Hier will die Stadt Selm auf Barrierefreiheit achten

Papiere der Selbsthilfegruppen

Mehr Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen und ein Umdenken in der Gesellschaft – dafür setzen sich Selbsthilfegruppen im Kreis Unna ein. Der Sprecherrat dieser Selbsthilfegruppen hat dafür ein Papier mit Handlungsempfehlungen an Bürgermeister Mario Löhr überreicht. Wir verraten, wie Löhr reagiert hat.

SELM

, 19.02.2017, 07:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anna Schrei und Christian Baran (r.) vom Sprecherrat der Selbsthilfegruppen im Kreis Unna haben Bürgermeister Mario Löhr Handlungsempfehlungen für Barrierefreiheit überreicht.

Anna Schrei und Christian Baran (r.) vom Sprecherrat der Selbsthilfegruppen im Kreis Unna haben Bürgermeister Mario Löhr Handlungsempfehlungen für Barrierefreiheit überreicht.

Bei einer Selbsthilfekonferenz 2014 hat die Gruppe sich mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen beschäftigt. Die ist 200 Seiten lang. Auf sechs Seiten hat der Sprecherrat die Ziele und Empfehlungen daraus zusammengefasst. Das sei deutlich einfacher zu lesen, sagte Christian Baran vom Sprecherrat. Das Dokument überreicht der Sprecherrat persönlich an alle Kommunen im Kreis Unna, „damit es nicht in Vergessenheit gerät“, sagte Anna Schrei für den Sprecherrat. Denn die Behindertenrechtskonvention gilt auch in Deutschland.

Fünf Handlungsfelder ausgemacht

Fünf Handlungsfelder hat der Sprecherrat in seiner Empfehlung ausgemacht, bei denen die Kommunen im Kreis etwas verbessern können, darunter die Barrierefreiheit, eine leichtere Sprache etwa in Behördenbriefen und Bildung für Erwachsene. Ziel sei, dass die Kommunen sich etwas mehr bemühen, gesellschaftsgerechter zu werden, so Anna Schrei. Von vielen Maßnahmen könnten alle profitieren, nicht nur Menschen mit Behinderungen. Ein barrierefreies Pflaster zum Beispiel helfe Rollstuhlfahrern genauso wie Älteren mit Rollatoren oder Müttern mit Kinderwagen.

Löhr versichert Kooperation

Mario Löhr versprach, die Handlungsempfehlungen an die Mitarbeiter weiterzuleiten. Es gebe bereits viele Bauprojekte, bei denen die Verwaltung auf Barrierefreiheit achte. Als nächstes Projekt solle das Amtshaus barrierefrei zugänglich werden. Der Sprecherrat will sich in ein paar Monaten noch einmal mit Löhr treffen und über Fortschritte reden.

Selbsthilfekonferenz
Die Selbsthilfekonferenz ist ein freiwilliger Zusammenschluss aller 250 Selbsthilfegruppen im Kreis Unna. Der Sprecherrat ist das Sprachrohr der Selbsthilfe und hat derzeit fünf Sprecher. Die Kontakt- und Informationsstelle für die Selbsthilfegruppe (K.I.S.S.) ist unter Tel. (02306) 10 06 10 (Lisa Nießalla) erreichbar oder per E-Mail an lisa.niessalla@kreis-unna.de

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