Live-Blog: Schicksalshelfer sind jetzt ein e.V.

Notunterkünfte für Flüchtlinge

Eine Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Selm-Bork, eine im benachbarten Olfener Ortsteil Vinnum, eine in einer Turnhalle in Nordkirchen: Was Sie zu den Entwicklungen rundherum wissen müssen, finden Sie täglich aktuell in diesem Live-Blog.

BORK / VINNUM / NORDKIRCHEN

, 23.12.2015, 12:34 Uhr / Lesedauer: 65 min

Das Wichtigste in Kürze

  • In Bork gibt es seit dem 30. August eine Zeltstadt als Notunterkunft für Flüchtlinge mit 1000 Plätzen.
  • Im benachbarten Vinnum bezogen am 27. September erste Flüchtlinge ein Zeltdorf für 300 Menschen.
  • In Nordkirchen zogen am 19. September Flüchtlinge in eine ungenutzte Turnhalle und das Hallenbad. Hier ist Platz für bis zu 160 Personen.
  • In Lüdinghausen wurde am 22. September eine Einrichtung für 150 Personen in Betrieb genommen.
  • Alle ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie in unserem Dossier.

Hinweis der Redaktion: In diesem Live-Blog, also einem ständig aktualisierten Artikel, steht das Neueste oben. Hier gibt es eine Erklärung dazu' tag=' von unserem Redakteur Tobias Weckenbrock. 

Hinweis der Redaktion vom 23. Dezember 2015: Unser Redakteur Tobias Weckenbrock erklärt hier' id='2905849' tag='' type='Artikel, warum wir dieses Live-Blog bis auf weiteres einstellen. 

Mittwoch, 23. Dezember, 16.55 Uhr: Wir haben ein sehr intensives zweites Halbjahr 2015 erlebt. Die Flüchtlingssituation in unserer Region war so intensiv, dass wir uns im August entschlossen, sie in einer neuen Berichtsform abzubilden: Wir starteten dieses Redaktions-Blog, das anders als andere Berichte und Artikel nicht abgeschlossen ist. Das die Geschehnisse protokollarisch aufbereitet, allerdings andersherum: Das neueste steht oben und wird vom nächsten neuen Eintrag nach unten verdrängt. So wollten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, immer einen aktuellen Überblick verschaffen, der auch Ortsgrenzen außer acht lässt. Diese Art der Arbeit hat viel Kraft gekostet, denn wir waren von früh morgens bis spät abends auf der Suche nach interessanten Dingen zu diesem Thema. Darum brauchen wir als Redaktionsteam nun eine Verschnauf-Pause. Eine kleine Pause zum Durchatmen, zum Sammeln, um neue Kraft zu schöpfen. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr über die Flüchtlingssituation berichten - ganz und gar nicht. Morgen früh, an Heiligabend, ist unser Reporter Theo Wolters in der Einrichtung in Vinnum, um sich Weihnachten dort umzusehen. Nur ein Beispiel. Wir werden auch weiter darüber berichten - nur eben nicht in dieser Form, sondern wie bisher gewohnt: Das wichtigste finden Sie hier im Internetportal auf den entsprechenden Unterseiten der Orte und hintergründig und ausführlich in der Zeitung. Was 2016 wird? Wir wissen es nicht. Wir wissen auch noch nicht, ob wir am 11. Januar hier mit dem Live-Blog weiter machen. Wir werden es tun, wenn es die Situation erfordert. Wir danken für Ihr Interesse an den Infos in diesem neuen Format und stellen bis auf weiteres dieses Live-Blog ein.

Mittwoch, 23. Dezember, 13.36 Uhr, Castrop-Rauxel: Die evangelische Kirche in Castrop-Rauxel hat jetzt eine schwere Kontroverse ausgelöst: Es geht um die Unterbringung von Flüchtlingen in der neuen Notunterkunft mit 1000 Plätzen im Ortsteil Habinghorst, die nach Neujahr eröffnen soll. Die Kirche hält die Unterbringung für menschenunwürdig und hat dies nun in einem offenen Brief geäußert. Die Hintergründe und die Konsequenzen: Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel von Mittwoch, 23.12., 1. Lokalseite. (Für eZeitungs-Abonnenten mit Interesse an diesem Ort ist auch diese Lokalausgabe ohne weitere Kosten freizuschalten. Einfach beim Leserservice ansprechen!)

