Kontaktverbot: Stadt Selm bittet Bürger, die Ostereinkäufe zu strecken

rnCorona-Krise

Wer sich daran erinnert, was in den vergangenen Jahren in den Lebensmittelgeschäften in Selm vor Ostern los war, weiß, wie voll es immer war. Und was ist in Zeiten des Kontaktverbots?

Selm

, 02.04.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drangvolle Enge vor den Regalen und in den Gängen meistens am Gründonnerstag und am Ostersamstag. Das war in den vergangenen Jahren Realität. Solche Szenarien gilt es aber in diesen Zeiten, in denen es angebracht sei, Distanz zu wahren, zu vermeiden, sagt das Ordnungsamt.

Und die Stadtspitze unterstützt diesen Appell: „Bitte machen Sie Ihre Ostereinkäufe nicht nur an Gründonnerstag oder am Ostersamstag, sondern strecken Sie ihre Einkäufe auch auf die anderen Tage“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann mit Adresse an die Selmer Bürger. Im Hinblick auf die notwendigen Hygienevorschriften in den Geschäften würde es alles entzerren, wenn Ostereinkäufe auch schon am Dienstag und Mittwoch nächster Wochen laufen würden.

Warteschlangen in Selmer Geschäften vermeiden

Warteschlangen zu vermeiden, mache es für die Einzelhändler, aber auch für die Kunden einfacher, erklärt der Stadtsprecher. Haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die derzeit ja kontrollieren, ob die Maßgabe des Kontaktverbotes wegen der Corona-Krise eingehalten werden, denn auch verstärkt einen Blick auf und in die Geschäfte? Das nicht. „Wenn Kunden aber eine Stunde vor dem Laden warten müssen, schafft das ja auch nicht gerade eine Zufriedenheit“, sagt Beigeordnete Sylvia Engemann. Und sollte Aufruhr und Unruhe aufkommen, müsste dann ja auch wieder der Ordnungsdienst einschreiten.

Grundsätzlich seien aber die Geschäfte selber dafür verantwortlich, ob Hygienevorschriften eingehalten werden. In Selm handhaben es die Supermärkte und Discounter in einem Punkt gleich: Sie alle weisen per Schildern oder Plakaten darauf hin, Sicherheitsabstände einzuhalten. Darüber hinaus gehende Maßnahmen haben nur einige der Geschäfte eingeführt.

So ist in den Lidl-Märkten in der Altstadt und im Dorf der Eintritt nur mit einem Einkaufswagen gestattet. Zusätzlich desinfiziert die Security am Eingang die Griffe jedes Einkaufswagens und auf Wunsch auch die Hände der Kunden. Im K+K-Markt in der Altstadt herrscht ebenfalls für Kunden Einkaufswagenpflicht. Auch im dm-Markt im Selmer Zentrum kommt man nur mit Einkaufskorb oder -wagen hinein. Aldi, Rossmann, Rewe und die Edeka-Geschäfte haben solche Maßnahmen bisher nicht eingeführt.

Wegen einiger aktueller Eingangsmaßnahmen kann es auch jetzt schon mal zu leichter Schlangenbildung kommen. Wenn dann vor Ostern alle ihre Einkäufe an Gründonnerstag oder Karfreitag machen würden, wären die Warteschlangen wohl deutlich länger. Und deshalb bittet die Stadtverwaltung die Bürger, ihre Ostereinkäufe zu strecken.

„Es wäre schön, wenn sich die Bürger so verhalten würden, wie das zurzeit beim Recyclinghof geschieht“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Da halte sich der Andrang nach der Öffnung des alternativen Wertstoffhofes eben deshalb in Grenzen, weil die Bürger alle Tage und die Öffnungszeiten, an denen der Wertstoffhof geöffnet hat, nämlich montags bis samstags, voll nutzen.

Appell: Alle Geschäfte nutzen

Da wäre aber noch eine Bitte, die Mario Löhr an die Selmer richtet: „Dass sie möglichst alle Geschäfte, die wir in Selm haben, nutzen.“ Dazu zählten nicht nur die Nahversorger, sondern auch alle Bäcker in Selm, Bork und Cappenberg. „Denn die Existenz ist bei allen bedroht, wenn sie nicht aufgesucht werden.“

Zusätzlich weist der Bürgermeister auch noch auf den Einkaufsservice der Schicksalshelfer in Zusammenarbeit mit der Stadt hin: „Gerade Ältere sollten dieses Angebot annehmen, diese Ehrenamtlichen für sich einkaufen zu lassen, und nicht selber rausgehen.“

Einkäufe in Lebensmittelläden oder der Apotheke werden für Personen, die unter Quarantäne stehen oder zu einer Risikogruppe zählen und daher Besorgungen evtl. nicht erledigen können, sofern keine andere Unterstützung möglich ist, angeboten. Kontakt: Tel. 69227. Die Daten werden an den Helferkreis weitergegeben.

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