Live-Blog: Das geschah vom 17. August bis 4. November

Notunterkünfte für Flüchtlinge

Eine Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Selm-Bork, eine im benachbarten Olfener Ortsteil Vinnum, eine in einer Turnhalle in Nordkirchen: Was Sie zu den Entwicklungen rundherum wissen müssen, finden Sie täglich aktuell in diesem Live-Blog.

BORK / VINNUM / NORDKIRCHEN

, 04.11.2015, 08:44 Uhr / Lesedauer: 95 min

Dieses Live-Blog ist ein archivierter Teil, der sich mit der Zeit vom 17. August bis 4. November auseinandersetzt. Alle aktuelleren Geschehnisse lesen Sie hier:

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Das Wichtigste in Kürze

  • In Bork gibt es seit dem 30. August eine Zeltstadt als Notunterkunft für Flüchtlinge mit 1000 Plätzen.
  • Im benachbarten Vinnum bezogen am 27. September erste Flüchtlinge ein Zeltdorf für 300 Menschen.
  • In Nordkirchen zogen am 19. September erste Flüchtlinge in eine ungenutzte Turnhalle und das Hallenbad. Hier ist Platz für bis zu 160 Personen.
  • In Lüdinghausen wurde am 22. September eine Einrichtung für 150 Personen in Betrieb genommen.
  • Alle ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie in unserem Dossier.

Hinweis der Redaktion: In diesem Live-Blog, also einem ständig aktualisierten Artikel, steht das Neueste oben. Hier gibt es eine Erklärung dazu' tag=' von unserem Redakteur Tobias Weckenbrock. 

 

Mittwoch, 4. November, 8.41 Uhr: Ein Zitat am Morgen: "Insgesamt wünsche ich mir, dass die Menschen in Deutschland in ein paar Jahren sagen können: Das haben die damals gut gemacht, und wir haben das schaffen können. Und daran arbeiten wir mit großer Intensität." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Flüchtlingspolitik der großen Koalition.

Dienstag, 3. November, 17.58 Uhr: Die Bürgermeister aus dem Kreis Coesfeld - darunter Neuling Wilhelm Sendermann (Olfen) und Dietmar Bergmann (Nordkirchen) - haben sich gestern zu einer ersten gemeinsamen Sitzung nach der Wahl getroffen. Erste gemeinsame Amtshandlung: ein Brief an Angela Merkel. Gemeinsam mit dem Landrat. Auch an Hannelore Kraft ist er gerichtet. Die Bürgermeister listen darin die Zahlen auf, wie viele Flüchtlinge zurzeit in den einzelnen Kommunen untergebracht sind. Auch zum Ehrenamt äußerten sie sich sorgenvoll. Hier der Bericht von unserem Reporter Theo Wolters: 

Dienstag, 3. November, 17.45 Uhr, Selm: Das Selmer Blasorchester lädt gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl zu einem internationalen Musik-Frühstück-Workshop ein. Unterstützt werden sie dabei vom Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen. In einem gemütlichen Rahmen will das Blasorchester laut Ankündigung den Asylbewerbern, die in Selm angekommen sind, seine Arbeit zeigen und gemeinsam musikalisch experimentieren. Der Workshop ist am Sonntag, 8. November, in der Burg Botzlar. Los geht es um 10.30 Uhr.

Dienstag, 3. November, 8.33 Uhr, Nordkirchen: Die Schwimm- und Turnhalle von Nordkirchen waren schon vor der Einrichtung einer Notunterkunft wegen Sanierungsbedarf geschlossen. Damals stand auch schon fest, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Die Gemeinde plant stattdessen mit dem Bau eines neuen Hallenbades. Dass die Schließung für die Schwimmvereine schlecht ist, ist klar. Jetzt gibt es für sie aber eine Lösung' tag='. Damit ist das Turnhallen-Problem, das zurzeit der Landessportbund in NRW beklagt (bis zu 400 Sporthallen in NRW könnten bis Jahresende Flüchtlingsunterkünfte sein, Bericht der "Rheinischen Post"), in unserer Region (Selm, Olfen, Nordkirchen) nach wie vor keines. 

Dienstag, 3. November, 8.21 Uhr: Es hat nur entfernt mit der Flüchtlingssituation zu tun. Doch es kann nicht oft genug gewürdigt werden - und diese Zitate bringen es auf den Punkt: „Wir sollten uns distanzieren von jedem, der einen ganzen Berufsstand als Lügenpresse zu diffamieren sucht und einem anderen Berufsstand, den Politikern, mit einem Galgen droht“, sagte Daniela Schadt gestern Abend unter dem Beifall Hunderter Festgäste in Berlin bei der Verleihung der Goldenen Victoria, einem Preis für die Pressefreiheit. Für sie, so die gelernte Journalistin und Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, sei eines gewiss: „Wir müssen als Medien die Freiheit immer neu verteidigen – auch bei uns.“ Unser Redakteur Peter Bandermann hat gestern diesen bedeutenden Preis für seine Hartnäckigkeit gewonnen, mit der er seit Jahren über die rechtsextreme Szene in Dortmund berichtet. Von Kollege zu Kollege: Herzliche Gratulation. Das! Ist! Einfach! Großartig! 

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Montag, 2. November, 20.14 Uhr, Bork: Vor zwei Wochen sagte Bürgermeister Mario Löhr während der Bürgerinformationsversammlung im LAFP in Bork, dass die Stadt Selm für den Fall der Fälle, dass sie wieder Flüchtlinge aufnehmen müsse, in der Hinterhand schon einen Plan hat: Sie denkt darüber nach, dann einen weiteren Standort für eine zweite Notunterkunft auf dem Stadtgebiet anzubieten. Wir fragten dazu bei der Stadtverwaltung nach, welcher Standort das sei und wie konkret eigentlich die Pläne sind. Die Antwort: Der Bürgermeister habe sich zu diesem Thema bei der Informationsveranstaltung geäußert, zurzeit gebe es keine weitere Stellungnahme.

Montag, 2. November, 18.19 Uhr: Heute hat in Olfen die Kleiderkammer für die Zeltstadt von Vinnum zum ersten Mal geöffnet. Unsere Reportern Natasa Balas hat dabei mit vielen Menschen gesprochen.

„Häufig wird den Menschen ja vorgeworfen, dass sie zu gierig sind, wenn sie mit den vollgepackten Taschen unterwegs sind“, sagt Dorothea Ahlswede, „aber man muss den Hintergrund verstehen: Die haben nichts und brauchen doch so viel.“ Kurz bleibt Nasser Al Samoqi stehen, erzählt, wie alt er ist. „30“, sagt er auf Deutsch und grinst. „In Deutschland gefällt es mir gut. Die Menschen sind freundlich und die Menschenrechte werden geachtet“, sagt er auf Englisch, „meine Familie kommt aus dem Sindschar-Gebirge im Irak, wir sind Jesiden. Der IS hat meinen Vater und zwei meiner Brüder ermordet. Meine Mutter haben sie verschleppt. Ich habe seit Monaten nichts von ihr gehört. Sie ist 62.“ Kurz ist er still und sagt dann: „Wir haben alles verloren. Für nichts.“

Ausführlicher Bericht morgen in den Ruhr Nachrichten Olfen.

Montag, 2. November, 16.32 Uhr: Platz schafft gerade Olfens Nachbarstadt Haltern am See: Am Strand des Stausees werden gerade ehemalige Bundeswehrzelte errichtet, um weiteren Menschen Obdach gewähren zu können. 576 Asylbewerber sind zurzeit in Haltern untergebracht - und bis Jahresende sollen es 450 weitere sein. Und eine Option auf eine Lands-Notunterkunft mit bis zu 1000 Plätzen ist auch geschaffen. Kollegin Elisabeth Schrief hat den Stand der Dinge in Haltern hier aufgeschrieben: 

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Montag, 2. November, 13.34 Uhr, Nordkirchen: Afrikanische Rhythmen in einer katholischen Kirche in Südkirchen - das ist bisher noch nicht so oft vorgekommen. Es war ein Zeichen für Völkerverständigung und Willkommenskultur. Bürgermeister Dietmar Bergmann sagte, er sei beeindruckt von dem Zeichen, das hier gesetzt worden sei. "Jano Akono and Friends" hieß die Combo, die zugleich für einen weiteren guten Zweck spielte: Der Erlös geht an die Flüchtlingshilfe Südkirchen. Wir berichten in unserer heutigen Ausgabe der Ruhr Nachrichten Nordkirchen und Selm/Olfen.

Montag, 2. November, 13.18 Uhr, Bork: Da ist es wieder: Mit "Refugees Welcome" werden Besucher von Bork an der Waltroper Straße jetzt wieder so begrüßt wie vor einigen Wochen. Dann riss des nachts jemand das Plakat herunter. Georg Sehrbrock hat nun ein neues aufgehängt. Allerdings hat er via Facebook unmittelbar danach schon "Drohungen" bekommen, wie er selbst auf Facebook schreibt. "Bestimmt nicht lange", hieß es. "Wer mit so etwas andere Menschen provoziert, der muss mit Hatern rechnen". 

 

Wieder da: Das Schild an der Waltroper Straße im Altenbork - vor Wochen abgerissen - hängt wieder. #selm #regugeeswelcome #bork #flüchtlinge Im Live-Blog: www.RN.de/selm

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 2. Nov 2015 um 3:37 Uhr

 

Montag, 2. November, 9.02 Uhr: Unser erster Blick heute geht nach Essen: Dort gibt es ja ein Aufbegehren der Vereine und des Stadtsportverbandes. Die Sportler wollen die Sporthallen nutzen, die allerdings zum Teil als Großunterkünfte für Asylbewerber gebraucht werden. Heute Abend ist in Essen darum ein Treffen angesetzt, um die Problematik zu diskutieren (Infos hier beim WDR). In Nordkirchen ist diese Not für die DLRG-Ortsgruppe schon länger da - denn das Hallenbad, wo die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen über Jahre trainieren konnten, ist schon seit Monaten geschlossen. Inzwischen ist es auch eine Notunterkunft für Asylbewerber. Für die Nordkirchener zeichnet sich aber eine Lösung ab - das Nachbardorf Herbern könnte helfen. Darüber berichten wir im Laufe dieser Woche.

Außerdem beschäftigen wir uns diese Woche voraussichtlich mit folgenden Fragen: 

  • Schulunterricht für Flüchtlinge: Wie eine Lüdinghausener Schule Flüchtlingskinder aus umliegenden Orten aufnimmt
  • Die neue Rolle: Wie funktioniert die Notunterkunft in Bork? 
  • Eine zweite Großunterkunft in Selm: Wie weit sind die Pläne der Stadtverwaltung wirklich?
  • Die Kleiderkammer für das Zeltdorf Vinnum: Wie funktioniert der Betrieb?
  • Haben Sie weitere Fragen? Schreiben Sie uns:  lokalredaktion.selm@ruhrnachrichten.de  / Betreff: Flüchtlingsfragen

Sonntag, 1. November, 22.21 Uhr, Bork: Nach knapp acht Wochen hat Redakteur Tobias Weckenbrock ein kleines Fazit geschrieben über die Notunterkunft in Bork, ihre Folgen, die Reaktion der Borker und wie schnell die Zeit vergangen ist: 

Sonntag, 1. November, 22.14 Uhr: Unsere Lüner Kollegen haben heute in einem Live-Ticker über die Geschehnisse in Lünen rund um die beiden Demonstrationen berichtet. Während knapp unter 30 Menschen dem Aufruf der "NRW-Patrioten" zu einer Demo gegen "Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus" folgten und am Bahnhof zusammenkamen, fanden sich am Rathaus rund 700 Menschen ein, um gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu protestieren. Bei den wenigen Versammelten am Bahnhof handelte es sich laut Polizei um zum Teil einschlägig bekannte Personen aus der Dortmunder Neonazi-Szene. Auch ein Antifa-Block versammelte sich in der Nähe der Neonazis und bildete eine Art Gegendemo. Alle Details und der Verlauf des Tages in Lünen: 

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Sonntag, 1. November, 22.10 Uhr: In Bork entstand Ende August die erste Großnotunterkunft in der weiteren Umgebung. Jetzt folgt bald eine zweiter dieser Art in Castrop-Rauxel, ebenfalls mit rund 1000 Plätzen. Das hat der neue Bürgermeister Rajko Kravanja dort Ende der vergangenen Woche bekannt gegeben. Sicher wird man viel aus Selm lernen wollen. Alle Infos, die bisher dazu bekannt sind: 

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Sonntag, 1. November, 11.19 Uhr: 1469 rechtsextreme Straftaten wurden deutschlandweit allein im August 2015 registriert, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeit" heute. Darunter waren 100 politische motivierte Gewalttaten, bei denen 62 Personen verletzt wurden. Und jetzt kommt das Drama: Es gab 26 vorübergehende Festnahmen, inzwischen sind die Täter alle wieder auf freiem Fuß - bis auf einen in Baden-Württemberg.  

Samstag, 31. Oktober, 13.44 Uhr: Ein paar Fakten zum Thema Abschiebung aus der Großstadt Dortmund: Steigt mit steigenden Asylbewerberzahlen auch die Zahl der Abschiebungen? Nein. 2010 setzte die Ausländerbehörde der Stadt Dortmund in 100 Fällen die Abschiebung durch. Bis zum 31. August 2015 waren es in diesem Jahr 38. Weitere Zahlen: 2011: 98. 2012: 89. 2013: 40. 2014: 28. Wie kann das sein? Es gibt heute immer mehr „Rückführungshemmnisse“ und mehr Reisetauglichkeits-Prüfungen. Was hindert die Stadt konkret an einer Abschiebung? Es gibt humanitäre, juristische und praktische Gründe. Zu den humanitären Gründen zählen psychische oder physische Erkrankungen. Rechtliche Gründe sind Asylfolgeanträge oder Asylanträge von weiteren Familienmitglieder (etwa nach der Geburt eines Kindes in Deutschland) sowie einstweilige Anordnungen von Gerichten, die eine Abschiebung aussetzen. Praktische Gründe sind Kirchenasyl, Blockaden durch Demonstrationen vor Unterkünften oder nicht ausreichende Flugkapazitäten.

Freitag, 30. Oktober, 19.44 Uhr, Vinnum: Während die Arbeit in den Notunterkünften der Region wahrscheinlich kein richtiges Wochenende kennt, gehen wir jetzt in selbige. Vorher verweisen wir aber noch auf die Infos, die sich in diesem Artikel nun der Eröffnung der Olfener Kleiderkammer fürs Zeltdorf widmen: 

Freitag, 30. Oktober, 17.23 Uhr, Nordkirchen: Im Ortsteil Südkirchen gibt es morgen Abend ein Benefizkonzert. Eine Musikgruppe aus Südkirchen möchte etwas für die Flüchtlings-Initiative tun und spielt Samstag um 18 Uhr zu Gunsten der Hilfsangebote in der Pankratius-Kirche, Oberstraße 3. 

Freitag, 30. Oktober, 17.04 Uhr: Verschoben? Dieses Gerücht geistert heute durchs Internet in Bezug auf den "Spaziergang" in der Lüner Innenstadt am Sonntag, den die "NRW-Patrioten" als Demonstration angemeldet haben. Stimmt aber nicht, sagt die Polizei: Das sei von Aufmärschen von Rechtsextremen bekannt - eine Strategie, die oft von Antifa-Gruppen genutzt wird, um Verwirrung zu stiften. Es bleibt also wohl dabei: Es wird diesen "Spaziergang gegen Asylwahnsinn" geben - allerdings nicht als Spaziergang, sondern nur stationär am Hauptbahnhof - und die Gegen-Demonstration mit einer Kundgebung. Sie beginnt um 14 Uhr auf dem Marktplatz am Fuße des Rathauses.

Freitag, 30. Oktober, 16.43 Uhr, Vinnum: Das ging schnell: Das Zeltdorf in Vinnum bekommt schon am Montag seine Kleiderkammer. Ein Aufruf von DRK-Leiter Lothar Schulte-Rummel, der am Freitag in unserer Zeitung erschien, zeitigte schnell Erfolg. Rund zehn ehrenamtlich Kräfte stehen zur Verfügung, um den Betrieb zu regeln. In Gruppen a 40 Personen sollen die Menschen, die in der Notunterkunft untergebracht sind, montags, mittwochs und freitags mit Kleidung versorgen können. Wie das genau abläuft, berichten wir morgen in den Ruhr Nachrichten. 

Freitag, 30. Oktober, 11.03 Uhr: Für große Aufregung sorgt zurzeit die angekündigte Demonstration der "NRW-Patrioten" in Lünen am Sonntag. Die Veranstalter, mitnichten Lüner, sondern nach unseren Informationen eine Person aus Hagen, sprechen von einem "gewaltfreien Spaziergang gegen Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus". Menschen, die sich offen zeigen für Integration und Weltoffenheit, haben eine Gegendemo angemeldet - NRW-Landtagsmitglied und -Minister Rainer Schmeltzer (SPD) ist darunter. Was man dazu wissen muss, haben die Kollegen Marc Fröhling und Torsten Storks aufgeschrieben. 

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Donnerstag, 29. Oktober, 16.48 Uhr, Lüdinghausen: Der Bedarf und das Interesse der Jugendlichen in Lüdinghausen an der Eingangsklasse am Berufskolleg ist so groß, dass ab dem 1. November eine zweite Klasse gebildet wird. "Wir sind mit 20 Jugendlichen gestartet. Jetzt sind es 36“, so Schulleiterin Sabine Neuser. Die Schule musste mangels entsprechender Vorgaben eigene Regeln schaffen. „Es standen plötzlich junge Leute vor der Tür. Wir wussten zum Teil gar nicht, wer sie uns geschickt hat.“ 15 Stunden Deutsch als Fremdsprache werden unterrichtet. „Alltagssprache“ steht für die 16 bis 18 Jahre alten Schüler im Mittelpunkt, erläutert Annerose Bittmann. Dass die Lehrerin neben Deutsch auch Russisch, Englisch und Französisch spricht, erleichtert die Verständigung. Das Interesse der jungen Leute ist groß. Auch der Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen. Ethnische Konflikte gab es bisher nicht. Erste Erfolge sind sichtbar. Jugendliche mit entsprechenden Sprachkenntnissen nehmen bald am Fachunterricht im Bereich Holz und Hauswirtschaft teil. 

Donnerstag, 29. Oktober, 14.33 Uhr, Vinnum: 50 Bewohner der Zeltstadt haben Sonntag die Reithalle des RV Lützow aufgesucht - es war Familientag. An verschiedenen Stationen konnten sich die Familien die Zeit vertreiben und ins Gespräch kommen – ein großes Kuchenbuffet hatten die Frauen des Reitvereins organisiert. „Der Reitbetrieb war ohnehin für den Flohmarkt unterbrochen und da haben wir uns gedacht, dass wir das Ganze ausweiten könnten, um unsere Nachbarn aus der Zeltstadt besser kennenzulernen“, sagt Lützow-Vorstandsmitglied Franz-Josef Schulte im Busch. Die Idee hinter dem Familiennachmittag ging auf: Der Renner waren bei Groß und Klein die drei Ponys vom Reitstall Dahlkamp aus Cappenberg. „Von unserer Seite ist die Einladung zu diesem Tag ein riesengroßes Geschenk“, sagt Zeltstadt-Mitarbeiterin Julia Keysberg, „man sieht die strahlenden Augen der Besucher. Das ist ein sehr großer Schritt, der da auf die Flüchtlinge zu gegangen wird, um ihnen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind.“

Mittwoch, 28. Oktober, 19.26 Uhr, Lüdinghausen: Was für eine Geschichte: Jürgen Polenz aus Lüdinghausen ist wahrlich kein armer Mann. Er ist Unternehmer, einer mit einem großen Herzen: Polenz stellt der Stadt nun eine Immobilie kostenlos zur Verfügung, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Vorher hat er sie mit Unterstützung anderer Firmen aus Lüdinghausen auf Vordermann gebracht. Nun leben drei syrische Familien unter seinem Dach. Polenz' Frau gibt ihnen Sprachunterricht, seine Kinder spielen mit den syrischen Kindern. Die Geschichte der Familie Polenz - morgen in den Ruhr Nachrichten in allen Kiosken und Tankstellen oder als eZeitung

Mittwoch, 28. Oktober, 9.49 Uhr, Bork: Im LAFP Bork findet am 6. November (Freitag) ein Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingshilfe statt. Lions-Club „Freiherr vom Stein“ und International Police Association (IPA) organisieren es. Das Landespolizeiorchester unter Leitung von Scott Lawton und Dirigent Helmut Heister, der Duisburger Frauenchor der Polizei und der Polizeichor Köln bieten "musikalischen Genuss auf Höchstniveau“, heißt es in der Ankündigung. Das LPO wird Lieder von Michael Jackson und den Comedian Harmonists, aus „Fluch der Karibik“ und von Coldplay präsentieren. Die Chöre singen Stücke von Simon and Garfunkel, John Denver, Freddy Mercury, Engelbert Humperdinck, Hildegard Knef sowie Paul McCartney und John Lennon. Zum Abschluss wird „Hallelujah“ von Leonard Cohen zu hören sein. Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Kantine ist geöffnet. Karten zum Preis von 10 Euro gibt es bei der Hauptstelle und den Filialen der Volksbanken Selm-Bork, bei der Volkshochschule, bei der Bäckerei Langhammer beim Pförtner des LAFP. Reservierungen sind unter Tel. (0163) 6848910 möglich.

Mittwoch, 28. Oktober, 8.25 Uhr, Lüdinghausen: Lüdinghausen wird zur Betreuung von Flüchtlingen Stellen schaffen. Das kündigte Beigeordneter Matthias Kortendieck in der jüngsten Sitzung des Stadtrates an. Beim zusätzlichen Personal handelt es sich um eine dritte Hausmeisterstelle für die Übergangsheime. In Übereinstimmung mit dem Arbeitskreis Asyl soll eine weitere Kraft, die sich um das Thema Integration kümmert, eingestellt werden. Von bürokratischen Aufgaben entlastet werden soll der Integrationsbeauftragte Secou Toure. 

Mittwoch, 28. Oktober, 8.14 Uhr: In Haltern am See, Nachbarstadt Olfens, hat sich unsere Kollegin Elisabeth Schrief mit Bürgermeister Bodo Klimpel über die aktuelle Flüchtlings-Situation unterhalten. Im Interview sagte er: "Wir haben in Haltern eine Menge geschafft, den Menschen, die vor Hunger, Krieg und Tod fliehen, gut zu helfen. Deshalb spreche ich auch immer wieder allen Beteiligten ein dickes Lob aus. Zur Realität gehört aber auch, dass es aus meiner Sicht immer schwerer werden wird, dieses ehrenamtliche und vorbildliche Engagement auf Dauer zu erhalten." Hier geht es zum kompletten Interview: 

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Mittwoch, 28. Oktober, 8.06 Uhr: Eine interessante Podiumsdiskussion' tag=' gab es Anfang dieser Woche im Ascheberger Ortsteil Davensberg: Mehrere hochrangige Vertreter der Regional-CDU und Kreis-DRK-Chef Christoph Schlütermann - inzwischen durch seine Tätigkeit rund um die Notunterkünfte absoluter Flüchtlings-Experte - sprachen über die Situation im Kreis Coesfeld und in Deutschland:

  • Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling: „Wir haben lange gedacht, die europäischen Grenzen wären geschützt. Auch, dass an den äußeren Grenzen, insbesondere in Griechenland, Flüchtlinge registriert und dann auf die anderen Länder verteilt werden. Ein Irrglaube." Er versicherte, dass deshalb nun an den europäischen Grenzen entsprechend Unterstützung aus der EU komme, um dort die entsprechende Aufnahme und Registrierung von Flüchtlingen zu ermöglichen.
  • Christoph Schlütermann schilderte die Situation aus Sicht der Ehrenamtlichen. Die Realität: „Zum Teil sehr zermürbend.“ Damit meinte er die bisher unkoordinierten Zuweisungen der Flüchtlinge auf ihre Unterkünfte. „Vor allem nachts und früh morgens kommen Flüchtlinge an, die Logistik ist anstrengend.“ Das zeigte sich jüngst am frühen Montagmorgen in Vinnum wo 133 Menschen in drei Bussen direkt aus Passau ankamen.
  • Diane Jägers, Rechtsdezernentin der Stadt Dortmund, betonte vehement, dass auf übergeordneter Ebene geschlampt wird: „NRW hat vor allem durch die Regierung hausgemachte Probleme.“ Das System der kontrollierten Registrierung sei gescheitert. Etwa 80.000 nicht registrierte Flüchtlinge vermutet sie alleine in NRW.

Dienstag, 27. Oktober, 9.31 Uhr, Bork: Vor einer Woche fand in Bork die Infoversammlung zur Notunterkunft statt. Wir haben damals ein etwa 95-prozentiges Wort-Protokoll (hier zum Nachlesen) geführt - jetzt haben wir es nach der Häufigkeit der genannten Wörter visualisiert. Das ist das Ergebnis: 

 

 

Dienstag, 27. Oktober, 8.03 Uhr: Einen Brandbrief' tag=' hatte vor zwei Wochen die Gemeinde Ascheberg an die Bezirksregierung geschrieben. Inhalt: Wir können keine neuen Flüchtlinge mehr aufnehmen. Nun hat die Verwaltung eine Immobilie gekauft, um weiteren Platz zu schaffen. Aber seit dem Brandbrief gab es keine neuen Zuweisungen. Die Details:

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Dienstag, 27. Oktober, 7.52 Uhr: Jetzt errichten Bauarbeiter im Werner Ortsteil Stockum Zelte für eine Notunterkunft. Unsere Reporterin Martina Niehaus war vor Ort:

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So geht der Aufbau der Flüchtlings-Unterkunft in Stockum voran

Auf dem Parkplatz der Kardinal-von-Galen-Turnhalle in Stockum wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge aufgebaut: Dort sollen ab November in Leichtbauhallen 208 Asylbewerber untergebracht werden.
26.10.2015
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Die Zeltwände bekommen auch Fenster.© Foto: Martina Niehaus
Die einzelnen Bestandteile werden aufgerichtet.© Foto: Martina Niehaus
Momentan wird in der Turnhalle ein Holzboden verlegt.© Foto: Martina Niehaus
Am Montagmorgen haben Arbeiten mit dem Aufbau der Zelte begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Der Aufbau der drei Zelte schreitet gut voran.© Foto: Martina Niehaus
Die Dächer der Zelte werden mit Planen bedeckt.© Foto: Martina Niehaus
In Stockum haben die Aufbauarbeiten an der Flüchtlings-Notunterkunft begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Am Montagmorgen (26.10.) haben die Aufbauarbeiten begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Der Aufbau beginnt.© Foto: Martina Niehaus
Die Verankerungen werden eingeschlagen.© Foto: Martina Niehaus
Die Pfosten werden gesetzt.© Foto: Martina Niehaus
Die Turnhalle wird durch eine Trennwand geteilt.© Foto: Martina Niehaus
Die Zeltanlage mit drei Zelten wird die Bewohner im Winter gegen Kälte schützen.© Foto: Martina Niehaus
14 Arbeiter halfen beim Aufbau.© Foto: Martina Niehaus
Schlagworte Werne

 

Montag, 26. Oktober, 18.47 Uhr, Vinnum: Wir haben die aktuelle Belegungszahl des Zeltdorfes von Vinnum: Zurzeit sind 269 von 300 Plätzen belegt. Hierher stammen die Menschen: 

Montag, 26. Oktober, 12.02 Uhr, Vinnum: Wir haben jetzt die Bilder aus der Nacht und einen Bericht unseres Reporters Theo Wolters' tag=' über den Einzug von 150 weiteren Bewohnern ins Zeltdorf auf dem Ziegelei-Gelände Hüning in Vinnum online: 

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Einzug weiterer Flüchtlinge ins Vinnumer Zeltdorf

150 weitere Flüchtlinge sind am frühen Montagmorgen, 26. Oktober, in der Zeltstadt in Olfen-Vinnum angekommen. Wir haben den Einzug dokumentiert.
26.10.2015
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Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Nach der ersten Verpflegung ging es zur Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Ein BUs mit Flüchtlingen erreicht die Zeltstadt.© Foto: Theo Wolters
Ankunft in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
So sah es bei der Ankunft der Flüchtlinge in Vinnum aus.© Foto: Theo Wolters
Ankunft in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
Erst einmal froh in Vinnum zu sein.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die medizinische Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Familien sind unter den neuen Bewohnern.© Foto: Theo Wolters
Nach der Ankunft gab es zunächst etwas zu essen.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Ein älterer Mann auf dem Weg zur Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Leiter Denis Kolakovic weist den Platz im Schlafzelt zu.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Sie wohnt schon länger in Vinnum und fühlt sich wohl.© Foto: Theo Wolters
Sie wohnen schon länger in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die medizinische Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Sie sind seit einigen Minuten in Vinnum und warten auf die Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Schlagworte Olfen

Montag, 26. Oktober, 9.17 Uhr: Wie werden eigentlich die Menschen in den Notunterkünften in NRW ernährt? Einer der Anbieter ist eine Firma aus Rheine am Nordrand des Münsterlandes: Apetito. Auch für diese Firma ist die Flüchtlingssituation ein Wirtschaftsfaktor. 

Montag, 26. Oktober, 9.14 Uhr, Südkirchen: Unsere Serie geht weiter, in der wir berichten, was aus den Menschen geworden ist, deren Geschichte der Flucht wir vor einem halben Jahr groß in dieser Multimedia-Reportage aufbereitet hatten. Jetzt traf unsere Mitarbeiterin Petra Kriegler Mohammad K. wieder, der in Südkirchen lebt - einen gebildeten und versierten Mann, der in seinem Leben viel internationale Erfahrung gesammelt hat, und doch heute ein "ganz normaler Flüchtling" ist wie viele andere:

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Montag, 26. Oktober, 9.04 Uhr, Vinnum: Ins Zeltdorf von Vinnum ist heute früh Bewegung gekommen: Viele neue Bewohner kamen heute mit dem Bus in Olfens Vorort an. Darunter viele, wie unser Reporter Theo Wolters berichtet, den die Flucht-Strapazen noch deutlich anzusehen waren. Sie kamen direkt aus Passau. Wir berichten gleich weiter.

Montag, 26. Oktober, 6.58 Uhr: Gertjan Verbeek ist Niederländer. Er ist Trainer des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum. Er ist einer, der sagt, was der denkt. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat er kürzlich ein Interview gegeben, in dem es um Lebensauffassungen ging - im Leistungssport, aber eigentlich allgemein. Und dabei nimmt er Bezug auf Einstellungen zur Flüchtlingssituation: 

„Wenn man die ganze Zeit defensiv denken und arbeiten muss, dann bekommt man viel negative Energie (…) und das wird am Ende zu wenig sein. Man entwickelt sich dann nicht mehr. Man muss deshalb offen sein für neue Ideen, man muss kreativ sein und nach vorne spielen, nach vorne denken und den Glauben haben, dass man sich weiterentwickeln kann. (…) Ich denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen. Nehmen Sie die aktuelle Flüchtlingswelle, sie ist ein Problem, klar, aber wenn man sie nur als Problem sieht, kommt man nicht weiter. Man muss sie als Tatsache sehen und nach Lösungen suchen, wie wir diese Menschen unterbringen, wie wir zusammen mit ihnen leben können. Und um Lösungen zu finden, braucht man positive Energie, braucht man Kreativität. Destruktivität führt nur zu Ärger, nicht zu Lösungen. (…) Mit Angst im Körper kann man seine Leistung nicht bringen. Wenn man Angst hat zu verlieren, wird man verlieren. Angst erzeugt ein ungutes Gefühl, aber um ein optimales Resultat zu erreichen, muss man ein gutes Gefühl haben."

Sonntag, 25. Oktober, 12.12 Uhr: Wilhelm Sendermann ist jetzt der neue starke Mann im Olfener Rathaus. Nach seinem Amtsantritt hat er sich gegenüber unserer Redaktion auch zu seiner Linie in der Flüchtlingspolitik und der -hilfe vor Ort geäußert: "Es ist eine neue große Aufgabe. In Europa und in Deutschland scheint derzeit Einiges aus den Fugen zu geraten. Die Entwicklung kann historische Ausmaße annehmen. Da kommen Aufgaben auf uns zu, die vielleicht an die Dimensionen unseres Mauerfalls heranreichen. Wir sollten dies als Herausforderung und nicht als unlösbares Problem sehen, zumal wir es auf der lokalen Ebene sowieso nicht ändern können. Ich bin mir sicher: Wir in Olfen kriegen das hin! Doch wir haben hier in Deutschland sicherlich nicht alles so gut im Griff, wie getan wird."

