Knappenverein könnte in Selm entstehen

Tradition der Bergleute

Von Selm aus bewahrt Dietmar Richter Tradition und Brauchtum von rund 80.000 Bergleuten in ganz Deutschland. Er ist Geschäftsführer des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine. Doch einen eigenen Knappenverein hat Selm bislang noch nicht. Das könnte sich bald ändern.

SELM

, 11.08.2016, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

445 Vereine sind in dem Dachverband BDBHKV organisiert. Das sind rund 80.000 Mitglieder in zehn Bundesländern. Und ausgerechnet am Sitz des Verbandes gibt es keinen Knappenverein. Warum nicht? Diese Frage haben wir Dietmar Richter gestellt.

Seine Antwort: „Das kann ich auch nicht sagen. Ich bin dabei, mich in die Geschichte Selms einzugraben, mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie in Kontakt zu treten. Dann werde ich versuchen, irgendwas aus dem Boden zu stampfen.“

"Ich versuche das hier"

Es könnte also sein, dass Selm irgendwann mal einen Knappenverein bekommt? Richter: „Ich drehe das mal um. Die Zechen sterben, aber die Knappenvereine wachsen und die Zahl steigt.“ Woran das liegt? Schulterzucken, dann aber doch der Erklärungsversuch: „Die Leute haben die Zeche nicht mehr, wollen aber die Geschichte auf der Zeche nicht vergessen und sich eventuell zusammenfinden, um darüber zu sprechen."

Es sei eine Möglichkeit der gemeinsamen Erinnerung: "Was haben wir erlebt? Weißt Du noch damals? Diese Bergkameraden finden sich eben in diesen Knappenvereinen zusammen.“ Ob dies aber auch in Selm möglich ist? „Ich versuche das hier. Ich werde wohl Ende dieses, Anfang nächsten Jahres damit anfangen. Vielleicht springt ja jemand darauf an.“

Interesse an Bergbaugeschichte in Selm ist groß

Und wie würde Dietmar Richter dieses Vorhaben anpacken? „Ich würde dazu alle, die Interesse haben, aufrufen, sich zu melden. Dann sieht man ja, wie die Resonanz ist, ob überhaupt Ehemalige daran interessiert sind. Ob auch Junge, ob auch Gewerkschafter noch hier sind und Interesse haben, die Traditions- und Brauchtumspflege aufrecht zu erhalten. Wenn ja, kann man ja einen Verein gründen.“

Dass es in Selm Interesse an der Bergbaugeschichte gibt, dafür gibt es genügend Beispiele. Der Heimatverein Selm hat in beiden Auflagen des Buches „Selm im Wandel der Zeit“ auch Informationen zur Zeche Hermann zusammengetragen, die zwischen 1910 und 1926 großer Arbeitgeber für viele Selmer war. Auch für Menschen, die extra nach Selm gezogen sind, um auf der Zeche Arbeit zu bekommen. Die alten Zechensiedlungen sind steinerne Zeugen eines einstmals regen Bergarbeiterfamilienlebens.

Kein Beginn bei Null

Den gewerkschaftlichen Part besetzt die Ortsgruppe Selm/Bork der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Also: Es gibt Strukturen, an die Dietmar Richter andocken kann. Bei Null fängt er sicher nicht an.

Kontakt
Wer Interesse hat, mit Dietmar Richter in Sachen Knappenverein in Verbindung zu treten, kann ihn kontaktieren: Tel. (02592) 9183784. Infos gibt es auch auf der  des BDBHKV

 

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