Hamza K. bestreitet und lenkt den Verdacht auf libanesischen Clan

Waffelino-Prozess

Hamza K. hat am Mittwoch vor dem Dortmunder Schwurgericht bestritten, das Feuer im Café "Waffelino" gelegt zu haben. Er glaubt, dass die Brandstifter aus einem libanesischen Clan stammen.

Selm

, 06.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Hamza K. bestreitet und lenkt den Verdacht auf libanesischen Clan

Hamza K. hat am Mittwoch bestritten, der Waffelino-Brandstifter zu sein. © von Braunschweig

Die mit Spannung erwartete Erklärung des Angeklagten zu den Feuer-Vorwürfen wurde von Verteidiger Ralf Bleicher verlesen. Nachfragen der Richter wolle Hamza K. derzeit nicht beantworten, sagte der Rechtsanwalt einleitend.

Das, was Bleicher anschließend mit ruhiger Stimme vortrug, hatte es in sich. "Wer den Brand gelegt hat, weiß ich nicht. Ich war es jedenfalls nicht", sagte Bleicher im Namen seines Mandanten. Hamza K. könne jedoch sagen, dass er von verschiedenen Mitgliedern eines libanesischen Clans aus Selm bedroht worden sei. "Die haben mir angekündigt, dass ich ins Gefängnis gehen werde", hieß es in der verlesenen Erklärung.

Handy-Raub auf Parkplatz

Der Streit zwischen dem 31-Jährigen und der anderen Familie hängt mit einem anderen Verbrechen aus dem Sommer 2017 zusammen. Damals wurde ein heute 18-jähriger Auszubildender auf einem Supermarkt-Parktplatz geschlagen, bedroht und eingeschüchtert. Später nahm einer der Täter ihm auch noch sein Mobiltelefon ab.

Der Zeuge behauptet: Der Schläger sei ein Mann aus dem besagten Clan gewesen. Bei demjenigen, der später das Handy genommen habe, habe es sich um Hamza K. gehandelt. Der will zu diesem Vorwurf vor Gericht gar nichts sagen. Der angebliche Schläger, der nach dem Vorfall sechs Wochen lang in Untersuchungshaft saß, behauptete am Mittwoch als Zeuge: "Ich habe dem Jungen nur eine Backpfeife gegeben." Die eigentliche Tat habe K. verübt. Deshalb habe eigentlich auch nicht er, sondern der 31-Jährige in Untersuchungshaft gehört.

Zeuge: Hamza K. kündigte Brand an

Einmal in Fahrt, plauderte der Zeuge sogar noch ein bisschen weiter - und belastete Hamza K. schwer. Er selbst habe vor der Eröffnung des Cafés "Waffelino" beim Verlegen des Bodenbelages geholfen, so der Zeuge. Dabei habe der Angeklagte ihm eines Tages gesagt, dass er ohnehin vorhabe, den Laden anzuzünden, um die Versicherung zu betrügen. "Dafür ist das Café doch gedacht", soll Hamza K. wörtlich gesagt haben.

Als er die Behauptung des Zeugen hörte, zeigte der 31-Jährige im Gericht keine Regung. Er bleibt jedenfalls bei seiner Darstellung, nichts mit dem Feuer zu tun zu haben. Er gebe jedoch zu, nach dem Brand bei der Befragung durch die Polizei nicht die volle Wahrheit gesagt zu haben, hieß es.

"Habe mich falsch verhalten"

"Ich habe behauptet, ich sei ab 22 Uhr durchgehend bei meiner Frau gewesen. Das war nicht richtig", las Verteidiger Bleicher vor. Und: "Ich habe auch nichts davon gesagt, dass die Tür zum Café defekt und deshalb nur angelehnt war." Das habe er verschwiegen, weil er Angst gehabt habe, dass die Versicherung sonst nicht zahlen würde.

"Ich weiß, dass ich mich falsch verhalten habe", schloss Bleicher die Erklärung seines Mandanten. Wie sehr, das muss sich im weiteren Prozessverlauf zeigen.

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