Kurioser Streit: Hauseigentümer will Weg in Selm sperren

Streit um Durchfahrt

Die Parteien sind seit Jahren unversöhnlich: Ein Hauseigentümer aus Bork will verhindern, dass „fremde Personen“ den Weg Auf dem Hahnen im Borker Außenbereich nutzen und deshalb den Durchgang sperren. Das lehnt der Kreis Unna aber kategorisch ab. Der Gerichtsentscheid lässt auf sich warten.

Bork

, 01.02.2018, 07:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei Wanderern und Radfahrern ist der Weg „Auf dem Hahnen“ im Borker Außenbereich sehr beliebt. Allerdings schwelt seit Jahren ein Streit um die Durchfahrt über das Grundstück im Bildhintergrund. Beim jüngsten Sturm hat es auch die Bank erwischt.

Bei Wanderern und Radfahrern ist der Weg „Auf dem Hahnen“ im Borker Außenbereich sehr beliebt. Allerdings schwelt seit Jahren ein Streit um die Durchfahrt über das Grundstück im Bildhintergrund. Beim jüngsten Sturm hat es auch die Bank erwischt. © Foto Thomas Aschwer

„Es handelt sich um einen sogenannten Weg in freier Landschaft“, sagte am Dienstag auf Anfrage Constanze C. Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna. „Und diese Wege dürfen von jedem genutzt werden.“ Als der Eigentümer „im zweiten Halbjahr 2016“ die Sperrung des Weges beim Kreis beantragte, erhielt er deshalb konsequent auch einen ablehnenden Bescheid. Die Reaktion des Eigentümers war eindeutig. Er reichte im Dezember 2016 Klage beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Seitdem ist juristisch nicht viel passiert. „Eine Verhandlung hat es noch nicht gegeben“, sagte uns am Dienstag der Vorsitzende Richter Wolfgang Thewes. Es gebe auch noch keinen konkreten Termin.

Richter plant Ortstermin



Später ergänzte Thewes, dass der Richter eine Ortsbesichtigung plane. Voraussichtlich finde diese Besichtigung Mitte des Jahres statt.

Wir haben uns kurzfristig am Mittwoch auf den Weg gemacht. Sind über das engmaschige Netz von Wirtschafts- und Privatweg gefahren. Ein Begegnungsverkehr wird dabei angesichts der sehr schmalen und aufgeweichten Banketten fast schon zu einem Glücksspiel. Je weiter man kommt, desto mehr gleicht der Weg einer Hof- oder Hauszufahrt.

Wer an der Bank kurz vor dem Grundstück hält, blickt auf die Palisaden und Zäune, die den Platz zusätzlich einengen. Wie vom Kreis gefordert, sind die schweren Metalltore geöffnet. Wer nicht ortskundig ist, wird hier aber wohl kaum weiterfahren. „Privatgrundstück. Unbefugtes Benutzen verboten“, steht unübersehbar auf dem Schild.

„Die Leute wissen nicht, dass sie hier hergehen dürfen“, sagt Maria Lipke. Sie kennt „den schönen Wanderweg“ besonders gut. „Ich bin auf dem Hahnen geboren.“ Deshalb hat sie sich in den vergangenen Jahren immer wieder um das Thema gekümmert, hat in Ausschüssen der Stadt Anfragen gestellt und sich beim Kreis Unna gemeldet. Sie berichtet auch von unschönen Begegnungen zwischen Fußgängern und dem Hauseigentümer. Mit ihr dürften viele Borker darauf hoffen, dass das Gericht der Entscheidung des Kreises folgt und damit der Weg dauerhaft frei bleibt.

Lesen Sie jetzt