Mittwoch, 23. Dezember, 12.31 Uhr, Selm/Olfen: Die Schicksalshelfer sind jetzt nicht mehr bloß ein loser Zusammenschluss bei Facebook - sie sind jetzt ein eingetragener Verein. Das steht seit Montagabend fest, als sich sieben Gründungsmitglieder zusammenfanden und die Satzung verabschiedeten. Die Initiative von Ehrenamtlichen, die sich im Verlauf des Jahres bei Facebook organisierte und im Internet 750 Anhänger hat, hat damit eine Rechtsform, die es erlaubt, Spendengelder entgegenzunehmen. Der Vorstand besteht aus Figan Ucar-Macit, ihrem Mann Erdal (Besitzer des „Otantik“) und Celal Kiliç. Die Kasse macht Renate Nocke-Linder, Büroarbeiten Anja Palmer, das Marketing Elke Kerperin und die Öffentlichkeitsarbeit Lutz Linder aus Olfen. Mit Linder sprachen wir am Dienstag ausführlich über Hintergründe, Ziele für 2016 und warfen auch ein Blick zurück auf Erreichtes und Sorgen: 

Dienstag, 22. Dezember, 17.08 Uhr, Kreis Coesfeld: Den Flüchtlingen, die dauerhaft in der Region bleiben, muss man hier eine berufliche Perspektive bieten. Dafür ist nun eine Kooperation unter dem Stichwort "Integration Point" vereinbart: Kreis Coesfeld, Städte und Gemeinden und Agentur für Arbeit haben sich da zusammengeschlossen. „Die Aufgabe, der wir uns aktuell stellen, ist nicht in wenigen Monaten wieder vorbei. Sie wird uns in den kommenden Jahren begleiten“, prophezeit Landrat Christian Schulze Pellengahr. Deshalb sei es wichtig, dass die Einrichtungen Jobcenter, Sozialamt oder Agentur für Arbeit Hand in Hand arbeiten. Beim Integration Point wird das Zusammenspiel von Kommunen, Kreis und der Agentur für Arbeit aufeinander abgestimmt, um die Flüchtlinge möglichst früh und schnell auf den Einstieg in den Beruf vorzubereiten. „Dabei konzentrieren wir uns vorrangig auf diejenigen, die eine hohe Motivation mitbringen und natürlich eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit haben“, sagt der Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, Johann Meiners. „Zunächst stehen die Anerkennung und Bewertung der ausländischen Ausbildungsabschlüsse im Vordergrund. Fast noch wichtiger ist aber das Erlernen der deutschen Sprache, die ein Schlüsselfaktor für die berufliche Integration ist.“ Sobald über den Asylantrag entschieden wurde, übernehmen die kommunalen Jobcenter die Betreuung der Flüchtlinge. „Wir haben etwas zu Papier gebracht, aber nicht in Stein gemeißelt. Wir müssen kontinuierlich an unserer Kooperation arbeiten und diese stetig verbessern“, so der Landrat. (Pressemitteilung der Kreises Borken zum selben Thema)

Dienstag, 22. Dezember, 15.03 Uhr, Coesfeld: Die Stadt Coesfeld sucht einen Bundesfreiwilligendienstler in der Flüchtlingsarbeit. Das meldet die Stadtverwaltung heute, zwei Tage vor Heiligabend - und geht damit den Weg, den viele andere Kommunen auch gehen. "Zu den Aufgaben zählt es, Hilfe bei der Orientierung in der neuen Umgebung zu geben, Fahrdienste und die Begleitung im Alltag zum Beispiel bei Behörden zu leisten", heißt es in der Ausschreibung. Ein Führerschein muss darum sein, ebenso die Bereitschaft einer Vollzeitarbeit von 39 Wochenstunden. Der Freiwillige bekommt dafür 450 Euro in Form von Sozialversicherungsbeiträgen, Taschengeld und Leistungen für eine Unterkunft, die Verpflegung und Arbeitskleidung. Der Dienst läuft bis zu ein Jahr. „Wer sich für Dienst meldet, erhält einen weitreichenden Einblick in die aktuelle Flüchtlingssituation und kann die eigene interkulturelle Kompetenz stärken“, erklärt Bernd Kasischke, Leiter des städtischen Fachbereiches Soziales und Wohnen. Erreichen kann man Herrn Kasischke per Mail oder per Telefon (02541 / 9392107).