Samstag, 24. Oktober, 18.14 Uhr: Noch ein Blick nach Lüdinghausen: Die Kollegen der "WN" haben eine internationale Förderklasse am Berufskolleg besucht. In diese gehen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, die gerade in Deutschland angekommen und gleich schulpflichtig sind. Wie sie lernen, was sie lernen und was das für das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg bedeutet, hat der Redaktionsleiter Werner Storksberger hier aufgeschrieben

Samstag, 24. Oktober, 16.15 Uhr: "Denn Musik, die ist nun mal international": Nichts funktioniert integrierender als Musik und Tanz. Darum ist ein neues Projekt der Musikschule Lüdinghausen zwar nur im Kleinen wirksam - aber bei denen, die teilgenommen haben, dafür sehr. Musikschulleiter Dr. Hans Wolfgang Schneider hatte jetzt erstmals zu einem Treffen eingeladen, an dem sowohl in Lüdinghausen lebende Asylbewerber und Flüchtlinge als auch interessierte Lüdinghauser Bürger teilnehmen konnte. Die "Westfälischen Nachrichten" berichten hier darüber, was dahinter steckte.

Freitag, 23. Oktober, 18.58 Uhr, Bork: Wir haben in der Samstagsausgabe unserer Zeitung in einem Blickpunkt Bilanz gezogen: sieben Wochen Zeltstadt am LAFP, ihre Auswirkungen und Funktionsweise, was einige Gruppierungen sagen und ein Kommentar von Redaktionsleiter Tobias Weckenbrock - morgen in den Ruhr Nachrichten Selm und Nordkirchen. 

Freitag, 23. Oktober, 14.15 Uhr: Die ehemalige Kleider-Sammelstelle im Haus Knipping in der Selmer Altstadt wird morgen aufgelöst. Nachdem am vergangenen Samstag schon viele Kleidungsstücke und anderes Material nach Bork in die Kleiderkammer am Marktplatz gebracht wurde, steht nun der Termin an, zu dem der Ort in den Zustand von vor Eröffnung des Lagers für gespendete Kleidung zurückversetzt wird. Um 10.30 Uhr geht es morgen los, jede helfende Hand ist herzlich Willkommen. Treffpunkt ist bei Knipping auf dem Hof. 

Freitag, 23. Oktober, 12.42 Uhr, Bork: Gestern war ein Tag, an dem in Bork "gespenstische Ruhe" herrschte, wie ein Leser uns gegenüber meinte. Das hat auch einen Grund: Am frühen Morgen verließen Busse mit den letzten Bewohnern die Zeltstadt. Es waren einen halben Tag keine Bewohner mehr da. Am Abend kamen dann neue Busse. Warum das so war, erklärt Reporter Tobias Weckenbrock hier:

Freitag, 23. Oktober, 11.56 Uhr, Bork: Gestern Nachmittag tagte der Runde Tisch zur Flüchtlingsarbeit vor Ort im Amtshaus in Bork. Am Rande hatten wir Gelegenheit, auch mit Bürgermeister Mario Löhr über den Brief der kommunalen Verwaltungs-Chefs zu sprechen. Er hatte nicht unterschrieben, gehörte also nicht zu den 215 Bürgermeistern aus NRW, die das Papier an Angela Merkel unterschrieben haben. Warum? Erst wollte er sich gar nicht auf diese Frage äußern. Dann aber sagte er, er konzentriere sich lieber voll auf die Lösung der großen Aufgaben vor Ort und zweifle die Erfolgsaussichten eines solchen Papieres an. 

Freitag, 23. Oktober, 11.47 Uhr: In der Nachbarstadt Werne gab es jetzt eine Bürgerinfoversammlung. Unsere Kollegen der Nachbarredaktion haben hier die wichtigsten Fakten zusammengetragen: 

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Donnerstag, 22. Oktober, 15.19 Uhr, Nordkirchen: Dietmar Bergmann gehörte zu den 215 Unterzeichnern des Briefes an Angela Merkel. Warum? Der Bürgermeister gerade im Gespräch mit unserer Redaktion: "Wir wollen helfen, aber wir kommen kommunal an unsere Grenzen. Deshalb müssen Bund und Land reagieren, darum habe ich unterschrieben. Das Land NRW wird zwar in einem Nachtragshaushalt nachsteuern, wie wir noch heute bei einer Sitzung erfahren haben. Aber uns in Nordkirchen und vielen anderen Kommunen besorgt einfach die große Zahl der Flüchtlinge." 

Donnerstag, 22. Oktober, 13.21 Uhr: Die Begrifflichkeiten für Zeltstädte und Großunterkünfte gehen inzwischen vielerorts durcheinander - was verständlich ist. Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Unna erklärt drei Begriffe hier:

  • Erstaufnahmeeinrichtung (EAE): In Erstaufnahmeeinrichtungen werden Personen ausländerrechtlich registriert und erhalten eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA). Zudem erfolgen medizinische Erstuntersuchungen und Impfungen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben die Asylsuchenden wenige Tage und werden dann in ZUE verteilt.
  • Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE): In Zentralen Unterbringungseinrichtungen leben Asylbewerber in der Regel mehrere Wochen, bevor sie auf Unterkünfte der Städte verteilt werden. Dann spricht man auch von kommunaler Zuweisung.
  • Notunterkunft: Notunterkünfte der Städte sind Behelfe, wenn die EAE der gegenwärtigen Nachfrage nicht gewachsen sind. In Notunterkünften der Städte leben Asylbewerber für einen begrenzten Zeitraum, bis in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder einer zentralen Unterbringungseinrichtung Platz für die Betroffenen vorhanden ist. Personen aus Notunterkünften müssen noch auf zukünftig zuständige Städte verteilt werden.   

Donnerstag, 22. Oktober, 12.27 Uhr, Bork: 300 Gäste, 1944 Euro für die Flüchtlingshilfe: Das ist das "sensationelle" (O-Ton Chorleiter Hans W. Schumacher) Ergebnis einer Benefiz-Andacht nach der Art von Taizé am Sonntagabend in der Stephanus-Kirche in Bork. Was genau mit dem Geld geschieht, sei noch nicht fix. Aber Schumacher stellt sich etwas Bleibendes für die Flüchtlingshilfe vor - vielleicht etwas zur Freizeitgestaltung in der Zeltstadt. Wir haben in der Dienstagsausgabe der Selmer und Nordkirchener Ruhr Nachrichten über die Andacht berichtet.

Mittwoch, 21. Oktober, 19.09 Uhr, Bork: Im Frühjahr soll es ein weiteres Willkommensfest für die Zeltstadt-Bewohner von Bork geben - zusammen mit den Borkern und Selmern. An diesem Plan werden ehrenamtliche Flüchtlingshelfer und Bürgermeister Mario Löhr in den nächsten Wochen arbeiten. Die Helfer sollen eng einbezogen werden. Das erste Willkommensfest war zunächst vor Wochen wegen Windpocken abgesagt worden, wurde dann am Montag ja in kleiner Version nachgeholt - allerdings nur intern zusammen mit einigen Mitarbeitern des LAFP. 

Mittwoch, 21. Oktober, 16.52 Uhr, Bork: Die Bezirksregierung hat es jetzt auf Anfrage bestätigt: Die Notunterkunft in Bork wird Teil eines Dreiecks zwischen Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund und Registrierungsstelle am Flughafen Münster/Osnabrück. Menschen, die in Dortmund ankommen, werden in Bork untergebracht, dann amtlich in Greven registriert und danach so schnell wie möglich in andere mittelgroße Gemeinschaftseinrichtungen weitervermittelt. Zum Stand der aktuellen Zahlen auch ein paar Infos: Im Monat September 2015 gab es allein in NRW 61.000 Aufnahmen. das ist mit Abstand der Rekordmonat und entspricht laut Aussage der Pressestelle der Bezirksregierung Arnsberg einem Drittel des Aufkommens aus dem Jahr 2014 insgesamt. Eine Prognose sei schwer - man plane wochenweise. Je Woche kommen etwa 10.000 bis 15.000 Menschen in NRW an. 

Mittwoch, 21. Oktober, 16.14 Uhr: Wer sich engagieren will: Heute Abend um 19 Uhr trifft sich der Arbeitskreis Asyl Selm in der Familienbildungsstätte. "Interessierte Menschen sind uns jederzeit Willkommen", schreibt die Organistatorinnen-Gruppe. 

Mittwoch, 21. Oktober, 15.52 Uhr: Die "Rheinische Post" hat heute in ihrem Internetportal einen Brief veröffentlicht (PDF), den 215 Bürgermeister von Kommunen in Nordrhein-Westfalen unterschrieben haben. Er ist an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet und als Hilferuf mit angehängtem Forderungskatalog zu verstehen: Die neuen Regelungen im Asylverfahren seien ein erster Schritt, aber die zeitnahen Wirkungen auf die Kommunen zweifeln die Bürgermeister darin an. "Der bisherige massive Zustrom von Flüchtlingen in unsere Städte und Gemeinden hat dazu geführt, dass so gut wie alle verfügbaren Unterbringungsmöglichkeiten mittlerweile erschöpft sind", heißt es wörtlich. Dietmar Bergmann, Bürgermeister der Gemeinde Nordkirchen, hat ebenso unterzeichnet wie Richard Borgmann (Lüdinghausen), Lothar Christ (Werne), Nicole Moenikes (Waltrop) und andere. Die Unterschriften von Mario Löhr (Selm) und Josef Himmelmann (Olfen) sind nicht darunter - ebenso wenig wie die der Oberbürgermeister zum Beispiel von Dortmund und Münster. Im Forderungskatalog (PDF) steht, dass es schnell europäische Lösungen geben müsse, dass die Registrierung direkter geregelt werden müsse und das ein Einwanderungsgesetz überfällig sei. 

Mittwoch, 21. Oktober, 15.44 Uhr, Bork: In der Zeltstadt in Bork wird sich in den nächsten Tagen einiges ändern. Sie wird einen deutlich größeren Durchlauf bekommen. Warum und was das genau bedeutet: 

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Mittwoch, 21. Oktober, 15.27 Uhr, Nordkirchen: Es sind ja "nur" Schmierereien - aber es stecken auch extreme politische Aussagen der Sprüher dahinter. Darum haben wir beim Deutschen Roten Kreuz, das die Notunterkunft im Hallenbad und in der Turnhalle Nordkirchen betreibt, nachgefragt, welche Auswirkungen die Verschandelungen zum Teil mit Nazi-Symbolen im Ort für die Unterbringung haben. Am Sicherheitskonzept ändern sie vorerst nichts, sagte der zuständige DRK-Vorstand  Christoph Schlütermann auf Anfrage unserer Redaktion. "Die Gefahrenabschätzung geschieht bei der Kreispolizei", sagte er - und: Von dort seien keine Hinweise gekommen. Also gibt es auch keine besondere Bedrohungslage für die Menschen, die sich in der Obhut des DRK befinden. Die Schmierereien spiegeln nach seinen Worten auch bei weitem nicht die Stimmungslage in Nordkirchen wider: Seit festgestanden habe, dass Nordkirchen eine Notunterkunft für Flüchtlinge bekommt, habe er aus der gesamten Gemeinde nur Zuspruch erhalten. „Ich weiß ganz genau, dass wir in Nordkirchen sehr großen Rückhalt haben."

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Mittwoch, 21. Oktober, 15.23 Uhr, Vinnum: Das ist doch mal eine Einladung: Der Reitverein Lützow, gar nicht weit weg vom Zeltdorf in Vinnum, veranstaltet kommenden Sonntag für die Bewohner der Notunterkunft einen Familientag. Die Kinder und Familien dürfen auf die Anlage kommen, dort Ponys und Pferde anschauen, vielleicht auch ein bisschen reiten, dazu gibt es Spiele. Um 13.30 Uhr soll das Fest beginnen.  

Mittwoch, 21. Oktober, 15.14 Uhr, Bork: Reporter Tobias Weckenbrock hat heute Vormittag eine uniformierte Streife beim Patrouillengang in Bork getroffen: Horst Jungmann vom Ordnungsamt der Stadt Selm und Ernst Pantasch, der als Bezirksbeamter für die Kreispolizei Unna in Selm eingesetzt ist, waren unterwegs - wie eigentlich alle zwei, drei Stunden. Sie arbeiten beide in der Tagesschicht und sind acht Stunden stationiert in der Notunterkunft am LAFP, wo sie Hand in Hand arbeiten mit dem dort eingesetzten Sicherheitsdienst. Die Route, die sie regelmäßig gehen, geht durch den Pastorenbusch über den Tannenweg und die Waltroper Straße bis zum Sportplatz des PSV Bork und von dort dann zurück durch den Sundern in die Zeltstadt. "Wir geben dabei Auskünfte und helfen den Menschen", sagte Pantasch. Und nach dem Rechten sehen sie auch. 

Mittwoch, 21. Oktober, 8.54 Uhr, Bork: Die Zahlen, die die Kreispolizei Unna zur Kriminalitätsentwicklung in Selm ausgewertet hat, besagen: In den ersten sieben Wochen der Notunterkunft ist die Zahl der Straftaten in Selm um rund 18,5 Prozent zurückgegangen. 

Mittwoch, 21. Oktober, 8.34 Uhr, Bork: Welches Fazit zieht die Kreispolizei Unna aus den ersten sieben Wochen der Notunterkunft in Bork? Hans-Dieter Volkmann ist Leiter der Behörde und gab in einem Statement bei der Bürgerversammlung am LAFP in Bork am Montagabend einen Einblick. Hier können Sie seine Worte nachhören - und im Anschluss die von Helmut Wälter, ebenfalls Polizist und stellvertretender Leiter des LAFP: 

Mittwoch, 21. Oktober, 8.26 Uhr, Bork: "Diese Zeltstadt ist ein Projekt des Landes NRW, das es in dieser Größe vorher nicht gegeben hat": Das sagte Hans-Jürgen Hecker vom Deutschen Roten Kreuz Westfalen, das die Notunterkunft in Bork betreibt. Er dankte vielen Beteiligten für die gute Arbeit, aber gab auch zu, dass es noch nicht überall rund läuft. Hier hören Sie sein Statement von Montagabend:

Auch das ausführliche Schluss-Statement von Bürgermeister Mario Löhr von Montagabend haben wir aufgezeichnet. Hier können Sie hören, welche Gedanken er sich zur Zukunft der Gesamtsituation gemacht hat:

 

Mittwoch, 21. Oktober, 8.13 Uhr, Bork: Unser Reporter Tobias Weckenbrock hatte diese Woche Gelegenheit, mit dem Leiter des LAFP, auf dessen Gelände die Zeltstadt von Bork steht, zu sprechen. Michael Frücht ließ dabei auch die Frage nach einer möglichen Ausweitung der Aufnahmekapazität bei der Polizeischule nicht aus:

Was Frücht über die Nachbarschaft, die Zusammenarbeit mit der Betreiber-Organisation DRK Westfalen und der Stadt Selm sagte und wie - aus seiner Sicht - Polizeischüler und Lehrkräfte zur Notunterkunft stehen? Alle Aussagen hier:

 

Dienstag, 20. Oktober, 19.25 Uhr, Nordkirchen: Es ist doch weit mehr als nur ein noch recht harmloses "#merkelmussweg#": In Nordkirchen gab es tatsächlich an mehreren Stellen im Ortsgebiet richtige Nazi-Schmierereien. Der Staatsschutz ermittelt auch hier. Alle Infos: 

Dienstag, 20. Oktober, 18.45 Uhr: In Lüdinghausen gab es jetzt einen Runden Tisch mit Vertretern von DRK Kreis Coesfeld (Einrichtungsleitung Notunterkunft Seppenrade), dem DRK Lüdinghausen und Seppenrade, der Kolpingfamilie Seppenrade, dem Arbeitskreis Asyl und Vertretern der Stadt. Es werden Herrenkleidungsstücke in S und M, Taschen, Koffer, Bettlaken und Bettwäsche sowie Handtücher. Ehrenamtliches Engagement ist erwünscht, sollte aber koordiniert werden. Dazu kann man die Notunterkunft Seppenrade selbst unter Tel. (0172) 5728911, die Kolpingfamilie unter Tel. (02591) 8931266 oder den AK Asyl unter Tel. (02591) 297599 anrufen.

Dienstag, 20. Oktober, 18.13 Uhr, Bork: Ein Nachtrag noch aus dem Infoabend gestern: Eine Frau aus der Zuhörerschaft meldete sich zu Wort und berichtete von einer Zugfahrt: "Der Schaffner im Zug meinte, als er meine Fahrkarte sah: 'Oh, Sie steigen in Bork aus? Dann seien Sie aber vorsichtig und passen auf Ihre Sachen auf!' Ich war richtig perplex und sauer. Wie muss man denn auf sowas reagieren?" Hans-Jürgen Hecker vom DRK sagte: "Das ist natürlich quatsch, das kann Herr Volkmann auch anhand der Zahlen belegen." Und Hans-Dieter Volkmann von der Kreispolizei Unna erklärte: "Was der Schaffner Ihnen erzählt hat, ist dummes Zeug. Eine Mitarbeiterin der Stadt Bergkamen sprach mit mir kürzlich auch darüber: Sie habe schlimme Sachen aus Bork gehört. Da soll es Tumulte gegeben haben. Da muss man schlagfertig sein und fragen, woher die Leute diese Infos haben - oder welches schlechte Kraut sie geraucht haben. Wenn Sie heute Morgen bei Facebook geguckt haben: Da gab es Leute, die uns vorwerfen, wir würden Zahlen blockieren. Dummes Zeug: Wir können gar nichts verschweigen, alles wird amtlich gemacht. Das ist alles nur eine Argumentation, mit der sie sonntags beim Stammtisch die Lufthoheit gewinnen können - mehr ist das nicht." Es habe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seit dem 31. August 2015 in Selm 40 Straftaten weniger gegeben. "Da frage ich mich: Wie kommt man auf so einen Schwachsinn?"

Dienstag, 20. Oktober, 17.08 Uhr, Nordkirchen: Nun hat es auch Sprühereien in Nordkirchen gegeben - nicht so schlimm wie kürzlich in Waltrop, denn es geht nicht um verbotene Symbole aus Deutschlands dunkelster Zeit, sondern um ein aktuelles politisches Statement. Unser Reporter Karim Laouari recherchiert zu diesem Thema. Ein Bericht folgt. 

Dienstag, 20. Oktober, 17.05 Uhr: Die Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen beschäftigt sich mit dem Thema Flucht sehr intensiv. Gestern war ein Truck des Hilfswerks Missio da - eine multimediale und interaktive Ausstellung, bei der man in die Rolle eines Flüchtlings aus Afrika schlüpfen und die Flucht nacherleben kann. Wir haben uns das angesehen: 

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Dienstag, 20. Oktober, 16.57 Uhr, Bork: Jetzt bringt die Redaktion die Berichterstattung über den Infoabend gestern in Bork zum Ende. In der Zeitungsausgabe von morgen, 21. Oktober, lesen Sie eine Zusammenfassung. Und hier hat unser Reporter Tobias Weckenbrock die komplette Sitzung mitstenografiert.

Dienstag, 20. Oktober, 10.34 Uhr, Nordkirchen: Neben dem Dach überm Kopf, der sicheren Unterbringung und der schnellen Abwicklung der Formalitäten des Asylantragsvefahrens das wohl wichtigste: Sprachkurse für die Neubürger. In Nordkirchen gibt es seit gestern eine ganze Menge davon, weil sehr viele ehrenamtliche Lehrer ihre Freizeit zur Verfügung stellen. Sieben Sprachkurse gibt es jetzt in unterschiedlichen Levels. Gestern war der erste. Unser Reporter Thomas Aschwer war dabei. Hier sein Bericht' tag=' - hier ein Video zur Erklärung: 

Montag, 19. Oktober, 23.22 Uhr, Bork: Übrigens: Nach der offiziellen Veranstaltung in der Mensa des LAFP vorhin verschwand die Gruppe der Schicksalshelfer noch auf ein Getränk in der Kantine nebenan. Bürgermeister Löhr setzte sich auch noch zu den Ehrenamtlichen an den Tisch, um über das Gesagte und Gehörte zu diskutieren und vermutlich auch schon mal gemeinsam das Willkommensfest im Frühjahr 2016 anzudenken. 

Montag, 19. Oktober, 22.55 Uhr, Bork: Interessant zu vermerken vom Abend ist die Aussage von Bürgermeister Mario Löhr mit Blick auf das, was 2016 eventuell kommen könnte: Wenn der Flüchtlingszustrom groß bleiben sollte, dann kämen auf Dauer auf Selm vermutliche neue direkt-kommunale Zuweisungen zu. Davon ist Selm wegen der Notunterkunft in Bork zurzeit ja ausgenommen. Unterschied für die Stadt Selm: Die Unterbringung der Flüchtlinge in der Notunterkunft zahlt das Land NRW, während die kommunal zugewiesenen Asylbewerber aus dem städtischen Haushalt finanziert werden müssen. Löhr sagte am Ende des Abends, dass man dann eventuell wieder die Karte "Notunterkunft" ziehen könne - also einen weiteren Standort für eine weitere Notunterkunft unter Landesregie ähnlich der in Bork anbieten könnte. Die hätte dann ihren Standort eher in Selm als in Bork. Es ist noch lange nicht so weit, aber auf verschiedene Szenarien sollte man sich in der Politik und Verwaltung der Stadt Selm sicherlich vorbereiten. Eine Zusammenfassung der wichtigsten anderen Themen vom Abend:

Montag, 19. Oktober, 20.41 Uhr, Bork: Rund 350 Gäste sind heute da. Inzwischen läuft die Veranstaltung seit rund 90 Minuten. Hier geben wir Ihnen einen Einblick, wie es in der Mensa aussieht: 

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Montag, 19. Oktober, 19.03 Uhr, Bork: In der Mensa des LAFP beginnt in diesen Minuten der Infoabend zur Notunterkunft. Zunächst wird wohl ein Film eingespielt vom Willkommensfest heute morgen, auch aus der Zeltstadt selbst soll es wohl Bewegtbilder geben. SPD-Bundestagsmitglied Michael Thews aus Lünen ist auch da, Bürgermeister Mario Löhr hatte eingeladen. Die Bezirksregierung, die beim letzten Mal einen Vertreter schickte, ist heute nicht vertreten. Es sind rund 400 bis 500 Menschen gekommen. Der "Lokalkompass" berichtet in einem Live-Ticker, den finden Sie hier. Wir liefern am Abend eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten vom Abend.

Montag, 19. Oktober, 18.34 Uhr, Nordkirchen: Die Sprachkurse haben heute begonnen: Die Pfarrcaritas St. Mauritius hatte aufgerufen, knapp 20 Personen meldeten sich - und heute früh fand der erste von sieben wöchentlichen Sprachkursen statt. Jeden Werktag ist nun im Pfarrheim eine andere Gruppe, die gemeinsam Deutsch lernt. Unser Reporter Thomas Aschwer hat sich das heute angesehen und meint: Da werden die Lehrer viel Geduld brauchen, denn es ging schon recht laut zu. Wie es war, beschreibt er morgen ausführlich in den Ruhr Nachrichten Selm und Nordkirchen. Die können Sie hier Probe lesen.

Montag, 19. Oktober, 18.28 Uhr, Vinnum: Die Schülervertretung der Wolfhelm-Gesamtschule hat Kleidung für die Zeltstadt in Vinnum gesammelt. "Die war ein großer Erfolg", teilt Schulleiterin Anne Jung soeben mit. Es gab in den vergangenen Wochen verschiedene Thementage an der Schule, an denen Kleidung oder Schuhe eingesammelt wurden. Die Schüler sortierten alles und lieferten einen Bulli voller Schuhe und einen Pferdeanhänger voll Kleidung ab. "Eine Win-Win-Situation", so SV-Lehrer Bert Baesgen - und meint damit: Einerseits ist es Hilfe für die Asylbewerber, andererseits lernen die Kinder der Schule Solidarität und Hilfsbereitschaft. Die SV hatte sich eigenständig bei einem Baumarkt um 35 Umzugskarton gekümmert - die stellte der Marktleiter kostenlos zur Verfügung.

Montag, 19. Oktober, 17.36 Uhr, Bork: Die Sonnetten haben gestern eine Taizé-Andacht veranstaltet zugunsten der Flüchtlingshilfe. Beten und Spenden - das war das Motto. "Die bis zu achtstimmigen Gesänge waren harmonisch und eindrucksvoll", schreibt unsere Mitarbeiterin Antje Pflips in einer kleinen Rezension morgen in den Ruhr Nachrichten. Der Applaus, schreibt sie weiter, wollte nicht enden.

Montag, 19. Oktober, 13.17 Uhr, Bork: Wir haben jetzt einige Fotos vom Willkommensfest der Polizei. Bei Facebook wird darüber zurzeit schon heftig diskutiert. "War das etwa schon das groß angekündigte Willkommensfest? War das jetzt eine Stunde Bespaßung und fertig?", so der Tenor der Fragen. Antwort des Reporters Tobias Weckenbrock: Ja, das war das Willkommensfest, mit der die Polizei die gute Nachbarschaft ausbauen und die Arbeit der Polizei generell bei den Menschen, die neu in Deutschland sin, positiv verkaufen will. Ein offenes Fest auch für Borker und Selmer war an dieser Stelle nicht geplant. Das Rote Kreuz oder die Stadt Selm hatten mit diesem Fest und dessen Organisation nichts zu tun. So sah es beim Fest aus: 

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Willkommensfest für Asylbewerber am LAFP in Bork

Ein kleines Willkommensfest für die Menschen in der Notunterkunft veranstaltete die Polizeischule LAFP in Bork am Montagvormittag. Dabei gestaltete die Polizei ein rund 90-minütiges Programm mit einer Puppenbühne der Polizei Dortmund. Es gab Amerikaner und Tee und eine Präsent-Tüte mit Malbuch, Stiften und anderen Kleinigkeiten. Auch Thomas Kirschner vom Deutschen Roten Kreuz und LAFP-Leiter Michael Frücht waren vor Ort - ebenso wie rund 100 Bewohner der Notunterkunft.
19.10.2015
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Mareike Niehoff vom LAFP unterstützte das Programm beim Willkommensfest. Sie ist Mitarbeiterin der Pressestelle der Polizeischule.© Foto: Tobias Weckenbrock
Mareike Niehoff vom LAFP unterstützte das Programm beim Willkommensfest. Sie ist Mitarbeiterin der Pressestelle der Polizeischule.© Foto: Tobias Weckenbrock
Wenn das nichts ist: einmal auf einem echten Polizeimotorrad sitzen und Polizist spielen. Die Polizei in Bork zeigte ein offenes Herz für die Kinder und ihre Eltern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Wenn das nichts ist: einmal auf einem echten Polizeimotorrad sitzen und Polizist spielen. Die Polizei in Bork zeigte ein offenes Herz für die Kinder und ihre Eltern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Wenn das nichts ist: einmal auf einem echten Polizeimotorrad sitzen und Polizist spielen. Die Polizei in Bork zeigte ein offenes Herz für die Kinder und ihre Eltern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Wenn das nichts ist: einmal auf einem echten Polizeimotorrad sitzen und Polizist spielen. Die Polizei in Bork zeigte ein offenes Herz für die Kinder und ihre Eltern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine Seifenblasen-Maschine: Daran hatten die Kinder ihren Spaß.© Foto: Tobias Weckenbrock
Nach dem Stück gab es noch etwas zum Mitnehmen: ein Malbuch, ein paar Stifte und andere Kleinigkeiten in einer Präsenttüte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Nach dem Stück gab es noch etwas zum Mitnehmen: ein Malbuch, ein paar Stifte und andere Kleinigkeiten in einer Präsenttüte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine Seifenblasen-Maschine: Daran hatten die Kinder ihren Spaß.© Foto: Tobias Weckenbrock
Nach dem Stück gab es noch etwas zum Mitnehmen: ein Malbuch, ein paar Stifte und andere Kleinigkeiten in einer Präsenttüte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Nach dem Stück gab es noch etwas zum Mitnehmen: ein Malbuch, ein paar Stifte und andere Kleinigkeiten in einer Präsenttüte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Nach dem Stück gab es noch etwas zum Mitnehmen: ein Malbuch, ein paar Stifte und andere Kleinigkeiten in einer Präsenttüte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auch einige Polizistinnen verfolgten das Programm Seite an Seite mit den Flüchtlings-Familien.© Foto: Tobias Weckenbrock
Mit Puppen, aber auch echtem Körpereinsatz, verdeutlichten die Theater-Polizistinnen, wie man sich sicher im Straßenverkehr verhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieses Puppen-Mädchen verlor im Theaterstück seinen Freund Matze aus den Augen, der auf dem Skateboard unterwegs war und von einem Auto angefahren wurde. Dabei brach Matze sich ein Bein.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aufmerksam lauschten die Kinder auch den Worten und sprachen Begriffe wie "Krankenhaus", die auch bildlich gezeigt wurden, nach.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 100 Kinder und ihre Eltern verfolgten das Puppentheater auf der Bühne und spendeten Applaus. Dabei lernten sie auch Begriffe wie Krankenhaus oder Unfall kennen - und dass man zum Rad- oder Skateboardfahren einen Helm braucht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Mit Puppen, aber auch echtem Körpereinsatz, verdeutlichten die Theater-Polizistinnen, wie man sich sicher im Straßenverkehr verhält.© Foto: Tobias Weckenbrock
Für die Kinder und ihre Eltern gab es Tee und Amerikaner. Das schmeckt!© Foto: Tobias Weckenbrock
Für die Kinder und ihre Eltern gab es Tee und Amerikaner. Das schmeckt!© Foto: Tobias Weckenbrock
Für die Kinder und ihre Eltern gab es Tee und Amerikaner. Das schmeckt!© Foto: Tobias Weckenbrock
Für die Kinder und ihre Eltern gab es Tee und Amerikaner. Das schmeckt!© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Polizei NRW dokumentierte selbst das Programm der Dortmunder Puppenbühne. Es soll möglicherweise als Vorbild für andere Polizeien in NRW dienen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Familien aus der Zeltstadt, vor allem die Kinder, erfreuten sich am Programm beim Willkommensfest.© Foto: Tobias Weckenbrock
Mareike Niehoff ist Pressesprecherin des LAFP. Beim Willkommensfest nahm sie selbst eine der Puppen in die Hand.© Foto: Tobias Weckenbrock
Mareike Niehoff (r.) ist Pressesprecherin des LAFP. Beim Willkommensfest nahm sie selbst eine der Puppen in die Hand.© Foto: Tobias Weckenbrock
Thomas Kirschner ist eigentlich als Verwaltungsleiter der Borker Notunterkunft beim Deutschen Roten Kreuz tätig. Nach dem Abgang von Leiterin Nina Solke hat er die Gesamtleitung der Zeltstadt in seinen Händen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Kinder hatten viel Spaß mit einer Seifenblasenmaschine.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Kinder hatten viel Spaß mit einer Seifenblasenmaschine.© Foto: Tobias Weckenbrock
Victor Ocansey ist Pressesprecher des LAFP in Bork.© Foto: Tobias Weckenbrock
Johannes Gospos ist Polizei-Seelsorger im Bistum Münster und ein Vertrauensmann für die Polizeischule in Bork.© Foto: Tobias Weckenbrock
Ein Polizei-Malbuch kam in die Präsenttüte, die jedes Kind nach dem Willkommensfest mit in die Zeltstadt nehmen durfte.© Foto: Tobias Weckenbrock
So viele Amerikaner verteilte die Polizei beim Willkommensfest in Bork an die Bewohner der Zeltstadt.© Foto: Tobias Weckenbrock
So viele Amerikaner verteilte die Polizei beim Willkommensfest in Bork an die Bewohner der Zeltstadt.© Foto: Tobias Weckenbrock
So viele Amerikaner verteilte die Polizei beim Willkommensfest in Bork an die Bewohner der Zeltstadt.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieser Polizeibär zieht sich durch alles, was die Polizei mit den Asylbewerbern macht. Die Kinder haben alle Polizeiteddys geschenkt bekommen. Beim Willkommensfest am LAFP gab es einen Amerikaner mit Bärchen für jeden.© Foto: Tobias Weckenbrock
Kurz vor dem Beginn des Willkommensfestes am LAFP: Hier auf dem Truck fand ein Puppentheater statt. Die Polizei NRW zeichnete das Stück selbst auf Video auf.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm

Montag, 19. Oktober, 11.49 Uhr, Bork: Ein Willkommensfest mit den Polizisten vom LAFP haben bis gerade rund 100 Bewohner der Zeltstadt - vor allem Kinder und ihre Eltern - gefeiert. Dabei wurden sie um kurz nach 10 Uhr am Tor abgeholt, durften sich dann einen mit einem Polizei-Bärchen dekorierten Amerikaner und einen Tee nehmen und genossen ein kleines verkehrserzieherisches Theaterstück der Puppenbühne der Polizei Dortmund. Anschließend gab es eine Tüte mit einem Malbuch und Buntstiften und anderen Kleinigkeiten von der Polizei NRW - und nach knapp 90 Minuten war das Fest vorbei. Wir hatten Gelegenheit, am Rande mit Thomas Kirschner (Deutsches Rotes Kreuz) und Michael Frücht (Direktor des LAFP) zu sprechen. Dabei erfuhren wir auch, dass Kirschner wieder Leiter der Zeltstadt ist, nachdem Nina Solke nach nur einer Woche im Amt ihren Job zurückgab. In den ersten acht Wochen hat es nun also schon drei unterschiedlicher Leiter gegeben: Erst Ozan Kubat, dann kommissarisch der Verwaltungsleiter Thomas Kirschner, seit dem 2. Oktober dann Nina Solke, die allerdings am 9. Oktober schon wieder ging. Nun ist Kirschner wieder der Chef. Was bei den Gesprächen sonst heraus kam? Später mehr an dieser Stelle.

Montag, 19. Oktober, 8.18 Uhr, Bork: In der Notunterkunft in Bork ist heute alles andere als Alltag: Erst ist Willkommensfest des LAFP mit viel Kinderbespaßung (Beginn: 10 Uhr), am Abend dann ist Infoabend (19 Uhr). Wir werden jeweils zugegen sein und berichten. 

Montag, 19. Oktober, 7.46 Uhr, Bork: In einem deutlichen Schreiben hat sich die "Junge Union" Selm, die örtliche Abteilung der Nachwuchsorganisation der CDU, an die Zeltstadt-Leitung in Bork gewendet. "JU kritisiert fehlende Transparenz", heißt es in einer Mitteilung von gestern. Sie freue sich über die "harmonische Willkommenskultur" in der Bevölkerung vor Ort und bedankt sich bei denen, die sich ehrenamtlich engagieren. Um dann auszuteilen: "Den Verantwortlichen bei der Polizei, der Stadtverwaltung Selm und dem Regierungsbezirk Arnsberg muss klar sein, dass das gezielte Verbergen von Informationen einen falschen Eindruck bei den Bürgern hinterlässt", schreibt die Junge Union. Ängste und Sorgen würden "häufig nicht angemessen gewürdigt", nicht alle Polizeieinsätze kommuniziert. Außerdem fordert sie den Einsatz eines Streifenwagens auch nachts. Hier lesen Sie das Schreiben im Wortlaut.   

Montag, 19. Oktober, 7.34 Uhr, Vinnum: Ist das Zeltdorf von Vinnum auf dem Gelände der alten Ziegelei Hüning winterfest? Angesichts der herbstlichen Temperaturen haben wir uns mit dem Chef der Einrichtung darüber unterhalten: 

Was geschah vorher? Alles zur Woche vom 11. bis 18. Oktober 2015 lesen Sie auf der nächsten Seite.

 

Sonntag, 18. Oktober, 11.18 Uhr, Bork: Morgen Abend findet im LAFP eine weitere Bürger-Informationsveranstaltung zur Notunterkunft statt. Das Deutsche Rote Kreuz will informieren, die Polizei wird Rede und Antwort stehen. Und Bürgermeister Mario Löhr hat angekündigt, dass er zur Flüchtlingssituation insgesamt und zu den Anforderungen an die Kommunen einige Worte sagen wird. Los geht es um 19 Uhr, nicht, wie auf der Homepage der Stadt Selm verkündet, um 10 Uhr. Das Rote Kreuz will auch einen Film aus dem Innenleben der Zeltstadt zeigen - denn Einblicke gab es bisher für Bürger, aber auch für die Presse noch nicht. 

Sonntag, 18. Oktober, 10.13 Uhr: Gestern gab es im Haus Knipping in Selm eine Aufräum- und Verteilaktion der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer: Der Asylkreis Selm hatte dazu aufgerufen, weil die provisorische Kleiderkammer dort aufgegeben werden muss. "Allen, die dabei waren, herzlichen Dank", schreibt Hans Hoppe, der sich im Asylkreis engagiert.  

Samstag, 17. Oktober, 10.36 Uhr: Ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen wird im Kreis Unna seit Jahrzehnten gelebt, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des... Kreises Unna. Damit Integration gelingt, stehen alle Beteiligten hier im engen Austausch – und das seit rund zehn Jahren. Erfolgte der Austausch zunächst im Rahmen der Integrationskonferenz, so wurde 2012 mit dem vom Kreistag beschlossenen Integrationskonzept das Netzwerk „Kommunale Integration“ angestoßen. Bei Bedarf diskutiert dieses kommunale Netzwerk zu aktuellen Themen und verschafft sich eine Übersicht zu den Angebotsstrukturen in den zehn Städten und Gemeinden im Kreis Unna. In einer erweiterten Runde trifft sich das Netzwerk am Dienstag, 20. Oktober, von 13.30 bis 17 Uhr zur aktuellen Flüchtlingssituation. Ort der Zusammenkunft ist die Ökologiestation in Bergkamen. Themen sind unter anderem die Unterbringung von Flüchtlingen im Kreis Unna, wie neu zugewanderte Menschen die deutsche Sprache lernen und einen Arbeitsplatz finden und wo ihre Kinder in die Kita und zur Schule gehen.

Freitag, 16. Oktober, 17.51 Uhr, Bork: Anfang dieser Woche gab es zum zweiten Mal auf Einladung von Bürgermeister Mario Löhr ein Infotreffen von Anwohnern. Montagabend traf man auf der Straße "Zum Sundern", um die Fragen und Sorgen der direkten Anwohner des LAFP zu besprechen. Löhr sagte gerade am Telefon, dass rund 30 Anwohner zusammen gekommen seien und es eine recht ruhige Geschichte gewesen sei. "Es ging um die Beleuchtung des Fußweges in den Pastorenbusch für die Zeltstadt-Bewohner und an der Straße. Und es ging um die Parksituation hier durch die Menschen, die in der Notunterkunft und am LAFP arbeiten", fasste er zusammen. Löhr hatte den Anwohnern zum Start der Notunterkunft bei einem ersten Treffen zugesagt, dass er noch mal zu einem Zusammentreffen laden würde. Beim ersten Treffen, so Löhr, kamen mehr Leute - und es seien auch mehr Sorgen da gewesen als jetzt. "Zumindest, was sie in dieser Runde mir gegenüber geäußert haben", so der Bürgermeister. 

Freitag, 16. Oktober, 14.52 Uhr, Vinnum: Es könnte sein, dass das Zeltdorf in Vinnum sich in den kommenden Tagen füllt. Bis dato sind "nur" etwas über 100 Menschen dort untergebracht - das Deutsche Rote Kreuz rechnet nun damit, dass die Kapazität von 300 Plätzen schon recht bald ausgeschöpft wird. Entscheiden tut das aber die Bezirksregierung Münster. Sie weist die Asylbewerber den Erstaufnahme-Einrichtungen zu.

Freitag, 16. Oktober, 14.48 Uhr: Im benachbarten Werne informiert kommende Woche der Kreis Unna zum Thema Notunterkunft in Stockum. Dort ist eine Notunterkunft für rund 200 Flüchtlinge geplant. Mittwoch, 21. Oktober, 19 Uhr in der Sophia-Kirche, Kirchstraße 4 informieren Landrat Michael Makiolla und Bürgermeister Lothar Christ sowie Marco Wilke vom Deutschen Roten Kreuz (Betreiber der Einrichtung) und der Leitende Polizeidirektor Hans Volkmann. Standort wird die Kardinal-von-Galen-Turnhalle, los gehen soll es am 1. November. Hier informiert übrigens der Kreis Unna zu diesem Thema:  www.kreis-unna.de/notunterkunft 

Freitag, 16. Oktober, 14.11 Uhr, Bork: Fertig! Nach wochenlangen Bauarbeiten hat die Stadt heute den neuen Ersatzparkplatz an der Straße "Im Sundern" in Bork freigegeben. Er war nötig geworden, da auf dem Gelände des LAFP wegen der Notunterkunft 600 Stellplätze für Studenten weggefallen waren. Die Bauarbeiten dauerten so lang, da dieser Parkplatz auf einer ehemaligen Wiese gleich so hergerichtet wurde, dass er auch winterfest ist: mit asphaltierten Straßen und Schotter-Stellflächen. So sieht er aus: 

 

Fertig und freigegeben: der winterfeste Ersatzparkplatz für das LAFP, wo 600 Stellplätze wegen der Notunterkunft wegfallen. #Bork #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 15. Okt 2015 um 23:58 Uhr

 

Freitag, 16. Oktober, 13.57 Uhr, Bork: Ein Willkommensfest veranstaltet die Polizei am Montag in der Zeltstadt in Bork. Es soll eine einstündige Veranstaltung sein, in deren Fokus "Dialog, Herzlichkeit und das aktive Aufeinander-Zugehen" stehe, schreibt das LAFP in einer Pressemitteilung. Rund 200 vor allem syrische Kinder bekommen unter anderem ein Puppentheater zu sehen, es gibt Tee und Gebäck und mehr. In den Einrichtungen des LAFP sind zurzeit rund 2500 Menschen untergebracht: 1000 in der Borker Zeltstadt, 1000 in einer Zeltstadt in Schloß Holte-Stukenbrock und 500 in einem Bildungszentrum in Schloß Holte. Darunter befinden sich laut Polizei-Angaben rund 500 Kinder. Das Willkommensfest sollte schon im September stattfinden, wurde damals aber wegen der Windpocken-Erkrankung eines Kindes verschoben. 

Freitag, 16. Oktober, 13.46 Uhr, Nordkirchen: Am Montag beginnen die Sprachkurse in Nordkirchen. Dazu hatten sich in den vergangenen Wochen 14 Ehrenamtliche gefunden, die nun organisiert und geplant haben. Sie haben auch schon die Flüchtlinge angesprochen und in unterschiedliche Stufen eingruppiert. Heraus kommen nun sieben Lerngruppen unterschiedlicher Niveaus, die ab Montag mit dem Unterricht beginnen. An jedem Werktag wird mindestens eine Gruppe im Pfarrheim St. Mauritius unterrichtet. „Das ist großartig“, sagt Reinhard Niehues, der zusammen mit Marita Köstler-Mathes die zentrale Koordination übernommen hatte. Wir können in Nordkirchen dafür sorgen, dass die Asylbewerber menschlich behandelt werden“, meint Niehues. Die Bedingungen für eine Bleibe in Deutschland schafften hingegen die Politiker.

Donnerstag, 15. Oktober, 20.31 Uhr: Niemand in unserer Region kennt sich vermutlich so gut aus mit den Ursachen der Flucht nach Deutschland: Ashwin Raman, Kriegsreporter, seit 20 Jahren wohnhaft in Selm (mit eigenem Wikipedia-Eintrag). Mit ihm sprach Redaktionsleiter Tobias Weckenbrock in dieser Woche ausführlich. Seine zentrale These: Ursache allen Übels ist unser eigener Reichtum. Er sorge für die großen Verteilungskonflikte dieser Welt. Bei allen großen Krisen spielten wirtschaftliche Aspekte eine Rolle, zum Beispiel Ölvorkommen oder andere geostrategische Hintergründe. Raman sagt: "Die richtige Afghanistan-Katastrophe steht noch bevor. Heute sterben mehr Menschen in Afghanistan als in Irak und Syrien – das wird nur in den Medien nicht mehr berichtet, sondern alles fokussiert sich auf die Flüchtlingskrise. Sonntag gab es ein Attentat, bei dem fünf Nato-Soldaten ums Leben kamen. Jedes Land, alle Militär-Operationen sind dort gescheitert. Kundus ist wieder in die Hände der Taliban gefallen. Das sage ich seit Jahren: Es wird ein großes Blutbad in Afghanistan geben. ISIS ist nichts dagegen.“ Bei unseren Medien sei es so: "In Irak war der Krieg für unsere westlichen Medien beendet, als die USA ihren Einsatz beendeten. Aber der Krieg ist nicht zu Ende." Im Spätsommer drehte Raman dort für einen neuen Dokumentarfilm über den Islamischen Staat. Über Ramans Projekte berichten wir am Samstag.  Er hat dafür den Otto-Brenner-Preis gewonnen: 

Donnerstag, 15. Oktober, 13.31 Uhr: Nach Regierungserklärung der Kanzlerin und emotional geführter Debatte hat der Bundestag der Verschärfung des Asylgesetzes zugestimmt. Laut "Focus online" wurden 600 Stimmen abgegeben. 475 Abgeordnete stimmten für das Gesetzespaket, 68 Abgeordnete dagegen. 57 Abgeordnete enthielten sich. Damit werden Albanien, der Kosovo und Montenegro zu "Sicheren Herkunftsländern" deklariert, was dazu führen wird, dass Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern weitgehend und leichter abgelehnt werden können. Asylbewerber werden in Zukunft eher Sach- als Geldleistungen bekommen, abgelehnte Bewerber vor der Abschiebung schon mit deutlich weniger auskommen müssen. Auf der anderen Seite ist die Ausweitung der Integrationskurse auch im Paket drin. Kanzlerin Angela Merkel ist derweil schon auf dem Weg zum EU-Gipfel nach Brüssel. Ab 16 Uhr geht es dort um die Flüchtlingsverteilung in Europa. "Spiegel online" hat das hier zusammengefasst.  

Donnerstag, 15. Oktober, 7.57 Uhr: Unser Kollege Daniel Claeßen hat bei der Stadt Ascheberg das Thema von gestern noch mal nachrecherchiert: Hilferuf zwecks Aufnahmestop? Was sind die Gründe? "Momentan stehen wir bei 262 Personen", sagte Sozialdezenernent Helmut Sunderhaus gestern im Interview. "Wir hätten auch noch drei Räume frei, in denen wir Menschen unterbringen könnten. Wie viele das sind, hängt von den Umständen ab – ob es zum Beispiel Familien sind. Wir wollen uns ja auch nicht vor dieser Aufgabe drücken." Trotzdem habe man die Überlastungsanzeige geschrieben. "Wir wissen auch, dass es so etwas eigentlich nicht gibt, aber wir mussten Fakten schaffen. Denn es ist nun mal so: Wir haben keinen Platz mehr. Das Problem sind die unverhältnismäßigen Zuweisungen: Letzte Woche waren es 37 Menschen, davor die Woche 18, davor waren es 25. Das können wir einfach nicht mehr bewerkstelligen." Man arbeite derzeit daran, neuen Wohnraum zu schaffen – sowohl durch die neuen Übergangsheime als auch durch die Anmietung oder den Erwerb von Wohnungen. "Was uns derzeit fehlt, sind Betten, Möbel oder die notwendige Ausstattung. Selbst wenn wir genügend Räume für die Flüchtlinge hätten, könnten wir dort zurzeit nur Matratzen auslegen."

Mittwoch, 14. Oktober, 20.31 Uhr, Nordkirchen: Eine Erfolgsgeschichte ist die von George Almaher aus Syrien, den wir im Frühjahr in der Flüchtlingsunterkunft in Südkirchen trafen. Mitarbeiterin Petra Kriegler sprach mit ihm über seine Flucht und erzählten die Geschichte in unserer großen Multimedia-Reportage "Sehnsucht nach Frieden". Vor einigen Tagen trafen wir den Goldschmied, der in Werne Arbeit fand, wieder. Er sagte: „Die Menschen in Südkirchen haben ihre Herzen geöffnet, unser Leid gemildert. Sie werden immer in unseren Herzen bleiben.“ Die Geschichte von George: 

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Mittwoch, 14. Oktober, 20.16 Uhr: Einen rechtsstaatlichen Umgang mit Hetze und Parolen zeigen gerade unsere Kollegen vom "Nordbayerischen Kurier" aus Bayreuth: Dort erstattete der Verlag wegen eines Facebook-Kommentars Anzeige gegen einen Mann, der geschrieben hatte: "Deutsche erwachet, an die Waffen und das ganze Pack an der Grenze erschießen und zur Abschreckung liegen lassen, das spart auch den ungarischen Zaun." Kollege Uwe Renners (Twitter) berichtet hier über den Ausgang dieser Geschichte: Prozess, Verurteilung zu 1200 Euro wegen Volksverhetzung

Mittwoch, 14. Oktober, 19.41 Uhr, Nordkirchen: Vor etwa anderthalb Stunden im Pfarrheim St. Mauritius: Dutzende Menschen, Männer, Frauen, Kinder, stehen in der Warteschlange an der Treppe zum Untergeschoss, wo die Kleiderkammer der Pfarrcaritas extra für die Menschen in der Notunterkunft geöffnet hat. Jeder darf sich eine Hose, eine Unterhose, ein Hemd, einen Pullover, eine Jacke aussuchen. Damit es nicht zu voll wird unten, dürfen immer nur eine handvoll Personen gleichzeitig rein. Die anderen warten an der Treppe oder oben in einem Aufenthaltsraum, wo es Kekse und Tee gibt. Es ist zwar laut, aber es geht ordentlich zu. Die Pfarrcaritas hat es inzwischen geschafft, auch für diese Menschen, die wohl nur kurz in Nordkirchen sein werden, eine Anlaufstelle zu öffnen. 

Mittwoch, 14. Oktober, 19.15 Uhr: Morgen geht es im Deutschen Bundestag (ab 10.45 Uhr) wieder um eine Änderung des Asylgesetzes zur vermeintlichen besseren Steuerung (oder Begrenzung) des Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland (hier der Tagesplan des Parlaments). Journalisten-Kollege Juan Moreno hat gerade auf WDR5 im Polit-Magazin "Politikum" seine Meinung dazu kundgetan: Nicht am Asylgesetz müsse man etwas ändern, denn um Asyl geht es laut seiner Auffassung nicht. Nur 49 Prozent der Menschen, die zuletzt gekommen seien, hätten nach dem Asylgesetz überhaupt eine Chance, hier bleiben zu können - die andere Hälfte komme aus den sogenannten "sicheren Herkunftsländern". Aber darunter seien viele gut Ausgebildete. Und für die müsse man ein Einwanderungsgesetz schaffen oder das Gesetz, das ihnen legale Zuwanderung nach Deutschland ermögliche, besser zur Anwendung bringen. Hier können Sie den starken Viereinhalb-Minuten-Kommentar nachhören. Die ganze Parlamentssitzung mit all ihren Tagesordnungspunkten dauert übrigens von 9 bis 0.30 Uhr. Man kann sie im Livestream verfolgen.

Mittwoch, 14. Oktober, 10.38 Uhr: Schnell reagiert: Die Nazi-Parolen in Waltrop sind getilgt. Der weiße Putz am Gebäude an der Niehues-Kreuzung, in dem Asylbewerber untergebracht sind, ist von den roten Hakenkreuzen und SS-Runen wieder befreit. Noch am Nachmittag desselben Tages kümmerten sich Maler um die Verschandelung.

 

Dreck weg: Noch am selben Tag haben Maler die Nazi-Parolen vom Haus an der Niehues-Kreuzung entfernt. #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 14. Okt 2015 um 0:47 Uhr

 

Mittwoch, 14. Oktober, 10.14 Uhr: "Ascheberg meldet Überlastung mit Flüchtlingen": Das meldete gestern der "Westfälische Anzeiger". Bürgermeister Bert Risthaus habe bei der Bezirksregierung Arnsberg Alarm geschlagen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wolle er künftig gefragt werden, bevor Ascheberg die nächste Zuweisung erhält. Man müsse Menschen abweisen, wenn statt 40 in der kommenden Woche 60 Flüchtlinge kämen. "Sollten mir weiterhin Menschen zugewiesen werden, ohne dass ich zuvor erklärt habe, eine Unterkunft bereitstellen zu können, müssen Sie damit rechnen, dass ich die Aufnahme verweigern und Ihnen die Personen zwecks Vermeidung von Obdachlosigkeit wieder zurückschicken werde“, heißt es laut FAZ im Protestbrief aus Ascheberg. Hier geht es zum Bericht über die Flüchtlings-Situation in NRW der FAZ und zum  Bericht des WA aus Werne .

Dienstag, 13. Oktober, 18.45 Uhr: Was kommt da eigentlich auf die Jobcenter und Arbeitsagenturen in Deutschland zu, wenn sie nun auch die angenommenen Asylbewerber in Arbeit vermitteln sollen? „Der Schlüssel zur beruflichen Integration ist die Sprache“, sagt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des im Jobcenters Kreis Unna. Hier sieht er das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge in der Pflicht. So müssten Sprachkurse nicht nur angeboten werden, es müsse auch darauf geachtet werden, dass diese genutzt werden. „Wir müssen anfangen, uns zusammenzusetzen und an den Schlüsselkompetenzen zu arbeiten.“ Hierfür seien nicht nur Sprachkenntnisse notwendig, sondern auch eine Kompetenzfeststellung. „Wenn einer sagt, dass er Chirurg oder Tischler ist, aber keine Unterlagen dabei hat, dann müssen wir diese Fähigkeiten irgendwie anerkennen lassen.“ Eine Prognose zur Zahl der Leistungsempfänger hat er ansonsten nicht. Anders sein Kollege Detlef Schütt, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales beim Kreis Coesfeld: Dort rechne man für das Jahr 2016 mit 500 zusätzlichen Bedarfsgemeinschaften, womit rund 1000 Menschen verbunden sind. Ein großes Hintergrund-Stück mit dem Titel "Der Schlüssel zur Integration" lesen Sie morgen in den Ruhr Nachrichten Selm / Olfen / Nordkirchen auf der Regionalen Wirtschaft. Die gibt es hier.

Dienstag, 13. Oktober, 17.37 Uhr, Bork: Wussten Sie eigentlich, dass die "Schicksalshelfer" im "Together Market", der Kleiderkammer für die Flüchtlingsunterkunft am LAFP, in den vergangenen Wochen fast 1200 einzelne Tüten gepackt haben? Tüten mit Kleidungsstücken: Hosen, Schuhen, Jacken, Socken - das Nötigste, das die Menschen hier für den Winter brauchen. Dabei folgten sie den Anweisungen des Deutschen Roten Kreuzes, das die Zeltstadt betreibt und Packzettel erstellt hatte mit den Konfektionsgrößen der Bewohner. Ein Riesen-Aufwand, den die Ehrenamtlichen da betrieben.

 

Packliste in der Kleiderkammer Bork für die Flüchtlings-Notunterkunft am LAFP #Flüchtlinge #Bork

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 13. Okt 2015 um 8:44 Uhr

 

Dienstag, 13. Oktober, 13.28 Uhr: Die Niehues-Kreuzung kennt jeder Borker, und auch das weiße, alte Gebäude an besagtem Abzweig zwischen Bork, Vinnum und Waltrop. Die "Waltroper Zeitung" meldet soeben, dass es hier seit heute Nacht ebenso wie an drei anderen Gebäuden in Waltrop Nazi-Schmierereien und -Parolen gibt. "Raus hier", "SS", Hakenkreuze verschandeln jetzt die weiß verputzten Wände an dem alten Gemäuer, in dem zurzeit Flüchtlingsfamilien untergebracht sind. In roter Schrift und großen Buchstaben. In eine Unterkunft am Lehnemannshof haben die Täter sogar das Gebäude betreten und im Treppenhaus ihre dreckigen Spuren hinterlassen. Nun ermittelt der Staatsschutz. Die Polizeisprecherin Ramona Hörst sagte der Deutschen Presseagentur: "Ähnliches hat es in diesen Ausmaßen in der Region noch nicht gegeben." Hier berichten wir mit dpa-Material' tag=', hier die Kollegen der "Waltroper Zeitung". Der Staatsschutz ermittelt. 

Dienstag, 13. Oktober, 6.29 Uhr, Nordkirchen: Unsere Aufgabe ist es auch, Gerüchten rund ums Thema Flüchtlinge nachzugehen - davon gibt es ja eine ganze Menge. Das neueste Gerücht oder eine aktuelle Vermutung lautet, dass die beiden Täter des Edeka-Raubes' tag=' aus der Notunterkunft kämen. Dazu gebe es mehrere Quellen, heißt es auch aus einer Ecke, die eigentlich nicht der Gerüchteküche zuzuordnen ist. Wir haben natürlich bei der Polizei-Pressestelle nachgefragt, ob die Tat in Zusammenhang stehe mit der Notunterkunft am Schloss. Darauf erhielten wir aber weder ein Nein noch ein Ja als Antwort - wir können diese Vermutung zurzeit also weder dementieren noch bestätigen. (Anmerkung: So lange die Polizei den Verdacht auf die Tatverdächtigen nicht erhärten kann, kann sie auch schlecht schon mit Ja der Nein antworten.)

Montag, 12. Oktober, 18.14 Uhr: "Herr Dr. Lüdke, schönes Wohnzimmer. Wie groß ist das?"

"Ungefähr 40 Quadratmeter groß."

"Wenn Sie hier Flüchtlinge unterbringen sollten – wie viele Betten würden Sie aufstellen?"

"Eins, maximal zwei Betten."

"In Notunterkünften leben die Menschen auf engstem Raum zusammen. Wie viel Platz braucht ein Mensch für sich?"

"Aus therapeutischer Sicht ist es so, dass jeder Mensch bestimmte Zonen hat: Es gibt eine Intim-Distanz, die liegt so bei 60 Zentimetern. Wenn wir einem Menschen gegenüber sitzen, gibt es eine Wohlfühlzone. Die liegt zwischen 80 und 100 Zentimetern. Es gibt außerdem soziale Distanzen."

Das ist der Beginn eines ausführliches Interviews unseres Kollegen Torsten Storks mit dem Lüner Psychologen Christian Lüdke. Es geht um das Leben in Großunterkünften und was es mit den Menschen macht, die auf der Flucht sind. Morgen in der Zeitung und eZeitung

Montag, 12. Oktober, 17.51 Uhr, Bork: Bevor die ersten Flüchtlinge nach Bork kamen, hatte Bürgermeister Mario Löhr die Bevölkerung bei zwei Bürgerversammlungen über die Notunterkunft informiert. Damals versprach er, eine weitere Bürgerversammlung abzuhalten, wenn die Notunterkunft einige Wochen in Betrieb ist. Die ist jetzt terminiert: Sie findet am Montag, 19. Oktober, ab 19 Uhr in der Mensa des LAFP statt. Damit sich die Bürger einen Einblick über die Notunterkunft verschaffen können, wird zu Beginn der Versammlung ein Film mit Eindrücken aus der Unterkunft gezeigt. Anschließend werden wie bei den ersten beiden Versammlungen Vertreter von Behörden und dem Deutschen Roten Kreuz berichten. Danach besteht die Möglichkeit, Fragen an die Vertreter der Stadt Selm, der Bezirksregierung, LAFP, Polizei und DRK zu stellen.

 

Aktion Arschloch: Diese Selmer protestierten Freitag recht spontan gegen Fremdenfeindlichkeit (Foto: Dinter) #selm #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 12. Okt 2015 um 8:07 Uhr

 

Montag, 12. Oktober, 17.08 Uhr: Eine kleine Protestaktion gab es übrigens am Samstag am Bürgerhaus: Zehn Selmer zeigten Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit. Jasmina Dinter hatte die "Aktion Arschloch" für Selm (so der offizielle Name, angelehnt an das Anti-Rechtsradikalen-Lied der Gruppe "Die Ärzte") recht spontan ins Leben gerufen. Sie sagte bei der kleinen Kundgebung: "Die derzeitige Situation in Deutschland aufgrund der Flüchtlingskrise sorgt auch bei mir für Erschrecken. Besorgte Bürger tragen ihre Angst, ihren Hass und ihre Hetze durch unser Land. Ich denke, dass diese Menschen sich die Verfolgung, den Krieg, den Hunger und ihre Not nicht ausgesucht haben. Nicht die Menschen, die zu uns flüchten, verursachen allein das Chaos, sondern ihre Regime, religiöse Fanatiker und in unserem Land geht mein Signal an unsere Politiker. Mein Appell an alle Menschen da draußen: Zeigt Mitgefühl, habt keine Angst, habt keinen Neid und nicht zuletzt stoppt den Hass! Helft lieber, damit das Chaos uns nicht regiert!"

Montag, 12. Oktober, 10.04 Uhr, Nordkirchen: 156 Menschen sind in Hallenbad und Turnhalle Nordkirchen untergebracht - und es heißt von da, es gebe eine "familiäre Atmosphäre" unter den Bewohnern. Viele, sagt Leiterin Irina Möllering, helfen bei der Versorgung der Notunterkunft selbst mit - zum Beispiel beim Putzen. Und auch die Hilfsbereitschaft im Ort sei groß. 50 Menschen kamen zu einem Treffen. Nun geht es darum, wie man die Hilfe und die Angebote koordiniert. In diesem neuen Blog der Helfer aus Nordkirchen wird gesammelt, was aktuell gebraucht wird und wie man helfen kann: helfen.nordkirchen.de

Was geschah vorher? Alles zur Woche vom 3. bis 11. Oktober 2015 lesen Sie auf der nächsten Seite.

Sonntag, 11. Oktober, 21.32 Uhr: Haus Knipping muss als Kleiderkammer abgelöst werden. Nicht wie ursprünglich gedacht bis zum Ende des Jahres kann das Ex-Hotel als Lager- und Sammelstelle für Kleider- und Sachspenden herhalten. Der Besitzer des Hauses, der es dem Arbeitskreis Asyl seit Juli zu diesem Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, möchte mit dem Umbau beginnen: Hier entstehen im kommenden Jahr Eigentums- und Mietwohnungen. Der Arbeitskreis sucht deshalb jetzt Räume, um die Spenden, die sich noch im Hotel befinden, anders zu lagern. Auf Dauer sei wünschenswert, so einen Raum wie der Asylkreis Bork zu haben, wo Spenden auch an fest zugewiesene Flüchtlinge in Selm ausgegeben werden könen. Nun gelte es aber erst mal, Haus Knipping besenrein wieder an den Besitzer zu übergeben. Dafür plant der Arbeitskreis eine große Aktion am Samstag, 24. Oktober. „Wir brauchen unbedingt viele Helfer“, sagt Manfred Uckat. Wer bei der Aktion helfen möchte oder mit Blick auf das Problem mit dem Räumlichkeiten eine Idee hat, kann sich bei Uckat unter Tel. (0176) 39284452 melden.

Samstag, 10. Oktober, 13.15 Uhr: Eine kleine Gruppe Selmer werden sich in einer Dreiviertelstunde vor dem Bürgerhaus zu einer spontanen Aktion zusammen finden: Sie wollen ein Zeichen setzen für Toleranz und gegen Fremdenhass und werden das Lied "Schrei nach Liebe" von den Ärzten singen. In diesem Hit aus den 90er-Jahren wird die Neonazi-Szene thematisiert und aufs Korn genommen. Der Song hatte vor wenigen Wochen eine große Renaissance gefeiert und war in die Charts wieder eingestiegen. Um 14.30 Uhr soll die an einen Flashmob erinnernde Aktion vorbei sein. Jeder ist spontan eingeladen, mitzumachen.

Freitag, 9. Oktober, 13.41 Uhr, Bork: Seit rund sechs Wochen gibt es die Zeltstadt von Bork nun. So ist es aktuell um die Notunterkunft bestellt:

  • Die Zeltstadt hat seit einer Woche eine neue Leiterin: Nina Solke. Die DRK-Mitarbeiterin ist 40 Jahre alt und hat in der Vergangenheit vor allem im Ausland für das DRK gearbeitet. Vor allem in Gebieten, wo bewaffnete Konflikte herrschen und „wo auch unsere Flüchtlinge herkommen“, so Solke. Sie ist nach Ozan Kubat und dem vorübergehenden Chef Thomas Kirschner die dritte Person in der Funktion.
  • In der Zeltstadt hat es in den vergangenen Tagen die ersten Wechsel gegeben. So haben rund 100 Flüchtlinge in der vergangenen Woche die Unterbringung verlassen – am Mittwoch kamen 170 neue Bewohner an. „So bleiben wir immer ungefähr unter der Grenze von 1000 Bewohnern“, so Nina Solke. Für die neuen 170 Bewohner konnte Lutz Linder von den Schicksalshelfern verkünden, dass die Bedarfstüten bereits fertig gepackt seien. „Sie stehen zur Abholung bereit“, sagte er gestern.
  • Zum Thema Sicherheit machte Hermann Langhals von der Polizei deutlich, dass es im Umfeld der Zeltstadt in Bork keine erhöhte Kriminalität gebe. Konflikte – bis hin zu leichter Körperverletzung – seien innerhalb der Zeltstadt schon vorgekommen. „Das ist einfach so, wenn 1000 Menschen auf so engem Raum zusammenleben“, so Langhals.
  • Werner Denz vom Ordnungsamt der Stadt sagt: „Größere Beschwerden liegen uns nicht vor.“ Zwar habe es mal kleinere Beanstandungen etwa zum Thema Müll gegeben, insgesamt sei das aber unauffällig. Auch von Ruhestörungen konnte er nicht berichten.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten: Gerade in den kommenden Wintermonaten wird das immer wichtiger werden, so die Einschätzung der Beigeordneten Sylvia Engemann. Es müsse einen Ehrenamtskoordinator geben, den der DRK-Landesverband als Betreiber der Zeltstadt einsetzen möchte. Diese Stelle sei jedoch noch nicht besetzt – es werde noch dran gearbeitet. „Im Sozialbereich sind noch einige Stellen offen“, räumte Nina Solke ein.    

