Kopfläuse: Was tun gegen das große Krabbeln auf dem Kopf?

Kopfläuse

Mit dem Beginn des Regelbetriebs in Schulen und Kindergärten ist auch wieder vermehrt mit Kopfläusen zu rechnen, und sie verschwinden nicht von selbst wieder. Aber es gibt Abhilfe.

Lünen, Selm, Olfen, Nordkirchen

, 01.09.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jetzt ist wieder die Zeit der Kopfläuse. Es gibt Hilfe.

Jetzt ist wieder die Zeit der Kopfläuse. Es gibt Hilfe. © Apothekerkammer

Läuse krabbeln von Haar zu Haar, von Kopf zu Kopf: So kommt es, dass meist Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren betroffen sind. Sie stecken beim Spielen und Lernen die Köpfe zusammen, kommen sich beim Toben oder Kuscheln nah. Oft bemerken die Eltern einen Befall erst, wenn sich die Kleinen ständig kratzen. „Kopflaus-Alarm gab es früher oft nach den Schulferien. Heute verteilt er sich gleichmäßig auf das ganze Jahr“, sagt Apotheker Volker Brüning, Sprecher der Apothekerschaft im Nordkreis Unna. Die gute Nachricht: Mit einer konsequenten Behandlung können sie wirksam bekämpft werden – auch ohne Insektengifte.

Wir beantworten mit Hilfe von Volker Brüning wichtige Fragen:

? Was sind die ersten Schritte, wenn mein Kind von Läusen befallen ist?

„Eltern, die vom Kindergarten oder der Schule informiert wurden, dass es Läuse in der Einrichtung gibt, sollten alle Familienmitglieder sorgfältig auf einen möglichen Befall kontrollieren“, erklärt Brüning. Dies geschehe am besten mit Hilfe eines so genannten Nissenkamms. Mit dem Kamm werde das feuchte Haar Strähne für Strähne auf Läuse und deren Eier, die Nissen, geprüft. Diese kleben am Haaransatz.

? Wie erkenne ich Nissen?

„Ein einfacher Test bringt Klarheit: Lassen sich die Krümelchen mit den Fingern verschieben, sind es in der Regel harmlose Schuppen. Nissen kleben dagegen fest
am Haarschaft“, berichtet der Apotheker. Nach jeder Strähne könne der Kamm an
einem Küchentuch abgestreift werden, um die Läuse und Nissen besser erkennen zu können.

Mit einem speziellen Kamm kann man Kopfläusen auf die Schliche kommen.

Mit einem speziellen Kamm kann man Kopfläusen auf die Schliche kommen. © picture alliance/dpa


? Werde ich mit dem Einsatz des Kamms die Läuse auch los?

„Auskämmen allein genügt nicht, um Kopfläuse loszuwerden“, warnt Volker Brüning. Dies gelinge nur Läuseshampoos, die chemisch oder physikalisch wirken.

? Welches Mittel soll ich denn verwenden?

Volker Brüning: „Eltern können sich in der Apotheke beraten lassen, welches Mittel in Frage kommt.“ Wer auf Insektizide verzichten möchte, greife zum Beispiel zu einem Shampoo mit Silikon-Öl, so genanntem Dimeticon. Das Shampoo überziehe die Läuse und deren Eier mit einer Ölschicht, unter der die Plagegeister ersticken. Auch pflanzliche Produkte stehen in der Apotheke zur
Auswahl.

? Welche Tipps hat der Apotheker noch?

„Egal, welches Mittel verwendet wird: Immer sollten genau die Anwendungshinweise und die Einwirkzeit beachtet werden, die sich von Produkt zu Produkt unterscheiden“, sagt Brüning. Nissen und Läuse werden dann
mit einem Nissenkamm entfernt.

? Wie lange dauert solch eine Behandlung?

Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe empfiehlt, die Anwendung nach sieben bis zehn Tagen zu wiederholen – so werden auch die letzten Läuse erwischt. Kleidung und Bettwäsche sollten am besten bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen, Kämme und Bürsten für 20 Minuten in heißes Wasser gelegt werden.
„Kuscheltiere schickt man ganz einfach für drei Tage im luftdichten Plastikbeutel in Quarantäne“, heißt es von Seiten der Kammer. Kopfläuse werden laut Apothekerkammer nicht von Haustieren übertragen. Und tägliches Waschen der Haare liefere nur besonders saubere Läuse – auswaschen lassen sich die
Läuse nicht.

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