Erdal Macit (Foto) und Figan Ucar-Macit freuen sich schon darauf, wenn sie wieder öffnen dürfen. © Jura Weitzel (Archiv)
Borker Kneipe

Haus Dörlemann in Bork: Schließung? „Darüber haben wir nie nachgedacht“

Das Haus Dörlemann in Bork hatte wegen Corona freiwillig geschlossen noch bevor es musste. Doch Schließungsgerüchten entgegnet Figan Ucar-Macit ganz entschieden. Sie macht lieber Pläne für die Zeit nach Corona.

Es war schon etwas besonderes, als das Haus Dörlemann, die einzige Kneipe Borks, Anfang Oktober die Entscheidung traf, freiwillig zu schließen. Kneipen durften bis November eigentlich noch geöffnet sein. Figan Ucar-Macit und ihrem Mann Erdal war die Corona-Situation damals aber zu heikel.

Auf einer Hochzeit in Ascheberg hatten sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert, Infektionen wurden auch aus den Nachbarstädten Olfen und Selm gemeldet. Die zweite Welle hatte, inzwischen weiß man es, begonnen. „Auch beim PSV Bork gab es damals allein zwölf Fälle“, erinnert sich Erdal Macit. „Für uns war es wichtig, dass jeder gesund bleibt“, hatte Macit damals gesagt und dazu stehen er und seine Frau auch jetzt noch.

Einige machten sich Gedanken

Allerdings waren in letzter Zeit öfter Fragen aufgekommen, ob denn das Haus Dörlemann vielleicht gar nicht wieder aufmachen würde. „Einige machen sich Gedanken darüber“, formuliert es Figan Ucar-Macit. Doch wieso eigentlich? Das versteht sie gar nicht. „Es haben doch alle Kneipen in ganz Deutschland geschlossen“, sagt sie und da sei das Dörlemann eben auch nicht anders. Die Kneipe habe pandemiebedingt geschlossen.

Man hört deutlich das fröhliche Lachen von Figan Ucar-Macit am Telefon, als sie die Frage nach einer möglichen dauerhaften Schließung entkräftet: „Das Haus Dörlemann macht uns viel zu viel Spaß, als dass wir aufgeben.“ Da stecke viel zu viel Herzblut drin. „Darüber haben wir nicht mal nachgedacht“, erklärt die Borkerin.

Überlegungen für das Dörlemann nach der Pandemie

Worüber sich das Ehepaar aber sehr wohl Gedanken gemacht hat: Darüber, wie es weitergehen könnte, wenn die Pandemielage es irgendwann mal wieder zulässt. „Wir überlegen uns, wie man eine Außengastronomie machen kann“, erklärt Ucar-Macit. Dafür müssten einige Vorbereitungen getroffen werden. Zum Beispiel mit abwischbaren Tischen oder anderen Vorkehrungen, die auch dann dafür sorgen sollen, dass sich das Coronavirus schlechter verbreitet. „Wir freuen uns vor allem auf die Zeit danach und unsere Gäste“, sagt Figan Ucar-Macit. Besonders auch auf Sommerveranstaltungen, wie „Bork feiert“. „Das gehört zum Dorfleben einfach dazu.“ Dass es solche Veranstaltungen diesen Sommer aber schon geben kann, dass glaubt Ucar-Macit nicht.

Das Haus Dörlemann ist Borks einzige Kneipe. © Malte Bock (Archiv) © Malte Bock (Archiv)

Und was ist, wenn es wieder erlaubt ist, die Gastronomie zu öffnen? Könnten sich die beiden dann auch vorstellen, später zu öffnen, wenn sie die Pandemie-Lage noch für zu gefährlich halten? Genauso, wie sie auch früher geschlossen haben? „Also, wenn wir morgen öffnen dürfen, würden wir das definitiv nicht machen“, sagt Figan Ucar-Macit und lacht. Auf entsprechende Regelungen werde man situationsbedingt reagieren, erklärt sie. „Aber wenn es heißt, dass wir wieder aufmachen dürfen, dann freuen wir uns“, sagt sie. Aber eines, das sagt Erdal Macit, sei jetzt sowieso am allerwichtigsten: „Erst mal müssen die Zahlen wieder runtergehen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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