Freitag, 9. Oktober, 8.23 Uhr, Lüdinghausen: Das ist Nachbarschaftshilfe: Der Arbeitskreis Asyl Olfen hatte zu Lebensmittelspenden aufgerufen und überbrachte sie nun an die Tafel in Lüdinghausen. Dort war in den vergangenen Tagen die Not groß. Die Westfälischen Nachrichten berichten hier.

Freitag, 9. Oktober, 8.21 Uhr, Nordkirchen: 156 Menschen sind jetzt in Nordkirchen in der Notunterkunft am Schloss untergebracht. Damit ist die Vollauslastung fast erreicht: 4 Plätze sind noch frei. Alles zum aktuellen Stand der Dinge' tag='.

Freitag, 9. Oktober, 8.14 Uhr: Bisher hatte Werne noch keine Notunterkunft - das wird sich bald ändern. Im Ortsteil Stockum wird in einer Turnhalle Platz für 200 Asylsuchende geschaffen. Das sei dringend erforderlich, sagte Landrat Michael Makiolla gestern. Am Nachmittag wurden die Anwohner und Bürger Wernes informiert. Das sind die Fakten: 

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Donnerstag, 8. Oktober, 11.19 Uhr: Die Stadt Selm plant eine Dankesfeier für Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Sie findet am 16. November im Bürgerhaus statt. Teilnehmer-Listen gehen dazu herum in den Asylkreisen und da, wo Helfer sich täglich treffen - zum Beispiel in der Kleiderkammmer in Bork am Marktplatz. Die Stadt möchte so zu einer Abschätzung kommen, für wie viele Menschen sie die Dankesfeier in etwa ausrichtet. 

Donnerstag, 8. Oktober, 11.13 Uhr, Bork: Mit etwa 170 Neuankömmlingen rechnet die Zeltstadt in Bork in diesen Tagen, gestern und heute. Diese Menschen sind gerade erst in Deutschland und brauchen vor allem winterfeste Kleidung: Am Wochenende sind nachts erstmals Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt angekündigt (Wettervorhersage).   

Donnerstag, 8. Oktober, 10.45 Uhr: Darüber spricht heute ganz Medien-Deutschland: Kanzlerin Angela Merkel gestern Abend eine Stunde lang allein bei "Anne Will" in der Talksendung. Das Haupt-Thema, das eigentlich einzige: die Flüchtlingswelle und der Umgang Deutschlands damit. Laut "Spiegel online" jubelt das Netz darüber wie selten, laut "Frankfurter Rundschau", die vor allem Politiker-Stimmen zusammengetragen hat, mischt sich auch Skepsis und Kritik in das Lob. Die zwei dpa-Kollegen Jörg Blank und Henning Otte haben das Interview einer Analyse unterzogen' tag='. Von einem "packenden Auftritt" voller Entschlossenheit und Menschlichkeit schreibt bento-Redakteur Ole Reißmann.  

 

Merkel bei Anne Will: Der vielleicht stärkste Auftritt ihrer Kanzlerschaft http://t.co/fXT35tUn0u#annewillpic.twitter.com/JAxUVXA7yX

— bento (@bento_de)

 

Donnerstag, 8. Oktober, 10.31 Uhr: Auf Einladung genossen die Schicksalshelfer gestern eine Tour mit "ihren" Flüchtlingen aus Bork und Selm in den "Movie Park" Bottrop. Die Fahrt sponserte das Selmer Unternehmen "Easy Car", die Eintrittskarten der Park. Einen ganzen Tag lang gelebte Integration. "Es war einfach grandios! Nicht der Park, sondern wie ausgelassen unsere Jungs und unsere Mädels unterwegs waren", bilanzierte Figan Ucar-Macit, eine der Begleiterinnen. 

 

Flüchtlinge aus Selm und Bork und die Schicksalshelfer genossen jetzt auf Einladung einen Tag im "Movie Park" Bottrop. #Flüchtlinge #selm #Bork (Foto: Figan Ucar-Macit)

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 8. Okt 2015 um 1:28 Uhr

 

Mittwoch, 7. Oktober, 18.56 Uhr, Bork: Der "Together Market" ist die Kleiderkammer in Bork für die Zeltstadt-Notunterkunft auf dem Gelände der Polizeischule LAFP. Tobias Weckenbrock war heute drin und hat für alle, die den Ort noch nicht gesehen haben, aus einem der drei großen Räume eine 360-Grad-Ansicht mitgebracht. Hier ist vieles da für den Winter...

Mittwoch, 7. Oktober, 18.48 Uhr: Es soll ein bisschen mehr sein als eine Kleiderkammer: Im Ascheberger Ortsteil Herbern eröffnet jetzt ein Sozialkaufhaus. Unsere Reporterin Helga Felgenträger hat sich das Konzept erklären lassen: 

Mittwoch, 7. Oktober, 17.37 Uhr: 40 Prozent mehr Kunden als üblich haben die Tafeln im NRW. Im Kreis Unna haben zurzeit etwa 4000 Menschen einen Nutzungsausweis. Darunter sind Obdachlose und andere Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Das Problem nun: Durch die steigende Anzahl an Kunden reichen die Lebensmittel, die die Einzelhändler zur Verfügung stellen, nicht mehr aus. Auch die Zahl der ehrenamtlichen Helfer ist nicht mehr groß genug. Die Tafel im Kreis Unna hat nun einen Ausgabestopp von Ausweisen ausgegeben. Die Hintergründe hat Reporterin Sylvia vom Hofe hier zusammengetragen: 

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Mittwoch, 7. Oktober, 17.34 Uhr, Vinnum: Hier hat unser Reporter Theo Wolters die aktuellen Fakten zur Gesundheitslage im Zeltdorf von Vinnum zusammengetragen. Wichtigste Botschaft: Die Quarantäne ist aufgehoben.

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Mittwoch, 7. Oktober, 17.31 Uhr: Hiobsbotschaft aus Lünen: Dort sind unter Flüchtlingen mehrer Tuberkulose-Fälle bekannt. Sie werden im Marienhospital behandelt. Eine Massenunterbringung ist eben ein fragiles Gebilde. Besteht eine Gefahr der Ansteckung? Ja, aber nur eine minimale, wie ein Mediziner sagt. Alle wichtigen Infos hat Reporter Marc Fröhling hier zusammengestellt:  

Mittwoch, 7. Oktober, 12.04 Uhr, Vinnum: "Wie klasse ist das denn?", schrieb eine Vinnumerin gestern Abend bei Facebook. "Meine Nachbarn haben super viel Spaß im Lager. Sie trommeln, tanzen, klatschen und singen. Lachende Kinder mit ihrer Familie und Freunden... Toll, wie viel Spaß sie haben." Die Facebook-Nutzerin sei selbst direkte Anwohnerin des Zeltdorfes, schreibt sie.  

Mittwoch, 7. Oktober, 12.02 Uhr, Vinnum: Die Quarantäne im Vinnumer Zeltdorf ist inzwischen wieder aufgehoben. Dort waren drei Kinder mit Verdacht auf Windpocken mit ihren Familien in ein gesondertes Zelt gekommen, um Ansteckung zu vermeiden. Sobald wir mehr wissen, berichten wir weiter.

Mittwoch, 7. Oktober, 11.59 Uhr: Eine kleine Gruppe von Flüchtlingen aus Selm und Bork und Ehrenamtliche der "Schicksalshelfer"-Gruppe haben sich heute auf den Weg nach Bottrop gemacht: Sie sind eingeladen worden in die "Movie World" und genießen dort den Tag im Freizeitpark. "Easy Car" hat für die Tour einen Bus zur Verfügung gestellt. Eine Spaß-Veranstaltung, mit der die Ehrenamtlichen den Kontakt enger knüpfen und Integration in unsere Gesellschaft über Sprache und private Kontakte zu verbessern.

Dienstag, 6. Oktober, 18.46 Uhr: Die Jugendherberge am Cappenberger See ist seit Freitag auch als Außenstelle der Erstaufnahme-Einrichtungen in Dortmund-Hacheney und Unna-Massen umfunktioniert. Dort sind inzwischen 90 Menschen untergebracht, darunter 20 Kinder. So ist der Stand der Dinge in der Selmer Nachbarschaft, und so geht es dort laut Plan weiter:

Dienstag, 6. Oktober, 12.59 Uhr: Internetnutzung für Flüchtlinge über WLAN - eines der vielen Themen, um die sich die Stadt Selm gerade bemüht. Sie prüfe derzeit, ob die technischen Voraussetzungen gegeben sind, damit die Flüchtlinge in den Unterkünften in Bork und Cappenberg Internet zur Verfügung haben. „Die Telekom testet gerade, ob in Bork und Cappenberg Telefonanschlüsse gelegt werden müssen“, sagt Sprecher Malte Woesmann. Es sei aber nicht damit getan, einen Anschluss zu legen - die Kosten spielen auch eine Rolle. Für die Körnerstraße stünden Netze in der Bib und im Sunshine zu den jeweiligen Öffnungszeiten zur Verfügung. „Das ist natürlich nicht das gleiche wie ein Internetzugang in den Unterkünften“, sagt Natalie Stefanski vom Arbeitskreis Asyl Selm. Öffnungszeiten seien nicht zwingend die Zeiten, zu denen Asylbewerber mit den Verwandten in der Heimat skypen oder sich anderweitig austauschen wollen.

Dienstag, 6. Oktober, 11.07 Uhr, Bork: Wir hatten vor Wochen, als die Notunterkunft in Bork noch errichtet wurde, schon mal die Frage in den Raum gestellt, wie es sich mit der Berichterstattung über die und aus der Zeltstadt für uns verhalten wird. Dann kam der Bezug, dann kam die Quarantäne, dann kam der überraschende Wechsel in der Leitung der Notunterkunft. Und nun werden wir langsam mal das Thema auch bei uns in den Mittelpunkt rücken: Wie lebt es sich eigentlich in einer Notunterkunft mit 1000 Plätzen? Wie sieht es dort aus? Wie funktioniert die Zeltstadt, wie ist sie organisiert? Wie ist die Essensausgabe geregelt? Wer hat dort was zu sagen, wie wird die Notunterkunft geführt? Wie wird sozialpädagogisch und seelsorgerisch gearbeitet? Das "Mindener Tageblatt" hat lange Diskussionen geführt mit der Stadtverwaltung Mindens - und Absagen erhalten: Die Redaktion darf nicht in die Notunterkunft von Häverstädt; mit dem Verweis auf ein Hausrecht. In einem offenen Schreiben der Redaktion heißt es: "Chefredaktion, Ressortleiter und Mannschaft können diese Haltung der Stadt nicht nachvollziehen. Sie betrachten das als grobe Einschränkung ihres Rechts auf freie und unabhängige Berichterstattung. Die Chefredaktion erwägt mittlerweile ernsthaft, dieses Recht einzuklagen." Wir werden verfolgen, was daraus wird. 

Dienstag, 6. Oktober, 10.55 Uhr: Bei der hohen Zahl der Menschen, die hier Asyl suchen, kommt es auch auf die gesamte Gesellschaft an - gemeint ist hier oft das Ehrenamt als Kitt der Gesellschaft. In der Flüchtlingsarbeit engagieren sich in Selm und Umgebung viele Menschen. Aber auch für sie ist die Situation neu. Darum gibt es Angebote der Schulung. Jetzt wieder ein neues in Dortmund, das heute Abend oder Donnerstagabend beginnt: Zwei Qualifizierungskurse der evangelischen Kirche zur ehrenamtlichen Arbeit mit Asylbewerbern, die Interessenten fit machen in vielen Fragen zu Asylverfahren und Behördenarbeit. Sie sollen den Einstieg ins Thema erleichtern. Die Teilnahme ist kostenfrei, hier kann man sich anmelden

Montag, 5. Oktober, 19.14 Uhr: Das Treffen der Selmer "Schicksalshelfer" mit dem Bürgermeister ist inzwischen terminiert: Es findet am Freitag statt, bleibt allerdings in kleinem Rahmen. Offen für alle, die helfen möchten, ist die Runde des Asylkreises Selm. Der kümmert sich vorwiegend um die Unterstützung der fest zugewiesenen Asylbewerber in Selm selbst. Treffen ist am Mittwoch, also übermorge, um 19 Uhr im Bürgerhaus.

Montag, 5. Oktober, 19.09 Uhr, Nordkirchen: 111 Menschen sind nun in der Notunterkunft in Nordkirchener Hallenbad und Turnhalle untergebracht. Am Sonntagabend um 23 Uhr kam ein Bus der Bundeswehr aus München mit 50 asylsuchenden Menschen an. Unser Reporter Theo Wolters hat hier die Fakten notiert:

Montag, 5. Oktober, 19.04 Uhr, Vinnum: Weil es in Vinnum selbst so gut wie keine Versorgungsmöglichkeiten für die Bewohner der Notunterkunft gibt, gibt es seit einigen Tagen einen speziellen Bus-Fahrservice: Täglich um 14.30 Uhr fährt ein Shuttle vom Ziegelei-Gelände nach Olfen. Der Service wird nach Angaben der Verantwortlichen bisher gut angenommen. So können die Menschen ein paar Kleinigkeiten für den eigenen Bedarf und über die Versorgungs in der Notunterkunft hinaus einkaufen.

Montag, 5. Oktober, 18.59 Uhr, Vinnum: In Bork dauerte es nur wenige Tage, bis in der Notunterkunft jemand an Windpocken erkrankte - so ist das nun auch im neuen Vinnumer Zeltdorf. Dort stellten Ärzte bei drei Kindern die ansteckende Viruserkrankung fest. Das heißt nun auch in Vinnum: Quarantäne. Es wird in den kommenden zwei Wochen keine Neuaufnahmen geben. Nachbarn müssen sich allerdings keine Sorgen machen. Was das für die erkrankten Kinder und die Bewohner bedeutet, hat Theo Wolters hier aufgeschrieben:  

Montag, 5. Oktober, 10.21 Uhr, Bork: Regale für die Kleiderkammer gesucht! Wer alte Regale übrig hat, der kann sich einfach bei den "Schicksalshelfern" melden. Man erreicht sie via Facebook oder telefonisch über die Hotline der Stadt Selm, wo ehrenamtliche Hilfe koordiniert wird. Die Stadt Selm hat inzwischen auch ein Formular im Internet eingerichtet, wo jeder, der helfen möchte, sich registrieren kann - ganz einfach, in ein paar Minuten. Hier geht es zum Formular.

Montag, 5. Oktober, 10.15 Uhr: Was sind die Probleme, mit denen die kommunal zugewiesenen Flüchtlinge in Selm zu kämpfen haben? Wir haben uns mit der Helferin Natalie Stefanski unterhalten, die im Arbeitskreis Asyl Selm mitarbeitet und seit Ende vergangener Woche eine Art Sprechstunde in der Burg Botzlar anbietet. Hier ihre Diagnose zum Anhören und Nachlesen:

 

Montag, 5. Oktober, 10.10 Uhr, Bork: Jetzt steht ein Treffen mit dem Chef an: Bürgermeister Mario Löhr möchte mit den Mitarbeiterinnen der Schicksalshelfer-Gruppe über ihre Sorgen und ihr Konzept für die Kleiderkammer-Ausgabestelle in Bork sprechen. Die "Schicksalshelfer" betreiben den "Together Market" in Bork, der als Kleiderkammer für die Notunterkunft am LAFP fungiert. Die Ehrenamtlichen beklagen, dass sie keinen Kontakt zu den Flüchtlingen haben. Sie sollen zum Beispiel Tüten für die Bewohner der Zeltstadt packen, die dann in die Zeltstadt gebracht werden - sie würden befürworten, wenn sich die Flüchtlinge die Kleidung selbst im "Together Market" aussuchen könnten. Stadt und DRK, Betreiber der Notunterkunft, haben dies bisher aufgrund von Sicherheitsbedenken bisher anders geregelt.    

Was geschah vorher? Alles zur Woche vom 26. September bis 3. Oktober 2015 lesen Sie auf der nächsten Seite.

Samstag, 3. Oktober, 13.18 Uhr: Unsere Serie geht weiter: Wir haben jetzt im zweiten Teil mit Amed Kino gesprochen. Den 26-jährigen Syrer aus der Unterkunft an der Körnerstraße trafen wir vor einem halben Jahr und sprachen mit ihm über seine Flucht - und was ist bis heute aus ihm geworden?

Jetzt lesen

 

Samstag, 3. Oktober, 12.54 Uhr: Wir schauen nach Lünen. Dort hat Reporter Marc Fröhling die Ankunft von neuen Flüchtlingen begleitet. Eine interessante Reportage über die Sorgen und Nöte: 

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Samstag, 3. Oktober, 12.32 Uhr: Heute schon Zeitung gelesen? In Teil 2 unserer großen Hintergrund-Serie mit der "Rheinischen Post" und der "Neuen Osnabrücker Zeitung" geht es heute um die Herkunftsländer der Menschen, die zu uns kommen. Eine Doppelseite, die aufklärt. Hier lesen.

Freitag, 2. Oktober, 10.16 Uhr: Auch heute enthält der tägliche Früh-Newsletter unseres Chefredakteurs Wolfram Kiwit wieder ein prägnantes Zitat (wie jeden Tag) - diesmal geht es um die Flüchtlings-Debatte. Es kommt aus der Bundestagsberatung zum Asylpaket. Dort kritisierte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Katrin Göring-Eckardt, ironisierend das Vorhaben, Flüchtlinge länger in Erstaufnahmeeinrichtungen festzuhalten. Lesen Sie selbst: "Ich habe mir mal vorgestellt, wie das wäre, wenn wir alle in einer Messehalle untergebracht wären, gemeinsam auf Feldbetten, Herr Kauder neben Frau Wagenknecht, und dann würde auch noch jemand sagen: Die Grünen, die sind die kleinste Fraktion, die müssen zuerst an die Essensausgabe. Ich nehme an, es würde alles total friedlich und ohne Schreiereien abgehen." Sie wollen den Newsletter auch jeden Tag in Ihr Postfach bekommen? Hier anmelden - kostenfrei.   

Freitag, 2. Oktober, 9.18 Uhr: Viele kleine Aktionen führen zu einem großen Ergebnis: In der Nachbarstadt Werne sind nun 550 Euro zusammengekommen bei einem Frühstück für Flüchtlinge im Pfarrheim von St. Christophorus. Andrea Milde vom Pfarreirat übergab den Erlös jetzt an Hermann Steiger von der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF). Nur ein Beispiel für die vielen Dinge, die in der Region zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit geleistet werden.

Freitag, 2. Oktober, 9.13 Uhr, Vinnum: Bettentausch: Gestern sind Doppelstockbetten im Zeltdorf von Vinnum eingetroffen. Sie ersetzen ab heute die Feldbetten und erhöhen so die Kapazität auf dem Gelände der alten Ziegelei Hüning auf bis zu 300 Personen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und ehrenamtliche Helfer sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bauten gestern 150 dieser Betten auf. 

Donnerstag, 1. Oktober, 13.37 Uhr: Interkulturelles Training nennt sich das Angebot, das jetzt in Lüdinghausen Premiere feierte: Dabei erklärt eine Ethnologin Menschen, die sich in der Flüchtlingsarbeit integrieren, die kulturellen Besonderheiten der Asylsuchenden. Vergangenen Freitag war die erste von zwei Veranstaltungen zu diesem Thema. Hier berichten die "Westfälischen Nachrichten" darüber. Wer an Teil 2 interessiert ist, kann sich bei Vinzenz Mersmann darüber informieren.

Donnerstag, 1. Oktober, 13.27 Uhr: "Es geht derzeit nicht anders": Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière heute früh bei der Debatte im Bundestag zum Entwurf der großen Koalition, nach dem die Ausweitung der Liste der sicheren Herkunftsländer vergrößert werden soll, die Abschiebung schneller geregelt und die Leistungen in Form von Sachleistungen, nicht mehr in Form von Taschengeld an Asylsuchende ausgegeben werden sollen. In keinem Monat in den vergangenen Jahrzehnten seien so viele Menschen nach Deutschland gekommen wir im September 2015. Unterkünfte, sagte er, seien zum Teil überfüllt. Das deutsche Asylsystem sei auf diesen Andrang nicht eingestellt gewesen. Er forderte im Hinblick auf eine Massenschlägerei in einer Kasseler Unterkunft auch, dass Zuwanderer die deutsche "Rechts- und Wertekultur" akzeptieren müssten. Mehr in einer ersten Zusammenfassung bei "Spiegel online"

Donnerstag, 1. Oktober, 13.01 Uhr, Vinnum: Das sollte nicht sein: In der Nacht zu gestern sind in Vinnum zwei Busse mit Flüchtlingen aus einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund angekommen, die nicht richtig angekündigt waren. Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg hatten wohl veranlasst, dass die Busse nach Vinnum fahren, ohne das vorher - wie sonst üblich - mit dem Betreiber des neuen Zeltdorfes, dem Deutschen Roten Kreuz, abzustimmen. So war die Ankunft ein Kraftakt für alle Beteiligten: die Leitung und die Mitarbeiter der Vinnumer Notunterkunft, die Helfer, aber auch die Menschen in den Bussen selbst. Jessica Bader und Thomas Aschwer haben mit Bezirksregierung und DRK gesprochen und berichten ausführlich:

Donnerstag, 1. Oktober, 7.45 Uhr: Helfen, aber wie? Die Stadt Selm hat in einer PDF-Liste genau aufgeschrieben, wie man mit (Sach-)Spenden die Arbeit der Asylhelfer in Selm, Bork und Cappenberg unterstützen kann. Angegeben sind auch Spendenkontonummern. Das schöne: Das Geld landet direkt bei den Engagierten vor Ort, die damit Flüchtlingsarbeit bei uns leisten. Es geht kein Cent für irgendeine Bürokatie verloren. 

Donnerstag, 1. Oktober, 7.35 Uhr, Bork: Es ist ein zentraler Bestandteil der Flüchtlingsarbeit in Bork: die Hilfe der Ehrenamtlichen. Nicht alle sehen sich dabei in ihrem Engagement anerkannt; einige würden sich direktere Hilfe für die Zeltstadt wünschen, als zurzeit möglich ist. Um Organisatorisches und Wünsche abzuklären, trafen sich nun drei Frauen, die unter anderem in der Flüchtlingshilfe für die Zeltstadt sehr aktiv sind (Schicksalshelfer), mit Wolfgang Strickstrock und Roman Munko aus der Stadtverwaltung. Dabei machten die Frauen deutlich, dass die Motivation der Ehrenamtlichen stark daran gekoppelt sei, mit den Menschen auch in Kontakt zu kommen. Eine Option, die nun organisatorisch ausgearbeitet werden soll, ist laut den Helfern, dass die Flüchtlinge aus der Notunterkunft sich die Kleidung in der Kleiderkammer "Together Market" selbst abholen können. Bis dato müssen die Helfer dort Tüten packen, die dann den Flüchtlingen in der Zeltstadt überreicht werden. Sicherheitsgründe gaben bisher den Ausschlag zu dieser Regelung. Wer selbst helfen möchte, kann sich in der Kleiderkammer in Bork am Markt direkt melden oder bei der Hotline der Stadt Selm (Tel. 69322) anrufen.  

Donnerstag, 1. Oktober, 7.20 Uhr: Der Deutsche Bundestag trifft heute weitreichende Entscheidungen. Ab 9 Uhr werden die von CDU, CSU und SPD vorgeschlagenen Änderungen im Asylrecht im Parlament debattiert. Dabei geht es unter anderem darum, den Asylsuchenden kein Taschengeld mehr auszuzahlen, sondern den sonstigen notwendigen Bedarf über Sachleistungen zu decken. Das würde die Kommunen, die bisher das Taschengeld zahlen, entlasten, so der Plan. Auf der anderen Seite ist es ein neues großes bürokratisches Unterfangen, das dahinter steckt. Das schlagen die Regierungsfraktionen genau vor (PDF). Den schönen Namen "Entlastungsbeschleunigungsgesetz" trägt die zweite Debatte - hier geht es um einen Gesetzesentwurf (PDF), der regeln soll, dass der Bund den Ländern - und damit letztlich den Kommunen - Geld zur Verfügung stellt. Die von 2016 vorgezogenen 500 Millionen Euro zur Deckung der Kosten für die Unterbringung von Asylbewerbern fallen unter diese gesetzliche Regelung, aber auch eine Festlegung der genauen Zahlungen bis 2019. Auf phoenix.de kann man die Debatte ab 9 Uhr live verfolgen, die mit weiteren Themen bis 16.40 Uhr dauern wird.     

Mittwoch, 30. September, 8.49 Uhr, Nordkirchen: Nur wer genau hinsieht, erkennt noch, dass es sich hier um ein Hallenbad handelt: Die ohnehin gesperrte Einrichtung ist inzwischen zu einer Notunterkunft für Asylsuchende umgebaut worden. Dafür haben Bauarbeiter das Schwimmbecken mit Gerüsten auf Beckenrand-Niveau angehoben. Der Fußboden ist nun auch da. Unser Reporter Theo Wolters war gestern noch mal im Hallenbad, erklärt den Fortgang der Arbeiten - und, dass die Einrichtungsleitung der Landesunterkunft eine 28-jährige Bankkauffrau übernehmen wird.

 

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Notunterkunft in der ehemaligen Schwimmhalle

Ende der Woche steht die ehemalige Schwimmhalle in Nordkirchen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zur Verfügung. Wir haben uns dort schon mal mit der Kamera umgesehen.
29.09.2015
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Der untere Fensterbereich erhält noch Vorhänge.© Foto: Theo Wolters
Trennwände und Betten müssen noch aufgebaut werden.
Der Teppichboden ist in der Schwimmhalle verlegt.© Foto: Theo Wolters
Die Betten müsssen noch aufgebaut werden.© Foto: Theo Wolters
Der Teppichboden ist verlegt.© Foto: Theo Wolters
Matratzen liegen bereit.© Foto: Theo Wolters
Irina Möllering im Gespräch mit Bürgermeister Dietmar Bergmann und Landrat Konrad Püning.© Foto: Theo Wolters
Leiterin Irina Möllering (m.) stellte dem Regierungspräsidenten Reinhard Klenke die Einrichtung vor. Rechts Bürgermeister Dietmar Bergmann.© Foto: Theo Wolters
Blick in den Schlafbereich.© Foto: Theo Wolters
Irina Möllering leitet die Einrichtung in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Schlagworte Nordkirchen

 

Mittwoch, 30. September, 8.09 Uhr, Bork: Smartphones sind für die vielen Flüchtlinge in Bork ein Mittel, um sich zu informieren und Kontakt zu halten zu Freunden und Familie (und kein Luxus, denen man ihnen neiden muss). Das geht aber nur über eine gute Internet-Verbindung. Und die ist gerade in Massenunterkünften und auf dem Lande oft schwierig und für die Menschen recht teuer. Darum ist es ein Anliegen vieler Asylsuchender, WLAN-Netze nutzen zu können. Bei der Notunterkunft in Vinnum, die am Wochenende eröffnet wurde, gehörte die Einrichtung eines sogenannten "Access Points" oder "Hotspots" für die Stadt Olfen gleich dazu wie die Feldbetten und Starterkits für die eingezogenen Menschen. In Bork ist die Situation schwieriger: In der Notunterkunft, aber auch in der festen Einrichtung "Auf dem Südfeld" gibt es bis dato kein WLAN. Dabei hat die Stadtverwaltung schon mit ehrenamtlichen Experten der Freifunk-Initiative über dieses Thema gesprochen. Die "Freifunker" setzen sich für ein freies Internet auf den Straßen Deutschlands ein. Im Gespräch wurde deutlich, dass eine Mitnutzung eines WLAN an dieser Stelle schwierig wird: Laut Stadtsprecher Malte Woesmann hat das LAFP kein solches Netzwerk auf dem Gelände eingerichtet. "Darum muss dort eine andere Lösung gefunden werden", schreibt er auf Facebook. Welche Geräte benötigt werden und wie man das Problem löst, darüber werde zurzeit geredet. In Olfen half die städtische Tocher-Gesellschaft Olfenkom' tag=' dabei, das Projekt schnell umzusetzen. Dort gibt es auch auf dem Markt schon seit knapp einem Jahr ein frei nutzbares WLAN.

Dienstag, 29. September, 11.27 Uhr: In Stukenbrock-Senne, an einer anderen Zweigstelle des LAFP, ist inzwischen die Vorbereitung der Notunterkunft recht weit fortgeschritten. Die "Neue Westfälische" berichtet über eine große Spendenbereitschaft der Bürger der Stadt und über den Stand der Arbeiten an der Zeltstadt dort in diesem Bericht.

Dienstag, 29. September, 10.58 Uhr, Bork: Das sind die Kinder der Zeltstadt: Die Lions, die IPA-Verbindungsstelle, das LAFP und die Stadt Selm haben am Montagvormittag Teddys verteilt. Die Augen der Flüchtlings-Kinder leuchteten. Hier sind jede Menge Gute-Laune-Fotos: 

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Glückliche Kindergesichter in Bork durch Polizei-Teddys

Berührungsängste ab- und Vertrauen aufbauen: Die Polizei brachte am Montag, 28. September, über 200 Teddybären in die Borker Zeltstadt. Wir zeigen Bilder von der Geschenkaktion.
28.09.2015
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Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die Kinder hatten vorher Zettelchen bekommen. Die konnten sie gegen einen Teddy eintauschen.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die Teddys wurden gleich ausgepackt und begutachtet.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Das ist Polizeikommissar Yogi. Ursprünglich sollte er Kinder bei Verkehrsunfällen trösten. Nun soll er den Kindern in der Flüchtlingsunterkunft Freude bringen.© Foto: Jessica Bader
Die Teddys sollen Vorurteile gegenüber der Polizei bei den Kindern abbauen. In ihren Heimatländern und auf der Flücht haben sie teils schlechte Erfahrungen mit Polizisten gemacht.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Der Andrang war groß an der Teddy-Ausgabe.© Foto: Jessica Bader
Heiner Minzel von IPA-Verbindungsstelle Bork hatte die Teddys dabei.© Foto: Jessica Bader
Schlagworte Selm

Montag, 28. September, 13.31 Uhr, Vinnum: Die Zahl der Flüchtlinge, die in die Zeltstadt nach Olfen-Vinnum kamen, ist nach unten korrigiert worden. Nicht 84 oder 81 kamen am Wochenende, sondern nur 61. Eine schwangere Frau und ihre Kinder sind von den Ärzten weitergeschickt worden ins Krankenhaus.

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Montag, 28. September, 10.35 Uhr, Bork: Zur Stunde bekommen Dutzende Kinder in der Borker Zeltstadt Teddys geschenkt: Die "International Police Association" mit ihrer Verbindungsstelle am LAFP und der Selmer Lions Club verteilen Stoff-Polizeibärchen an alle Kinder unter den Notunterkunft-Bewohnern. Es soll ein Willkommensgruß sein und eine pädagogische Maßnahme: Die Polizei in Deutschland steht nicht für Waffen, Krieg und Gewalt, sondern für Hilfe und Sicherheit. Wir werden berichten, wie die Teddys ankommen.

