die Bäume voll mit Obst. © Sylvia vom Hofe

Äpfel gelten als das liebste Obst der Deutschen. Sie sind folglich auch die am meisten geerntete Obstsorte im Land, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (Destatis) mitteilt. Bereits im Juli war für die Statistikerinnen und Statistiker absehbar, dass die Apfelernte gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent höher ausfallen würde: gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt sogar um 8,2 Prozent.

Der September gilt als klassischer Erntemonat für Äpfel. Die frühen Sorten aus dem August sind bereits gepflückt, die späten Sorten lassen noch etwas auf sich warten. Elstar – eine der am häufigsten in Deutschland angebauten Sorten – ist ein klassischer Septemberapfel. Zu den wirklich alten Sorten, wie sie im gräflichen Obstgarten stehen, gehört Elstar aber nicht. 1955 war die Sorte erstmals präsentiert worden.