Hebammenpraxis in Selm schließt zum 31. März, Suche nach Räumen für neue Praxis

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Die Hebammenpraxis von Annette Höning an der Ludgeristraße schließt. Höning verlässt Selm. Es gibt aber eine Nachfolge. Die neue Hebammenpraxis steht jetzt aber vor einer großen Aufgabe.

Selm

, 11.02.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hebamme Annette Höning verlässt nach zwölf Jahren Selm und verlegt ihren Wirkungsort nach Lüdinghausen. Das teilt die 59-Jährige auf ihrer Internetseite mit. Auf Anfrage erklärt Höning, was sie zu diesem Schritt bewegt hat.

So sei die Überlegung, mit ihrer Hebammenpraxis nach Lüdinghausen umzuziehen, bereits Ende 2018, Anfang 2019, aufgekommen, erklärt die Hebamme. Zu dieser Zeit habe sie ein Angebot bekommen, Räume in der Praxis „In guten Händen“ an der Mühlenstaße 35 zu nutzen.

Vier Hebammen übernehmen Praxis in Selm

Ab dem 1. April wird Höning dann die Beratung während der Schwangerschaft und die Nachsorge von jungen Müttern von dort aus übernehmen.

Sorge, dass damit auch die Kursangebote der Hebammenpraxis wegfallen, müssen Familien in Selm und Umgebung allerdings nicht haben. Mit Anna Büscher, Birgit Merk, Jaqueline Stratmann und Vera Baur übernehmen vier Hebammen das etablierte Kursangebot, wie Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik. Das bestätigt auf Anfrage Hebamme Vera Baur (45). „Es wäre einfach schade, wenn hier in Selm kein solches Angebot mehr wäre“, sagt sie.

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Dabei ist es für die vier Hebammen kein einfaches Unterfangen, das Angebot in Selm in dieser Form aufrechtzuerhalten. Das Problem seien die Räumlichkeiten, wie Vera Baur erklärt. Noch sei nicht geklärt, ob die Hebammen, die Praxisräume an der Ludgeristraße 64 für ihre Kurse und das weitere Angebot weiter nutzen können. „Stand jetzt, schließt die Praxis zum 31. März“, sagt Baur.

Kursangebot der Praxis ist gesichert

Für alle Frauen, die zurzeit von den Hebammen betreut werden, bedeutet das aber nur, dass das Angebot an anderen Orten stattfinden wird. So hätten die Geburtshelferinnen bereits mehrere Angebote bekommen, übergangsweise Räume für Kurse nutzen zu können.

Hebammenpraxis in Selm schließt zum 31. März, Suche nach Räumen für neue Praxis

2018 hat die Praxis von Hebamme Annette Höning noch ihr zehnjähriges Bestehen an der Ludgeristraße gefeiert. © Viktoria Michelt

Auch die Stadt Selm bemühe sich, die Hebammen bei ihrer Suche nach neuen Räumen zu unterstützen. So hätten sich auch schon einige Besichtigungen ergeben - passende Praxisräume seien bislang allerdings noch nicht dabei gewesen, sagt Baur.

Keine Vollzeit-Hebammen

Hinzu kommt: Die 45-Jährige und ihre drei Kolleginnen stemmen das Angebot nicht in Vollzeit. Baur selbst studiert nebenher, eine weitere Kollegin sei beispielsweise Fortbildungsbeauftragte des Landes NRW.

Trotzdem, die vier Hebammen sind hoch motiviert, das Angebot fortzuführen. Auch Verena Erdbrügge, Physiotherapeutin und Trageberaterin und Kathrin Albers, Diplom-Oecotrophologin werden zum Team der neuen Hebammenpraxis Selm gehören, kündigt Vera Baur an. Beide waren ebenfalls Teil der Praxis von Annette Höning.

Nachfrage nach Hebammen weiter riesig

Nach wie vor sei die Nachfrage nach Hebammen riesig, erklärt Baur. Im Moment kann sie nur - wenn auch mit einem Augenzwinkern - dazu raten: „Sobald der Schwangerschaftstest positiv ist, sofort bei uns melden.“ Vier bis zehn Frauen würde eine Hebamme im Schnitt zur gleichen Zeit betreuen.

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An einem Vormittag würden fünf, sechs Termine zusammenkommen. Weil die Hebammen auch in den Nachbarkommunen im Einsatz sind, würden dabei Fahrten bis nach Capelle beispielsweise einen erheblichen Zeitfaktor bedeuten.

Noch Chancen, dass die Praxis an der Ludgeristraße bleibt

Bei der Suche nach Praxis-Räumen könnte möglicherweise das St.-Vinzenz-Krankenhaus in Datteln helfen. Die Klinik habe die Räume an der Ludgeristraße angemietet, wie Vera Baur erklärt. Ob diese Unterstützung auch nach dem Weggang von Annette Höning bestehen bleibt, versuchen die Frauen der Hebammenpraxis Selm zurzeit zu klären. Auf Anfrage sagt Rebekka Stein, Sprecherin der Klinik, das Krankenhaus befinde sich derzeit in Verhandlungen mit der Praxis. Details dazu nennt sie nicht.

Die Suche nach neuen Räumen solle dennoch weiterlaufen, denn im besten Fall würde das Angebot in eine Praxis umziehen, die ebenerdig und barrierefrei ist. Die Räume an der Ludgeristraße sind im zweiten Stock.

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