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Glückliche Kindergesichter in Bork durch Polizei-Teddys

Berührungsängste ab- und Vertrauen aufbauen: Die Polizei brachte am Montag, 28. September, über 200 Teddybären in die Borker Zeltstadt. Wir zeigen Bilder von der Geschenkaktion.
28.09.2015
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Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die Kinder hatten vorher Zettelchen bekommen. Die konnten sie gegen einen Teddy eintauschen.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die Teddys wurden gleich ausgepackt und begutachtet.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Das ist Polizeikommissar Yogi. Ursprünglich sollte er Kinder bei Verkehrsunfällen trösten. Nun soll er den Kindern in der Flüchtlingsunterkunft Freude bringen.© Foto: Jessica Bader
Die Teddys sollen Vorurteile gegenüber der Polizei bei den Kindern abbauen. In ihren Heimatländern und auf der Flücht haben sie teils schlechte Erfahrungen mit Polizisten gemacht.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Die rund 200 Kinder in der Zeltstadt in Bork freuten sich über die Geschenke. Die Polizei und das Lions-Hilfswerk verschenkten über 200 Teddys.© Foto: Jessica Bader
Der Andrang war groß an der Teddy-Ausgabe.© Foto: Jessica Bader
Heiner Minzel von IPA-Verbindungsstelle Bork hatte die Teddys dabei.© Foto: Jessica Bader
Schlagworte Selm

Montag, 28. September, 9.54 Uhr, Nordkirchen: Hundertfach geklickt, meistgeklickt in den vergangenen vier Tagen in Nordkirchen war ein Artikel mit der Überschrift "Flüchtlinge: Nordkirchen stößt langsam an seine Grenzen". Interessant, denn dabei handelte es sich keineswegs um eine aktuelle Nachricht, sondern einen Bericht von Oktober 2014. Er ist nicht einmal ein Jahr alt, die Dinge aber, die dort stehen, wirken wie aus einer anderen Zeit. Wenn das Hallenbad eröffnet ist, sind in Nordkirchen achtmal so viele Asylsuchende untergebracht wie vor einem Jahr, wenn man Notunterkunft und die kommunal fest zugewiesenen Menschen zusammenrechnet. Dafür sind vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen inzwischen aber auch besser geregelt - und es gibt durch die Notunterkunft deutlich mehr Plätze. Warum dieser Artikel plötzlich eine "Renaissance" erfährt, wissen wir nicht. Hier ist er: 

Was geschah vorher? Alle Geschehnisse in der Woche vom 20. bis 27. September lesen Sie auf der nächsten Seite:

 

Sonntag, 27. September, 21.10 Uhr, Vinnum: Das Zeltdorf hat seit Sonntagabend nun auch Bewohner. Circa 80 60 Menschen sind mit zwei Bussen angekommen. Details stehen hier:

Samstag, 26. September, 14.19 Uhr, Vinnum: Das Zeltdorf auf dem Ziegelei-Gelände in Vinnum ist noch nicht eröffnet. Aber bald könnte es so weit sein. Die letzten Vorbereitungen laufen. Inzwischen ist klar, wer die Notunterkunft leitet. Einen Bus-Service will die Stadt anbieten und kostenfrei zu nutzendes Internet für die Bewohner. Theo Wolters hat den Stand der Dinge hier zusammengetragen:

   

Samstag, 26. September, 13.55 Uhr: Heute legen wir Ihnen wieder unsere Zeitung ans Herz. Wir haben eine Flucht-Redaktion gemeinsam mit den Kollegen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und "Rheinischen Post" gegründet und werden von heute an in großen Hintergrund-Stücken über die derzeitige Flüchtlings-Krise berichten. Den Auftakt machen wir heute in den Ruhr Nachrichten mit einer Doppelseite zur Migration früher und heute - lohnt sich! Hier können Sie die Zeitung auf Papier oder als eZeitung abonnieren.

 

Neue Serie in den Ruhr Nachrichten: Zusammen mit NOZ und RP haben wir eine Flucht-Sonderredaktion gegründet und berichten nun in den kommenden Wochen über die Hintergründe. Heute: die Historie der Flucht und Migration auf einer Doppelseite. #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 26. Sep 2015 um 2:26 Uhr

 

Samstag, 26. September, 12.32 Uhr, Bork: "Refugees Welcome - Die Welt ist bunt": So stand es auf einem Plakat, dass von Waltroper aus in Bork einfahrende Menschen in Bork begrüßte. Georg Sehrbrock hatte es an seinem Zaun aufgehängt. Nun wurde es gestohlen. Was steckt dahinter?

Jetzt lesen

Samstag, 26. September, 11.40 Uhr, Selm: Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung unserer großen Flucht-Reportage "Sehnsucht nach Frieden": Was ist aus den neun Menschen in Selm, Nordkirchen und Olfen geworden, deren Flucht in unserer Region wir beschrieben haben? Wie leben sie heute? In einer Serie berichten wir in den kommenden Wochen. Den Auftakt machen wir mit dem Rechtsanwalt Abdulnaser Alramadan.

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Freitag, 25. September, 10.34 Uhr: "Hetz im Netz!" Eine Masche, mit der rechtsextrem eingestellte Menschen versuchen, genau das zu tun, was sie der "Lügenpresse" unterstellen - dass sie nur Lügen über Asylbewerber und Zuwanderung verbreite und die eigentliche Wahrheit ausblende. Ein eindrucksvolles Beispiel schwappt gerade aus den USA herüber nach Dortmund. Der Kollege Thomas Thiel hat das recherchiert und aufgeschrieben. Andere Beispiele entlarvt das Internetportal "Mimikama", das hier Thema eines Berichts der "Rheinischen Post" ist. 

Donnerstag, 24. September, 8.51 Uhr: Die Geschichten der Menschen, die zu uns kommen - wir kennen sie nicht. Mit neun Menschen in Selm, Südkirchen und Olfen sprachen wir vor einigen Monaten über ihre Flucht (hier nachzulesen). Unsere Redaktion geht nun auf die Suche nach weiteren Geschichten: Please tell us your side of the refugee story! www.RN.de/yourstory 

Donnerstag, 24. September, 7.57 Uhr, Nordkirchen: 300 Menschen kamen gestern Abend in die Gesamtschule Nordkirchen zum Infoabend. Dorothee Feller, Vizepräsidentin der Bezirksregierung, bedankte sich dort dafür, dass in nur wenigen Stunden die Notunterkunft in der Turnhalle geschaffen werden konnte. Reporter Theo Woltersr hat die großen Themen zusammengefasst:

  • Feller erklärte, warum man zurzeit solche Notunterkünfte braucht: In der vergangenen Woche seien 14.000 Flüchtlinge nach NRW gekommen. Diese Woche 15.000. Feller: „Die Unterbringungsmöglichkeiten reichen nicht mehr aus.“
  • Die Nordkirchener wollten wissen, wie man helfen kann. Bürgermeister Bergmann erklärte, man habe sich mit einem Kreis Ehrenamtlicher getroffen. Es gebe viele Hilfsangebote, doch es sei wichtig, das zu koordinieren. Für jeden der drei Ortsteile soll es je einen Koordinator geben. DRK-Vorstand Schlütermann: „Es ist zwar schön, wenn Bürger einen Kuchen vorbeibringen wollen, aus hygienischen Gründen können wir aber keine Lebensmittel annehmen.“
  • Wie lange die Flüchtlinge in Nordkirchen bleiben: Feller: „Für die Flüchtlinge ist Nordkirchen die erste Unterkunft. Die Verweildauer beträgt rund zwei Wochen, kann aber auch etwas länger sein. Wenn die Menschen registriert sind, werden sie Kommunen fest zugewiesen, auch in anderen Bundesländern." Die Registrierung sei wichtig, um einen Asylantrag zu stellen.
  • Kommen noch mehr Menschen? Feller: „Das können wir nicht sagen. Es kann sein, dass der Zustrom aufgrund des nahenden Winters nachlässt, doch sicher sind wir nicht.“ 

Donnerstag, 24. September, 7.52 Uhr, Bork: Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe: In der Nachbarstadt Werne haben sich in den vergangenen Tagen viele (junge) Helfer zusammengefunden, um Kleiderspenden der Kolpingsfamilie zu sammeln - für die Zeltstadt in Bork. Das sind die Bilder einer tollen Aktion:

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Große Kleidersammlung für Flüchtlinge in Werne

Normalerweise sammelt die Kolpingsfamilie einen Anhänger voll Altkleider - am Wochenende waren es vier. Die Schüler des Werner Berufskollegs haben jetzt geholfen, drei Tonnen gespendete Kleidung für die Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge zu sortieren. Wir waren dabei.
23.09.2015
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Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Vor allem kleine Männergrößen waren gefragt.© Foto: Helga Felgenträger
Susanne Timpte (l.) hatte spontan die Idee, der Kolpingfamilie bei der Sortierung zu helfen.© Foto: Helga Felgenträger
Der stellvertretende Schulleiter Jürgen Artmann unterstützt die Spontanaktion.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Josef Meinke (r.) und Josef Gärtner sowie weitere Helfer der Kolpingfamilie brachten die gesammelten Altkleider in die Turnhalle des Kreis-Berufskollegs.© Foto: Helga Felgenträger
Die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs in Werne sortierten die Altkleider für die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung in Bork.© Foto: Helga Felgenträger
Schlagworte Werne

 

Mittwoch, 23. September, 19 Uhr: Die Flüchtlingskrise hat die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund am 17. September beschäftigt. Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna wollen den Herausforderungen stellen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die IHK hat nun einen Leitfaden herausgegeben, wie Unternehmen Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung bringen können. „Wir sind gefordert, das Potenzial der zum Teil gut ausgebildeten Flüchtlinge zu nutzen und sie über Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren“, meint IHK-Präsident Udo Dolezych. „Diese jungen Menschen brauchen einen Platz in unseren Unternehmen, nur dadurch gelingt eine schnelle und gute Integration.“ Unternehmen könnten Personallücken schließen. Hier gibt es den Leitfaden.

Mittwoch, 23. September, 16.09 Uhr, Olfen: Das Zeltdorf mit 300 Plätzen in Vinnum ist praktisch fertig. Theo Wolters hat sich dort heute noch mal umgesehen (Infos' tag='): 

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So sieht die Zeltstadt in Vinnum aus

Bis auf die Trinkwasserversorgung und kleinere Arbeiten ist die Zeltstadt in Vinnum weitgehend fertiggestellt. Außerdem fehlen noch die Betten. Wir zeigen wie die Flüchtlinge vorerst leben werden.
23.09.2015
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Schlagworte Vinnum

Mittwoch, 23. September, 16.03 Uhr: Das vielleicht komplizierteste für Flüchtlinge, die neu in Deutschland ankommen, ist die Formular-Flut. Sie bekommen viel Post, verstehen aber oft kein Wort. Und die Anträge, die sie ausfüllen müssen, sind oft auch in feinstem Behörden-Deutsch verfasst. Wie soll das gehen? Unter anderem mit Hilfe Ehrenamtlicher: Im Jobcenter in Bork gibt es die Hilfe schon länger - hier bietet Figan Ucar-Macit Hilfs-Sprechstunden an. Ab dem 2. Oktober, kommt eine Hilfs-Sprechstunde von Natalie Stefanski in der Burg Botzlar dazu: freitags, 9 bis 12 Uhr.    

Mittwoch, 23. September, 15.58 Uhr, Bork: Wir haben alle uns bekannten Gerüchte und Vorwürfe, die einigermaßen ernst zu nehmen sind, in einem Artikel gesammelt.  

Mittwoch, 23. September, 13.11 Uhr, Bork: Ein "beliebtes" Gerücht, das derzeit die Runde macht: Es seien zurzeit 3000 Menschen in der Zeltstadt in Bork untergebracht. Dauernd werde gelogen - die Behörden, die Polizei, die Presse. Auch hier gilt wieder: erst nachdenken und Gerüchte prüfen, dann reden (oder auch beliebt: bei Facebook schreiben). Es ist so, dass es zurzeit Busverkehr in Bork gibt. Am Dienstag zum Beispiel sind in aller Frühe drei Busse an der Notunterkunft vorgefahren. Es handelte sich aber keineswegs um einen Zuzug von Asylsuchenden in der Unterkunft, in der für maximal 1050 Personen Platz ist, sondern um einen Transfer nach Greven. Dort, am Flughafen Münster/Osnabrück, ist seit gestern die zentrale Registrierungsstelle für Flüchtlinge, die das Münsterland erreichen. 150 Menschen aus der Zeltstadt am LAFP kamen gestern am Morgen um 8 Uhr in Greven an und fuhren nach einem Frühstück dort mittags nach erledigter Registrierung zurück nach Bork. Nach wie vor sind knapp unter 1000 Menschen in Bork untergebracht. Und die "Westfälischen Nachrichten" berichten hier, was in Greven passiert. Wir haben uns mal die bekanntesten Gerüchte rund um das Thema Flüchtlinge in Bork angeschaut. Was dran ist, steht hier

Mittwoch, 23. September, 11.10 Uhr, Lüdinghausen: Schnell, schneller, Rotes Kreuz: Mittlerweile betreibt das DRK im Kreis Coesfeld bereits fünf Erstaufnahme-Einrichtungen. Allein am Dienstag dieser Woche sind Coesfeld und Lüdinghausen neu dazu gekommen. Die Einrichtung in Vinnum wird in den nächsten Tagen folgen. Im Grenzbereich Kreis Coesfeld / Kreis Unna gibt es jetzt vier Flüchtlings-Unterkünfte. Die größte Einrichtung ist in Selm-Bork mit maximal 1000 Plätzen, jeweils Platz für bis zu 150 Personen bieten die neu geschaffenen Unterkünfte in Nordkirchen und Seppenrade. In Olfen werden bis zu 300 Plätze zur Verfügung stehen.

 

 

Dienstag, 22. September, 16.15 Uhr, Olfen: Die Bezirksregierung Münster geht davon aus, dass die Zeltstadt in Vinnum auf dem ehemaligen Ziegeleigelände spätestens Mitte nächster Woche zur Verfügung steht. Sie ist für bis zu 300 Flüchtlinge ausgelegt. Die Zeltstadt ist weitgehend fertiggestellt, doch ist die Trinkwasserleitung noch nicht vollständig verlegt.

Dienstag, 22. September, 15.22 Uhr, Selm: Wissen Sie eigentlich, wie die Flüchtlingssituation auch unsere Arbeit verändert? Ein Beispiel: Unsere Redaktion ist zurzeit dauernd damit beschäftigt, Gerüchten nachzugehen. Wir nehmen unseren Auftrag ernst, auch wenn wir nicht jedes Gerücht - und es sind zum Teil wirklich absurde darunter - ernst nehmen können. Diebstahl, Belästigung - viele Dinge werden zurzeit oft leichtfertig erst einmal den Flüchtlingen zur Last gelegt. Nun haben wir nachgehört bei Jörg Hausner, dem Betreiber der Altstadtschänke. Es hieß, dort habe es kürzlich Ärger mit Flüchtlingen gegeben, den die Türsteher und die Polizei klären mussten. Anschließend habe die Polizei die Täter nach Bork zur Notunterkunft gebracht. Und die Ruhr Nachrichten hätten gesagt, darüber würde nicht berichtet. Das ist Unsinn! In der Tat habe es etwas Ärger gegeben, es habe sich dabei allerdings um Auswärtige aus Lüdinghausen und Dresden gehandelt, sagte uns Hausner. Die beiden Herren haben nun Hausverbot, damit ist das Thema durch. Und das mit dem Diebstahl und dem schlechten Benehmen in Läden: Wir haben mehrere Kaufleute in Bork befragt. Aber das haben wir hier schon berichtet' tag='. Ach ja: Am Freitagabend hat es am LAFP einen großen Rettungseinsatz gegeben - raten Sie mal, was uns so manch einer sagte... Am Ende war es eine Verteilerdose in der LAFP-Kantine' tag=', kein Skandal in der Zeltstadt.

Dienstag, 22. September, 10.40 Uhr, Nordkirchen: Die nächste Infoveranstaltung steht an - die erste für Nordkirchener: Die Gemeinde-Verwaltung lädt für morgen, Mittwoch, 23. September, 19.30 Uhr ins Forum der Gesamtschule ein. Zu Gast sein werden auch Dorothee Feller, Vizepräsidentin der Bezirksregierung, und DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Sie informieren über den Sachstand, die Pläne und beantworten Fragen der Bürger. Derweil arbeitet eine Gerüstbau-Firma am Ausbau des Hallenbades: Das Schwimmbecken wird mit einem "doppelten Boden" versehen und auf Beckenrand-Niveau angehoben. Bald können hier, neben der Turnhalle, 75 weitere Menschen untergebracht werden. Mehr Details: 

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Dienstag, 22. September, 10.36 Uhr, Olfen: Jeden Montag kommen einige Asylbewerberinnen ins Olfener Haus Katharina. Die Frauen lernen dort Deutsch. Anfang März rief der Arbeitskreis Asyl den Kurs ins Leben und fand in Laura Watermann eine Lehrerin. Doch die beginnt in einigen Tagen ein Studium in Passau. Das Ende für den Kurs? Nein. Heiner Dieckmann vom Arbeitskreis fand eine Nachfolgerin: Sabine Gräfin vom Hagen-Plettenberg übernimmt. Es geht weiter.

Dienstag, 22. September, 10.32 Uhr, Selm: Das Nachbarschaftsfest in der Körnerstraße am Samstag war übrigens ein Erfolg - aus Sicht der Veranstalter, aus Sicht vieler Teilnehmer: Hinter der Turnhalle waren Zelte aufgebaut, dort gab es für jeden zu Essen und Trinken von verschiedenen Sponsoren. Auch die Anwohner brachten Kuchen mit. Die Küche der Einrichtung war auch dauerhaft in Benutzung, da die Asylbewerber dort selbst Salat und das arabische Gebäck Maamoul zubereiteten. Ziel war es, Kontakt aufzubauen, da viele der aus Syrien und Afrika stammenden Flüchtlinge länger in Deutschland bleiben werden. „Es geht darum, nicht von Flüchtlingen zu sprechen“, meinte Hans Hoppe, der den Mittag als einer von dreien aus dem Arbeitskreis Asyl Selm organisierte. Die Stadt finanzierte das Fest: „Nur so kann man die Angst vor dem Unbekannten verlieren, und auch die Koordination zwischen der Stadt und dem Arbeitskreis war prima“, lobte Beigeordnete Sylvia Engemann, die zusammen mit Bürgermeister Löhr zu Besuch war. 

Dienstag, 22. September, 10.16 Uhr: Der Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger (BDZV) tagt zurzeit in Regensburg. Was das mit Flüchtlingen in unserer Region zu tun hat? Nun, Präsident Helmut Heinen hat den Zeitungskongress gestern mit einer Rede eröffnet, in der er Beispiele nannte, wie Zeitungsverlage mit dem Flüchtlingsstrom umgehen. Heinen sagte: "Das 'Hamburger Abendblatt' setzt Flüchtlinge als Reporter ein, die aus den fünf schlimmsten Krisen- und Kriegsgebieten stammen, und organisiert eine Spendenaktion. 'BILD'-Berlin und 'B.Z.' haben eine Beilage in arabischer Sprache mit den wichtigsten Informationen für die Berliner Flüchtlinge veröffentlicht. Die 'Schweriner Volkszeitung' zeigt auf einer interaktiven Karte im Internet, wo in der Region welche Hilfe für die Migranten benötigt wird. Einen interaktiven Live-Blog hat die Lokalredaktion Selm der 'Ruhr Nachrichten' aufgesetzt. Selm ist eine Stadt mit 25.000 Einwohnern – derzeit leben dort 1.000 Flüchtlinge. Der LiveBlog berichtet über die aktuellen Ereignisse. Zeitungen handeln damit im Sinne der humanitären Werte, die uns alle – oder zumindest die allermeisten – verbinden. Und sie sind einmal mehr Katalysatoren für das große und vielfältige Engagement in unserem Land." Wir sagen Danke und grüßen die Kongressteilnehmer in Regensburg. Hier das Manuskript der Heinen-Rede.   

Dienstag, 22. September, 9.14 Uhr, Bork: Für die Borker hat sich das Leben im Dorf sicher verändert. Es ist einfach mehr los auf den Straßen. Das sorgt für Unsicherheit - und auch für Gerüchte. Unsere Volontärin Natasa Balas hat sich gestern bei Einzelhändlern umgehört: Was sagen sie zu ihren Neukunden?

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Montag, 21. September, 16.33 Uhr, Nordkirchen: "Erschöpft und nachdenklich" ist der Titel der großen Reportage von Reporter Theo Wolters heute in den Ruhr Nachrichten. Lesenswert! Sie wollen die Zeitung oder eZeitung testen? Folgen Sie einem der beiden Links.  

Montag, 21. September, 16.22 Uhr, Nordkirchen: Die binnen wenigen Tagen eingerichtete Notunterkunft in der Turnhalle hat sich schon am Wochenende schnell gefüllt: 72 Menschen sind hier untergebracht. Das sind die Aufgaben:

  • Die Flüchtlinge werden geimpft und geröntgt. „Die Krankenhäuser in Lüdinghausen und Werne sind informiert", so Christoph Schlütermann vom DRK.
  • Organisiert werden muss noch die medizinische Versorgung. Bei der Ankunft war für die Erstuntersuchung Ärzte-Ehepaar Etzold zur Stelle. Nordkirchener Ärzte wollen nun eine tägliche Sprechstunde organisieren.
  • Ankommende Menschen fragten nach Wechselkleidung. Mechtild Kammert von der Gemeinde telefonierte mit den Verantwortlichen der ' tag='. Sie öffnete zusätzlich am Montag für eine Stunde für die Flüchtlinge. 
  • Um Kontakt zur Heimat zu halten, sind viele Flüchtlinge mit Smartphones auf eine Internetverbindung angewiesen. Viele fragten schon am Sonntag nach W-Lan. Die Mitarbeiter des DRK und der Verwaltung verwiesen auf den kostenlosen Hotspot am Rathaus' tag='. "Wir werden aber auch schnell einen W-Lan-Zugang im Gebäude realisieren“, sagte Bürgermeister Dietmar Bergmann.
  • Wie geht es nun weiter? Bergmann rechnet bis Mitte der Woche damit, dass weitere Plätze im ebenfalls leer stehenden Hallenbad' tag='zur Verfügung stehen. Dann sei auch zügig mit weiteren Flüchtlingen zu retten.

Montag, 21. September, 16.15 Uhr: Ein 16-jähriger Junge aus Syrien ist über Nacht in der Uniklinik Münster gestorben, weil er giftige Pilze gegessen hatte' tag='. Kein vordringlich zu lösendes Problem anhand der vielen Aufgaben, die zurzeit zu leisten sind - aber ein trauriges Beispiel dafür, wie dringend es ist, den Menschen zu helfen und sie zügig zu integrieren.  

Auf der nächsten Seite: Das geschah vom 14. bis 19. September 2015: 

Samstag, 19. September, 13.10 Uhr, Nordkirchen: So sah es aus in der Nacht in Nordkirchen - unser Reporter Theo Wolters hat die Aufnahme der 72 Menschen in der Turnhalle verfolgt: 

FOTOSTRECKE
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Einzug der ersten Asylsuchenden in Notunterkunft Nordkirchen

Die Einrichtung ist gerade fertig - und nicht einmal eine nach Beginn der eigentlichen Planung sind in der Nacht zu Samstag über 70 Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan und anderen Bürgerkriegsregionen der Welt in die Turnhalle Nordkirchen eingezogen. Dort ist nun eine Notunterkunft des Landes NRW, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz NRW, mit 150 Plätzen.
19.09.2015
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Über Nacht kamen die ersten 72 Menschen in Nordkirchen an.© Foto: Theo Wolters
Bei der Aufnahme wurden die Asylsuchenden per Fotos registriert. Die Freude, in Deutschland angekommen zu sein, war bei vielen groß.© Foto: Theo Wolters
Zwei Zelte vor der Turnhalle dienen als Registrierungsstellen. Die Feuerwehr half dem DRK über Nacht beim Erstbezug. © Foto: Theo Wolters
Übermüdet von der langen Reise. © Foto: Theo Wolters
Junge Männer und Familien, meistens mit wenig Habseligkeiten, waren froh, in der Turnhalle unterzukommen.© Foto: Theo Wolters
In Nordkirchen wurden die Menschen mit dem Nötigsten versorgt. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Getränke standen bereit.© Foto: Theo Wolters
Nach der Registrierung erhielten die Menschen ein Bändchen. Bürgermeister Dietmar Bergmann (l.) half selbst mit - nicht für die Fotos der Presse, sondern die ganze Zeit, wie ein normaler Helfer. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Jeder wurde namentlich in den beiden Zelten erfasst, sodass man hier weiß, wer in der Turnhalle untergebracht ist. © Foto: Theo Wolters
Für die Asylsuchenden war eine Mahlzeit erst einmal das wichtigste. © Foto: Theo Wolters
Die Flüchtlinge kamen mit dem Bus. Dann bezogen sie die Turnhalle. © Foto: Theo Wolters
Ein Asylbewerber in der neuen Notunterkunft in Nordkirchen: Hier ist noch nicht alles fertig. Einige Lattenroste liegen noch als Reservebetten bereit, auch die Desinfektionsspender kommen in den nächsten Tagen noch zum Einsatz. © Foto: Theo Wolters
Auch viele Kinder kamen in Nordkirchen an - das jüngste war gerade einmal drei Monate alt. Die Menschen sind zum Teil schon mit Kleiderspenden aus Österreich oder München versorgt. © Foto: Theo Wolters
Warten am Aufnahmezelt. © Foto: Theo Wolters
Und dann noch ein Foto für die Kartei mit allen Daten aus dem Bogen.© Foto: Theo Wolters
Achmed ist 23 Jahre alt und stammt aus Syrien© Foto: Theo Wolters
Müde und erschöpfte: Diese Kinder sind nun in Nordkirchen in der Turnhalle untergebracht. © Foto: Theo Wolters
Ein Bus der Bundeswehr brachte die Asylsuchenden nach Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
DRK-Vorstand Christoph Schlütermann begrüßte die Menschen im Bus in der neuen Notunterkunft. © Foto: Theo Wolters
3.30 Uhr nachts: So sehen die Schlafplätze in der Notunterkunft aus. © Foto: Theo Wolters
Kurz vor 4 Uhr: Weitere Flüchtlinge werden in die Registrierungszelte geführt. © Foto: Theo Wolters
Binnen 48 Stunden wurde die Turnhalle hergerichtet.© Foto: Theo Wolters
DRK-Vorstand Christoph Schlütermann macht ein Foto. Jeder Flüchtling wurde mit seinem Registrierungsbogen fotografiert.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Flüchtlinge in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ein Rucksacke, ein paar persönliche Dinge - und viel Hoffnung im Gesicht und im Herzen: So kamen die Menschen in der Notunterkunft in Nordkirchen an.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen - nachts, kurz vor 4 Uhr. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Die Schlafplätze© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylsuchenden in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Kurz nach 5 Uhr: Die Registrierungszelte sind leer. Die Menschen sind alle einmal hier durch gegangen. © Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Bürgermeister Dietmar Bergmann half bei der Registrierung.© Foto: Theo Wolters
Ankunft der Asylbewerber in Nordkirchen.© Foto: Theo Wolters
Bürgermeister Dietmar Bergmann um 3.25 Uhr an der Registrierungstheke in der neuen Notunterkunft in Nordkirchen. Er half wie viele andere Ehrenamtliche. © Foto: Theo Wolters
Das erste Frühstück am Morgen.© Foto: Theo Wolters
Frühstück: Die Menschen können endlich die Sicherheit der Notunterkunft genießen. Sie sind fürs erste angekommen. Was die nächsten Tage und Wochen bringen, ist aber vollkommen ungewiss. © Foto: Theo Wolters
Die Turnhalle in Nordkirchen am Freitag, später Nachmittag: Schon in der Nacht zu Samstag wurden hier 73 Menschen aus aller Welt aufgenommen. © Foto: Feuerwehr Nordkirchen
Schlagworte Nordkirchen

Samstag, 19. September, 11.48 Uhr, Olfen: Am Rande: Der BVB-Fanclub "Schwarz-Gelbe Garde Olfen" hat am Donnerstag zu seiner Busfahrt zum Europa-League-Heimspiel gegen FK Krasnodar fünf in Olfen lebende Flüchtlinge eingeladen und mitgenommen. Sie verfolgten das 2:1 der Borussia mit ihren Olfener Freunden von der Tribüne eines der beeindruckendsten Fußballstadien Europas. 

Samstag, 19. September, 10.15 Uhr, Nordkirchen: Die Nacht war kurz für viele Helfer in Nordkirchen. 72 Menschen sind seit etwa 3 Uhr in der Turnhalle am Schloss untergebracht. Die ersten Infos - später mehr an derselben Stelle: 

Samstag, 19. September, 9.38 Uhr: Wie kommt es eigentlich, dass so viele Menschen aus Syrien die Heimat verlassen? Und was hat das für Auswirkungen auf Europa? Wer sich sechs Minuten Zeit nimmt, bekommt hier eine (vereinfachte, aber gute) Erklärung aus dem Münchner Design-Studio "kurzgesagt.org":

 

Samstag, 19. September, 9.23 Uhr, Nordkirchen: Das meldet die Feuerwehr aus der Turnhalle am Hallenbad: 

 

 

Die Notunterkunft ist eingerichtet. #welcomenoki

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Samstag, 19. September, 9.15 Uhr: Wussten Sie schon, dass Sie heute eingeladen sind? Der Arbeitskreis Asyl Selm und die Flüchtlinge, die in der Unterkunft an der Körnerstraße wohnen, laden zum Nachbarschaftsfest ein. Es soll etwas zu essen geben, ein bisschen gefeiert werden - und vor allem will man miteinander ins Gespräch kommen. Das Fest geht von 13 bis 18 Uhr, Körnerstraße 2 in Beifang. Und als Nachbarn dürfen sich auch Menschen angesprochen fühlen, die nicht direkte Anwohner sind. Weitere Details: 

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Samstag, 19. September, 9.03 Uhr, Bork: In unmittelbarer Nachbarschaft der Notunterkunft gab es gestern Abend noch einen recht großen Rettungseinsatz. Er hatte aber mit der Zeltstadt nichts zu tun' tag='.

Freitag, 18. September, 11.18 Uhr, Nordkirchen: Tobias Heitkamp arbeitet bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordkirchen. Gestern Nachmittag war die im Einsatz: Zeltaufbau am Hallenbad Nordkirchen. Er twitterte:

 

Aufbau von zwei Sichtungszelten! #welcomenokipic.twitter.com/KtS3ZbPjo9

— Tobias (@heiti112)

 

Morgen früh gehts um 09.30 Uhr in Richtung Dülmen. Betten laden. Zurück nach #Nordkirchen. Betten aufbauen #welcomenoki

— Tobias (@heiti112)

 

 

Freitag, 18. September, 11.11 Uhr, Bork: Wussten Sie schon, dass der Arbeitskreis Asyl Bork die Einrichtung einer Kindertagesstätte für Asylsuchende plant? Zehn Kinder von Flüchtlingen sollen hier zunächst einmal, später dreimal pro Woche betreut werden. Von einer Deutschen und einer Syrerin. Und mehr noch: Es soll pädagogisch gearbeitet werden. Die zehn Kinder der fest in Bork zugewiesenen Asylbewerber-Familien haben keinen Kita-Platz in der Stadt. Die neue Kitagruppe soll im Gemeindehaus in der Weiherstraße einen Raum bekommen. 

Freitag, 18. September, 10.49 Uhr: Das Verfahren in der Annahme von Flüchtlingen soll sich schon bald verändern: Am Flughafen Köln/Bonn' tag=' und am Flughafen Münster/Osnabrück' tag=' sollen nach Ersuchen aus dem Innenministerium zwei neue zentrale Registrierungsstellen geschaffen werden. Dort sollen die Asylsuchenden erstmals registriert und dann direkt ins Land NRW weiterverteilt werden, ohne zu übernachten - also in die Notunterkünfte wie in Bork, Vinnum oder Nordkirchen, wo sie anschließend auf die Asylverfahren vorbereitet werden könnten. Hier wird auch die medizinische Untersuchung erfolgen. Wenn der Asylantrag gestellt ist, werden die Menschen dann auf die Kommunen verteilt. Aus dieser Zuweisung sind viele Kommunen, die in der letzten Zeit Notunterkünfte eingerichtet haben, ausgenommen. Das gilt für Selm seit Eröffnung der Zeltstadt, auch der Stadt Olfen ist das von der Bezirksregierung zugesagt worden - sobald in Vinnum der erste Flüchtling in die Notunterkunft eingezogen ist. 

Freitag, 18. September, 9.16 Uhr: Der Flüchtlingsansturm auf Deutschland beschäftigt viele intensiv. Er hat Auswirkungen auf alle und alles - auch auf die Situation der Asylsuchenden, die schon länger hier sind. Bei einem Besuch in der Flüchtlingsunterkunft an der Selmer Körnerstraße sprachen wir vergangene Woche mit "alten Bekannten", die inzwischen als Asylanten anerkannt sind und auf einem guten Wege, sich zu integrieren. Und wir sprachen aber auch mit Menschen, die inzwischen seit etwa einem halben Jahr hier sind - und die noch nicht einmal Fingerabdrücke abgegeben haben. Sechs Männer umfasst diese Gruppe derer, die sich vergessen fühlen. Zwei von ihnen sind auf Betreiben einiger Helfer des Arbeitskreises Asyl vor kurzem endlich zu ihrem ersten Anhörungstermin gekommen, vier andere warten weiterhin. "Meine Familie ist in Lebensgefahr", klagt einer von ihnen, ein Syrer. "Und ich sitze hier und warte darauf, überhaupt angehört zu werden. Hat man mich vergessen?" Keine Briefe, keine Aussage - daran wird vor Ort deutlich, was es bedeutet, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Antragssturm nicht bewältigen kann.  

