Junger Selmer angeklagt: Sexuelle Nötigung, Bedrohung und Sachbeschädigung

SELM Gleich wegen drei Anklagen sollte sich ein 21-jähriger Selmer vor dem Jugendschöffengericht in Lünen verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm u.a. sexuelle Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung vor.

von Von Heinz Greve

, 13.11.2008, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Junger Selmer angeklagt: Sexuelle Nötigung, Bedrohung und Sachbeschädigung

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2007 seine ehemalige Freundin mit Morddrohungen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Ehemalige Freundin bedroht Unter fadenscheinigen Vorwänden soll er sich Zutritt zur Wohnung seiner ehemaligen Freundin an der Kreisstraße in Selm verschafft haben. Dort soll er sie aufs Bett geworfen, mit einem Küchenmesser bedroht und dann sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben.

Des Weiteren soll der Angeklagte seine Ex-Freundin, die als Zeugin im Prozess auftrat, am 18. Februar 2007 und am 17. Januar 2008 beleidigt, geschlagen, bedroht und deren Wohnungstür beschädigt haben. Der Angeklagte und die Zeugin waren jahrelang befreundet. Als die Freundschaft zerbrach, stellte er der Zeugin laufend nach. Durch gerichtliche Verfügung wurde dem Angeklagten untersagt, sich der Frau auf weniger als 20 Meter Abstand zu nähern und diese durch Telefonanrufe zu belästigen. Angeblich wurde diese Verfügung aber sowohl vom Angeklagten als auch von der Zeugin unterlaufen.  In der Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte die sexuelle Nötigung der Zeugin. Zu den angeklagten Taten vom 18. Februar 2007 und 17. Januar 2008 wollte er sich nicht äußern.Ungereimtheiten bei Aussagen: Vertagung  Die Zeugin wurde vom Gericht mehr als eine Stunde unter Ausschluss der Öffentlichkeit angehört. Offensichtlich ergaben sich in dieser Anhörung Ungereimtheiten in den Aussagen der Zeugin bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht.   Nach einem so genannten "Rechtsgespräch" zwischen den Prozessbeteiligten beschloss das Gericht, die Verhandlung zu vertagen. Es soll zunächst ein psychologisches Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Zeugin eingeholt werden. Danach will das Gericht einen neuen Hauptverhandlungstermin anberaumen.

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