LAFP erschreckte Bürger mit realistischem Übungsszenario

Unverhältnismäßig?

Das Landesausbildungsinstiut der Polizei (LAFP) hat nach Übungsorten unter realistischen Bedingungen gesucht. Am Montagnachmittag sorgten Polizisten so für Irritationen bei erschrockenen Bürgern in Selm. Das Szenario: Ein Mann liegt am Boden, eine Schusswaffe ist auf seinen Kopf gerichtet.

SELM

von Von Tobias Nordmann

, 03.09.2013, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Das Überwältigen eines Täters wurde geübt“, erklärt Susanne Aye, Sprecherin des LAFP. „Unsere Trainer überlegen sich Szenarien, die unter möglichst realen Bedingungen geübt werden sollen“, sagt Aye. Dafür würden Orte in der Öffentlichkeit gesucht. Allerdings werde in der Regel darauf geachtet, dass die Außenwirkung möglichst gering ist, um eine Panik oder falsche Interpretationen zu vermeiden.

Für den ehemaligen Polizisten Horst Kohls ist das am Montag gründlich misslungen. Er selbst hat die Szene nicht gesehen, sie sich aber von einem Bekannten schildern lassen. „Ich finde eine solche polizeiliche Praxis unverhältnismäßig“, erklärt Kohls. „Aus meiner Sicht ist es nicht angebracht, einen öffentlichen, voll besetzten Parkplatz für eine solche Übung auszuwählen.“ Aye kontert. Das Training unter realen Bedingungen diene der allgemeinen Sicherheit.

Das LAFP informiere im Vorfeld stets die betroffenen Polizeibehörden, in diesem Fall Unna und Coesfeld. Im Fall eines Notrufs könne somit jeder Bürger aufgeklärt werden, erklärt Ute Hellmann von der Polizei im Kreis Unna. Sollte ein Bürger in das Szenario eingreifen wollen, würde die Übung abgebrochen. Die Polizisten seien angehalten, sofort für Aufklärung zu sorgen, erklärt Susanne Aye.

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