Kontrolle per Kamera: Stadt Selm filmt jetzt die Menschen im Auenpark

rnReaktion auf Vandalismus

Unbekannte haben Spielgeräte manipuliert, in der Toilette randaliert und Müll hinterlassen. Um diesen Vandalismus im Auenpark abzustellen, setzt die Stadt jetzt auf Videoüberwachung.

Selm

, 10.11.2020, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schlanke, dunkelgraue Laternen säumen den gepflasterten Fußweg im neuen Auenpark. Sie leuchten nicht nur, sondern haben auch noch eine andere Funktion - zumindest manche von ihnen.

Ob am Spielplatz, am Rodelhügel mit der Aussichtplattform oder an anderen Attraktionen des im Sommer eröffneten Parks zwischen Münsterlandstraße und Sandforter Weg: In manchen Leuchten sind auch Kameras verbaut, die rund um die Uhr - tagsüber genauso wie nachts - die Örtlichkeit filmen. An einer Stelle auf dem weitläufigen Gelände wird die Stadt noch entsprechend nachrüsten.

Kamera für das Toilettenhaus wird noch folgen

„Im Bereich der Toilettenanlage werden wir auch noch eine Kamera installieren“, sagt Selms neuer Bürgermeister Thomas Orlowski am Dienstag (10.11.) während eines Ortstermins. Unbekannte hatten sich schon mehrfach an der neuen Toilette neben der Sitzgruppe mit Blick auf den Spielplatz zu schaffen gemacht und beispielsweise immer wieder den Münzschlitz verstopft. Jüngst kam auch rohe Gewalt zum Einsatz.

Selms neuer Bürgermeister Thomas Orlowski (vorne) begrüßt die Videoüberwachung als Mittel gegen den Vandalismus. Auch Dezernent Stephan Schwager hält den Spielplatz im Auenpark für einen besonders schützenswerten Ort.

Selms neuer Bürgermeister Thomas Orlowski (vorne) begrüßt die Videoüberwachung als Mittel gegen den Vandalismus. Auch Dezernent Stephan Schwager hält den Spielplatz im Auenpark für einen besonders schützenswerten Ort. © Sylvia vom Hofe

„Die Tür Ist komplett aus den Angeln gehoben worden“, sagt Dezernent Stephan Schwager. Die Folge: Die WC-Anlage kann auf absehbare Zeit nicht genutzt werden. Reparaturkosten lassen sich noch nicht ermitteln. Dass die Gesamtheit aller Bürgerinnen und Bürger für die Übergriffe wird zahlen müssen, steht aber schon fest, solange die Täter nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Das soll jetzt einfacher werden.

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„Ich halte Video-Überwachung für wichtig“, sagt Orlowski. Dabei geht es sowohl um die Ermittlung von Tätern als auch um die Abschreckung, damit es erst gar nicht so weit kommt. Die Erfahrungen, die die Stadt Selm in den vergangenen fünf Jahren damit gemacht hat, bestätigen das. Mit Kameras auf dem Gelände des städtischen Gymnasiums und der Overbergschule habe es angefangen, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Weitere folgten am Bürgerhaus, an der Sekundarschule und der Ludgerischule. „Das wirkt tatsächlich abschreckend.“ Und Vandalen, die sich von dem elektronischen Auge nicht beeindrucken lassen wollten, hätten ermittelt werden können.

Orlowski: „Gesichtet wird nur im Ausnahmefall“

Das Gros der Aufnahmen - das betont Bürgermeister Orlowski - werde nie jemand zu Gesicht bekommen. „Wir sichten sie nur im Bedarfsfall“: dann, wenn wieder Vandalismusschäden zu beklagen seien. Ansonsten würden sie automatisch gelöscht. Im Fall der Fälle seien es nur einzelne dazu bestimmte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die die Aufzeichnungen auswerteten. Nur zu Beweiszwecken werde es an Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte weitergeleitet. „Alles läuft in Absprache mit dem Datenschutzbeauftragten“, so Orlowski.

Thomas und Sandra Kaim fühlen sich durch die neuen Kameras nicht gestört.

Thomas und Sandra Kaim fühlen sich durch die neuen Kameras nicht gestört. © Sylvia vom Hofe

Die Stadt setzt aber nicht nur auf Technik: Im Stadtgebiet erfolge eine wöchentliche Kontrolle der Spielplätze. Weil die neue Anlage im Auenpark mit den spektakulären Kletterkanzeln in mehr als neun Metern Höhe aber ein besonders populärer Besuchermagnet ist - Schulklassen nutzen sie für den Sportunterricht, und Menschen aus den Nachbarstädten kommen dorthin - gebe es dort eine tägliche Kontrollen, sagt Stephan Schwager. „Wir sind aber auch darüber hinaus dankbar, wenn uns jemand auf Missstände hinweist.“

Spaziergänger äußern Verständnis für die Überwachung

Während Vertreter der Stadtverwaltung am Dienstag die neue Videoüberwachung vorstellen, hat ganz In der Nähe ein Spaziergänger-Paar auf den Holzbänken Platz genommen, um in der Novembersonne einen mitgebrachten Kaffee zu trinken. Stört es sie, dass dabei Kameras auf sie gerichtet sind? Nein. „Es ist wunderbar, was hier geschaffen wurde“, sagt Sandra Kaim. Das gelte es auf jeden Fall zu schütze und zu bewahren. Wenn dafür Kameras nötig seien, ergänzt Thomas Kaim, sei das wohl oder übel in Kauf zu nehmen.

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