Hundehalter in Selm fordern Steuerermäßigung

Gespräch mit dem Bürgermeister

Nach einer Demonstration gegen die Erhöhung der Hundesteuer in Selm wollen die Gegner der Steuererhöhung nun im kleineren Kreis das Gespräch mit Bürgermeister Mario Löhr suchen. Sie möchten erreichen, dass die Stadt die Steuer in bestimmten Fällen ermäßigt. Wie das aussehen soll, haben sich die Hundehalter bereits überlegt.

SELM

, 27.01.2016, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hundehalter in Selm fordern Steuerermäßigung

Organisatorin Katja Overtheil (l.) und Ina Wille (r.) aus Selm diskutierten mit Bürgermeister Mario Löhr über die Erhöhung der Hundesteuer. Die Hunde-Halterinnen ärgerte vor allem die nach 2012 nicht mehr erfolgte Information der Stadtverwaltung, dass die Steuer sich deutlich erhöht.

Mitte Dezember hatten 50 bis 60 Hundehalter vor einer Ratssitzung vor der Burg Botzlar gegen die Erhöhung der Hundesteuer demonstriert. Zum 1. Januar 2016 ist die Steuer allerdings planmäßig angehoben worden. Das hatte der Rat schon 2012 beschlossen. Mario Löhr hatte sich der Kritik gestellt und ein Gespräch zugesagt.

Um das vorzubereiten haben sich nun zehn Hundebesitzer um Katja Overtheil, die die Demo organisiert hatte, getroffen. Overtheil hofft, mit diesen zehn Leuten die Masse der Hundebesitzer in Selm vertreten zu können, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Nachlass für Pflegehunde

Man könne für die Hundesteuer keine Gegenleistung wie etwa eine Hundewiese fordern, so Overtheil. Deshalb strebt die Gruppe eine Steuerermäßigung an. Begleithunde oder Pflegehunde sollen künftig von der Hundesteuer befreit werden. Darüber wolle die Gruppe mit dem Bürgermeister sprechen, sagt Kathja Overtheil.

Vorbild für die Forderung sei die Stadt Lüdinghausen. Dort seien Pflegehunde aus dem Tierschutz von der Steuer befreit. Für 12 Monate solle das künftig auch in Selm so sein, fordert die Gruppe. „Länger bleiben Pflegehunde auch nicht“, sagt Katja Overtheil. Nun wollen die Gegner der Hundesteuer eine Hochrechnung anstellen, wie viele Pflegehunde es in Selm gebe. „Wir wollen nicht unvorbereitet in das Gespräch gehen“, so Overtheil.

Möglichkeiten ausloten

In Lüdinghausen können Hundehalter allerdings nur für zwei Monate von der Hundesteuer befreit werden, sagt Werner Tuschmann, Kämmerer der Stadt Lüdinghausen, auf Anfrage unserer Redaktion. Und das nur unter der Voraussetzung, dass der Hund zur Verwahrung, auf Probe oder zum Anlernen bei einem Halter sie. Als Hundehalter gelte auch, wer einen Hund zur Pflege hält, sagte Tuschmann. Der Fall, das Pflegestellen von der Hundesteuer ausgenommen seien, habe sich in Lüdinghausen noch nicht ergeben, so der Kämmerer.

Was möglich ist, um Steuerermäßigungen für die Selmer Hundehalter zu erreichen, will die Gruppe um Katja Overtheil im Gespräch mit dem Bürgermeister ausloten. Ein Gesprächstermin steht allerdings noch nicht fest, heißt es aus der Stadtverwaltung. Overtheil hofft auf ein konstruktives Gespräch und eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

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