Kaffee trinken mit reinem Gewissen: Selm bleibt Fairtrade-Stadt

Fairtrade

Die Stadt Selm darf sich weiterhin Fairtrade-Stadt nennen. Die Stadt erfüllt weiterhin alle Kriterien der entsprechenden Kampagne. Die Verwaltung geht auch mit gutem Beispiel voran.

Selm

, 08.05.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaffee trinken mit reinem Gewissen: Selm bleibt Fairtrade-Stadt

Bürgermeister Mario Löhr, Julia Schmidt und Malte Woesmann freuen sich nicht nur über den fair gehandelten Kaffee, den es im Amtshaus zu trinken gibt. © Wilco Ruhland

Viele Menschen könnten sich ihren Alltag ohne Kaffee kaum vorstellen. Ob nach dem Aufstehen oder auf der Arbeit. Ein wichtiger täglicher Begleiter: geröstete, aromatische Kaffeebohnen, kleingemahlen und mit heißem Wasser aufgebrüht. Schön, wenn man nicht nur wach wird, sondern dabei auch noch ein reines Gewissen haben kann. Zum Beispiel durch Fairtrade-Kaffee.

Die Stadt Selm darf sich weiterhin Fairtrade-Stadt nennen. Die Auszeichnung an die Stadt verlieh der Verein „TransFair“ erstmalig im Jahr 2014. Fairtrade, zu Deutsch: fair gehandelt, bezieht sich im Selmer Amtshaus vor allem auf eben jenes Heißgetränk.

Mit gutem Beispiel voran

Was zur Zeit der ersten Auszeichnung die evangelische Kirche um den damaligen Pfarrer Jörg Rudolph angestoßen hatte, führt die Stadtverwaltung weiter. Alle zwei Jahre muss die Zertifizierung erneuert werden. Dafür gilt es bestimmte Kriterien zu erfüllen. „Das sind mehrere Bausteine“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann. Etwa, dass es in der Stadt ein entsprechend hohes Angebot an Fairtrade-Produkten gibt oder auch durch die Öffentlichkeitsarbeit.

Über 600 Städte in Deutschland sind bereits Teil der Fairtade-Town-Kampagne. Weiterführende Infos zu der Kampagne gibt es hier.

Und nicht zuletzt gehe es auch darum, als Verwaltung mit gutem Beispiel voran zu gehen, wie Bürgermeister Mario Löhr – beim Pressetermin mit der gefüllten Kaffeetasse in der Hand – ergänzt. Bei offiziellen Terminen und in den Ratssitzungen wird fair gehandelter Kaffee getrunken, bei Bedarf mit fair gehandeltem Zucker. Dazu gab es bei der erster Auszeichnung einen entsprechenden Ratsbeschluss.

Auch die Gründung einer sogenannten Steuerungsgruppe, die sich um die Koordination des Fairtrade-Handels in der Stadt kümmert. Neuerdings übernimmt Stadtsprecher Malte Woesmann die Koordination dieser Steuerungsgruppe von Maja Werlich. Er ist der Ansprechpartner in der Verwaltung zu diesem Thema.

Fairtrade gehört auch zum Thema Umweltschutz

„Wir sind da mehr in Verantwortung“, sagt Löhr. Die Zertifizierung der Stadt solle dazu dienen, die Bevölkerung auf das Thema Fairtrade aufmerksam zu machen. Klares Statement des Bürgermeisters: „Kinderarbeit wollen wir nicht unterstützen.“ Diese soll bei Fairtrade-Produkten ausgeschlossen sein. „Wir sind auch stolz darauf, dass fast alle Vertreter in der Stadt heute noch dabei sind“, sagt er.

„Fairtrade bedeute aber nicht nur gerechte Arbeitsbedingungen und Löhne für die Bauern zum Beispiel beim Kaffee- oder Kakaoanbau. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle“, erklärt Malte Woesmann. Deshalb mit von der Partie: Julia Schmidt, verantwortlich für den Bereich Umwelt und Mobilität. Die kümmere sich um den „ökologischen Aspekt“, wie sie sagt. Dabei gehe es etwa um die Art der Landwirtschaft oder die Beschaffung. Deshalb nehme Fairtrade einen entsprechend hohen Stellenwert beim zurzeit zu erstellenden Klimaschutzkonzept der Stadt ein.

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