Über die Blühflächen und Blühstreifen freuen sich (v.l.) Daniel Übbert, Christoph Kappenberg, Dr. Franz-Peter Kreutzkamp und Benedikt Lünemann. © Kappenberg
Cappenberg

Landwirte und Jäger engagieren sich für Natur- und Artenschutz

Mehr als zehn Hektar Blühflächen und Blühstreifen haben zwei Cappenberger Landwirte angelegt. Unterstützt werden sie dabei von den Jägern. Dafür gibt es bald auch Patenschaften.

Zu einer Feldbegehung brachen die Cappenberger Landwirte Daniel Übbert und Benedikt Lünemann auf. Für die beiden jungen Landwirte ist dies eigentlich Tagesgeschäft. Regelmäßig vergewissern sie sich über den Wachstums- und Gesundheitszustand ihrer Pflanzen. Doch diese Begehung stand unter dem Fokus ihrer Bemühungen um Natur- und Artenschutz.

In den vergangenen Jahren haben Übbert und Lünemann rings um Cappenberg mehr als 10 Hektar Blühflächen und Blühstreifen angelegt. Das Anlegen solcher Flächen ist in der Landwirtschaft mittlerweile verbreitet. Im Sommer fallen sie z.B. an Straßenrändern durch ihre Blütenpracht auf. Durch die kluge Planung und Abstimmung untereinander haben sie rings um Cappenberg einen besonders hohen ökologischen Wert.

Landwirte arbeiten eng mit den Jägern zusammen

Getroffen haben sich die beiden Landwirte mit den Cappenberger Jägern Dr. Franz-Peter Kreutzkamp und Christoph Kappenberg, den Revierpächtern der rund 350 ha großen Reviere rings um Cappenberg. Seit vielen Jahren arbeiten die Landwirte mit den Jägern eng zusammen. Und so freuen sich die vier, das Ergebnis ihrer Arbeit betrachten zu können.

Kappenberg erläutert anhand eines Plans: „Die Blühstreifen sind so eingesät, dass sie vernetzend angelegt sind. Bei einer durchschnittlichen Breite von 12 Metern verbinden sie über mehrere Kilometer Länge geschickt Wald- und Gehölzstrukturen und bilden dadurch ein ganzjährig vorhandenes Band zwischen den Lebensräumen. Ergänzt werden diese Streifen durch die verteilt angelegten Blühflächen der Landwirte und unsere Wildäcker.

Schutz vor Fressfeinden und Maschinen

Die in Summe ca. 1,5 ha großen Flächen zur Anlage der Wildäcker werden bereits über viele Jahre von den Cappenbergern Reinhard Jücker und Theo Kappenberg bereitgestellt. „Daniel und Benedikt unterstützen uns bei der Pflege und Einsaat. Jetzt, wo bis auf den Mais die meisten Felder abgeerntet und viele Äcker umgepflügt sind, wird der Wert dieser Naturschutzflächen besonders gut sichtbar. Das Wild zieht in und entlang der Flächen, denn hier findet es Pflanzen, Insekten und andere Tiere der Nahrungskette. Durch die Vernetzung können viele Arten besser zwischen ihren Lebensräumen wandern und sind dabei geschützt vor Fressfeinden, aber auch den Maschinen der Landwirte“, beschreibt Kappenberg.

Kreutzkamp unterstreicht: „Wir als Jäger und Naturschützer sind sehr glücklich über das Engagement der Landwirte in unserem Revier. Neben Daniel Übbert und Benedikt Lünemann haben sich an der Netteberger Grenze die beiden dort ansässigen Landwirte Christoph Möller und Friedrich Uhlenbrock ebenfalls durch die Anlage von Blühstreifen und Blühflächen engagiert. Wir hoffen, dass weitere Landwirte dem guten Beispiel folgen und prädestinierte Flächen für Blühstreifen und Blühflächen nutzen. Dazu stehen wir bereits mit einigen im Dialog.“

Patenschaften für Blühflächen

Übbert und Lünemann kündigen zudem an, im kommenden Jahr Blühflächen-Patenschaften anzubieten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schulklassen, Kita-Gruppen und alle am Naturschutz interessierten Vereinigungen werden über diese Patenschaften auch ohne eigene Flächen die Möglichkeit erhalten, einen geeigneten Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten. Interessenten können sich ab sofort hierzu im Hofkaffee Lünemann vormerken lassen. Wer sich die Naturschutzinitiative der Landwirte und Jäger vor Ort ansehen möchte, kann sich dazu in den Geschäftsräumen von Dr. Franz-Peter Kreutzkamp in Cappenberg an der Borker Straße anmelden.

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Redaktion Lünen
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Günther Goldstein