Dienstag, 22. Dezember, 12.11 Uhr: "Aufgrund der großen Nachfrage", heißt es, hat das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe mit Sitz in Dortmund eine Fortbildung zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen neu aufgelegt. Es richtet sich an Hauptamtliche, aber auch an Ehrenamtliche, die mit Asylbewerbern zusammenarbeiten, und ist ein dreistündiger Abend-Workshop. Er findet am 1. März oder wahlweise am 15. März statt und kostet 15 Euro. Anmeldungen ab sofort (siehe Flugblatt). 

 

  

 

 

Montag, 21. Dezember, 16.47 Uhr, Bork: Heute Abend kommt es zu einer Gründungsversammlung: Die Schicksalshelfer, die sich seit Monaten in ehrenamtlicher Arbeit für Flüchtlinge und Asylbewerber in Selm und Bork kümmern, bisher aber als loser Zusammenschluss arbeiteten, gründen einen e.V. - also einen eingetragenen Verein. Warum sie das tun und was das für Vorteile hat, besprechen wir morgen früh mit Lutz Linder, der sich dafür eingesetzt hat und zu den Helfern der ersten Stunde zählt. 

Montag, 21. Dezember, 15.21 Uhr, Seppenrade: Kleiner TV-Tipp für den Abend: Der Fernsehsender RTL war in den vergangenen Tagen zu Dreharbeiten in der Unterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Der Dreh der Geschichte wird wohl so aussehen: die guten Nonnen und die fremden jungen Menschen aus aller Welt feiern gemeinsam Weihnachten. Los geht es um 18.45 Uhr. 

Montag, 21. Dezember, 14.57 Uhr, Nordkirchen, Vinnum: Die Notunterkünfte in der Region füllen sich. Das DRK Kreis Coesfeld meldet auf Anfrage unserer Redaktion, dass in Nordkirchen 160 Menschen untergekommen sind, in Seppenrade auch mehr als 100, in Haltern mehr als 100, in Vinnum werden es 120 sein. "Wir laufen jetzt über die Weihnachtstage voll", so Christoph Schlütermann, der für die Einrichtungen zuständig ist. Bis zum 4. Januar habe die Bezirksregierung Vereinbarungen mit den Unterkünften gefunden. "Es ist nicht so, dass der Zustrom vollkommen abbricht", so Schlütermann. Aber in vielen Unterkünften habe man vorgesorgt, um Plätze für die Weihnachtstage freizumachen.

Sonntag, 20. Dezember, 16.58 Uhr, Olfen: Wir haben uns Freitagnachmittag zu einem Bilanzgespräch mit Ehrenamtlichen des umtriebigen Arbeitskreises Asyl in Olfen getroffen - etwa 20 Minuten vor Beginn des Café International im Haus Katharina, einer etablierten und sehr zentralen Veranstaltung, die jede Woche stattfindet. Warum sie so wichtig ist, was die vordringlichen Aufgaben der nächsten Monate sind und wie man mitwirken kann, können Sie hier in unserem Podcast nachhören. (Den kann man auch abonnieren.)' tag='

Sonntag, 20. Dezember, 15.21 Uhr, Vinnum: Eine Probe einer Musikgruppe in einer Notunterkunft? Auf diese Idee ist die Gruppe "Saitenwind" aus Olfen gekommen und hat am Donnerstag kurzerhand in einem der Zelte der Notunterkunft in Vinnum musiziert. Vermittelt wurde der Kontakt von Petra Heinrich. Sie arbeitet beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in der Mittagstischausgabe und spielt Oboe im Orchester. „Es gab keine Schwierigkeiten, hier aufzutreten“, sagte sie. Sie kennt das Leben in der Notunterkunft. Abwechslung ist hier immer gefragt. Orchesterleiter Thorsten Jaschkowitz sagte ebenfalls spontan zu und verlegte so die Probe in das große Zelt. Nach und nach fanden sich die Asylsuchenden ein und lauschten den musikalischen Werken. Einige Melodien, wie die Eurovisionshymne, Pomp and Circumstances oder auch Adeste fideles, was im angelsächsischen Raum oft von den Weihnachtsgruppen interpretiert wird, waren den Gästen bekannt. Nach dem Vortrag bekamen die Musiker viel Applaus. Kinder liefen zu den Orchestermitgliedern beäugten neugierig die Flöten und Oboe und durften sogar auf der einen oder anderen Geige spielen. Ausführlicher Bericht dieser besonderen Probe: in der Montagsausgabe in den Ruhr Nachrichten.

