In der OGS an der Ludgerischule wird nicht gestreikt. © Jessica Hauck (Archivbild)
Meinung

Keine OGS-Plätze trotz Anspruch: Wieder einmal trifft es die Familien

Ab dem Schuljahr 2026/2027 gibt es in der Grundschule einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Vielleicht schön gemeint, viele Eltern bleiben trotzdem auf der Strecke, glaubt unser Autor.

Es trifft einfach immer die selben. Während der coronabedingten Schulschließungen waren es bereits die Familien, die Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bringen mussten. Das soll sich bald zwar mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ändern, aber: Was bringt ein solcher Rechtsanspruch, wenn überhaupt nicht ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen?

Fünf Jahre ohne Veränderung

Zur Einordnung: Die Eltern von kürzlich zur Welt gekommen Kindern müssen damit rechnen, dass ihr Kind möglicherweise im Grundschulalter keinen Platz in der OGS bekommt.

Es dürfte den Eltern nur schwer zu vermitteln sein, dass es innerhalb von fünf Jahren nicht möglich ist, neue Betreuungsplätze einzurichten. Hier kann man der Stadt aber nicht unbedingt einen Vorwurf machen.

Der Gesetzgeber sollte dafür Sorge tragen, dass für die Umsetzung des Gesetzes die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Denn es fehlt nicht nur an Klassenräumen, sondern vor allem an ausreichend qualifiziertem Personal.

Weil aber die notwendige Wertschätzung für solche Stellen noch immer fehlt, wird sich daran auch vorerst nichts ändern.

Was aber vor allem fehlt: Der Willen der Politik, die Familien noch stärker in den Fokus zu rücken – über ein Gesetz hinaus, das nicht durchgesetzt werden kann.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich