In Selm-Bork geht der Glasfaser-Ausbau voran

Schnelles Internet

Beim Ausbau der Breitband Technologie, die für schnelleres Internet sorgen könnte, läuft es wie mit der Verbindung selber – schleppend. Es gebe in Sachen Förderung noch keinen neuen Sachstand, verkündete Stadtsprecher Malte Woesmann. Trotzdem tut sich etwas – und zwar in Bork.

Selm

, 18.07.2017, 05:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Waltroper Straße sind am Montag erste Erdbohrungen gestartet. Der Zweck: Auf einer Strecke von neun Kilometern sollen Glasfaserkabel verlegt werden. 150 Meter hat der Bohrer bereits geschafft. Durchgeführt wird die Maßnahme von der Westnetz GmbH im Auftrag der Innogy Telnet. „Auf eigene Kosten“, wie Westnetz-Pressesprecherin Katrin Frendo auf Anfrage erklärte. In einem sogenannten Vectoring-Verfahren hatte sich Westnetz bei der Bundesnetzagentur auf die Strecke beworben und nun den Zuschlag bekommen.

Die Bohrungen erfolgen in einem „oberflächenschonenden Spülbohrverfahren“. Das heißt, dass lediglich eine Start- und eine Zielgrube ausgehoben werden muss, zwischen denen ein Bohrer durch das Erdreich gespült wird. „Der Vorteil ist, dass die Straße dafür nicht aufgerissen werden muss“, so Katrin Frendo.

Die Maßnahme ergibt sich unabhängig von der Beantragung der Stadt Selm von Fördermitteln für den Breitbandausbau beim Bund, die im Februar erfolgt ist.

Im Vergleich mit den Nachbarkommunen steht Selm schlecht dar

Besonders Bork und die Selmer Industriegebiete seien unterversorgt, hatte Stephan Schwager, Geschäftsführer der Stadtwerke Selm, bereits bei der Sitzung des Selmer Stadtrates im Dezember 2016 vorgetragen und „dringenden Handlungsbedarf“ angemahnt. Der Rat stimmte daraufhin in seiner Februar-Sitzung einstimmig einem Antrag beim Bund zu, für den Netzausbau eine Förderung in Höhe von 7,5 Millionen Euro zu erhalten. Im Vergleich mit den Nachbarkommunen im Kreis Unna liegt die Stadt Selm in Sachen schnelles Internet auf dem vorletzten Platz – das belegt eine Grafik, veröffentlicht auf der Internetseite des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung, und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

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67,3 Prozent der Haushalte und Unternehmen „surften“ in Selm Ende 2016 mit einer Geschwindigkeit gleich oder über 50 Mbit pro Sekunde. Lediglich Bönen liegt mit einem Ausbau von 59,9 Prozent hinter Selm, in Werne (84,3 Prozent), Lünen (93 Prozent) und Holzwickede (95,3 Prozent) ist der Ausbaustatus dagegen deutlich weiter vorangeschritten. „Der Förderantrag ist noch nicht durch“, erklärte Malte Woesmann nun am Montag auf Anfrage. Eine Wasserstandsmeldung könne ebenfalls nicht abgegeben werden.

Denn eine Rückmeldung vom Bund – egal ob positiv oder negativ – gebe es nicht. Mitgeteilt werde letztendlich nur die Entscheidung selber. „Wann das sein wird, wissen wir nicht“, so der Sprecher der Stadt.

Bei der Ratssitzung im Februar hatte man noch auf eine Entscheidung bis Ende Juni gehofft. Nach hoffentlich positivem Bescheid durch den Bund werde dann eine europaweite Ausschreibung erfolgen müssen.

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