Samstag, 19. Dezember, 15.55 Uhr, Werne: Zwei Gymnasiasten aus Werne geben seit einiger Zeit selbst Unterricht: Sie bringen einigen Flüchtlingen Deutsch bei. Unsere Reporterin Sylvia von Hofe hat eine Unterrichtsstunde besucht und berichtet hier' tag='.  

Freitag, 18. Dezember, 15.35 Uhr, Bork: Die Notunterkunft in Bork bereitet sich auf die Feiertage vor. Ein Mitarbeiter hat in den vergangenen Tagen mehrere Kisten voller Kleidungsstücke aus der Kleiderkammer der Schicksalshelfer am Marktplatz in Bork abgeholt, um für den Fall vorbereitet zu sein, dass über die Feiertage viele Menschen in Bork ankommen. Die Schicksalshelfer haben deshalb zurzeit eine Menge zu tun. Wer noch helfen möchte, ist eingeladen, Samstag von 9 bis 12 Uhr und Dienstag von 15 bis 18 Uhr einfach vorbeizukommen.

Freitag, 18. Dezember, 11.07 Uhr: Dies ist ein Hörtipp: Im Deutschlandfunk-Magazin "Markt und Medien" war das Format "Gerüchte-Check" der Kollegen vom "Westfalenblatt" in Ostwestfalen Thema. In dieser Serie ruft die Redaktion auf, Gerüchte und Hörensagen zum Thema Flüchtlinge an einen damit beauftragten Journalisten zu senden. Der recherchiert mit seinem Team den Wahrheitsgehalt. Über 50 Gerüchte und Hinweise gingen ein, zwei davon haben sich am Ende als erwiesen und wahr herausgestellt. Im Deutschlandfunk-Interview erzählt der verantwortliche Chefreporter Christian Althoff, was dahinter steckt und wie es läuft. Die etwa vier Minuten können Sie sich hier anhören. Auf dieser Seite hat das "Westfalenblatt" alle Gerüchte und die Tatsachen aufgeschrieben.

Donnerstag, 17. Dezember, 21.02 Uhr, Bork: Die SPD hat gerade in den Anfragen an die Verwaltung bei der letzten Ratssitzung des Jahres in Selm gefordert, den Bahnhof in Bork besser auszuschildern - und zwar am besten schon am Ausgang der Notunterkunft. In den vergangenen Tagen waren mehrere Menschen aufgefallen, die nach dem Weg fragten. Bürgermeister Löhr sagte zu, diesen Vorschlag zu prüfen - er hielt das für eine gute Idee, die er auch mit der Leitung der Notunterkunft besprechen wolle. 

Donnerstag, 17. Dezember, 16.18 Uhr, Selm: Unser Reporter Karim Laouari hat hie die wichtigsten Fakten zur Situation in Selm und Bork heute und in Zukunft zusammengefasst: 

Donnerstag, 17. Dezember, 15.43 Uhr: In der Zeitung haben wir heute das Thema Flüchtlingsunterkünfte kommentiert. Vorlage war die absurde Situation in Lüdinghausen, wo die Stadt eine neue Unterkunft baut, obwohl eine Landesunterkunft in Seppenrade praktisch leer steht. Tobias Weckenbrock schreibt: Die Flüchtlingssituation hat Deutschland, NRW, die Kreise und Städte stark gefordert. In Politik und Verwaltung hatte niemand mit den Ausmaßen gerechnet, die der Zustrom von Menschen zeitweise genommen hat. Darum ist nicht verwerflich, dass nicht alle schnellen Entscheidungen richtig waren. Vor allem ist man im Nachhinein immer schlauer. Dass sich jetzt aber Situationen ergeben wie diese in Lüdinghausen, ist unnötig verwaltungsdeutsch. Es ist bürokratischer Unfug! Die Unterkunft in Seppenrade ist qualitativ verhältnismäßig gut, aber sie gehört dem Land. Es hat diese Kapazitäten aufgebaut und finanziell unterhalten, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Gut so! Es hat dafür gesorgt, dass die Menschen schnellstens auf die Städte zugeteilt werden können. Auch gut! Aber dabei ging es dem Land vor allem um die Kostenfrage: Jeder zugeteilte Flüchtling fällt auf die Payroll der Städte. Es muss eine Regelung her, dass Asylbewerber, die schon ihre Zuweisung zur Stadt bekommen haben, nun in inzwischen vielerorts leer stehenden Unterkünften untergebracht werden können. Sonst baut das Land ab und die Städte woanders auf. Ein Kosten-Monster für die öffentliche Hand – welche Kasse, ist dem Steuerzahler egal!

Donnerstag, 17. Dezember, 9.04 Uhr, Bork: Viele neu angekommene Flüchtlinge waren am Montag und Dienstag in Bork auf eigene Faust unterwegs - am Bahnhof oder auf der Straße, ratsuchend, wie sie nach Düsseldorf, Dortmund oder anderswo hinkommen. Das verwunderte einige Leser. Lisa Heimann fragte unsere Redaktion, wir haben die Frage an Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, weiter. Er erklärte: "Es ist letztendlich das Ziel aller Flüchtlinge, hier in Deutschland einen Asylantrag zu stellen. Dafür ist die Registrierung eine entscheidende und unerlässliche Voraussetzung. Flüchtlinge genießen in unserem Land Freizügigkeit, sind jedoch andererseits verpflichtet, ihren Status durch die erforderliche Registrierung zu legalisieren. Nur so können sie später ihren Asylantrag stellen und in den Genuss von finanzieller Unterstützung gelangen. Wir machen jedoch auch die Erfahrung, dass insbesondere Menschen, die aus Bayern durch einen von den dortigen Stellen organisierten Transfer per Bus oder Bahn nach Nordrhein-Westfalen kommen, ihre Reise fortsetzten. Ein Teil dieser Menschen reist weiter nach Skandinavien. Andere möchten in andere Teile von NRW beziehungsweise in einem anderen Bundesland ihren Asylantrag stellen, da sie dort Angehörige oder Bekannte haben und sich erhoffen, so eher in deren Nähe untergebracht zu werden. Nach der Registrierung am FMO werden sie dann ebenfalls in Bussen in die Kommunen gebracht." 

Mittwoch, 16. Dezember, 19.04 Uhr: Das Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hat sich in einer Prognose mit Flüchtlingen in Deutschland beschäftigt. Die Ökonomen rechnen mit 2,7 Millionen Flüchtlingen in den Jahren 2015 bis 2017, die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen werde im Jahresdurchschnitt 2017 aber nur um rund eine halbe Million Menschen höher sein als ohne die starke Migration. Details kann man hier nachlesen.' tag='

Mittwoch, 16. Dezember, 12.42 Uhr, Seppenrade: Während die eine Unterkunft auf städtischem Gebiet so gut wie leer steht, weiß die Stadt Lüdinghausen auf der anderen Seite nicht, wo sie ihre Flüchtlinge unterbringen soll. Platz für 150 Personen bietet die Landes-Notunterkunft in Seppenrade in einem ehemaligen Bundeswehrgebäude. Am Dienstag waren davon 11 Plätze belegt, wie die "Westfälischen Nachrichten" berichten. Und auf der anderen Seite baut die Stadt eine städtische Containerunterkunft für 100 Personen. Der Grund: Die kommunal zugewiesenen Menschen dürfen nicht in der Notunterkunft untergebracht werden. DRK-Leiter Christoph Schlütermann, der mit seinem Team die Notunterkunft betreibt, sagt, dass die Plätze als Puffer für die Weihnachtszeit freigehalten würden. Dahinter steckt aber ganz sicher auch ein verwalterischer Hintergrund: Die Notunterkünfte betreibt das Land und bezahlt auch das Personal und die Unterbringung. Für zugewiesene Flüchtlinge sind allerdings die Kommunen selbst finanziell verantwortlich. Wie Bürgermeister Richard Borgmann das findet, hat er gegenüber den "WN" hier deutlich formuliert.

Mittwoch, 16. Dezember, 12.24 Uhr, Selm: Die Stadt schreibt in einer Mitteilung auf ihrer Homepage auch über den Infoabend. Die zentralen Infos dort:

