Der Gehweg in der Hauptstraße wird zur Fahrbahn. Es sollte andersrum sein. © Dennis Görlich
Meinung

Liebe Borker, holt euch die Stadt von den Autos zurück!

Nach dem Planungsspaziergang in Bork ist vor allem eines klar: Es gibt viel zu tun auf und neben den Straßen. Unser Autor meint, dass die Autofahrenden einige Abstriche machen müssen.

Die Frustration über die Verkehrssituation war einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Borker Planungsspazierganges anzumerken. Ob besorgte Eltern, Radfahrende oder Senioren – alle nannten vor allem ein Verkehrsmittel als Gefahr: das Auto. Als würde das nicht ohnehin schon viel zu viel öffentlichen Raum in der Stadt für sich beanspruchen, verbreitern Autofahrende im Ortskern regelmäßig die Fahrbahn und nutzen den Gehweg gleich mit.

Das ist nicht nur äußerst gefährlich. Im umgekehrten Fall – Fußgänger nutzt die Straße – würde das vermutlich schnell zu einem Hupkonzert führen, weil die Straße den Autos vorbehalten ist. Das ist zumindest der Glaube, der aus jahrzehntelanger autozentrierter Stadtplanung resultiert.

Dabei kann man den Autofahrerenden nur bedingt einen Vorwurf machen: Oft ist für Gegenverkehr gar kein Platz. Dann ist allerdings die Stadt gefragt – durch Einrichtung einer Einbahnstraße oder gleich einem dauerhaften Fahrverbot. Die Sperrung der Hauptstraße für den Wochenmarkt zeigt, dass der zurückgewonnene Platz auch sinnvoll genutzt werden kann. Von allen Bürgerinnen und Bürgern.

Es war höchste Zeit, dass die Verantwortlichen die Förderung von Fuß- und Radverkehr in einem Mobilitätskonzept verankern. Die Borkerinnen und Borker dürfen aber nicht damit aufhören, das immer wieder zu fordern.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich