JP Performance und Co.: Lasise-Akademieleiter weist Vorwürfe zurück, räumt aber Fehler ein

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Zuletzt gab es einigen Ärger um JP Performance und zu viel Lärm auf dem Lasise-Gelände. Dessen Akademieleiter verteidigt den PS-Profi nun und erklärt, was sich am Lasise alles ändern wird.

Bork

, 21.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist unter aller Kanone“, sagt Harald Meyer-Heß (56) von der Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherheit Selm gGmbH (Lasise). Gemeint ist die Kritik des YouTubers Marcel Henkel an den Anwohnern des Lasise-Geländes, die sich über den aus dem Fernsehen bekannten Auto-Profi JP Performance und ein generelles Lautstärkeproblem beklagten. Auch zu JP und den Anwohner-Vorwürfen hat sich der Akademie- und Fahrschulleiter geäußert.

„Das geht gar nicht“, sagt er. Der YouTuber könne die Situation „gar nicht beurteilen.“ Harald Meyer-Heß selbst könne die Probleme der Anwohner durchaus nachvollziehen. Dennoch verteidigt er JP Performance - denn der, so der Akademie-Leiter, sei sowieso kaum da und auch nicht zu laut.

Der Akademie-Leiter hat Verständnis für die Anwohner

„Dieses Jahr war er vielleicht zehnnmal hier“, sagt er. JP sei noch nie am Wochenende auf der Teststrecke unterwegs gewesen. „Ob er hier ein, zwei Donuts machen muss, darüber kann man streiten“, aber ansonsten würde der Tuner nur normale Testfahrten machen. „JP will selber keinen Ärger machen“, betont der 56-Jährige. Er verstehe nicht, „dass alle auf JP rumhacken“.

Im Bezug auf Beschwerden sei es zuletzt aber generell wieder deutlich ruhiger geworden. Für die Anwohner, die sich über Lärm beschwerten, habe er aber Verständnis. „Ich kann mir schon vorstellen, dass das nicht so toll ist, wenn einer hier durchheizt“, erklärt er.

Reifentest sorgt für Ärger

Doch an einem gewissen Punkt hört auch für ihn das Verständnis auf. Einmal habe JP Performance einen Test für einen Reifenhersteller gemacht, erzählt Meyer-Heß. „Da hat sich ein Anwohner beschwert.“ Er habe ihm dann erklärt, dass es sich um einen vollkommen normalen Test handle. Und außerdem „war das mitten in der Woche“.

JP Performance und Co.: Lasise-Akademieleiter weist Vorwürfe zurück, räumt aber Fehler ein

Das Lasise-Gelände ist weitestgehend von Wäldern umgeben. Dennoch gab es bereits mehrfach Ärger wegen einer angeblich zu hohen Lärmbelastung. © Goldstein

Dass es ein normaler Test war, habe jener Anwohner ihm aber nicht geglaubt. Vielmehr habe er behauptet, dass der PS-Profi das Lasise-Gelände für seine eigene Fernsehsendung nutze. „Da habe ich ihn eingeladen, sich das hier anzugucken.“ Doch er kam nicht.

Dabei sei es ihm wichtig, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen „Es macht ja keinen Sinn, wenn man gegeneinander kämpft.“

„Es war ein Fehler, dass keiner von uns da war“

So richtig in Fahrt gekommen sei die ganze Diskussion um die mögliche Lärmbelastung durch eine Motorradveranstaltung an einem Sonntag vor einiger Zeit. Von einer stehenden Veranstaltung sei vorab die Rede gewesen, doch viele Besucher seien dann doch auf dem Gelände gefahren.

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„Es war ein Fehler, dass keiner von uns da war“, sagt er. Das werde sich nun aber ändern, erklärt der Akademieleiter. „Es wird auf jeden Fall immer einer von uns bei Veranstaltungen dabei sein.“ Dann werde das Lasise auch selbst Fahrzeuge kontrollieren. Und „wenn einer zu laut ist, kann er nach Hause schieben“.

Sonntags werde es allerdings ab dem kommenden Jahr überhaupt keine fremden Veranstaltungen mehr geben. Und bei derartigen Veranstaltungen an anderen Tagen sollen „die Ausrichter dementsprechend klare Anweisungen kriegen“.

JP Performance macht den Extrem-Test

In die Lärm-Debatte rund um das Lasise hat sich auch JP Performance Ende August eingeschaltet. In dem 24-minütigen Video macht er den Extrem-Test. „Lauter als das geht nicht“, sagt er darin. Wie laut er am Ende war, erzählt er jedoch nicht. Und das hat einen einfachen Grund, erklärt Harald Meyer-Heß. „Die Daten sind noch in der Auswertung.“

Das Lasise hätte extra ein externes Unternehmen für den Dezibel-Test beauftragt. „Sonst heißt es noch, wir sind nur an den abgelegensten Stellen gefahren“, sagt er. Für den Test sei JP Performance aber „in die lautesten Ecken gefahren“. Sobald ein Ergebnis vorliege, wolle das Lasise dieses dann auch öffentlich machen - um die ganze Debatte um eine mögliche Lärmbelastung endlich zu beenden.

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