Kampf für die Ökumene

Die evangelische Kirche keine Kirchen? Das päpstliche Dokument, dass allein der römisch-katholischen Kirchen der Status zuerkennt, sorgt für Unverständnis in den Selmer Gemeinden.

von Sophie Bissingen

, 12.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Traditionalistischer Weg

Traditionalistischer Weg

Für Pfarrer Lothar Sonntag von der evangelischen Gemeinde kommt die Aussage des Dokuments nicht überraschend: "Die katholische Kirche bremst schon länger den Weg der Ökumene. Seit längerem befürchtet man, dass die römisch-katholische Kirche mehr und mehr auf die orthodoxe Kirche zugeht", sagt er enttäuscht.

Zudem findet Sonntag es schade, dass die katholische Kirche den traditionalistischen Weg fördert, anstatt mit der Zukunft zu gehen. "Für uns in der evangelischen Kirche ändert sich durch dieses Dokument nichts. Selbstbewusste Christen gehen ihren Weg. In gewissem Sinne ist das ein Problem der katholischen Kirche. Deren Mitglieder müssen wissen, wie sie mit dieser Aussage umgehen, auch wenn diese vielen Leuten Aufwind geben wird", sagt der Geistliche.

In der katholischen Kirche hingegen sind die Gemüter entspannt und zugleich verärgert. "Das Dokument schafft keine neuen Aussagen, allerdings halte ich den Zeitpunkt für absolut nicht gut gewählt. Wir befinden uns im Bemühen um Akzeptanz, Gemeinschaft und versuchen die Ökumene zu fördern. Dabei sind die getätigten Aussagen nicht hilfreich und keineswegs klug", meint Pater Josef Kohlhaas . "Die Tugend der Heiligen ist die Demut, welche wir allerdings mit einem solchen Papier nicht beweisen", fügt Kohlhaas hinzu.

Andere Kirchen, so sagt er, sind letztendlich durch die Reformation entstanden. "Meiner Meinung nach ist die Aussage ein Bückling gegenüber der orthodoxen Kirche, aber wir kämpfen weiterhin für die Ökumene und die Gemeinschaft der Kirchen", sagt Pater Josef Kohlhaas zuversichtlich.  

 

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