„Kommunikation mangelhaft“: Gewerbe ärgert sich über Innogy

rnGlasfaserausbau Bork

Keine Antwort, keine Infos: Ein Gewerbetreibender im Borker Gewerbegebiet ärgert sich über die Art, wie die Innogy und Westnetz mit ihren Kunden umgehen.

Bork

, 08.02.2019, 17:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mark Eickermann ärgert sich. „Berechtigterweise“, sagt Eickermann, Geschäftsführer der Firma Planttech, die im Borker Gewerbegebiet angesiedelt ist. Sein Ärger ist nicht persönlicher Natur - sondern geschäftlicher. Der Grund: der Glasfaseranschluss des Gewerbegebietes. Oder genauer: die Art der Kommunikation der Firmen Innogy und Westnetz mit ihren Kunden. „Die ist wirklich mangelhaft“, sagt Eickermann ganz klar.

Keine Antworten auf Nachfragen

Zum Hintergrund: Das Gewerbegebiet in Bork wird mit einer Glasfaser-Leitung ausgestattet (wir berichteten). Die Tiefbauarbeiten dazu haben auch schon stattgefunden. Nun aber scheint es irgendwie nicht weiterzugehen - so zumindest der Eindruck von Mark Eickermann. Diese Beobachtung nahm er am 24. Januar zum Anlass, mal „zaghaft nachzufragen“, wie überhaupt der Stand der Dinge ist. Wann geht es weiter, können - wie zugesichert - bis Ende März alle Unternehmen, die einen Vertrag abgeschlossenen haben, wirklich ans Glasfasernetz angeschlossen werden? Fragen wie diese richtete Mark Eickermann an die involvierten Firmen Innogy, Westnetz und Werknetz.

Und dann kam erst mal nichts - obwohl Eickermann in seinen Schreiben direkt eine Frist mit angegeben hatte. Dieser Mangel an Infos ist es, der ihn so ärgert: „Es gibt keinerlei Informationsflüsse. Dabei ist es doch klar, dass man als Endverbraucher irgendwann mal die Frage in den Raum wirft: Klappt das?“ Vor allem, so erzählt es der Geschäftsführer von Planttech, da Verträge mit anderen Unternehmen längst gekündigt sind. Wenn die Frist bis März nicht klappen würde, hätte Planttech ein Problem. „Um unseren Job zu machen, brauchen wir die Bandbreite, wir brauchen sie zwingend“, erklärt Mark Eickermann.

Die Antwort, die er dann nach einer zweiten Anfrage doch bekam, zerstreute seine Sorgen nicht wirklich: Westnetz, so erzählt er, teilte ihm mit, dass es Probleme mit der Produktbeschaffung gab. „Das ist kein Problem, sondern höchstens ein Versäumnis“, sagt Mark Eickermann gegenüber der Redaktion. Schließlich stehe schon seit einen Jahr fest, dass das Material in Bork benötigt wird. Genau das schrieb Mark Eickermann auch an Westnetz. Und bekam - wieder - keine Rückmeldung. Bis heute nicht.

Innogy zum Stand der Bauarbeiten

Auf eine Presseanfrage dieser Redaktion hingegen meldet sich die Westnetz. „Bei derzeitigen Witterungsverhältnissen wird die verbindliche Frist bis zum 31. März 2019 eingehalten“, teilt Maren Frisch, bei der Westnetz für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, mit. Dass sich nach den Tiefbauarbeiten noch nicht so viel getan hat, erklärt sie so: „Im Januar und Februar war es witterungsbedingt nicht sinnvoll, die Kabel einzublasen, um es nicht zu beschädigen.“

Auch die Probleme der Produktbeschaffung haben sich erledigt. Ein optisches Gerät, laut Maren Frisch das „Herzstück“ des Glasfasernetzes, war zunächst nicht vorrätig und musste bestellt werden. Aber: „Es wurde in dieser Woche geliefert. Nach der Lieferung wird das Gerät zeitnah eingebaut und das Glasfaserkabel kann in das Rohr eingeblasen werden“, so Maren Frisch. Im Gespräch erklärt sie noch, dass es sich bei „zeitnah“ nicht um Wochen oder Monate, sondern um Tage handeln soll.

„Die nächsten Schritte sind: Im Keller des Kunden werden zwei Endgeräte montiert. Über Westnetz müssen zu jedem Kunden Daten eingepflegt werden, damit jeder Endkunde auch das bestellte Signal erhält. Danach kann der Dienstleister Vitroconnect den Dienst beschalten und der Kunde verfügt sofort über das schnelle Internet“, erklärt sie weiter.

Glasfaser als Wirtschaftsfaktor

Das sind zunächst einmal positive Neuigkeiten für die Gewerbe in Bork. Schnelles Internet ist - das bestätigt auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) - ein wichtiger Standortfaktor, damit Unternehmen sich ansiedeln und bleiben. „Das ist teilweise sogar noch wichtiger als die Verkehrsanbindung“, sagt Ute Heinze, die bei der WFG für Marketing und Kommunikation zuständig ist.

Auch die Stadt Selm ist sich dieser Tatsache bewusst. „Die Stadt hat und wird sich weiterhin für die Gewerbetreibenden in Bork einsetzen. Wegen des Ausbaus ist die Verwaltung in regelmäßigem Kontakt zu innogy und Westnetz“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion. „Die Stadt sieht Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation, wenn Gewerbetreibende keine oder erst verspätete Rückmeldungen bekommen“, so Malte Woesmann.

Reaktion erst nach Einschalten der Öffentlichkeit

Das sieht Mark Eickermann, gelinde gesagt, auch so. Vor allem die Kommunikation der Unternehmen ist es ja, die ihn so ärgert. Auch die Reaktion von Maren Frisch auf die Anfrage der Redaktion findet er „lächerlich“. Sie teilt mit: „Wir liefern zum zugesagten Termin. Wir unterrichten aber nicht jeden Kunden einzeln in jeder Minute persönlich und privat.“ Um Minuten, so sagt es Mark Eickermann, gehe es ihm ja gar nicht. „Bis jetzt hat überhaupt keine wirkliche Kommunikation stattgefunden“, sagt er. „Warum kriegen die das nicht hin?“

Klar: Dass das Glasfasernetz zum geplanten Termin angeschlossen wird, freut ihn. Dass er als Endkunde aber erst nach dem Einschalten der Zeitung eine Rückmeldung über den Stand der Dinge erhalten hat, spreche nicht gerade für Innogy und Westnetz.

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