Heftiger Starkregen: Selmer Feuerwehr bis 3 Uhr in Bergkamen im Einsatz

Unwetter

Von heftigen Folgen des Unwetters blieb Selm verschont. Die Feuerwehr Selm eilte den Kollegen in Bergkamen zur Hilfe. Feuerwehrmann Florian Tschöpe schildert seine Eindrücke vom Einsatz.

Selm

, 15.07.2021, 09:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Land unter in Oberaden: Der heftige Starkregen überschwemmte die Straßen.

Land unter in Oberaden: Der heftige Starkregen überschwemmte die Straßen. © Stefan Milk

Das Unwetter, das ab Mittwochabend (14.7.) über den Kreis Unna zog, sorgte in vielen Städten der Region für ein Unwetterchaos. Die Folge des Starkregens waren überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller. Die Stadt Selm blieb davon aber verschont, die Einsatzlage war laut Wehrführer Thomas Isermann „entspannt“.

Nur zwei Einsätze hat es laut Isermann am Mittwoch wetterbedingt in Cappenberg gegeben. Ab 19 Uhr leisteten die Einsatzkräfte der Selmer Feuerwehren mit fünf Einsatzwagen Unterstützung in Bergkamen, wo am Nachmittag massive Regenschauer niedergingen. Insbesondere Oberaden wurde schwer getroffen.

Auf dem Hof Schulze Altcappenberg stand am Donnerstag das Wasser. Das Feld war gerade bestellt und die Saat mit Folie eingebaut worden.

Auf dem Hof Schulze Altcappenberg stand am Donnerstag das Wasser. Das Feld war gerade bestellt und die Saat mit Folie eingebaut worden. © Günther Goldstein

„Solche Wassermassen habe ich in Selm noch nie gesehen“

„Wir haben uns in Bork getroffen und sind um 19 Uhr zusammen nach Bergkamen aufgebrochen“, erzählt der stellvertretende Einheitsführer der Selmer Feuerwehr Florian Tschöpe am Morgen nach dem Einsatz. Solche Wassermassen habe er in Selm noch nie gesehen, sagt er. Seit 2001 ist der 37-Jährige Feuerwehrmann in Selm.

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Einheimische Kollegen wiesen den Selmer Einsatzkräften den Weg zur Einsatzstelle an der Rotherbachstraße in Oberaden. „Mit einem Navi wären wir wahrscheinlich nicht weit gekommen“, sagt Tschöpe. Etwa einen Meter hoch stand das Wasser dort, bis sie die Straßenabläufe öffneten, um mehr Wasser ablaufen zu lassen. Das Problem: Es sei kontinuierlich Wasser vom Baufeld des ehemaligen Zechengeländes nachgelaufen. An das Auspumpen von Kellern und Wohnungen sei in der ersten Stunde nicht zu denken gewesen: „Sonst hätten wir im Kreis gepumpt.“

Florian Tschöpe, stellvertretender Einheitsführer der Selmer Feuerwehr, war mit seinen Kollegen bis 23 Uhr in Oberaden und pumpte Straßen und Keller leer.

Florian Tschöpe, stellvertretender Einheitsführer der Selmer Feuerwehr, war mit seinen Kollegen bis 23 Uhr in Oberaden und pumpte Straßen und Keller leer. © Feuerwehr Selm

Erfahrung bei Starkregeneinsätzen: Auch in Fröndenberg half die Selmer Feuerwehr

Teilweise stand das Wasser laut Tschöpe in den Kellern bis unter die Decke oder lief schon ins Erdgeschoss. „Dafür waren die Bewohner erstaunlich ruhig“, sagt der Feuerwehrmann. Weil keine Personen in Gefahr gewesen seien, sondern es sich „nur“ um Sachwerte gehandelt habe, sei der Stress nicht so groß für ihn und seine Selmer Kollegen gewesen. „Wir haben jetzt ja leider Erfahrung damit“, ergänzt er.

57 Einsatzkräfte aus Selm waren insgesamt im Einsatz in Bergkamen.

57 Einsatzkräfte aus Selm waren insgesamt im Einsatz in Bergkamen. © Feuerwehr Selm

Vor etwa zwei Wochen rückten 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Selm in der Nacht nach Fröndenberg aus, wo ein Damm wegen der Wassermassen zu brechen drohte und rund 700 Menschen evakuiert werden mussten. Auch Florian Tschöpe war bei diesem Einsatz vor Ort. „Dass wir innerhalb so kurzer Zeit wegen Starkregens überörtliche Hilfestellung leisten, ist so nicht normal“, sagt Tschöpe.

Die Kollegen in den Nachbarkommunen zu unterstützen, sei für die Feuerwehr im Kreis Unna selbstverständlich: „Wenn Hilfe angefordert wird, können Sie sicher sein, dass Hilfe kommt“, unterstreicht er. Bürgermeister Thomas Orlowski weiß um das Engagement der Selmer Feuerwehr: „Im Namen der Stadt möchte ich ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte aussprechen. Ich freue mich, dass im Kreis diese Solidarität gezeigt wird“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion am Donnerstag.

Bis 3 Uhr morgens kämpfte die Selmer Feuerwehr gegen die Wassermassen

In zwei Schichten unterstützen 57 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Selm, Bork, Netteberge, Hassel und Cappenberg die Bergkamener Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Um 23 Uhr war der Einsatzort an der Rotherbachstraße für Florian Tschöpe und seine Kollegen der ersten Schicht abgearbeitet. Die zweite Schicht pumpte von 23 Uhr bis 3 Uhr morgens vollgelaufene Keller und Straßenabschnitte in der Jahnstraße in Oberaden ab.

Florian Tschöpe und seine Kollegen aus Selm haben heute einen freien Tag: „Ein Dankeschön gilt vor allem den Arbeitgebern, die unsere Einsatzkräfte freistellen und es uns ermöglichen zu helfen“, sagt Wehrführer Thomas Isermann.

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