Karola Dornik ist mit dem Bäckerwagen unterwegs

Auf Tour durch Vinnum

Es duftet nach frisch gebackenen Broten, Brötchen und leckerem Kuchen. Viermal die Woche ist Karola Dorniks mit dem Bäckerwagen der Bäckerei Artmann unterwegs. Redakteur Malte Woesmann begleitete Sie auf ihrer Tour durch Vinnum.

SELM / VINNUM

31.12.2010, 07:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karola Dornik machen die Fahrten mit dem Verkaufsmobil großen Spaß.

Karola Dornik machen die Fahrten mit dem Verkaufsmobil großen Spaß.

„Ich fahr schon seit Jahren meine Touren, da lernt man die Leute kennen. Die erzählen einem dann fast schon immer ihre Lebensgeschichte“, plaudert die 53-Jährige. Der Wagen rumpelt über die schneebedeckten Straßen in Richtung Vinnum. Mehrere Touren, darunter Selm und Olfen, fährt Dornik für die Bäckerei Artmann. „Huuuuuuup!“ Schrill ertönt die Hupe, das Signal für frische Brötchen. Kaum verklungen, steht Heinrich Südfeld schon in der Tür. Der Rentner erwartet Karola Dornik bereits, man kennt sich. Brot und Brötchen wandern über den kleinen Verkaufstresen. „Kuchen nehm ich heute auch noch“, sagt Südfeld und zeigt auf die Auslage mit den Kuchensorten. Wiener Butterkuchen soll es diesmal sein. Bezahlt, Klappe zu, schnell noch die Handbremse gelöst und weiter geht‘s zur nächsten Station. Wieder das Hupen und schon stehen die nächsten beiden Kunden vor dem Wagen.

„Hamse schon gehört?“ fragt ein Mann Karola Dornik und verweist auf den neuesten Klatsch. Kurzer Plausch, dazu das Brot über die Theke und schon geht es wieder weiter. „Fast alle meine Kunden sind älter. Die kommen meist gar nicht mehr von Zuhause weg zum Einkaufen“, beschreibt Dornik ihren Kundenstamm. Das Fahren macht ihr großen Spaß. „Ich möchte nichts anderes mehr machen“, sagt sie. Bevor sie vor ein paar Jahren die Touren durch die Bauerschaften startete, stand sie in der Backstube. Jetzt sitzt sie am Steuer und fährt die nächste Station in Vinnum an. „Was für ein Wetter“, begrüßt Andrea Buckmann Karola Dornik. Die beiden Frauen plauschen kurz über Gott und die Welt. Derweil packt Karolo Dornik Brot, Brötchen und Kuchen ein.   „Wenn ich mittags wieder zurück am Geschäft bin, ist der Wagen leer“, weiß sie, dass ihre Kunden immer alles wegkaufen. Sie weiß ja, was gewünscht ist, wer lieber einen Bauernstuten hat als ein Körnerbrot. Es sind gerade diese Momente, für die Karola Dornik so gern unterwegs ist. Keine zwei Minuten bleibt sie bei den meisten Kunden, doch der Kontakt ist umso intensiver. Wo es nicht mehr geht, da bringt sie auch schon mal das Brot bis an die Haustür.

  Alfred Niewind kommt aber immer noch selber an den Wagen. Mit Hausschuhen stapft er durch den dichten Schnee. „Nicht dass sie noch ausrutschen“, warnt ihn Dornik. Doch Niewind lässt sich nicht beirren. Er kauft jede Woche ein, da kann das bisschen Schnee auch nichts dran ändern. „Was soll’s denn diesmal sein“, fragt ihn Karola Dornik.   Brot, Brötchen, Milch und Butter wandern über den Tresen, ein kleiner Großeinkauf. „Kaffee brauch ich diesmal nicht, den haben wir noch vom letzten Mal“, sagt Niewind, bezahlt und trägt den schweren Korb ins Haus. Die nächste Station: Karola Dornik wird schon erwartet, der Hofhund trabt schwanzwedelnd neben dem Wagen her. „Hier gibt es immer ein Brötchen extra. Eine Hälfte für den Hund, eine fürs Kind“, sagt Dornik und lacht wieder. Fürwahr, es gibt selbst bei Schnee und Eis auf den Straßen schlechtere Arbeitsplätze. 

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