Donnerstag, 17. September, 15.20 Uhr, Bork: Die Kleiderkammer in Selm-Bork nimmt bis auf Weiteres keine Spenden mehr an. Es sei denn, es handelt sich um Herrenjacken (Größe M und L) und Herrenschuhe (Größe 40 und 41). Die Lager sind dank der großen Spendenbereitschaft der Selmer so gut gefüllt, dass die ehrenamtlichen Helfer jetzt erstmal sichten und sortieren müssen.

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Donnerstag, 17. September, 14.27 Uhr, Nordkirchen: Jetzt steht fest: Auch in Nordkirchen werden bald Flüchtlinge eine Notunterkunft beziehen. Die Turnhalle am Hallenbad in der Nähe des Schlosses steht schon seit Wochen leer. Alle Infos: 

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Mittwoch, 16. September, 18.23 Uhr, Vinnum: Wir haben noch einmal aktualisiert, wie der Stand der Dinge in Olfen und Vinnum ist: 

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Dienstag, 15. September, 9.23 Uhr, Bork: Der zweite Tag der Kleiderkammer verlief viel geordneter als der erste. So war es diesmal: 

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Montag, 14. September, 15.27 Uhr, Bork: Einen Ansturm hat die Kleiderkammer in Bork am ersten Öffnungs-Morgen erlebt. Eigentlich sollte es keine Ausgabe von Kleidung geben. Eigentlich sollte das Rote Kreuz die Kleidung abholen und in die Zeltstadt bringen, damit die Flüchtlinge das erhalten, was sie benötigen. Doch dann wurde es voll. Hunderte Flüchtlinge machten sich auf zur Kleiderkammer. Reporter Arndt Brede war vor Ort.

 

Auf der nächsten Seite: Das geschah vorher - vom 7. bis 13. September: 

Sonntag, 13. September, 22.33 Uhr, Bork: Mario Löhr sprach am Abend direkt nach seiner Wiederwahl zum Bürgermeister vor den Gästen im Bürgerhaus von dem dringendsten Projekt für die nächste Wahlperiode - die Flüchtlinge. Noch vor dem städtischen Haushalt. Auch das drückt ganz sicher die Wertigkeit des Unterfangens aus. Hier ist seine Rede: 

Sonntag, 13. September, 16.53 Uhr: Einen Blick zurück werfen wir noch auf den Samstag. Da gab es nämlich ein paar Aktionen in den größeren Städten der Region. In Dortmund feierten Asylbewerber ein Dankesfest als Botschaft an die deutsche Bevölkerung' tag=', in Münster versammelten sich Hunderte bei einem Flashmob auf dem Prinzipalmarkt' tag=' und sangen "Schrei nach Liebe" von den Ärzten.

Sonntag, 13. September, 14.31 Uhr, Bork: Rund 90 Helfer waren am Samstag beim Kistenpacken und -schleppen von Selm nach Bork und dem Sortieren der Kleider in der neuen Kleiderkammer dabei. Wer da noch glaubt, Flüchtlinge seien in Bork nicht willkommen, dem ist das ein deutlicher Gegenbeweis. Unser Mitarbeiter Simon Walter war dabei und berichtet morgen in den Ruhr Nachrichten. Wir haben hier die ersten Fotos: 

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90 Helfer füllten Asyl-Kleiderkammer in Bork

Fast 100 Helfer haben sich am Samstag am Einräumen der Kleiderkammer am Marktplatz in Bork beteiligt. Sie fuhren in Selm eingesammelte Kleiderspenden in Kisten nach Bork, sortierten und ordneten die Dinge dann in Bork ein und bereiteten alles vor: Am Montag öffnet die Kleiderkammer für die Notunterkunft zum ersten Mal.
12.09.2015
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Bereit gestellte Wagen wurden in Selm am 12. September mit Kleiderspenden beladen. Dann fuhren die Helfer damit nach Bork und statteten die Kleiderkammer, die dort am Montag (14. September) eröffnet, mit Inhalt aus. Fast 100 Menschen packten mit an. © Foto: Simon Walter
Bereit gestellte Wagen wurden mit den Spenden beladen, damit diese nach Bork kommen.© Foto: Simon Walter
Bereit gestellte Wagen wurden mit den Spenden beladen, damit diese nach Bork kommen.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
In Bork wurden die Spenden sortiert, es war immer viel los.© Foto: Simon Walter
Schlagworte Bork

Samstag, 12. September, 13.20 Uhr, Bork: Seit fast einer Stunde ist Haus Knipping übrigens schon wieder in seinen vorigen Zustand zurückversetzt: Die Übergangs-Kleiderannahmestelle ist leer geräumt, alles ist inzwischen in Bork. 

Samstag, 12. September, 13.03 Uhr, Bork: Heute ist der Tag der Helfer. Die Kleiderkammer in Bork wird eingerichtet, die bis dato reichlich gespendete Kleidung wird sortiert und von Haus Knipping, aber Teile auch aus Lünen und Dortmund, nach Bork gebracht. In eine Kleiderkammer, die seit gestern ein riesiges Wandbild schmückt: Zwei Selmer haben, gesponsert von der Stadt, ein Graffito auf die Wand gemalt. Wir sprachen gestern am Abend noch mit den beiden. 

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Freitag, 11. September, 16.10 Uhr, Bork: Die erste Lieferung ist schon fertig, ist gerade bei Facebook zu lesen: Helfer haben am Haus Knipping einen Stadtwerke-Transporter vollgeladen mit Kisten voll Kleidung. Eine Ladung davon soll nach Olfen gehen, danach sei eine Fahrt nach Lünen geplant, um Lüner Spenden abzuholen. Übrigens: Auch Flüchtlinge helfen dabei mit. Abdulnaser Alramadan ist schon seit einigen Monaten in Selm, war erst in Cappenberg, dann in der Körnerstraße untergebracht. Der Rechtsanwalt aus Syrien hat inzwischen seine Anerkennung, darf bleiben und arbeiten - und wohnt inzwischen in Beifang in eigener Wohnung an der Lutherstraße. Jetzt hilft er anderen Flüchtlingen. Ein tolles Vorbild! 

Freitag, 11. September, 15.52 Uhr: Der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD) aus Lünen hat sich jetzt auf seiner Homepage deutlich positioniert: "Es kann und darf nicht sein, dass Leute, die Ihre Stimme für Flüchtlinge erheben und ihnen helfen wollen, mitunter Morddrohungen bekommen!", sagt er. Und: "Ich bin sehr beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen in meinem Wahlkreis! Der Einsatz der Menschen beim Sammeln und Sortieren von Kleidung, beim Organisieren von ganz alltäglichen Dingen oder bei der Überwindung der Sprachbarrieren zeigt die Menschlichkeit und Hoffnung, die eine gute Gesellschaft ausmachen." Hier geht es zu seinem kompletten Statement

Freitag, 11. September, 15.47 Uhr, Vinnum: Hier ist der aktuelle Stand zur Unterkunft in Vinnum: Über den neuen Einzugstermin, die Annahme von Kleidungsspenden und eine Hotline der Stadt für alle Fragen Ehrenamtlicher hat Reporter Theo Wolters hier alles wichtige zusammengefasst: 

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Freitag, 11. September, 14.18 Uhr, Bork: Morgen ist der Tag, an dem die vorübergehende Kleiderkammer aus Haus Knipping in Selm nach Bork in die neue feste Kleiderkammer am Marktplatz verlegt wird. Dazu werden zahlreiche helfende Hände gebraucht. Vor allem sei die Sortierung wichtig, heißt es in einer Mitteilung der Stadt an die Ehrenamtlichen. 1000 Kleidertüten sollen in der nächsten Woche in Bork gepackt werden. Der Helferkreis "Kleiderkammer Zeltstadt Bork" braucht noch: 

  • Helfer, die mit PKW, Transporter oder Anhänger am Samstag um 9 Uhr an Haus Knipping Bekleidung einladen und nach Bork bringen
  • Helfer, die in Bork Spenden entgegen nehmen und sie nach Anweisung sortieren
  • Helfer, die spontan helfen willen, die Kleidung in Bork einzuräumen und zu sortieren
  • Für die tägliche Öffnung der Kleiderkammer in den kommenden Wochen liegen Helferlisten aus, in die sich jeder nach Belieben eintragen kann. 

Freitag, 11. September, 12.51 Uhr, Bork: Während der Betrieb in der Zeltstadt selbst mit den 970 Asylsuchenden inzwischen einigermaßen reibungslos läuft, kann sich der Betreiber in Zusammenarbeit mit der Stadt nun auch stärker dem Umfeld widmen: Im Pastorenbusch und auf den Wegen sei es in den vergangenen Tagen an manchen Stellen verunreinigt gewesen. Müll lag herum, in den Abendstunden ist es zudem dunkel. Die Stadt hat nun Mülltonnen aufgestellt, die Wege sollen in den nächsten Tagen ausgeleuchtet werden. 

Freitag, 11. September, 12.43 Uhr: Im großen Ruhr-Nachrichten-Interview sagt Ministerpräsidenten Hannelore Kraft: "Es ist eine große Aufgabe, bei der noch nicht alles gut läuft. Das gehört zur Wahrheit dazu. Aber noch einmal: Wir können sie meistern." Und: "Es ist vollkommen klar, dass Länder und Kommunen die anstehenden Aufgaben finanziell nicht alleine schultern können." Welche Lösungen sie vorschlägt, lesen Sie hier:

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Freitag, 11. September, 12.38 Uhr, Vinnum: Das Zeltdorf auf dem Ziegelei-Gelände wird früher eröffnet, als bisher geplant war - eine große Überraschung ist das aber für die Verantwortlichen nicht. Wahrscheinlich geht es noch im September los, der 26. ist ein möglicher Einzugstermin. Das hat uns Christoph Schlütermann, Verantwortlicher beim DRK, mitgeteilt. Auch bei der Personalauswahl sei man inzwischen sehr weit. Bericht folgt.

Donnerstag, 10. September, 20.35 Uhr: Wir als Redaktion sagen Danke an Udo Goldstein. Er schreibt via Facebook an unseren Lokalchef: "Lieber Tobias Weckenbrock, ich finde das Engagement der RN ausgesprochen positiv, als Multiplikator zur Selmer Bevölkerung seit ihr ein gutes Bindeglied. Danke!"

Donnerstag, 10. September, 19.41 Uhr: Bei so einer Geschichte werden die Worte des Bürgermeisters Himmelmann (unten) wahrer und klarer: Es geht jetzt um Integration. Um die Integration vieler Menschen. Und zwar schnell. Ein tolles Beispiel: 

Donnerstag, 10. September, 19.28 Uhr, Bork: „In Somalia gibt es keine Chance auf Bildung, keine Gesundheitsversorgung, keine Sicherheit und keinen Frieden.“ Das sagt Hussein Mohamed (19). Er wohnt zurzeit in der Zeltstadt von Bork. Wir trafen ihn und einige seiner auf der Flucht gefundenen Freunde bei einem Spaziergang. Was sind das für Menschen, die dort zurzeit untergebracht sind? Wie empfinden sie ihre Situation? Unser Reporter Malte Bock hat das aufgeschrieben - zu lesen morgen in den Ruhr Nachrichten. Hier können Sie "Das Beste am Guten Morgen" zwei Wochen kostenfrei zur Probe lesen. Und hier finden Sie unsere digitalen Angebote.   

Donnerstag, 10. September, 19.12 Uhr, Vinnum: "Diese Geschichte wird die Republik und auch Olfen verändern." Das hat gerade Olfens Bürgermeister Josef Himmelmann bei der Sitzung des Olfener Stadtrates gesagt. "Ich glaube, Unterbringung von Flüchtlingen ist nicht der richtige Begriff. Wir sollten lieber von einer Begrüßung von Neubürgern sprechen", so der Bürgermeister vor der versammelten Politik der Stadt. Der Begriff Asyl sei nicht passend. Man könne davon ausgehen, dass die meisten Flüchtlinge aus Syrien auch in Deutschland bleiben würden. Neubürger eben.

Donnerstag, 10. September, 18.23 Uhr, Bork: Die Notunterkunft in Bork steht unter einer neuen kommissarischen Leitung: Ozan Kubat und das Deutsche Rote Kreuz haben sich nach Aussage des DRK einvernehmlich schon Anfang dieser Woche getrennt. Nun hat Thomas Kirschner das Sagen. Er soll die Einrichtung so lange führen, bis ein neuer Leiter gefunden ist. Kirschner ist schon vorher beim DRK angestellt gewesen. Der Bericht:

Donnerstag, 10. September, 17.19 Uhr, Bork: Die Kleiderkammer im Coop ist jetzt schick: Auf einer Wand hat Sprayer Mike Wenzlaff zusammen mit Daniel Enns ein Graffito aufgesprüht. Es ist groß, vielleicht sechs Meter breit, und beinhaltet den Slogan "Together" und zwei Hände, die ineinander verschränkt sind. Morgen wird das Bild fertig.

Donnerstag, 10. September, 8.52 Uhr: Die Stadt Düsseldorf ist wie Dortmund unter einen besonderen Handlungsdruck gekommen, weil Sonderzüge mit Flüchtlingen aus Süddeutschland hier ankommen. Sie hat nun mit einem diesem Formular auf ihrer Homepage reagiert - vielleicht ein simples und gutes Vorbild für andere (große) Städte. 

Donnerstag, 10. September, 8.09 Uhr: Unsere Kollegin aus Dortmund hat im Internet eine schöne kleine Geschichte aufgeschnappt. Den Brief eines deutschen Kindes. "Ein Brief, der berührt", schreibt Wiebke Plöger. Ihren Eintrag in der Rubrik "Unter uns" legen wir Ihnen ans Herz als guten Start in den Tag:

Mittwoch, 9. September, 19.35 Uhr: Wir blicken mal wieder in die Nachbarschaft: Durch Nordkirchen rollt die Flüchtlingswelle noch nicht so richtig, auch wenn die Stadt am Limit ihrer derzeitigen Aufnahmekapazität ist. Eine Notunterkunft wird es hier wie berichtet erst einmal nicht geben. Trotzdem ist das ehrenamtliche Engagement in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. "Es rollt eine große Hilfswelle durch Nordkirchen", schreibt unser Reporter Tobias Weckenbrock und führt dabei drei Dinge auf, die die Pfarrcaritas organisiert - hier geht es zum Bericht: 

Jetzt lesen

Mittwoch, 9. September, 19.14 Uhr, Bork: "Lange Zeit herrschte Stille in dem ehemaligen Supermarkt am Borker Marktplatz. Seit gestern ist das Gegenteil der Fall: Lautes Hämmern und Gesprächsfetzen dringen durch die sich öffnende Schiebetür. Gestern hat dort nämlich der Aufbau der Kleiderkammer begonnen." Mit diesen Sätzen beginnt unsere Reportage im Lokalteil der Ruhr Nachrichten - morgen. Lesetipp!  

Mittwoch, 9. September, 18.25 Uhr: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will Langzeitarbeitslose als Flüchtlingshelfer einsetzen. "Die Flüchtlinge gut unterzubringen und zu betreuen ist eine nationale Aufgabe", sagte Kraft gegenüber unserer Redaktion. Mit öffentlich geförderter Beschäftigung könne man die Potenziale von Langzeitarbeitslosen besser nutzen. Darüber hinaus fordert die Ministerpräsidentin in den Ruhr Nachrichten (Donnerstagsausgabe) langfristig eine Entlastung des „vorbildlichen ehrenamtlichen Engagements“. Es gebe auch weiterhin andere große Aufgaben zu lösen, wie eben Langzeitarbeitslosigkeit. „Es wäre für die gesellschaftliche Akzeptanz nicht gut, wenn der Eindruck entsteht, dass wir viel für Flüchtlinge tun, aber wenig für diejenigen, die es bei uns auf dem Arbeitsmarkt schwer haben.“ Viele seien schwer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar, aber gerade jetzt gebe es genug Arbeit, die sie für die Gesellschaft leisten könnten.   

Mittwoch, 9. September, 14.31 Uhr: Blicken wir nach Lünen - dort heißt es nun, dass die Stadt kurzfristig weitere Flüchtlinge aufnehmen muss. Von 120 Menschen ist die Rede. Sie sollen an der Borker Straße in einer alten Feuerwache und beim Roten Kreuz an der Von-Wieck-Straße unterkommen. Sicher sind darunter wieder einige der Menschen, die heute in Dortmund per Bahn ankommen' tag='. Hier berichten unsere Lüner Kollegen: 

Mittwoch, 9. September, 14.22 Uhr, Vinnum: Theo Wolters war gestern in der Gesprächsrunde "Runder Tisch" in Olfen mit dabei. Rund 30 Leute sprachen darüber, wie die Hilfe der Ehrenamtlichen dort koordiniert werden kann. Das kam bei dem Treffen heraus: 

Mittwoch, 9. September, 13.21 Uhr, Bork: Heute richten ehrenamtliche Helfer die Kleiderkammer für die Notunterkunft in Bork im ehemaligen Coop her. Unsere Mitarbeiterin Marie Rademacher war vor Ort und berichtet später in Wort und Bild. Die Kleiderkammer soll im Eingang auch "verschönert" werden: Ein Sprayer aus Selm, der im Jugendzentrum Sunshine bekannt ist, wird eine Wand besprühen. Morgen soll er loslegen. Heute werden Regale und Tische aufgestellt. Auch einen Dienstplan der ehrenamtlichen Helfer gibt es inzwischen für die ersten Öffnungstage. Jeweils zehn Helfer sollen gemeinsam in einer Öffnungszeit die Kleiderkammer betreuen. 49 Namen standen auf der Liste des Asylkreises, die Stadt hat eine weitere Liste aus der Telefon-Hotline. Diese werden nun zusammengefügt.  

Dienstag, 8. September, 19.20 Uhr, Bork: Während in Olfen der Runde Tisch tagt, wo ehrenamtliches Engagement organisiert wird, haben wir hier noch einmal aufbereitet, wie man in Selm helfen kann. Ansprechpartner, Dinge, die gebraucht werden, und mehr:  

Dienstag, 8. September, 19.16 Uhr, Bork: Das Bild des Münchener Polizisten, der dem Flüchtlingsjungen seinen Diensthut aufsetzt, ist durch die Medien gegangen. Es drückt einen Willkommensgruß aus – und es soll Barrieren abbauen. In Bork plant der Lions Club Freiherr vom Stein mit der IPA-Verbindungsstelle eine Aktion, die genau das auch tun soll. Dass die Polizei nicht böse ist, sondern hilft, möchten Lions und die International Police Association (IPA), eine Vereinigung von Polizisten mit 280.000 Mitgliedern und Verbindungsstelle an der Borker Polizeischule, in der Notunterkunft deutlich machen. Sie wollen Polizei-Teddys an alle Kinder verschenken. Die IPA hat 5000 Euro gespendet, doch es sind weitere Spenden erforderlich. Der Männergesangverein Union Bork unterstützte die Aktion am Borker Sonntag an seiner Weinlaube. Das Spendenkonto: Lions-Hilfswerk Selm Freiherr vom Stein, Volksbank Selm-Bork, IBAN: DE 73 4016 5366 6600 0002 00, Verwendungszweck „Teddy PK Yogi“.

Dienstag, 8. September, 13.04 Uhr, Bork: Was für eine Resonanz! Gestern Abend folgten 70 Menschen dem Aufruf der Stadt zur Hilfe in Selm für die Flüchtlinge der Notunterkunft. 70 Menschen wollen sich an der Organisation der Kleiderkammer, die in Bork eröffnet werden soll, beteiligen. In den ehemaligen Supermarkt am Marktplatz in Bork zieht ab morgen wieder Leben ein. Dann werden Regale und Kleiderständer aufgebaut. Helfer treffen sich um 12 Uhr. Ab Montag soll die Kleiderkammer dann geöffnet sein: täglich von 9 bis 12 Uhr (außer Sonntag) und werktäglich auch von 15 bis 18 Uhr. Laut Mitteilung der Stadt liegen inzwischen aus der Zeltstadt die ersten Listen vor, was benötigt wird. Einige besorgte Bürger wundern sich nach Informationen unserer Redaktion, warum zum Teil Kinder immer noch in kurzen Hosen zu sehen sind - bei 14 Grad sicher nicht die angemessene Art, sich zu kleiden. Damit ist es dank der Spendenbereitschaft der Bürger bald vorbei. 

Dienstag, 8. September, 11.43 Uhr, Selm: Seit drei Jahren lebt der Syrer Samer Alchoufi in Selm. Er flüchtete also verhältnismäßig früh aus dem Bürgerkrieg, weil er sich in Damaskus seines und des Lebens seiner Familie nicht mehr sicher fühlte und medizinische Behandlung für seinen schwer erkrankten Sohn Edmond brauchte. Seine Frau Samira und seine insgesamt drei Söhne sind hier sicher und zufrieden. Das besondere an Samer Alchoufi ist, dass er künstlerisch tätig ist: Er malt. Seine Bilder sind zurzeit im Bürgerhaus im Kleinen Saal, später dann im Amtshaus in Bork zu sehen. Wir sprachen in einem Interview mit dem Mann - über seine Kunst, was er darin ausdrückt, wie er hier lebt und was er sich für die Zukunft wünscht. Das Interview mit dem Titel "Wir dachten, wir haben eine Chance" - eine Empfehlung aus unserer Redaktion. Heute gedruckt in den Ruhr Nachrichten Selm (hier testen) und in der eZeitung.  

Dienstag, 8. September, 9.58 Uhr: Eine Form sehr intimer aktiver Hilfe für Flüchtlinge ist die von Familie Bürger aus Remscheid. Christoph Bürger hat in seinem Haus einen Flüchtlinge aufgenommen, der vor kurzer Zeit seine Aufenthaltserlaubnis bekommen hat und nun in eine eigene Wohnung in der Nachbarschaft umgezogen ist. Christoph Bürger hat davon in einem Interview bei WDR2 erzählt. Das interessante Gespräch kann man sich hier anhören - und bekommt dort auch eine Frage auf die Antwort, ob er das noch mal machen würde. "In den nächsten Tagen zieht ein neuer Flüchtling bei mir ein", sagt er zum Abschluss. Wie eine Hilfe dieser Art in Selm oder Olfen möglich ist, wissen wir nicht. Sicher böte sich vorher ein Gespräch mit dem entsprechenden Asylkreis und mit den Zuständigen bei der Stadtverwaltung an.  

Montag, 7. September, 20.11 Uhr, Vinnum: Die Zelte stehen. Die Notunterkunft in Vinnum sieht von außen schon fast fertig ist. Ist sie aber noch lange nicht. Unser Reporter Theo Wolters hat heute wieder mit dem Einrichtungs-Chef gesprochen. Derweil sucht das Rote Kreuz nun auch für Vinnum Mitarbeiter in Teilzeit, Vollzeit oder für Minijobs. Alle Details: 

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Montag, 7. September, 18.10 Uhr, Bork: Hier ist unsere Zusammenfassung von der Aufhebung der Ausgangssperre in Bork: 

Montag, 7. September, 16.14 Uhr, Bork: Das Gesundheitsamt hat jetzt die Ausgangssperre gelockert: Es bleibt bei einer grundsätzlichen Schließung der Zeltstadt, aber die Bewohner haben wieder Ausgang. So erklärt das Sprecherin Constanze Rauert im O-Ton auf Anfrage unserer Redaktion: "Wir hatten die Meldung herausgegeben, dass wir die Einrichtung kurzfristig und vorübergehend schließen. Wir wollten, dass keine neuen Leute mehr aufgenommen werden. Wir haben es übers Wochenende geschafft, alle durchzuimpfen - so heißt das im Amtsdeutsch. Damit sind wir jetzt auf der sicheren Seite. Auch für die Bevölkerung besteht keine Gefahr. Es ist ohnehin Standard in Deutschland, sich gegen Masern, Röteln, Mumps und Windpocken impfen zu lassen. Eine Gefahr besteht heute aber nicht mehr, auch wenn die Menschen inzwischen wieder rausspazieren. Die, die wir schützen wollen, sind die, die wir geimpft haben. Wichtig war uns, dass von außen keiner mehr reinkommt. Wer herumspaziert, dem geht es gut. Wir gehen lieber auf Nummer sicher am Anfang." 

Montag, 7. September, 14.10 Uhr, Bork: Eine Firma ist nach wie vor dabei, Trennwände in den Wohnzelten in Bork zu errichten, bestätigt der Einrichtungsleiter auf Anfrage. Wie das geht, während die Zeltstadt schon fast voll besetzt ist? Es gibt grundsätzlich zwei freie Zelte auf dem LAFP-Gelände, die eigentlich als Aufenthaltsräume dienen sollen. Sie können nun zum "Rangieren" verwendet werden. Morgens, wenn die Trennwand-Firma anrückt, wird ein Wohnzelt geleert, die Bewohner "ziehen um" ins Aufenthaltszelt, dann bauen die Bauarbeiter die Wände auf. Nach ein paar Stunden sind sie fertig. Inzwischen seien diese Arbeiten aber weitgehend abgeschlossen, sagt Zeltstadt-Chef Ozan Kubat.

Montag, 7. September, 11.55 Uhr, Bork: Die Einrichtung in Bork ist seit Donnerstag wegen der Windpocken geschlossen. Das wird vermutlich auch erst einmal so bleiben. Zumindest ist vom Kreis-Gesundheitsamt in Unna bis dato nichts neues zu hören gewesen. Sprecherin Constanze Rauert erklärte auf Anfrage gerade am Telefon: "Wir hatten nicht umsonst bis auf weiteres geschrieben. Wir hoffen, dass es keine weiteren Windpockenfälle gibt, also keine Ausbreitung. Es gibt ein Risiko für Menschen, die nicht geimpft sind - auch außerhalb der Einrichtung. Darum ist der Standard bei solchen Vorgängen eine Ansteckungszeit von 14 Tagen. Unsere Ärzte waren und sind in der Einrichtung, wir plädieren da für einen verantwortlichen Umgang. Wir arbeiten da im Team mit dem Roten Kreuz und den Verwaltungen als Behörde zusammen. Es gibt viele beteiligte Akteure." 

Montag, 7. September, 10.47 Uhr: In der Olfener Nachbarstadt Haltern am See sind übers Wochenende 130 Menschen in einer Unterkunft in Sythen aufgenommen worden. Das sind Flüchtlinge aus den Sonderzügen, die aus München in Dortmund angekommen sind - 1800 am Wochenende insgesamt. Unsere Kollegin Elisabeth Schrief aus der Halterner Redaktion hat eine Reportage über deren  Ankunft geschrieben: 

Montag, 7. September, 9.24 Uhr: Noch ein Termin: Wer Interesse hat, sich bei der Kleiderkammer zu engagieren, die wohl Mitte nächster Woche in Bork am Marktplatz eröffnet wird, sollte heute Abend ins Bürgerhaus, Willy-Brandt-Platz 2, gehen. 19 Uhr geht es los. 

Montag, 7. September, 9.19 Uhr: In Selm laufen zurzeit die Vorbereitungen für ein Nachbarschaftsfest an der Körnerstraße. Dort ist eine der drei größeren Unterbringungseinheiten in Selm, Bork (Auf dem Südfeld) und Cappenberg (Am Kohuesholz) für fest zugewiesene Flüchtlinge. Der Arbeitskreis Asyl organisiert ein Fest der Begegnung zwischen den Bewohnern der Unterkunft in der ehemaligen Kita Drachenstark neben der Turnhalle und den Anwohnern der Straße. Es soll am 19. September gefeiert werden. Wir werden demnächst ausführlicher vorberichten.

Montag, 7. September, 9.06 Uhr, Bork: In Sachen Kommunikation beweist der Einrichtungsleiter Ozan Kubat einfach ein gutes Händchen, gutes Fingerspitzengefühl. Am Samstagmittag, einen Tag vor seinen Besuch beim Borker Sonntag, schrieb er gegen Mittag eine E-Mail an die Kooperationspartner und Ehrenamtlichen-Chefs in Bork und Selm. „Ich muss gestehen, es war ein Kraftakt und ist es immer noch", hieß es darin. "Wir merken jetzt, wo vielleicht noch etwas nicht so gut klappt. Aber wir merken auch, dass vieles gut läuft.“ Dann dankte Kubat: "Eine solche Bereitschaft habe ich selten erlebt. Es ist schön zu sehen, welche Unterstützung wir bekommen. Ich fühle mich nicht alleine. Ich habe eine ganze Bürgerschaft hinter mir.“ 

Montag, 7. September, 9.01 Uhr, Bork: Die Windpocken bei einem einzigen Kind zeigen, wie fragil so eine Notunterkunft sein kann: Wo so viele Menschen auf wenig Raum zusammenleben, muss die medizinische Abteilung extrem genau und gut arbeiten. Wir haben hier notiert, welche weitreichenden Folgen so ein Windpocken-Fall mitbringt. Hier ist der Text.' tag='  

Montag, 7. September, 8.41 Uhr: Wir blicken mal wieder nach Schloß Holte-Stukenbrock. Dort, am LAFP, soll es ja auch eine Zwillingseinrichtung zu der in Bork geben: eine Zeltstadt mit 1000 Plätzen. Man ist dort noch lange nicht so weit wie in Bork, wo binnen einer Woche schon 970 Menschen untergebracht wurden. Die "Lippische Landes-Zeitung" berichtet nun, dass es hier am 21. September - also in zwei Wochen - mit dem Betrieb losgehen soll. Man rechnet laut "LZ" damit, dass die Zeltstadt jahrelang stehen bliebe. Hier geht es zum Bericht.

Auf der nächsten Seite: Das geschah vorher - vom 1. bis 6. September: 

Sonntag, 6. September, 11.55 Uhr, Bork: Die Wochenzeitung "kirche + leben" aus dem Bistum Münster berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Initiative des Arbeitskreises Asyl in Bork. "Wir wollen im positiven Sinn Stimmung machen – das Willkommen transportieren", sagte die Vorsitzende Monika Heitmann dem Kollegen Michael Bönte. Dafür, so heißt es, sei die ehrenamtliche Gruppe, die mittlerweile mehr als 25 Mitglieder hat, schon seit geraumer Zeit aktiv. Das Porträt der Gruppe kann man hier nachlesen

 

Sonntag, 6. September, 11.34 Uhr: Die ganze Region blickt heute nach Dortmund. Dieser kleine Tweet eines Fußballfans mit Hang zum rivalisierenden FC Schalke 04 sagt darüber eine Menge aus: 

 

Mal ein großes Dankeschön an Dortmund. Schön, dass wir Schalker die einzigen bleiben, die bei euch nicht willkommen sind! #refugeeswelcome

— Henning (@eakus1904)

 

Sonntag, 6. September, 11.25 Uhr, Bork: Die interessanteste Personalie der Flüchtlings-Zeltstadt von Bork ist unstrittig der Einrichtungsleiter. Unter dem Titel "Ozan Kubat: Und plötzlich war er Chef" machen wir heute den Dortmunder Lokalteil unserer digitalen Sonntagszeitung mit einem ausführlichen Porträt auf. Autor Tobias Weckenbrock schreibt über den 27-jährigen Dortmunder. Hier können Sie die eZeitung bekommen - sieben Tage die Woche, exklusiv auch am Sonntag.  

Sonntag, 6. September, 10.55 Uhr, Bork: Die Notunterkunft am LAFP ist nach wie vor geschlossen. Es werden keine neuen Flüchtlinge aufgenommen - auch nicht die Menschen, die zurzeit in Sonderzügen am Dortmunder Hauptbahnhof ankommen (Live aus Dortmund berichten die Kollegen hier). 970 Menschen sind in der Borker Zeltstadt, zurzeit darf keiner rein oder raus. Nicht auf Spaziergänge, auch nicht in Bussen. Das hat der Kreis Unna verfügt, der die Zeltstadt wegen der Windpocken eines oder zweier Kinder unter Quarantäne gestellt wurde. Am Sonntagmorgen ist zu vernehmen, dass die Windpocken beim Kind nun verkrusten - ein gutes Zeichen, dass sie verheilen. Weitere Menschen haben sich wohl nicht angesteckt, auch nicht das zweite Kind, bei dem Windpocken vermutet worden waren. Das Kind bleibt noch einige Zeit isoliert. Derweil sind inzwischen alle Bewohner geimpft worden. Eine Ärztin aus Dortmund machte in den vergangenen Tagen Sonderschichten. "Wahnsinn, was die Frau leistet", sagte Ozan Kubat am Sonntagmorgen gegenüber unserer Redaktion. 

