Lichter am Nachthimmel über Selm: Diese Himmelskörper stecken dahinter

rnAstrofotograf erklärt

Regelmäßig macht der Borker Astrofotograf Wolfgang Zimmermann spektakuläre Bilder vom Nachthimmel. Er verrät, welche Himmelskörper gerade ganz ohne Ausrüstung am Nachthimmel sichtbar sind.

Bork

, 31.03.2020, 20:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Keine Wissenschaft imponiert der Menge so sehr, wie die Astronomie“, hat der deutsche Schriftsteller und Philosoph Arthur Schopenhauer gesagt. Dabei bedarf es noch nicht mal der wissenschaftlichen Erklärung der Himmelskörper, um die Menschen zu beeindrucken. Im Moment reicht - zumindest an den meisten Tagen - ein Blick in den Nachthimmel, um fasziniert innezuhalten.

Einer, der regelmäßig in den Sternenhimmel blickt, ist der Borker Astrofotograf Wolfgang Zimmermann. Dabei hat er eine Beobachtung über dem Cappenberger Morgenhimmel gemacht, die sicher auch vielen anderen Menschen aufgefallen ist: drei hell leuchtende Himmelskörper.

Zimmermann erklärt auch gleich, was dort in Richtung Südosten aktuell zu sehen ist: „Wer in den letzten Tagen sehr früh aufgestanden ist, konnte im Südosten drei helle Planeten in der Dämmerung beobachten“, schreibt der Astrofotograf in einer E-Mail an die Redaktion. Von Links nach rechts zu sehen sind auf dem Bild vom 21. März, das der Fotograf angehängt hat Saturn (Bildmitte), daneben Mars und darüber der helle Jupiter.

Die Aufnahme zeigt einen Teil von Barnards Loop eine riesige Wasserstoffwolke, die sich halb um das Sternbild Orion windet.

Die Aufnahme zeigt einen Teil von Barnards Loop eine riesige Wasserstoffwolke, die sich halb um das Sternbild Orion windet. © Wolfgang Zimmermann

Auch, wenn die Empfehlung derzeit lautet: „Bleibt zu Hause“ - Wolfgang Zimmermann hat sein Fotografie-Equipment nicht häufiger im Garten im Einsatz, wie er schreibt. „Ich schaffe zwei bis drei Nächte am Stück, dann muss ich erst mal pausieren“, sagt der Borker.

Erwartete Supernova fasziniert Wissenschaft und Hobby-Astronomen

Ein besonderes Himmelsphänomen begeistert den Hobby-Astronomen im Moment genauso, wie viele andere Sternen-Beobachter. Der 700 Lichtjahre entfernte Stern Beteigeuze im Sternbild Orion hat es in jüngster Vergangenheit auch in die Nicht-Fachpresse geschafft. Der Grund: Der Stern ändert immer wieder seine Helligkeit, Experten vermuten, dass Beteigeuze kurz vor seinem Ende - einer gigantischen Explosion, einer Supernova, steht.

Der Borker Wolfgang Zimmermann ist Astrofotograf.

Der Borker Wolfgang Zimmermann ist Astrofotograf. © Sylvia vom Hofe (Archiv)

„Eine so nahe Supernova erleben zu können wäre schon traumhaft“, schreibt auch Wolfgang Zimmermann. „Die meisten Supernova- Explosionen, die in den letzten Jahren zu beobachten waren, ereigneten sich in fernen Galaxien, die Millionen von Lichtjahre entfernt sind. Mein aktuellstes Bild vom Orion stammt aus dem Januar - da ist der Stern schon wieder heller geworden“, so Zimmermann.

Der Stern Beteigeuze (700 Lichtjahre entfernt) im Sternbild entfernt, steht gerade unter besonderer Beobachtung: Astronomen gehen davon aus, dass er bald als Supernova enden könnte. Auf dem Foto ist er knapp unter der Bildmitte als gelber Stern zu sehen.

Der Stern Beteigeuze (700 Lichtjahre entfernt) im Sternbild entfernt, steht gerade unter besonderer Beobachtung: Astronomen gehen davon aus, dass er bald als Supernova enden könnte. Auf dem Foto ist er knapp unter der Bildmitte als gelber Stern zu sehen. © Wolfgang Zimmermann

Aktuell sei das Sternbild sehr weit in westlicher Himmelsrichtung zu sehen.

Was dort genau zurzeit passiert, sei auch den Wissenschaftlern ein Rätsel.

Es werde vermutet, dass der Stern etwas von seiner Masse in den Weltraum abgegeben hat, erklärt Zimmermann. Die Wolke aus Staub und Gas sei dann um den Stern kondensiert bis sie sich langsam aufgelöst hat.

Das Bild zeigt den Crescentnebel (NGC6888, Bildmitte, rechts) und den etwas weniger weit entfernten Schmetterlingsnebel (IC1318, linke untere Bildseite).

Das Bild zeigt den Crescentnebel (NGC6888, Bildmitte, rechts) und den etwas weniger weit entfernten Schmetterlingsnebel (IC1318, linke untere Bildseite). © Wolfgang Zimmermann

Wer jetzt den Nachthimmel beobachten möchte, dem empfiehlt der Hobby-Astrofotograf aus Bork diese Himmelskörper: „Nach wie vor strahlen drei helle Planeten (Jupiter, Saturn und Mars) am Morgenhimmel. Die sind morgens ab 3.30/4 Uhr bis in die Morgendämmerung sichtbar.“

Die Positionen würden sich von Tag zu Tag zueinander verändern. Saturn überhole Mars so langsam und am 10. April seien sie wie an einer Perlenkette aufgeschnürt zu beobachten. „Am 15. April gesellt sich noch der abnehmende Halbmond dazu“, erklärt Wolfgang Zimmermann.

Venus durchläuft ab 2. April die Plejaden

Wer nicht so früh aufstehen (oder so lange wach bleiben) möchte, könne auch am Abendhimmel einen Nachbarplaneten der Erde entdecken: Dann erstrahle die Venus sehr hell nach Sonnenuntergang. „In den nächsten Nächten, ab dem 2. April durchläuft Venus das Siebengestirn auch Plejaden (M45) genannt“, kündigt Zimmermann an.

Sobald die Dämmerung dann weiter vorangeschritten sei, werde auch der offene Sternhaufen M45 zu sehen sein. „Besser natürlich mit einem Fernglas“, sagt der Borker. „Untergang circa 22 Uhr im Westen“, so Zimmermann. Eine gute Horizont-Sicht Richtung Westen sei dabei von Vorteil.

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