Lioba Albus: Von hängender Haut und der Höchststrafe, Publikum amüsierte sich im Bürgerhaus

Lioba Albus

Einen humorvollen Kabarettabend bescherte Lioba Albus dem Publikum mit ihrem Programm „Hitzewallungen“ am Freitagabend im Selmer Bürgerhaus. Dabei gab es auch ein wenig Frivolität.

Selm

, 14.04.2019, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lioba Albus traf mit ihrem Programm „Hitzewallungen“ den Geschmack der Zuhörer im Bürgerhaus.

Lioba Albus traf mit ihrem Programm „Hitzewallungen“ den Geschmack der Zuhörer im Bürgerhaus. © Beate Dorn

Die wandlungsfähige Kabarettistin sorgte in ihrer Paraderolle als Mia Mittelkötter und in der Haut verschiedener Figuren für reichlich Gelächter von Anfang an. Sie begeisterte mit wenig technischem Aufwand, Witz, ausdruckstarker Mimik und einer Portion Frivolität.

Von hängenden Mundwinkeln und Schwimmbojen

„Hormonelle Wildheit im Frühling brauche ich nicht“ machte sie deutlich und amüsierte sich über das Balzverhalten junger Männer und die Dummheit der Frauen, die darauf hereinfallen. Dass sich die Figur im Laufe der Zeit verändere, habe durchaus Vorteile, die sie eindrucksvoll erläuterte. „Frauen lasst hängen“, lautete ihr ganz entspannter Rat. „Nehmt euch ein Beispiel an unserer Kanzlerette, die schießt sich auch ganz entspannt in ihre schlecht sitzenden Buchsen. Die lässt nicht nur ihr Wellfleisch hängen sondern auch die Mundwinkel.“

Doch auch Männer würden sich im Laufe der Zeit verändern und sähen aus wie Schwimmbojen. Das hätte auch Auswirkungen auf den Sitz der Hose. Die meisten Männer würden sie hochziehen. Daraus zog sie den Schluss „Richtig alt ist ein Mann, wenn er die Buchse unterm Kinn hat.“

Hemmungslos direkt

Ihre Grundhaltung Schönheitsoperation und Anti-Aging Produkten eine Absage zu erteilen machte sie ziemlich deutlich. „60 ist das neue 40. Wer will denn das? Ich habe mir doch nicht umsonst die ganzen Jahre auf mein Tachometer drauf geschaufelt. Die lasse ich mir doch nicht wieder wegnehmen“, empörte sie sich. Albus agierte hemmungslos direkt. Gefallen will sie niemanden. Höchstens sich selbst. Das kam an beim Publikum.

Die Kabarettistin wechselte häufig ihre Kostüme.

Die Kabarettistin wechselte häufig ihre Kostüme. © Beate Dorn

Gerne plauderte Albus alias Mia Mittelkötter über ihren Ehemann Gustav. Das Ehejubiläum sei sicher kein Grund zum Feiern. Für ihre Kinder jedoch Anlass genug dem Ehepaar eine Reise zu schenken. Urlaub mit dem eigenen Mann sei die Höchststrafe fand Mittelkötter. Die Erlebnisse beim Badehosenkauf und im Flugzeug brachten die Besucher zum Lachen, aus dem manche nur schwer wieder herauskamen.

Zwischen ihren von großem Beifall begleiteten Auftritten als Mia Mittelkötter schlüpfte die Künstlerin in die Haut eines stotternden Mannes auf Partnersuche und der Inhaberin des Grillstudios „Majo and More“.

Kräftiger Applaus

Albus lästerte über Politiker übte Gesellschaftskritik, blieb dabei aber immer unterhaltsam. Und so wunderte es nicht, dass das Publikum eine Zugabe mit kräftigem Applaus begrüßte.

„So gelacht habe ich selten“, hieß es als Fazit des kabarettistischen Abends. „Ich habe sie schon oft im TV oder auf YouTube gesehen und fand sie heute live einfach super“, sagte Sabine Gronemeyer. „Wir haben uns sehr gut unterhalten gefühlt“, ergänzte ihr Ehemann.

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