Die Engel über Selm scheinen im Akkord Plätzchen zu backen. Jeden Abend ist ein roter Streifen im Osten zu sehen. Die Grünen haben genauer hingeschaut.

Selm

, 31.01.2019, 11:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Von wegen Himmelsbäckerei. Der Rote Himmel hat weder etwas mit Engeln zu tun, noch mit der Lichtbrechung der im Winter tief stehenden Sonne. Er hat menschlichen Ursprung – und indirekt auch pflanzlichen.

Gewächshäuser an der Kochstraße lassen den Himmel leuchten – und die Kommunikationsdrähte glühen. Ende Dezember diskutierten Mitglieder der Facebook-Gruppe „Was in Selm passiert“ über den hellen Streif und kamen schnell auf das Gartenbauunternehmen an der Kochstraße – nachdem sie verworfen hatten, dass es sich um den Impulsantrieb von Raumschiff Enterprise handeln könnte. Die Nachrichten, die bei Marion Küpper und Christina Greive-Leismann ankamen waren weniger lustig.

Viele Beschwerden

Die beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen sprechen von „vielen Beschwerden über die Lichtimmissionen, auch Lichtverschmutzung genannt“, die bei ihnen eingegangen seien.

Dabei könne es sich laut Bundesimmissionsschutzgesetz um schädliche Umwelteinwirkungen handeln, „wenn sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder für die Nachbarschaft herbeizuführen.“ Ob das auch für die beleuchteten Gewächshäuser gilt, will Küpper in einer Anfrage an den Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft klären lassen.

Von A wie Alpenveilchen bis Z wie Zierpaprika

Das Gremium tagt am Donnerstag, 31. Januar, ab 17 Uhr im Bürgerhaus, Willy-Brandt-Platz 2. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen.

Das Gartenbauunternehmen Volmary mit Wurzeln in Münster betreibt die Gewächshäuser.

Im August 2017 hatte die Volmary GmbH, die Pflanzen von A wie Alpenveilchen bis Z wie Zierpaprika zieht, das Selmer Unternehmen Jungpflanzen Grünewald mit all seinen 49 Mitarbeitern übernommen, das Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem bewirtschaftet sie die etwa zwei Hektar große Fläche.

Eine Stellungnahme des Unternehmens zu dem Thema Beleuchtung war am Mittwoch nicht zu erhalten.

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