Kreisel zu eng - LKW erreichen Schlachthof nicht

Schachtstraße in Selm

Mit dem neuen Kreisverkehr an der Schachtstraße kamen die Probleme. Lastwagen erreichen den Schlachtbetrieb Prott nicht mehr ohne Weiteres. Der Inhaber versucht mit dem Kreis Unna seit Monaten das Problem zu lösen. Bislang ohne Erfolg. Wir zeigen im Video, wie sich ein LKW durch den Kreisel quält.

SELM

, 02.09.2015, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der LKW rollt um den Kreisverkehr, an der Verkehrsinsel vorbei. Dann schlägt der Fahrer scharf nach links, der Lastwagen biegt ab – und bleibt mit den Vorderreifen auf der Einfahrt des Schlacht- und Fleischzentrums Prott an der Schachtstraße stehen. Endstation. Nachdem der Kreisverkehr für die Buddenberg-Ersatzstraße (K44n) gebaut wurde, können die Lastwagen den Betrieb so nicht mehr erreichen.

Wenn die LKW-Fahrer von der Industriestraße her an den Betrieb heranfahren, scheitern sie beim Linksabbiegen auf die schmale Einfahrt. Seit Monaten ist das so, sagt Hubert Prott, Chef des Schlachtbetriebs. Im Mai 2014 wurde der Kreisverkehr gebaut, Mitte des Jahres 2014 war er fertig.

Anrufe mitten in der Nacht

Wenn sich die Lastwagen festgefahren haben, rufen die Fahrer Hubert Prott auf dem Handy an. Auch nachts. Dann fährt er drei Kilometer von zu Hause zur Firma und weist den Fahrern den Weg, erzählt der Chef. Der einzige Weg besteht dann darin, dass die Fahrer die Schachtstraße am Betrieb vorbei weiter fahren, über die Funnemannstraße wenden, und dann von der Schachtstraße rechts auf den Hof abbiegen. Aber die Fahrer wechseln stetig. So erklärt Prott das Problem immer wieder aufs Neue.

Mehrmals hat Prott mit dem Kreis Unna über das Problem gesprochen. Doch seit vier Monaten sei nichts mehr passiert, habe er nichts mehr gehört, sagt Prott ärgerlich.  Das Problem ist beim Kreis, der für den Bau der K44n zuständig ist, bekannt. „Und wir wollen uns auch nicht aus der Verantwortung stehlen“, sagt Jürgen Busch, Sachgebietsleiter Tiefbau beim Kreis Unna.

Zwei Lösungsmöglichkeiten

Doch die Verkehrsinsel kann nicht weg, genauso wenig wie das Schild, dass die Richtung anzeigt. Die einzige Lösung wäre ein Grunderwerb: Der Kreis müsste einen kleinen Teil des Nachbargrundstücks kaufen. So könnte Protts Einfahrt verbreitert werden. Auch eine gemeinsame, breite Einfahrt der Nachbarn sei denkbar, sagt Jürgen Busch.

Nun solle erst mal die Eröffnung der Budden-Bergersatzstraße am Freitag, 4. September, über die Bühne gehen. Danach wolle sich der Kreis wieder Protts Problem annehmen. Der will derweil selbst einmal versuchen, Kontakt zu seinem Nachbarn aufzunehmen.  

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