Auf diesem Panorama (einfach auf einen der Pfeile klicken) sehen Sie den Ein- und Ausgang der Unterkunft: 

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Freitag, 4. September, 16.51 Uhr, Vinnum: Die Stadt will die Arbeit in der Notunterkunft unterstützen. Man denke darüber nach, einen Hotspot in der Unterkunft einzurichten - denn das Internet, also eine WLAN-Verbindung ist für die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, unglaublich wichtig. Ein Fußweg soll verlängert werden, er soll eventuell auch beleuchtet werden. Und am Dienstag will die Stadt zusammen mit dem Arbeitskreis Asyl die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen bündeln. Mehr Details hat Theo Wolters hier aufgeschrieben' tag='

Freitag, 4. September, 14.53 Uhr: Sie wollen hier in der Region helfen, wissen aber nicht wie? Dann schauen Sie sich diese Übersicht an, die unsere Redakteurin Wiebke Karla zusammengestellt hat. Ihre Hände werden gebraucht! Unser wichtigster Tipp: Kontaktieren Sie einfach Menschen, die jetzt schon helfen - die wissen, was wo gebraucht wird. In dieser Übersicht finden Sie Kontaktadressen' tag=' und Ansprechpartner.

Freitag, 4. September, 12.52 Uhr: Die ganze Welt diskutiert über ein Foto. In unserer Zeitung haben wir heute so reagiert: 

 

Seite "Aus aller Welt" in unserer Zeitungsausgabe heute. #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 3. Sep 2015 um 22:09 Uhr

 

Für diese Entscheidung gab es viel Zuspruch - aber auch Kritik. Jeder hat dazu eine eigene Meinung. Wir haben in der Redaktion gestern lange darüber gesprochen und abgewogen. Richtig und falsch gibt es nicht. 

Donnerstag, 3. September, 17.53 Uhr, Bork: Das Gesundheitsamt des Kreises Unna hat am Nachmittag bekannt gegeben, dass wegen der Windpocken-Infektion von zwei Kindern in der Einrichtung zurzeit Aufnahmestop ist - und das für die nächsten 14 Tage, wie es heißt. Die Notunterkunft ist allerdings ohnehin schon nah an ihrer Aufnahmegrenze: Laut Angaben des Kreises sind zurzeit 970 Personen in der Unterkunft. 1000 sollte die maximale Kapazität sein. 

Donnerstag, 3. September, 16.18 Uhr: Wir haben vor einiger Zeit mal mit einer Kollegin aus Ostwestfalen gesprochen. Darüber, was eine Notunterkunft mit den Anliegern und dem benachbarten Dorf macht. Hier ist das Telefonat zwischen Sabine Kubendorff ("Neue Westfälische" Schloß Holte-Stukenbrock) und RN-Redaktionsleiter Tobias Weckenbrock: 

Donnerstag, 3. September, 16.02 Uhr, Bork: Auf den Straßen in Bork ist es heute seltsam leer: Während vorgestern und gestern viele der Asylsuchenden die Zeltstadt verließen, um ins Dorf zu gehen, zum Teil sogar bis nach Selm rein, bleiben heute viele Menschen in der Unterkunft. Das scheint mit den Impfungen zu tun zu haben. Generell ist die Regelung so, dass jeder Bewohner direkt bei Registrierung nach dem Aussteigen aus dem Bus einen Bewohnerausweis erhält. Damit kann er die Anlage verlassen und wieder betreten. Ohne Ausweis ist beides nicht möglich. Ein Sicherheitsdienst bewach die Pforte, die hinten heraus zum Tannenweg / Zum Sundern führt. Heute ist wenig los.

Donnerstag, 3. September, 15.49 Uhr, Vinnum: Unser Reporter Theo Wolters war heute auf der Fläche der Ziegelwerk Vinnum GmbH und hat sich angesehen, wie dort erste Aufbauarbeiten laufen. Sechs Wochen sollen noch in etwa Zeit sein, bis ins Zeltdorf erste Flüchtlinge einziehen. In Bork dauerte der Aufbau einer deutliche größeren Anlage nicht einmal vier Wochen. Der Bericht und die Fotos aus Vinnum: 

Donnerstag, 3. September, 14.36 Uhr: Im süd-westlich von Dortmund gelegenen Witten hat es in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft gebrannt. Was dahinter steckt, ist zurzeit noch offen. Hier berichten unsere Kollegen darüber' tag='.

Donnerstag, 3. September, 11.50 Uhr, Bork: Und schon schießen erste Gerüchte ins Kraut: Quarantäne? Was ist da in der Einrichtung los? Fakt ist: Gestern sind bei einem der Flüchtlinge Windpocken diagnostiziert worden. Daraufhin reagierte das Rote Kreuz, schottete das Wohnzelt der Person zunächst ab und versorgte sie mit den nötigen Medikamenten. Bei einer weiteren Person gab es einen Verdacht auf Windpocken. Daraufhin war das Gesundheitsamt vor Ort und sagte, die Infektion sei grundsätzlich eher unbedenklich. Gemeinsam hob man die Abschottung des Zeltes auf, nahm den Erkrankten und die Person mit Windpocken-Verdacht in Quarantäne und impft nun in 200er-Gruppen die Bewohner gegen Windpocken. "Das Problem ist, dass fast alle von ihnen nicht geimpft sind", so Einrichtungsleiter Ozan Kubat auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Anders als die Menschen in Deutschland: In NRW waren 2013 rund 80 Prozent der Kinder doppelt geimpft.  

Donnerstag, 3. September, 8.21 Uhr: Kennen Sie Emsdetten? Das liegt im nördlichen Münsterland, 35.000 Einwohner etwa. Eine rührige Kleinstadt. Dorther kommt ein Kollege namens Michael Hagel. Er beschäftigt sich in seinem Blog heute mit seiner Familiengeschichte. Unter dem Titel "Als man Flüchtlinge noch Auswanderer nannte" schreibt er über seinen Großonkel Edmund Kohl - einen Wirtschaftsflüchtling, der Deutschland in Richtung USA verließ. Er endet mit diesen Sätzen: "Ich fragte meine Mutter dann noch, ob sie glaube, dass Edmund Kohl damals in den USA auf ähnliche Vorurteile oder sogar Hass gestoßen sei wie viele Flüchtlinge es in Teilen unseres Landes gerade erleben müssen. Sie überlegte eine Weile und meinte dann, dass sie es nicht wisse. Aber sie glaube es nicht." Ein absoluter Lesetipp!   

Donnerstag, 3. September, 8.09 Uhr: Unser Chefredakteur Wolfram Kiwit schreibt jeden Morgen einen Newsletter. Das ist eine E-Mail mit einem Überblick über das, was er an diesem Tag als lesenswert empfindet. Heute hat er ans Ende, da, wo immer ein besonderes Zitat steht, gleich sechs Zitate veröffentlicht. Sie sind von Hannelore Kraft, der NRW-Ministerpräsidentin, die in einer Grundsatzrede das Flüchtlingsthema aufgriff. Sie sagte (unter anderem): "Stark, tolerant, offen, solidarisch und vielseitig - so sind wir hier. Wir können das und wir schaffen das. Wir in Nordrhein-Westfalen." Die anderen fünf Zitate heute in der "Post vom Chefredakteur" - kann jeder kostenlos hier abonnieren

Donnerstag, 3. September, 7.55 Uhr, Bork: Der "Lokalkompass" hat mit Said, Tarik und Mohamad gesprochen; und mit anderen Menschen, die seit ein paar Tagen in Bork in den Zelten untergebracht sind. Sie berichten von der harten Flucht und ihre Freude über Schokoriegel und eine Dusche - nach vier Tagen. Mohamad sagt, wie ihm in Ungarn oder Serbien von Polizisten Geld abgenommen worden sei. Hier geht es zum lesenswerten Bericht.  

Donnerstag, 3. September, 7.40 Uhr, Bork: Was sich in Bork schon zeigte in den vergangenen Tagen, bestätigen jetzt Zahlen vom Bund: Die Zahl der Flüchtlinge aus dem Balkan hat sich stark verringert. Die Menschen, die von Rechtsextremen oft als "Wirtschaftsflüchtlinge" verunglimpft werden, haben kaum Chancen auf einen genehmigten Asylantrag und müssen oft nach einigen Wochen oder Monaten zurück in die Heimat. In Bork kommen vor allem Menschen aus Syrien und Afghanistan an, berichtet der Einrichtungsleiter Ozan Kubat. Der "Tagesspiegel" berichtet hier über aktuelle Zahlen.

Donnerstag, 3. September, 7.18 Uhr, Bork: Die Antifa Werne erläutert bei sich im Blog den Unterschied zwischen Extremismus und Rassismus. Wir sagen: beides Mist! Hier der Link für Theoretiker: 

 

Die Einsicht, der sich @JungeUnionSelm stellen muss, lautet: das Problem heißt nicht #Extremismus, sondern #Rassimus! http://t.co/8YneujZkdW

— Antifa Werne (@AntifaWerne)

 

Mittwoch, 2. September, 18.01 Uhr, Bork: 680 Flüchtlinge sind zurzeit in Bork - in wenigen Tagen soll die Zeltstadt dann aber ihre Kapazitätsgrenze schon erreichen. Das berichtete Wolfgang Strickstrock, Sozialamtsleiter in der Stadtverwaltung, heute Abend vor dem Sozialausschuss der Stadt Selm. Dann sind rund 1000 Menschen vor allem aus Syrien und Afghanistan in der Notunterkunft. 

Mittwoch, 2. September, 16.32 Uhr, Bork und Vinnum: Sie nennen sich "Schicksalshelfer" und nutzen das Internet, um sich schnell untereinander auszutauschen und Hilfe zu koordinieren: Sowohl in Selm als auch in Olfen haben sich viele Ehrenamtliche in speziellen Facebook-Gruppen zusammengefunden. Dort werden Links ausgetauscht, Fragen gestellt, wann man wo wie helfen oder Spenden abgeben kann und viele Details mehr. In der Gruppenbeschreibung der neuen Olfener Gruppe heißt es: "Wir wollen helfen! Und wir wollen nicht nur, wir tun es auch - die Schicksalshelfer aus Olfen, Vinnum und umliegenden Bauernschaften! Dies gilt für Flüchtlinge, Bedürftige, HartzIV-Empfänger, Arbeitslose, Nachbarschaftshilfe,... Unter der Prämisse der Mitmenschlichkeit, der Würde des Menschen wollen wir miteinander füreinander da sein!" Hier geht es zur Olfener Gruppe, hier zur schon etwas älteren und etablierten Selmer Gruppe (nur für Mitglieder - kann jeder werden). Eine weitere Gruppe ist die vom Arbeitskreis Asyl Selm - auch hier wird unkompliziert geholfen.

Mittwoch, 2. September, 10.43 Uhr, Vinnum: Olfens Beigeordneter Wilhelm Sendermann sagte gestern Abend im Ausschuss, man dürfe die Asylbewerber, die sich bereits in Olfen befänden, nicht vergessen. Dies seien zurzeit 103 Personen. Olfen werden weiterhin Flüchtlinge zugewiesen - erst wenn die Notunterkunft in Vinnum eröffnet wird, wird die Zuweisung gestoppt. Aus diesem Grund hat die Stadt nun das 1. Obergeschoss des alten Krankenhauses hergerichtet. Dort können nun auch Asylbewerber unterkommen. Und zur Notunterkunft: Man habe den Wunsch, eine vernünftige Willkommenskultur zu schaffen. „Der Abend war geprägt von viel Hilfsbereitschaft“, sagte er vor der Politik zum Infoabend am Montag. In naher Zukunft soll es einen Runden Tisch geben, an dem die Hilfe und Ehrenamtlichkeit koordiniert werden

Mittwoch, 2. September, 9.17 Uhr, Bork: Zurzeit wird an den Innen-Trennwänden der Wohnzelte gebaut. Das ist der aktuelle Stand der Dinge in Sachen Zeltstadt Bork: 

Mittwoch, 2. September, 9.10 Uhr: Wer 98 Minuten Zeit hat, der kann sie sich hier nehmen und den Worten von Angela Merkel lauschen. Sie hat sich zur Strategie der Bundesregierung im europäischen Kontext, in der Zusammenarbeit mit Bund und Ländern und anderen Themen der Flüchtlingsdebatte geäußert. Hier ist die Sommer-Pressekonferenz der Kanzlerin in voller Länge - davon etwa 70 Prozent zum Thema Flüchtlinge.

Dienstag, 1. September, 14.21 Uhr, Vinnum: Es ist doch nicht so, wie gestern Abend noch angekündigt: Das Zeltdorf in Vinnum wird wohl doch erst im Oktober eröffnet. Das haben intensive Gespräche zwischen dem Betreiber und der Bezirksregierung am Dienstag ergeben. Der Aufbau und die Logistik sind innerhalb von zwei Wochen nicht zu organisieren. Hier geht es zum ausführlichen Bericht.' tag='   

Dienstag, 1. September, 13.10 Uhr, Bork: Als "Beitrag zur Willkommenskultur" hat die Volkshochschule (VHS) inzwischen fünf Sprachkurs-Angebote für Flüchtlinge geschaffen. Das erklärte der Leiter Michael Reckers am Montag im Schulausschuss. An der Einrichtung der Kurse habe man länger schwer gearbeitet, sagte Reckers. Denn Kursleiter mit einer entsprechenden Qualifikation seien rar, so Reckers. Die vorhandenen Sprachkenntnisse bei den Interessenten seien sehr unterschiedlich. Während es bei manchen darum ginge, die Fähigkeiten zur Unterhaltung auf deutsch zu verbessern, ginge es bei anderen ganz von vorne los – auch bei der Alphabetisierung. Gut klappe auch die Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen Asyl. In Bork hätten sich bereits ehrenamtliche Partnerschaften für das Deutschlernen gefunden. An ihre Grenzen stößt die VHS allerdings bei dem Versuch, weiterführende Integrationskurse anzubieten. Für diese Kurse seien speziell qualifizierte Dozenten allerdings derzeit nicht verfügbar, so Reckers.

Dienstag, 1. September, 12.15 Uhr, Bork: Heute an der Waltroper Straße in Altenbork entdeckt: 

 

Dieses Banner hängt an der Waltroper Straße in Altenbork. #Flüchtlinge #Bork

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 1. Sep 2015 um 2:39 Uhr

 

Dienstag, 1. September, 10.50 Uhr, Vinnum: Die Infoveranstaltung gestern Abend im benachbarten Olfen zur Zeltstadt in Vinnum verfolgten rund 400 Zuhörer. Unser Reporter Theo Wolters hat eine sehr aufgeschlossene Stimmung vernommen, die Bereitschaft zur Hilfe ist offensichtlich da. Das sind die neuen Infos:

  • Am 15. September sollen die ersten Flüchtlinge einziehen, weil dann die Turnhalle in Coesfeld leergezogen wird. Dort ist zurzeit Platz für 150 Menschen.
  • Es werden sechs Zelte errichtet, in die jeweils 50 Personen passen.
  • 200 Flüchtlinge sollen zuerst einziehen, später Platz für bis zu 300 Menschen sein.
  • Ein halbes Jahr wird das Zeltdorf auf jeden Fall benötigt - Ende allerdings offen. 
  • Ein Sicherheitsdienst wird auf dem Gelände und auch rundherum wachen. 
  • Weitere Details: 

Auf der nächsten Seite: Das geschah vorher - vom 21. bis 31. August. 

Montag, 31. August, 20.16 Uhr, Bork: Die Polizei arbeitet zurzeit an einem Plan, wie sie auf Dauer die zusätzlichen Streifenwagen-Schichten für Bork besetzen kann. Aus dem eigenen Personalstamm wird das schwierig. Heute ließ die Gewerkschaft der Polizei aber eine mögliche Lösung verlauten: Laut Pressemitteilung habe der Landesvorsitzende Adi Plickert „eine Optimierung der internen Personalsituation für die versprochene polizeiliche Präsenz in Selm-Bork erreichen können“, heißt es darin. Es soll demnach eine zeitweise Unterstützung aus der Nachbarschaft geben. Landrat Michael Makiolla, der auch Leiter der Polizei im Kreis Unna ist, soll bei einem Termin in Bork angekündigt haben, dass Polizeikräfte aus den Polizeipräsidien Dortmund und Recklinghausen zeitnah zur Unterstützung dazu kämen.

Montag, 31. August, 17.01 Uhr, Bork: In einem Kommentar haben wir versucht, die Situation vor Ort in Bork einzuordnen und dabei auch einen Hinweis an die Ortsansässigen formuliert. Unsere Meinung ist: abwarten, ruhig bleiben, helfen wo man kann. Viele werden selbst wissen, wie sie damit umgehen. Für alle anderen ist das hier: 

Montag, 31. August, 15.15 Uhr, Bork: Die Flüchtlingshelfer brauchen Kartons. Dank der großen Spendenbereitschaft der Selmer haben sie inzwischen so viel Kleidung, dass sie sie nun sortieren wollen - am besten in Kisten. Die Redaktion hat knapp 20 Kartons verschenkt. Wer auch welche übrig hat, kann am Mittwoch oder Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr bei Haus Knipping vorstellig worden. Dort werden Kartons und weitere Sachspenden angenommen. 

 

Flüchtlingshelfer! Mit Umzugskartons kann man in Selm zurzeit echte Hilfe leisten. #Bork #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 31. Aug 2015 um 5:18 Uhr

 

Montag, 31. August, 13.37 Uhr, Vinnum: In der Selmer Nachbarstadt Olfen findet heute um 19 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung statt. Die Bezirksregierung Münster wird dort zusammen mit der Stadt Olfen und der Polizei über die Einrichtung einer Notunterkunft im Ortsteil Vinnum unterrichten und sicherlich auch ein paar Fragen aus der Bürgerschaft zulassen. Ein paar Hintergründe gibt es hier' tag=' - heute Abend ist unser Reporter natürlich vor Ort.

Montag, 31. August, 13.14 Uhr, Bork: Am Freitag war unser Reporter Tobias Weckenbrock noch mal am Gelände, um sich vor Ort den Aufbau der Zelte anzusehen. Wer nicht so der Freund des Lesens ist, kann sich die Eckdaten zur Zeltstadt auch in diesem Video ansehen:

 

Montag, 31. August, 9.28 Uhr, Bork: Einen Tag früher als eigentlich angekündigt hat gestern der Betrieb der Notunterkunft begonnen. 500 Menschen sind ab 13.30 Uhr in Bussen in Bork angekommen, obwohl in den Unterkunftszelten die Trennwände noch fehlen. Die Bezirksregierung hatte kurzfristig am Freitag von der neuen Einrichtungsleitung gefordert, schon am Sonntag fertig zu werden. So kam es, auch wenn es den Druck auf die Vorbereitungsarbeiten noch mal kräftig erhöhte. Denn so erfolgte die Eröffnung genau 24 Stunden früher als eigentlich angedacht. Unsere Volontärin Natasa Balas jedenfalls war gestern bei der Ankunft der ersten Menschen in der Notunterkunft dabei.  Hier hat sie aufgeschrieben, wie das ablief: 

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Samstag, 29. August, 9.11 Uhr: Die Eröffnung steht kurz bevor. Die Stadt Selm will die Flüchtlinge im übrigen Willkommen heißen - mit diesem Banner über der Zufahrt zum Gelände: 

 

Mit diesem Banner (Entwurf) wird die Stadt Selm an der Zufahrt zur Notunterkunft dauerhaft die Menschen begrüßen. #Bork #Flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 29. Aug 2015 um 0:04 Uhr

 

Freitag, 28. August, 19.23 Uhr: Wir waren heute Nachmittag noch mal an der Anlage. Von außen betrachtet sehen die Zelte fertig aus - innen wir übers Wochenende aber weiter hart gearbeitet. Das Technische Hilfswerk zum Beispiel wird Hunderte Betten aufbauen, die EDV für die Verwaltung und Büroräume wird noch installiert und vieles mehr. Der Blick über den Zaun:

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Notunterkunft in Bork kurz vor Fertigstellung

Die Zeltstadt von Bork ist äußerlich fertig: Das LAFP-Gelände ist vorbereitet, so scheint es. Noch im August sollen hier bis zu 400 Asylbewerber einziehen. Dafür kommt am Wochenende aber bezüglich des Innenausbaus noch viel Arbeit zu.
28.08.2015
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Das ist das Tor, zurzeit noch verschlossen: Hier ist der fußläufige Ein- und Ausgang der Zeltstadt. Die Busse werden über die Pforte des LAFP kommen und abfahren, ebenso die Versorgungsfahrzeuge. Hier am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden Wache halten.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Platz, auf dem die Zeltstadt steht, ist ohnehin schon von einem Zaun umgeben. Das verhindert, dass die Menschen einfach so in die Einrichtung gehen - die Asylsuchenden können die Zeltstadt jederzeit verlassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Platz, auf dem die Zeltstadt steht, ist ohnehin schon von einem Zaun umgeben. Das verhindert, dass die Menschen einfach so in die Einrichtung gehen - die Asylsuchenden können die Zeltstadt jederzeit verlassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das ist das Tor, zurzeit noch verschlossen: Hier ist der fußläufige Ein- und Ausgang der Zeltstadt. Die Busse werden über die Pforte des LAFP kommen und abfahren, ebenso die Versorgungsfahrzeuge. Hier am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden Wache halten.© Foto: Tobias Weckenbrock
In einem der Zelte ist zurzeit noch das Matratzenlager: 1000 Rollmatratzen sind in der Zeltstadt, sie werden bald auf die Betten gelegt, die am Wochenende errichtet werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
In einem der Zelte ist zurzeit noch das Matratzenlager: 1000 Rollmatratzen sind in der Zeltstadt, sie werden bald auf die Betten gelegt, die am Wochenende errichtet werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
In einem solchen Wohnzelt ist Platz für 75 Menschen. Die Zelte haben 250 Quadratmeter.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Platz, auf dem die Zeltstadt steht, ist ohnehin schon von einem Zaun umgeben. Das verhindert, dass die Menschen einfach so in die Einrichtung gehen - die Asylsuchenden können die Zeltstadt jederzeit verlassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Platz, auf dem die Zeltstadt steht, ist ohnehin schon von einem Zaun umgeben. Das verhindert, dass die Menschen einfach so in die Einrichtung gehen - die Asylsuchenden können die Zeltstadt jederzeit verlassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Platz, auf dem die Zeltstadt steht, ist ohnehin schon von einem Zaun umgeben. Das verhindert, dass die Menschen einfach so in die Einrichtung gehen - die Asylsuchenden können die Zeltstadt jederzeit verlassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Von außen betrachtet fertig: Diese Wohnzelte geben den Asylbewerbern einen Schlafplatz und ein bisschen Privatsphäre.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Technische Hilfswerk ist auf der Anlage, um dort technische Dinge zu regeln - und die Betten aufzubauen. Denn noch im August ziehen die ersten Asylbewerber ein.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Technische Hilfswerk ist auf der Anlage, um dort technische Dinge zu regeln - und die Betten aufzubauen. Denn noch im August ziehen die ersten Asylbewerber ein.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Bork

Freitag, 28. August, 17.11 Uhr: Reporter Tobias Weckenbrock hat sich gestern am Abend noch länger mit dem neuen Einrichtungsleiter der Zeltstadt unterhalten. Ozan Kubat heißt der junge Mann aus Dortmund - und spricht selbst fünf Sprachen fließend. Was er beim Runden Tisch sagte und wie er sich verhielt, beeindruckte die knapp 20 Personen aus Polizei und Verwaltung, vom DRK und aus den Asylkreisen. Hier haben wir das aufgeschrieben.' tag=' 

Donnerstag, 27. August, 22.11 Uhr: Was für ein intensiver Nachmittag und Abend in der Redaktion. Wir machen jetzt das Licht aus. Vorher verweisen wir aber noch auf unsere Berichterstattung in der Zeitung morgen: Viele Hintergründe zum Zeltstadt-Start am Montag - und eine Annäherung an den neuen Einrichtungsleiter. Er ist erst 27 Jahre alt und steht vor einer großen Aufgabe. Er sagte: „Ich freue mich auf diese Arbeit, habe aber großen Respekt davor, muss ich ehrlich sagen." Und: "Als Einrichtungsleiter gebe ich dem Haus ein Gesicht und ein Profil. Und mein Profil ist, die Menschen willkommen zu heißen, zu fördern, aber auch zu fordern." Keinen Bericht zu diesem Thema mehr verpassen? Die eZeitung kann man auch zur Probe lesen. Hier testen.

Donnerstag, 27. August, 18.18 Uhr: Die Flüchtlings-Notunterkunft in Bork geht am Montag an den Start. Um 8 Uhr muss die Landeseinrichtung bereit sein, um bis zu 400 Flüchtlingen ein Obdach zu geben. Erst Infos über den Einrichtungsleiter sind jetzt auch bekannt. Hier geht es zum Bericht.' tag='

Donnerstag, 27. August, 15.30 Uhr: Die Stadt Selm bekommt übrigens von den 500 Millionen Euro, die der Bund schon recht zügig für die Kommunen locker machen wird zur finanziellen Unterstützung der Flüchtlingshilfe vor Ort, knapp 162.000 Euro. Das ist gerade bekannt geworden. Wie die Stadt Selm das Geld einplant, wissen wir noch nicht - es wird aber komplett für die fest zugewiesenen Flüchtlinge verwendet. Denn die muss man von denen, die in der Notunterkunft für ein paar Wochen untergebracht werden, unterscheiden: Für die Menschen, die in Selm, Bork und Cappenberg wohnen, muss die Stadt Selm in Teilen finanziell selbst aufkommen, während das Bundesland über die Bezirksregierungen die finanzielle Verantwortung für die Notunterkünfte trägt.

Donnerstag, 27. August, 14.49 Uhr: Wir schrieben heute früh schon darüber, welche Ausländer-Schmähungen bei Facebook strafrechtlich relevant sind und wer dafür haftbar zu machen ist. Jetzt hat tatsächlich ein Bundesminister die Initiative ergriffen und einen Brief an Facebook geschrieben. Ob's was bringt? Die Hintergründe' tag='.

Donnerstag, 27. August, 14.02 Uhr: Eine interessante Zusammenfassung der Pläne für die Notunterkunft in Bork hat für die Tageszeitung "Die Welt" Kollege Jonas Mueller-Töwe geschrieben. Er listet genau auf, wie viele Zelte errichtet werden: 28 werden es laut seinen Informationen sein. Davon sind 15 Wohnzelte a 250 Quadratmeter für jeweils 75 Personen. Wir rechnen: Das entspräche genau 1125 Plätzen. Wenn 75 Personen sich 250 qm teilen, hat jede Person rechnerisch 3,33 Quadratmeter für sich. Es sollen Boxen errichtet werden für je sechs bis acht Personen - die Trennwände dafür fehlen aber zurzeit noch. Und eine letzte Zahl: 100 Mitarbeiter des Roten Kreuzes sollen hier laut Planung tätig sein. Hier geht es zum Bericht auf welt.de

Donnerstag, 27. August, 9.42 Uhr: Wer Diskussionen im Internet verfolgt, der wird sich fragen: Was ist eigentlich mit den zum Teil sehr bösen Schmäh-Kommentaren gegen Flüchtlinge, Asylbewerber, Migranten aller Art? Kann man dagegen rechtlich vorgehen? Hat auch Facebook eine Mitschuld, wenn es in diesem Social Network zu solchen Äußerungen kommt? Die Deutsche Presseagentur hat Juristen zu Wort kommen lassen' tag='.

Donnerstag, 27. August, 9.34 Uhr: Heute tagt zum zweiten Mal der Runde Tisch von Notunterkunfts-Betreiber DRK, Stadt Selm, Polizei und den Asylkreisen. Unsere Redaktion wird wieder dabei sein und an dieser Stelle sowie in der Zeitung über Themen, offene Fragen und Ergebnisse berichten.

Donnerstag, 27. August, 8.14 Uhr: Unser Volontär Daniele Giustolisi berichtet hier' tag=' von einem Gespräch neulich bei ihm im Treppenhaus, in dem viele vielleicht ein eigenes ähnliches Erlebnis wiedererkennen. Er nennt es "Zwei Minuten Alltagsrassismus". Es hat eigentlich nicht direkt mit der aktuellen Flüchtlingsentwicklung zu tun. Aber es zeigt doch ein wenig, wie es in unserer Gesellschaft (noch) aussieht. Wollen wir das?

Donnerstag, 27. August, 7.30 Uhr: Bei der Stadt gehen vermehrt Beschwerden ein - bei uns auch: Das Parkproblem rund um das LAFP geht denen, die dort zur Schule gehen und bei denen, die im Umfeld des LAFP wohnen, immer mehr an die Nerven. Wir haben bei der Stadt angefragt: Wann wird der dritte Ersatz-Parkplatz, der hoffentlich alle Probleme löst, fertig? Es dauert wohl noch mehr als eine Woche, sagte Stadtsprecher Malte Woesmann auf unsere Anfrage. So lange wird es weiterhin das eine oder andere Knöllchen geben - denn auch Polizeischüler halten sich offensichtlich nicht immer an alle Verkehrsregeln. Ein Hintergrund zu diesem Thema heute in der Zeitung und eZeitung.   

Mittwoch, 26. August, 18.17 Uhr: Unser Blick geht noch mal nach Schloß Holte-Stukenbrock in Ostwestfalen. Dort verzögert sich die Errichtung der Zeltstadt weiter - die Bezirksregierung Detmold hat der "Neuen Westfälischen" (Printausgabe von Donnerstag, 27. August) jetzt auch verraten, warum: Erdarbeiten, Schotter ausbringen, Planungsrechtliches, Abwasserkanäle - all das müsse erst geschaffen werden. Auch ein Zaun muss noch her. Die Infrastruktur in Bork ist also deutlich besser. Hier fehlt es "nur" an Trennwänden für die Zelte. Der Sprecher der Bezirksregierung Detmold sagte unserer Kollegin Sina Wollgramm von der "NW": "Wir werden den Kontakt nach Selm suchen, um von dort gemachten Erfahrungen zu profitieren." 

Mittwoch, 26. August, 15.12 Uhr: Die Stadt Selm meldet: Die Info-Hotline wird gut angenommen. 21 Menschen hätten darüber in den vergangenen zehn Tagen ehrenamtlich Mitarbeit für die Notunterkunft angeboten. Wer Fragen zu Spenden hat oder wie er sich einbringen kann, solle sich hier melden: Tel. (02592) 6 93 22, montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr. In den übrigen Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. E-Mail: asylhotline@stadtselm.de.

Mittwoch, 26. August, 12.52 Uhr: Ein Medien-Tipp: Wie gehen Notunterkünfte in Deutschland mit Journalisten um? Dürfen sie aus Zeltstädten berichten oder nicht? Es gibt sehr unterschiedliche Beispiele. Wie es in Bork und Vinnum wird, wissen wir noch nicht genau. Ein Drei-Minuten-Beitrag des Deutschlandfunks berichtet von Beispielen aus Berlin (alles erlaubt) und Hamburg (vieles verboten). Hintergründe und der Link zum Anhören' tag='.

Mittwoch, 26. August, 8.08 Uhr: Wie in Bork wird nach Informationen von Bürgermeister Josef Himmelmann auch in Vinnum das Deutsche Rote Kreuz die Organisation und Verwaltung der Unterkunft übernehmen. Hier käme der Kreisverband Coesfeld zum Zuge, sagte er gestern Abend vor dem Bauausschuss.

Mittwoch, 26. August, 7.48 Uhr: In der Bundesregierung wird über das Flüchtlingsthema jetzt intensiv nachgedacht. Es geht um Finanzhilfen für die Kommunen und eine Aussetzung des Dublin-Abkommens für Flüchtlinge aus Syrien. Heute steht das Thema auf der Agenda des Bundeskabinetts. Die Süddeutsche Zeitung hat hier den aktuellen Stand zusammengefasst

Mittwoch, 26. August, 7.33 Uhr: Lob aus der Nachbarstadt: Der Bürgermeister von Olfen, Josef Himmelmann, hat gestern Abend im Bauausschuss außerplanmäßig über die Notunterkunft in Vinnum informiert. Dabei hat er einen flammenden Appell gerichtet an die Politik in NRW, Deutschland und Europa, und ihr schwere Versäumnisse und Fehler vorgeworfen, deren Folgen nun frontal auf die Kommunen zukommen. Wir dokumentieren die Rede, in der Himmelmann auch die Arbeit in Selm als sehr gut hervorhob, im Wortlaut' tag='

Dienstag, 25. August, 15.59 Uhr: Seit heute Mittag, etwa 11.30 Uhr, weiß der Bürgermeister der Stadt Olfen, dass auch in Vinnum eine Zeltstadt als Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet wird. Das erfuhr er direkt vor dem Recherchegespräch unseres Reporters Tobias Weckenbrock von der Vize-Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Das Gelände der Ziegelei Hüning wird dazu genutzt - zurzeit werden dort schon auf dem Gelände gelagerte Steine abgefahren. Alle Infos zur Unterkunft in Vinnum hier' tag='.

Dienstag, 25. August, 7.55 Uhr: Die Westfälischen Nachrichten aus Münster waren Ende vergangener Woche ebenfalls auf dem Gelände in Bork. Hier ist ihre Zusammenfassung der Situation rund um die Notunterkünfte im Münsterland und in Selm. 

