Investor hakt Bauprojekt im Gewerbegebiet nicht ab

Trotz Veto der Stadt

Eine Projektgesellschaft will im neuen Gewerbegebiet an der B236 in Selm eine Tankstelle und eine Systemgastronomie bauen. Doch die Stadtverwaltung lehnt ab. Jetzt hat die Firma aus Herford eine schriftliche Kaufinteressenbekundung eingereicht. Die Meinungen dazu gehen in der Politik auseinander.

Selm

, 15.08.2016, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Investor hakt Bauprojekt im Gewerbegebiet nicht ab

Das große Regenrückhaltebecken westlich der Kreisstraße / B236 ist inzwischen fertig. Ein Gewerbegebiet soll nun folgen.

Mitte Juli hatte die PSV Projektgesellschaft mbH erst Kontakt mit der Stadt Selm und später mit unserer Redaktion aufgenommen. Nicht verständlich sei, warum man einen möglichen Investor abweist, ohne sich seine Pläne zumindest einmal angehört zu haben, sagte Lars Ternien von der Akquisition der PSV Projektgesellschaft Anfang August im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir möchten einfach vernünftig angehört werden“, so Ternien. Zumindest das scheint der Investor jetzt erreicht zu haben.

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Eine schriftliche Kaufinteressenbekundung, datiert auf den 8. August, schickte die PSV Projektgesellschaft sowohl an die Stadt Selm als auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU, UWG, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Letztere meldeten sich als erste zu Wort, reagierten mit einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Darin schlägt Fraktionsvorsitzende Marion Küpper vor, der Projektgesellschaft an anderer Stelle in Selm einen Standort anzubieten. „Warum nimmt die Stadt nicht die Gelegenheit wahr, mit der Ansiedlung einer Jet-Tanke einen verlässlichen Steuerzahler zusätzlich nach Selm zu holen?“, heißt es.

Küpper: "Die Politik wurde nicht informiert"

Gleichzeitig bemängelt Küpper die Informationspolitik der Verwaltung. Man sei überrascht gewesen, der Presse entnehmen zu können, wie sich das Autohaus Rüschkamp seinen Umzug ins neue Gewerbegebiet vorstellt. Rüschkamp kann sich laut der Stadt eine Verlagerung von der Kreisstraße etwa 500 Meter weiter in das neue Gewerbegebiet B236/Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall vorstellen. „Seitens der Verwaltung wurde die Politik nicht informiert“, so Küpper.

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Alles Quatsch, heißt es hingegen von SPD, CDU, UWG und Linke. „Eine Umsiedlung der Firma Rüschkamp wird bereits seit langer Zeit erarbeitet und verhandelt. Das hat Priorität gegenüber einer weiteren Tankstelle“, äußert sich etwa Maria Lipke, Fraktionsvorsitzende der UWG, in einer Stellungnahme an unsere Redaktion.

Ähnlich sehen das auch Dieter Kleinwächter (CDU), Fraktionsvorsitzender der Linken Werner Sell und Thomas Orlowski von der SPD. Bürgermeister Mario Löhr habe mehrmals den Ältestenrat über den Entwicklungsstand der Gewerbefläche informiert.

Anfrage von PSV soll geprüft werden

Dass man von der konkreten Anfrage der PSV Projektgesellschaft im Vorfeld nichts gewusst habe, erklären die Fraktionsvorsitzenden mit der sitzungsfreien Sommerpause. Trotzdem wolle man mögliche Angebote prüfen. „Ich gehe davon aus, dass das Angebot der PSV Projektgesellschaft in der nächsten Sitzung des Ältestenrats im September besprochen wird“, sagte Thomas Orlowski am Montag auf Anfrage.

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