So viele Knöllchen verteilt die Stadt Selm im Jahr

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Des einen Ärger ist des anderen Profit: Knöllchen fürs Falschparken. Der Betrag, den die Stadt Selm so einnimmt, schwankt. Das hat aber nicht nur mit der Disziplin der Autofahrer zu tun.

Selm

, 01.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer beim Falschparken ertappt wurde, muss zahlen: 10 Euro aufwärts. Parken auf Geh- und Radwegen kostet etwa 20 Euro, Parken vor Feuerwehrzufahrten oder auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz 35 Euro.

2019 bereits 2379 Strafzettel

Sie stecken meistens hinter der Windschutzscheibe. 2379 dieser Strafzettel haben Selmer Politessen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Stadtgebiet verteilt. Damit liegt die Entwicklung ungefähr auf dem Kurs der vergangenen Jahre. 2018 steckten 4762 dieser Zettel an Fahrzeugen in Selm. 2017 waren es 4499, 2016 gab es 6488 Knöllchen, 2015 waren es 6885.

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Warum die Zahlen vor allem in den letzten zweieinhalb Jahren gesunken sind, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann so: „Die Zahlen erklären sich durch schwankende personelle Verfügbarkeit bei den Politessen.“

Geschäfte erinnern Kunden

Wer solch ein Knöllchen kassiert, hat sich - siehe Definition - falsch verhalten. Falsch zu parken, gehört zu den Ordnungswidrigkeiten, für die es Knöllchen gibt. Was sind die Ursachen? „Häufig wird einfach vergessen, die Parkscheibe einzulegen“, sagt Malte Woesmann auf Anfrage.

So viele Knöllchen verteilt die Stadt Selm im Jahr

Manche Händler denken an ihre Kunden und erinnern sie daran, ihre Parkscheibe einzustellen. © Arndt Brede (A)

In den letzten Jahren sind einige Geschäfte dazu übergegangen, ihre Kunden darauf aufmerksam zu machen, ob sie ihre Parkscheibe eingelegt und richtig eingestellt haben.

Ausrede-Klassiker: War nur kurz weg

Gibt es Ausreden von Verkehrsteilnehmern gegenüber den Politessen? Woesmann: „Die Ausreden werden nicht gesammelt. Klassisch ist jedoch die Antwort ,Ich war doch nur kurz weg, können Sie das nicht wieder löschen?‘“ Andere stellen keine Frage, sondern zerreißen den Strafzettel, manchmal sogar vor den Augen der Politesse. Nützt aber nichts. Ist der Strafzettel geschrieben, sind die Daten gespeichert.

Zum Teil sechsstellige Einnahmen

Die Einnahmen summieren sich im Laufe des Jahres auch schon mal bis in den sechsstelligen Bereich. 2015 hat die Stadt 130.725 Euro eingenommen. 2016 waren es 100.490 Euro. Für 2017 spuckt die Statistik 67.637 Euro an Einnahmen durch Strafzettel aus. 2018 betrug die Summe 70.593 Euro. Im ersten Halbjahr 2019 flossen bereits 32.658 Euro.

Wohin gehen die Einnahmen und was wird mit ihnen gemacht? „Sie fließen in den städtischen Gesamthaushalt ohne Zweckbindung“, berichtet Stadtsprecher Woesmann.

Daher kommt der Begriff Knöllchen Laut Duden ist der Begriff Knöllchen wohl umgeformt aus der landschaftlichen (besonders rheinischen) Verkleinerungsform (Proto)köllchen von Protokoll unter scherzhafter Anlehnung an Knolle.

Keine Prioritätenliste für Kontrollen

Strafzettel verteilen die Politessen über das ganze Stadtgebiet. Bereiche, in denen besonders viele Knöllchen verteilt werden, kann Malte Woesmann auf Nachfrage nicht nennen. Was er aber sagen kann, ist: „Es gibt keine Prioritätenliste, wonach kontrolliert wird. Jedoch werden stark frequentierte Bereiche häufiger kontrolliert als zum Beispiel wenig befahrene Nebenstraßen, in denen der Parkdruck geringer ist.“

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