Montag, 24. August, 18.01 Uhr: Das DRK klagt über Lieferschwierigkeiten. Vom Plan, noch bis Ende August die ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft zu haben, muss der Betreiber der Zeltstadt offenbar trotz der Nachrichten aus überfüllten Erstaufnahme-Standorten abrücken. Woran es fehlt, hat Arndt Brede recherchiert' tag='.

Montag, 24. August, 8.47 Uhr: Wir haben uns in einem Hintergrundartikel der Leitfrage angenähert: Was macht eine Notunterkunft in dieser Größe mit einem kleinen Ort wie Bork? Das ist auch eine Annäherung für Leser, die Bork nicht so gut kennen und die Entwicklungen hier nicht Tag für Tag verfolgen: Hier unsere Analyse' tag='

 

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Montag, 24. August, 8.33 Uhr: Es ist die Woche, in der die ersten Flüchtlinge in die Notunterkunft in Bork einziehen sollen. Die Dramatik der Flüchtlings-Ankünfte zeigt sich wieder am Beispiel Dortmund-Hacheney: Hier ist eine Erstaufnahme-Einrichtung für 350 Menschen. Es werden aber 1200 Neuankünfte erwartet. Die Einrichtung ist wieder einmal  vorläufig geschlossen' tag=' , wie die Kollegen berichten. Derweil wachsen überall im Land neue Unterkünfte: In der nordmünsterländischen Stadt Rheine meldet die Stadt: Zeltstadt auf ehemaligem Kasernengelände fertig, Einzug ab heute - und am selben Tag eine Bürgerveranstaltung:

Notunterkunft für Flüchtlinge / Damloup-Kaserne: Bürgerinformationsveranstaltung - http://t.co/QYBx6pGcKvpic.twitter.com/B41tLxiKel

— Rheine (@rheine_tweet)

 

Sonntag, 23. August, 14.04 Uhr: Auch am Sonntag ruhen die Bauarbeiten nicht. In dieser Woche geht der August zu Ende - und das heißt: In dieser Woche soll die Notunterkunft eröffnet werden. Darum arbeiten auch heute viele Bauarbeiter an der Errichtung und Ausstattung der Zelte. Reporter Tobias Weckenbrock war am Vormittag vor Ort und hat sich das Ganze diesmal von außen angesehen. 

Samstag. 22. August, 11.42 Uhr: Gestern und heute ist es hier im Blog etwas ruhiger: Die Informations- und Organisations-Pflöcke sind eingeschlagen. Die Arbeit der Haupt- und der vielen Ehrenamtlichen im Hintergrund geht weiter. Ein Tweet mit einem Bild zeigt das in beeindruckender Weise:

 

Schon viele Spenden heute. #RefugeesWelcome#Selmpic.twitter.com/RMtOLqlOLz

— Jeannine Tembaak (@huepfkuh)

 

Auf der nächsten Seite: Das geschah vom 17. bis 21. August. 

 

Freitag, 21. August, 12:04 Uhr: Die Aufbauarbeiten für die Notunterkunft für 1000 Flüchtlinge in Selm-Bork schreiten voran. Noch im August sollen hier Asylbewerber für einen befristeten Zeitraum eine Unterkunft finden. Jetzt haben wir eine weitere große Fotostrecke zu den Aufbauarbeiten der Unterkunft online - aktuell von Freitagmorgen:

 

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So schreitet der Aufbau der Notunterkunft für Flüchtlinge voran

SELM, 21.08.2015: Die Zeltstadt wächst auf dem Parkplatz am Fortbildungsinstitut der Polizei in Bork: Hier entsteht eine Notunterkunft für Flüchtlinge. Am Freitagmorgen wurden weitere Zelte errichtet, in den Sanitärzelten lief derweil der Innenausbau weiter. Wir haben uns auf dem Gelände umgesehen.
21.08.2015
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© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Installation für die Zelte: Rohre zur Belüftung und Heizung und Generatoren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem Container am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden sein. Hier haben die hier bereits untergebrachten Asylbewerber Ausgang und Zugang. Zudem wird hier geregelt, wer auf das Gelände darf und wer nicht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem Container am Tor wird ein Sicherheitsdienst 24 Stunden sein. Hier haben die hier bereits untergebrachten Asylbewerber Ausgang und Zugang. Zudem wird hier geregelt, wer auf das Gelände darf und wer nicht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Installation für die Zelte: Rohre zur Belüftung und Heizung und Generatoren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eine niederländische Firma errichtet in den beiden Sanitärzelten die Toiletten und Duschen. 100 WCs und 100 Duschen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Stand Freitagmorgen: Rund 15 Zelte sind inzwischen aufgebaut. Auf dem Gelände wird aber weiter fleißig gearbeitet. Die Elektroinstallation läuft in einigen Zelten, während andere erst aufgebaut und in wieder anderen der Fußboden ausgelegt wird.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf diesen Matratzen werden die Asylbewerber in der Notunterkunft in Bork schlafen. Zurzeit liegen sie noch aufgerollt in der Ecke eines der Zelte.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm

Freitag, 21. August, 11.38 Uhr: Wir waren gerade wieder auf dem Gelände am LAFP, um uns den Fortgang der Arbeiten an der Zeltstadt anzusehen. Wir berichten gleich weiter. Gestern Abend ist unser Bericht über den ersten Runden Tisch online gegangen. Darin berichtet Arndt Brede vor allem über das Spenden-Procedere. Hier geht es zum Artikel' tag='.

Donnerstag, 20. August, 19.01 Uhr: Versöhnlich! Bei der Bürgerversammlung gestern Abend gab es einen Zuhörer, der sich in der Fragerunde meldete. Er rief mit reichlich empörter Stimme Bürgermeister Mario Löhr zu: "Meinen Sie das ernst, dass Sie die Menschen, die eine echt miese Zeit durchgemacht haben, an die Schüppe bringen?" Löhr war sichtlich irritiert, denn das hatte er so sicher nicht erwartet. Noch am selben Abend entschuldigte sich der junge Zwischenrufer aber bei Facebook, während er von anderen dort Zuspruch für seine Courage erntete. Dort nahm Bürgermeister Löhr die Entschuldigung an. So einfach geht das.  

Donnerstag, 20. August, 17.22 Uhr: Der Runde Tisch mit rund 20 Köpfen hat etwa zwei Stunden getagt. Wir berichten morgen in der Zeitung und eZeitung ausführlich über die Ergebnisse. Eine neue Info, die dort besprochen wurde: Um Spenden für die Zeltstadt entgegenzunehmen, richtet die Stadt im Gebäude des ehemaligen Coop-Marktes am Borker Marktplatz eine Kleiderkammer ein - in etwa zwei Wochen soll es losgehen.

Donnerstag. 20. August, 17.18 Uhr: Unsere Redaktion ist für morgen zu einem Telefonat unter Kollegen verabredet: Tobias Weckenbrock wird ein Interview führen mit Sabine Kubendorff. Sie ist Redakteurin bei der "Neuen Westfälischen", einer Lokalzeitung in Ostwestfalen, die auch in Schloß Holte-Stukenbrock erscheint. Dort gibt es auch ein LAFP, dort gibt es bald auch eine Zeltstadt - und dort gibt es schon Erfahrungen mit größeren Flüchtlings-Sonderunterkünften aus dem vergangenen Jahr. Was hat das mit dem Ort, mit den Anwohnern gemacht? Diese Leitfrage wollen wir uns von ihr beantworten lassen. Wir werden hier berichten.

Donnerstag, 20. August, 15.23 Uhr: Was sagen eigentlich Jugendliche aus Selm zur aktuellen Flüchtlings-Situation und dem, was auf die Stadt zukommt? Wir haben mit einem darüber gesprochen, der am Städtischen Gymnasium zur Schule geht: Jan-Niklas Möller (17). Er sagte: "Ich war persönlich erst nicht betroffen von der Nachricht, dass hier eine Notunterkunft eingerichtet wird. Dann kam das Thema aber bei uns im Unterricht auf. Jetzt ist das anders: Ich will Jugendliche unterstützen, die nicht die gleichen Chancen hatten wie wir, sondern unter schlimmsten Umständen aus ihren Heimatländern flüchten mussten." 

Donnerstag, 20. August, 14.44 Uhr: Bork ist nicht allein: In der Nachbarstadt Bergkamen wird es nach einem Beschluss im Stadtrat von Mittwochabend bald eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für bis zu 1000 Menschen geben. Mit großer Mehrheit: Drei Mitglieder der SPD-Fraktion aus dem Ortsteil Weddinghofen und die zwei Mitglieder der Fraktion BergAUF stimmen nach einem Bericht des "Hellweger Anzeigers" dagegen.

Donnerstag, 20. August, 13.52 Uhr: In acht Minuten beginnt der erste "Runde Tisch": Dort kommen Entscheider der beteiligten Organisationen fortan wöchentlich zusammen. Was wird gebraucht? Was muss dringend geregelt werden? Das Rote Kreuz, die Polizei, ein LAFP-Mitarbeiter, die Stadtverwaltung, die ehrenamtlichen Macher der drei Asylkreise Selm, Bork und Cappenberg und ein Mitarbeiter des Jobcenters sitzen in dieser Runde zusammen. Unser Reporter macht sich jetzt auch auf den Weg: Arndt Brede darf bei der ersten Sitzung dabei sein. Wir berichten später.

Donnerstag, 20. August, 13.15 Uhr: Eine Aussage von gestern Abend ist bei uns ganz besonders hängen geblieben. Es wirkte nicht heuchlerisch, sondern echt, als LAFP-Chef Michael Frücht' tag=' vor 310 Zuhörern sagte: "Selm ist das Aushängeschild deutscher Willkommenskultur." Was für ein Satz - ein Lob, aber auch eine Anforderung für die nächsten Wochen und Monate. Bürgermeister Mario Löhr muss sich gefreut haben, das zu hören - und er ergänzte, dass man das noch ausbauen wolle.

Donnerstag, 20. August, 12.16 Uhr: Praktisch ausverkauft: Etwa 150 Buttons mit dem Spruch "Keep calm und welcome refugees"' tag=' und dem Selmer Stadtwappen hat Initiatorin Jeannine Tembaak in den vergangenen Tagen verkauft. Über 200 Euro Spendengelder für die Flüchtlingshilfe in Selm, Bork und Cappenberg kamen dadurch zusammen. 

Donnerstag, 20. August, 11.43 Uhr: Während die Event-Firma aus Lich weiter am Zeltaufbau arbeitet, der Innenausbau der Sanitärzelte läuft und weitere notwendige Versorgungsbauten auf dem LAFP-Gelände für die Notunterkunft entstehen, wird auch vor dem Gelände der Polizeischule gearbeitet: Bagger und Planierraupen verteilen zurzeit Schotter auf dem Parkplatz zwischen den Straßen "Im Sunden" und "Zum Sundern". Dort entstehen 330 weitere Stellplätze für die Autos der Polizeischüler- und -studenten. Bisher gibt es schon 200 Parkplätze am Festplatz der Schützen "Auf dem Südfeld" und 260 Plätze im "Rauhen Busch" hinter dem Wall. 70 Parkplätze stehen am PSV-Sportplatz zur Verfügung. Für die Polizeischüler bedeutet das zum Teil einen etwas weiteren Fußweg als bisher - aber in fünf, sechs Minuten erreichen sie die Bildungseinrichtungen.

Donnerstag, 20. August, 7.46 Uhr: Wie bilanzieren Teilnehmer die Veranstaltung im Bürgerhaus gestern Abend? Bei Facebook heißt es zum Beispiel: "Die Bürger der Stadt haben sich heute als Vertreter der Willkommenskultur gezeigt. In der Fragerunde überwog bei weitem die Sorge um das Wohlergehen der Menschen die paar kritischen Beiträge, die es gab." Der Beitrag ist am Morgen von 24 Facebook-Mitgliedern mit "gefällt mir" markiert worden - unter anderem von Bürgermeister Mario Löhr.

Donnerstag, 20. August, 7.43 Uhr: Der Kollege Arndt Brede hat die Informationen vom gestrigen Abend in 17 Fakten zusammengefasst. Hier sind sie nachzulesen.' tag='

Mittwoch, 19. August, 20.57 Uhr: Der WDR berichtete heute Abend in der Dortmunder Lokalzeit aus Bork. In der Mediathek gibt es den Beitrag in voller Länge - hier kommen Sie direkt hin.

Mittwoch, 19. August, 20.25 Uhr: Es gibt einen Haufen Vorurteile, die in der Flüchtlingsdebatte immer wieder auftauchen. Das Nachrichten- und Unterhaltungsportal "Buzzfeed Deutschland" hat 15 Thesen, die dem politisch rechten Rand zuzuordnen sind, aufgegriffen und viele davon kurz und knackig widerlegt. Auch der Einfachheit wegen absolut lesenswert! Hier geht es zu den 15 Thesen und ihren den Erwiderungen.

Mittwoch, 19. August, 20.08 Uhr: Gerade zurück aus dem Bürgerhaus: Während der Kollege weiter der Veranstaltung beiwohnt, können wir schon mal die Eckdaten schildern: Rund 300 Besucher, fast jeder Stuhl ist besetzt, sind gekommen. Hecker, Frücht, Volkmann, Löhr und Milk informieren in ihren Statements die Bürger über den aktuellen Sachstand und die Hintergründe zur Einrichtung der Notunterkunft. Die Bürger lauschen aufmerksam. Vor dem Bürgerhaus ist der Willy-Brandt-Platz spärlich gefüllt: Hier lauschen rundherum auf den Bänken weitere etwa 20 Personen den Worten, die drinnen gesprochen werden. Gleich besteht noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Über Inhalte berichten wir später an dieser Stelle. Eine kurze Einschätzung: 

 

Rund 300 Menschen informieren sich in Selm über die Einrichtung der Notunterkunft für #Flüchtlinge in #Bork.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 19. Aug 2015 um 10:39 Uhr

 

Mittwoch, 19. August, 19.09 Uhr: Die Bürger-Infoveranstaltung hat begonnen. Wer ganz live und mehr darüber wissen will, kann das nebenan bei den Kollegen vom Lokalkompass in einem Live-Ticker verfolgen. Die Kollegen haben auch aktuelle Bilder vom Tage vom LAFP im Netz. Hier geht es lang. Wir berichten im Anschluss an die Veranstaltung an dieser Stelle weiter.

Mittwoch, 19. August, 16.28 Uhr: Sachspenden sind das, was die Menschen, die oft ohne Hab und Gut oder nur mit einem Koffer nach Deutschland kommen, am dringendsten brauchen. Kleidung, Handtücher. Bettwäsche braucht die Flüchtlings-Notunterkunft in Bork für die Hunderten von Menschen. Auf Privatinitiativen hin gibt es jetzt eine Annahmestelle für Spenden am ehemaligen Hotel Knipping: Sie ist Mittwoch - also heute - und Donnerstag - also morgen - von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Aber auch nächste Woche. Ludgeristraße 32. 

Mittwoch, 19. August, 14.23 Uhr: Unser Reporter Arndt Brede, der heute Abend auch von der zweiten Bürgerversammlung berichten wird, hatte nach der ersten Bürgerversammlung in Bork mit Menschen im Ort gesprochen, was ihre Meinung zur Einrichtung der Notunterkunft ist. Die Stimmungslage? Gemischt. Über 80 Jahre war ein Borker alt, den er auf seinem Spaziergang am Marktplatz traf. Er sagte: „Angst? Habe ich nicht. Ich weiß aus den Kriegsjahren selber, wie es den Flüchtlingen gehen mag. Diejenigen, die skeptisch sind, sollten froh sein, dass es ihnen gut geht, und es anderen gönnen.“ Bäcker Andreas Langhammer meinte: „Klar äußern die Leute gemischte Gefühle, aber da sind auch viele Vorurteile dabei.“ Er habe eine andere Einstellung: „Die Flüchtlinge, das sind Leute, die froh sind, dass sie leben. Dass hier eine Unterkunft entsteht ... irgendwo müssen sie ja hin.“ Seine Frage gehe an die Bundesregierung: „Sind die Asylbewerber Kriegsflüchtlinge, politische Flüchtlinge oder sind sie einfach so mit aufgesprungen?“ Besorgt zeigte sich Uwe Tomaszik, Inhaber des Borker Edeka: „Da sind bestimmt einige dabei, die Böses im Schilde führen.“ Er habe von Kollegen in anderen Orten gehört, dass Flüchtlinge mit bis zu zehn Leuten Geschäfte betreten, „sich die Taschen vollgemacht haben und dann einfach rausgegangen“ seien. „Wir warten ja schon jetzt eineinhalb Stunden auf den Streifenwagen, wenn wir einen Ladendiebstahl melden...“ 

Mittwoch, 19. August, 12.38 Uhr: Wussten Sie schon, dass Deutschland bis Jahresende mit für 2015 750.000 Asylbewerbern rechnet? Das sind 300.000 Menschen mehr als aus einer alten Prognose. Das trifft die ganze Gesellschaft, klar, aber insbesondere auch Dortmund: Im Juni kamen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney, einem südlichen Vorort / Stadtteil von Dortmund, 21 Prozent aller nach Deutschland strömenden Flüchtlinge an - ein Fünftel, allein im Örtchen Hacheney. Oberbürgermeister Ullrich Sierau platzte am Dienstag deswegen der Kragen' tag=', schreibt unser Chefredakteur Wolfram Kiwit in seinem Newsletter ("Post vom Chefredakteur", hier abonnieren) am Morgen - und Sierau erhob massive Vorwürfe gegen das Land. Ab sofort werde man die Einrichtung sofort schließen, wenn sie überbelegt sei. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Auch die Zahl der Flüchtlinge, die Dortmund bis zum Ende des Asylverfahrens aufnehmen muss, wird drastisch steigen. Die Stadt geht von mehreren tausend zusätzlichen Flüchtlingen aus und denkt jetzt auch an den Aufbau von Zelten - wie in Bork. 

Mittwoch, 19. August, 12.19 Uhr: Zur Errichtung der Zeltstadt haben wir am Dienstag das Gelände am LAFP besucht. In einer Reportage beschreibt unser Autor in der Zeitung heute auch ein wenig seine Gefühle, die er dabei hat. "Man kann sich nicht vorstellen, wie es aussieht, wenn hier Hunderte von Menschen untergebracht sind." Die Reportage lesen Sie auch in der eZeitung - hier bekommen Sie sie

 

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Mittwoch, 19. August, 12.02 Uhr: In NRW werden bekanntlich mehrere Notunterkünfte eingerichtet: Die Polizei NRW hat neben dem Gelände am LAFP in Bork auch einen Teil des Geländes in Schloß Holte-Stukenbrock bei Gütersloh zur Verfügung gestellt. Dort reicht die Erfahrung mit einer Großunterkunft für Flüchtlinge schon etwas länger zurück, hier gab es schon eine Zeltstadt. Jetzt wird dort ebenfalls eine Zeltstadt errichtet - allerdings verzögert sich nach einem Bericht der Lokalzeitung vor Ort, der "Neuen Westfälischen", der Start dort von Ende August auf September. Zuständig für das Betreiben der Zeltstadt wird dort "European Homecare" aus Essen sein. Zum Bericht. 

Mittwoch, 19. August, 7.58 Uhr: Wenn es um eine demokratische Allianz geht, dann ist eine Partei vermutlich ganz bewusst auch nicht dabei, die heute Abend per Flugblattaktion ihr Kommen und Werben für dem Bürgerhaus angekündigt hat. Twitter-Nutzerin @IT_Zora hat am Dienstag dasselbe aus dem Briefkasten gefischt wie wir in der RN-Redaktion:   

Nach #Selm kommen 1000 Flüchtlinge. Morgen Infoveranstaltung. Und zur gleichen Zeit macht die AFD mobil @weckenbrockpic.twitter.com/O2qNR2Lada

— die Zora halt;-) (@IT_Zora)

Auf der Vorderseite des Flugblattes steht übrigens, die AfD sei zwar für Asyl, aber... 

 

Mittwoch, 19. August, 7.07 Uhr: Vielleicht darf man bezüglich des Infoabends auch gespannt sein auf das, was vor dem Bürgerhaus passieren wird. Denn die Politik kündigte vergangene Woche an, auf dem Willy-Brandt-Platz eine demokratische Allianz gegen Rechts zu bilden. Jeannine Tembaak will vor Ort auch "Keep calm"-Buttons verkaufen. Unsere Redaktion hat sich gegen eine Spende schon mal ein paar gesichert... 

 

Das ist unser Motto für die Infoveranstaltung heute Abend zur Notunterkunft in Bork. #Flüchtlinge #bork

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 18. Aug 2015 um 22:11 Uhr

 

Mittwoch, 19. August, 6.31 Uhr: Heute findet im Bürgerhaus am Willy-Brandt-Platz 2 eine zweite Bürgerinformationsveranstaltung statt. Die Stadt Selm lädt ein. Auf dem Podium sitzen Hans-Jürgen Hecker vom Roten Kreuz, LAFP-Direktor Michael Frücht, Kreis-Polizeichef Hans-Dieter Volkmann und Bürgermeister Mario Löhr. Es gibt genau 312 Plätze. Einlass ist ab 18.30 Uhr mit Einlasskarten, die am Eingang ausgegeben werden. Für weitere Zuhörer ist Platz vor dem Bürgerhaus: Das Gespräch soll akustisch nach draußen übertragen werden. Es beginnt um 19 Uhr. Das waren die Themen' tag=' bei der ersten Veranstaltung vor einer Woche.

Dienstag, 18. August, 20.29 Uhr: Wir haben nun auch ein kleines Video (ohne Ton) aus der Luft vom Aufbau der Zeltstadt: 

Dienstag, 18. August, 19.58 Uhr: Ist das nicht mal eine gute Antwort auf die Integrationsfrage? Meine Kollegin schreibt im RN-Blog über ein Video, das im Internet seit Tagen ein großer Star ist. Es geht dabei nur um vier Wörter...' tag=' / Unsere Vier-Worte-Antwort darauf: Kinder an die Macht! 

 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So läuft der Aufbau der Notunterkunft in Bork

Eine Firma aus dem hessischen Örtchen Lich ist auf dem Parkplatz des LAFP zurzeit schwer beschäftigt: Der Zeltaufbau läuft auf vollen Touren. Am Nordrand der Parkfläche sind zwei riesige Sanitärzelte bereits fertig. Darunter wurde eine Zu- und Abwasserlogistik für 100 Toiletten und 100 Duschen sowie zahlreiche Waschbecken verlegt. Nun beginnt der Innenausbau: Die Zelte werden in kleine Kabinen unterteilt. Den Aufbau haben wir in einer Fotostrecke für Sie dokumentiert.
18.08.2015
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Am Rande des Parkplatzes bereits errichtet sind zwei Zelte, in die die Toiletten und Duschen kommen. Arbeiter haben zuvor Leitungen zur Wasserver- und Entsorgung verlegt. Am Dienstag begann der Innenausbau - also die Errichtung der Kabinen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Blick von oben auf den LAFP-Parkplatz am Dienstag-Nachmittag (18. August): Da, wo jetzt noch Freiraum zu sehen ist, werden weitere Zeltreihen errichtet.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Arbeiten zur Errichtung der Zeltstadt laufen auf vollen Touren. Hier, wo sonst die Autos der Studenten standen, wird eine Notunterkunft errichtet. Bis zu 1000 Asylbewerber finden hier Unterschlupf.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Zelte mit den Betten werden in Reihe aufgerichtet. Die Spezialfirma "bill" aus Lich in Hessen ist am LAFP mit dem Aufbau beauftragt worden. Sie baut sonst auch Zelte auf, allerdings meistens bei Festivals oder anderen Events.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Zelte mit den Betten werden in Reihe aufgerichtet. Die Spezialfirma "bill" aus Lich in Hessen ist am LAFP mit dem Aufbau beauftragt worden. Sie baut sonst auch Zelte auf, allerdings meistens bei Festivals oder anderen Events.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Zelte mit den Betten werden in Reihe aufgerichtet. Die Spezialfirma "bill" aus Lich in Hessen ist am LAFP mit dem Aufbau beauftragt worden. Sie baut sonst auch Zelte auf, allerdings meistens bei Festivals oder anderen Events.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aus diesen Bauteilen werden die Zelte zusammengebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aus diesen Bauteilen werden die Zelte zusammengebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
25 mal 10 Meter messen die Zelte, in denen die Asylbewerber schlafen und sich aufhalten. Bis zu 60 Personen sollen in einem solchen Zelt untergebracht werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
25 mal 10 Meter messen die Zelte, in denen die Asylbewerber schlafen und sich aufhalten. Bis zu 60 Personen sollen in einem solchen Zelt untergebracht werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
25 mal 10 Meter messen die Zelte, in denen die Asylbewerber schlafen und sich aufhalten. Bis zu 60 Personen sollen in einem solchen Zelt untergebracht werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aus diesen Bauteilen werden die Zelte zusammengebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aus diesen Bauteilen werden die Zelte zusammengebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Aus diesen Bauteilen werden die Zelte zusammengebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im hinteren Bereich des Platzes ist ein Tor zum Fußweg Richtung "Am Pastorenbusch". Hier soll ein Ein- und Ausgang sein, den die Bewohner der Zeltstadt nutzen sollen.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesen zwei Zelten entstehen 100 Duschen und 100 Toiletten, nach Geschlechtern getrennt.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm

Dienstag, 18. August, 17.05 Uhr: Eine Firma aus dem hessischen Örtchen Lich ist auf dem Parkplatz des LAFP zurzeit schwer beschäftigt: Der Zeltaufbau läuft auf vollen Touren. Wir haben uns gerade vor Ort umgesehen. Am Nordrand der Parkfläche sind zwei riesige Sanitärzelte bereits fertig. Darunter wurde eine Zu- und Abwasserlogistik für 100 Toiletten und 100 Duschen sowie zahlreiche Waschbecken verlegt. Nun beginnt der Innenausbau: Die Zelte werden in kleinere Kabinen unterteilt. Am Süd-Ost-Rand des Parkplatzes werden derweil die ersten beiden Reihen Unterbringungszelte errichtet. Sie messen 10 mal 25 Meter und sollen - je Zelt - bis zu 60 Menschen Platz bieten.  

Dienstag, 18. August, 14.59 Uhr: Die Antifaschistische Aktion Werne hat bei Twitter rund 280 Follower. Die Antifa twittert zur Notunterkunft in Bork und der spalterischen Agitation von "Selm wehrt sich" bei Facebook: 

 

In #Selm soll eine Zeltstadt für #Refugees entstehen. Nun hetzen auch Rechte unter'm Label "Selm wehrt sich". Watch out! #refugeeswelcome

— Antifa Werne (@AntifaWerne) 

Dienstag, 18. August, 13.48 Uhr: "Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich da": Das ist die Aussage, mit der das Deutsche Rote Kreuz unter dem Titel "Team Westfalen" Mitarbeiter sucht, die bei der Arbeit in den Notunterkünften helfen. Unermüdlich, so heißt es auf einer eigens eingerichteten Website, seien Hunderte von ehrenamtlichen Rotkreuzhelfern täglich im Einsatz, um "Aufnahmeeinrichtungen einzurichten, zu betreiben, die Menschen willkommen zu heißen und ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten". Im Internetportal kann sich jeder, der Interesse hat, registrieren. Dann, so heißt es, nimmt das Rote Kreuz Kontakt zum Interessenten auf, um mit ihm zu besprechen, wie ein Einsatz am besten möglich ist. Hier geht es zum Portal und zur Registrierung.  

18. August 2015, 11.45 Uhr: Unser Bericht über die Button-Aktion "Keep calm" mit Unterstützung der Schülergenossenschaft ist jetzt hier online zu lesen' tag='

18. August 2015, 9.53 Uhr: "Manchmal geht alles schneller als gedacht", sagt Victor Ocansey vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP). Er kann vermelden, dass das erste der klimatisierten und winterfesten Zelte schon seit Montag steht: das Sanitärzelt. Duschen und Toiletten sind also schon da. Die nächsten 20 Zelthallen in unterschiedlichen Größen folgen in den kommenden Tagen.

17. August 2015, 21.08 Uhr: Die Junge Union aus Selm, Nachwuchsorganisation der CDU, hat sich via Twitter und in einer Mail an unsere Redaktion in einem Statement gegen die rechte Hetze im Netz geäußert. Das schreibt die JU: 

 

Unser klares Statement zur Flüchtlingsdebatte in #Selm : Jeder Extremist ist Mist! #SelmIstBunthttp://t.co/0TEhl6jSFg

— Junge Union Selm (@JungeUnionSelm)

 

17. August 2015, 20.54 Uhr: Laut einem Bericht des WDR sollen die ersten Zelte und Container für die 100 Duschen und 100 Toiletten am Donnerstag aufgebaut werden. Hier geht es zur Kurzmeldung.

17. August 2015, 20.45 Uhr: Der Nachrichtensender n-tv berichtet heute in einem Beitrag neben den Zuständen in einer Sporthalle in Düsseldorf über die geplante Notunterkunft in Bork. Ein Kamera-Team zeigt den Parkplatz, berichtet von der Bürger-Infoveranstaltung im LAFP vergangene Woche und lassen drei Borker zu Wort kommen - hier geht es zum Video.

17. August 2015, 16.33 Uhr: "Keep calm and welcome refugees": Eine Selmer Spendenaktion mit diesem Ausspruch macht sich gerade auf Facebook breit. Jeannine Tembaak aus Selm hatte die Idee dazu und hatte Ende vergangener Woche in Eigenregie 50 Buttons mit diesem Claim herstellen lassen. Daraus wird nun aber eine größere Aktion, in die auch die "Schülergenossenschaft Selm", eine Schüler-Firma am Städtischen Gymnasium, einbezogen ist. Am Mittwoch bei der Bürgerversammlung im Bürgerhaus (19 Uhr, Willy-Brandt-Platz 2) sollen die Buttons mit dem aus dem Internet bekannten und beliebten Spruch für den guten Zweck verkauft werden. Wir sprachen mit Jeannine Tembaak darüber. Ausführlicher Bericht in Zeitung und ePaper der Ruhr Nachrichten vom Dienstag, 18. August. (Was steckt hinter Keep-Calm?)

17. August 2015, 13.15 Uhr: Ein großes zivilgesellschaftliches Echo hat unsere Berichterstattung über die rechtsextremen Äußerungen auf mehreren Plattformen im Internet gefunden.

Jetzt lesen

17. August 2015, 13.05 Uhr: Seit dem heutigen Montag gilt für die Schüler und Studenten des Fortbildungsinstitutes eine neue Parkregelung: Auf dem Parkplatz, wo sie sonst parkten, wir die Zeltstadt errichtet. Die Stadt Selm hat vor dem Gelände an den Straßen Auf dem Südfeld (Schützen-Festplatz) und Rauer Busch Ausweich-Parkflächen geschottert. Am Montagvormittag war dort so ziemlich alles zugeparkt, was geht. Auf der anderen Seite der Zufahrtstraße "Im Sundern" wird ebenfalls noch gebaggert für weitere Parkflächen.

Hier finden Sie ein 360-Grad-Rundum-Bild. Wenn Sie draufklicken, startet es und Sie können navigieren.

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17. August 2015, 12.54 Uhr: Die Stadtverwaltung meldet gerade, dass sie eine Telefonnummer für Flüchtlingsfragen einrichtet. Ab Mittwoch, 19. August, können sich Bürger werktags von 9 bis 13 Uhr unter Tel. (02592) 69322 informieren. Themen, die man dort besprechen kann, sind laut Angaben der Stadt die ehrenamtliche Hilfe und Spenden-Möglichkeiten. Auch per Mail soll das gehen: asylhotline@stadtselm.de

17. August 2015, 12.44 Uhr: Wir starten unseren Live-Blog mit einem kurzen Überblick: Bis Ende August sollen in die Notunterkunft auf einem Parkplatz am LAFP Bork die ersten Flüchtlinge eingezogen sein. Das Deutsche Rote Kreuz errichtet zurzeit und verwaltet später die Zeltstadt, in der in der Spitze bis zu 1000 Menschen eine vorübergehende Bleibe finden sollen. Hierher werden sie verwiesen, wenn sie in der Erstaufnahme-Einrichtung in z.B. Unna-Massen gewesen sind. Dort werden sie aktenkundig erfasst und ihre Gesundheit gecheckt. Außerdem wird in dieser Phase ihr Asylantrag auf den Weg gebracht. Wenn er angenommen wird, werden die Menschen dann von der Notunterkunft in eine dauerhafte Unterkunft in eine Kommune verwiesen. Die Polizei stellt den Parkplatz, auf dem sonst ihre Studenten und Schüler parken, zur Verfügung. Dafür schafft die Stadt Selm Ersatzflächen.

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