Hilfe kam zu spät: Mann stirbt am Ternscher See

Diskussion nach Todesfall

Ein wohl 50 bis 60 Jahre alter Mann ist nach einem vermutlichen Herzinfarkt am Ufer des Ternscher Sees gestorben. Obwohl ein Hubschrauber gerufen wurde, kam die Hilfe für den Mann leider zu spät. Nach diesem Unglück wird in den sozialen Netzwerken diskutiert: Braucht Selm mehr Defibrillatoren?

SELM

, 18.07.2016, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Ternscher See in Selm hat es einen tragischen Vorfall gegeben: Ein Mann ist gestorben.

Am Ternscher See in Selm hat es einen tragischen Vorfall gegeben: Ein Mann ist gestorben.

Wahrscheinlich an einem Herzinfarkt ist am Sonntag ein Mann am Ufer des Ternscher Sees gestorben. Rettungskräfte kamen per Helikopter – doch zu spät, um das Leben des Mannes zu retten. Nun ist eine Diskussion um die Rettungsmaßnahmen der Passanten vor Ort entbrannt. Und die Frage: Braucht es mehr Defibrillatoren im öffentlichen Raum?

Die Polizei bestätigt Hubschraubereinsatz

Die Polizei bestätigte unserer Redaktion auf Anfrage am Montag den Hubschraubereinsatz, sagte aber zum Vorfall selbst und zur Krankengeschichte des Todesopfers nichts weiter. Es gab aber mehrere Zeugen, die unabhängig voneinander den Vorfall schildern.

Nach dem Infarkt des Mannes, der im See war, seien einige Menschen, die in der Umgebung waren, zu Hilfe geeilt. Zum Teil sei die Ratlosigkeit, was zu tun ist, allerdings auch groß gewesen. Die Beteiligten vor Ort hätten alles in ihrer Macht stehende getan, hieß es auf der einen Seite. Andere Zeugen meinten unserer Redaktion gegenüber, dass es recht lange gedauert habe, bis Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet worden seien.

Wie kann ich helfen?

Bei der Reanimation geht es - anders als in vielen Spielfilmen dargestellt - weniger darum, dass das Herz wieder beginnt zu schlagen. Retter stellen damit vor allem eine zumindest geringe Sauerstoffversorgung des Gehirns sicher: Sobald diese für längere Zeit nicht gegeben ist, kann es zum Hirntod oder zumindest zu nicht mehr reparablen Schäden im Gehirn kommen. Mit der Herz-Lungen-Massage wird immerhin etwas Sauerstoff in den Blutkreislauf gegeben. 

Der Hubschraubereinsatz kam für den Mann am Ende zu spät. Über Hintergründe des Infarkts und Angaben zur Person ist nichts bekannt. Zeugen vor Ort schätzten sein Alter auf etwa 50 bis 60 Jahre. Die Polizei sagte dazu auch nichts – wie üblich bei nicht polizeilich relevanten, sondern gesundheitlichen Vorfällen.

Selmer Facebook-Gruppe fordert öffentliche Defibrillatoren

Auch um Defibrillatoren ist eine Diskussion entbrannt: Bei Facebook in der Gruppe „Was in Selm passiert“ wurde gefordert, einen solchen Wiederbelebungsapparat am Seeufer anzubringen. Defibrillatoren, die früher nur für Fachleute zu bedienen waren, werden inzwischen auch in anderen Orten, wie zum Beispiel Olfen, an öffentlichen Stellen aufgestellt.

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Diese Defibrillatoren sind rund um die Uhr zugänglich und halbautomatisch: Das Gerät gibt dem Benutzer genaue Sprachanweisungen. Wenn man dann einen Knopf drückt wird ein Schockreiz abgegeben, mit dessen Hilfe das Herz wieder zu schlagen beginnen soll.

Hier sind bereits vier Defibrillatoren platziert:

Im Stadtgebiet von Selm sind nach Angaben der Stadtverwaltung vier städtische Defibrillatoren im Einsatz. Im Amtshaus Bork hängt einer, einer ist bei der Feuerwehrwache in Bork für Rettungseinsätze stationiert. Einer ist fest im Bürgerhaus. Einen vierten teilen sich die Dreifachturnhalle und das Freibad an der Badestraße: In den Sommerferien ist der Defibrillator im Freibad, in den Wintermonaten in der Sporthalle am Schulzentrum.

Alle sind so konzipiert, dass ein jeder sie benutzen kann: „Die Geräte führen den Anwender selbständig durch den Vorgang“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. 

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