  • Die Bezirksregierung hat ihre bereits mündlich gegebene Zusage zu einer ZUE für Selm zurückgezogen. Grund: weniger neue Flüchtlinge, schnellere Registrierung und damit auch schnellere Zuweisung auf die Kommunen. 
  • Die Stadt hält an den Plänen fest, auf dem Gelände der Diskothek eine Einrichtung für Flüchtlinge zu schaffen - oder zumindest, sich die Option offen zu halten. Dabei werde auch ein Umbau der bestehenden Halle geprüft. 
  • Das Innenministerium das Landes plant mit der Notunterkunft in Bork bis August 2016 - also genau so lange, wie die Verträge bisher laufen. Da die dort vorhandenen 1000 Plätze auf das Aufnahmekontingent der Stadt Selm voll angerechnet werden, fallen diese Plätze von dem Moment an auch im Kontingent der Stadt Selm weg. 
  • Zurzeit sind in Selm rund 170 kommunale Flüchtlinge untergebracht. Gäbe es die Unterkunft in Bork nicht, läge die Zahl in einer zu Werne vergleichbaren Höhe. Löhr schätzt die fiktive Zahl auf 550 bis 600 Flüchtlinge. Das wären 400 Menschen mehr. Da die Zahl der Zuweisungen weiter steigt, wäre im August 2016 die Zahl nach Prognosen deutlich höher. Geht man von defensiv gerechneten 800 Personen aus, die Selm dann aufnehmen müsste, läge die Lücke dann bei über 600. Man müsse sich dann auf eine verstärkte Zuteilung ab Januar 2017 einstellen, so Löhr. "Wir werden von Bund und Land alleine gelassen", sagte er.   

Mittwoch, 16. Dezember, 8.04 Uhr, Ascheberg: In Herbern wird eine Wohnung für 25 bis 30 Asylbewerber in einer ehemaligen Metzgerei eingerichtet. Unsere Kollegen aus Werne waren bei der Begehung dabei' tag='.

Mittwoch, 16. Dezember, 7.54 Uhr, Selm: Hier hat unser Reporter Karim Laouari die Aussagen des gestrigen Infoabends zusammengefasst: 

Jetzt lesen

Dienstag, 15. Dezember, 20.43 Uhr, Selm: Bei der Infoveranstaltung hat Bürgermeister Mario Löhr gerade überraschend verkündet, dass man die Pläne für eine zweite große Einrichtung doch vorerst verworfen hat. Bisher hatte es seit Wochen geheißen, dass an der Industriestraße in Selm ein Standort für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung hergerichtet werden sollte, um sich weiter vor neuen kommunalen Zuweisungen zu verwehren. Das Land NRW hat einen Antrag der Stadt in dieser Hinsicht abgelehnt und verweist auf die zu hohen Kosten der Unterbringung. In Selm war bereits ein Platz gefunden, auf dem die Unterkunft hätte entstehen sollen: auf dem Gelände der ehemaligen Großraumdisko „Easy Danceclub“. Nach den Plänen hätten die Stadtwerke als Tochterunternehmen der Stadt das Gelände gekauft. „Wir hatten bereits eine Einigung mit den Eigentümern erzielt“, machte Löhr vorhin deutlich. Spätestens 2017, so eine Prognose, müsse die Stadt kommunal Flüchtlinge aufnehmen - also das Kontingent von zurzeit rund 190 Menschen deutlich ausweiten. Das würde sich auch auf den Kommunalhaushalt niederschlagen, denn die Unterbringung ist dann Städtesache. 

Dienstag, 15. Dezember, 18.34 Uhr, Selm: Kleine Erinnerung an alle Interessierten: Heute Abend, 15. Dezember, findet im Bürgerhaus eine Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge statt. Bürgermeister Löhr informiert dort über aktuelle Entwicklungen und steht für Rückfragen aus dem Publikum bereit. Beginn ist um 19 Uhr, also in 25 Minuten. Für Kurzentschlossene... So war es übrigens beim letzten Infoabend am 19. Oktober: 

Dienstag, 15. Dezember, 16.08 Uhr, Olfen: Zu einem wichtigen Standbein der Flüchtlingshilfe haben sich in allen Orten Kleiderkammern entwickelt. In Olfen gibt es seit rund sechs Wochen eine im ehemaligen Marienheim, die vor allem der Versorgung der Menschen in der Notunterkunft in Vinnum dient. Dorothea Ahlswede und Eva Trinks sind von Anfang an als Helferinnen dabei. Reporter Thomas Aschwer hat sie im Video befragt, wie die Hilfe organisiert ist: 

Dienstag, 15. Dezember, 9.42 Uhr, Selm: Nach der Weihnachtsfeier am Samstag im DRK-Heim an der Ludgeristraße Selm mit den in Selm lebenden Flüchtlingen ist der Arbeitskreis Asyl zufrieden - aber legt die Hände nicht in den Schoß. Hans Hoppe schreibt in einer Rundmail an die Helfer: "Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten und Helfern für das gelungene Fest bedanken. Auch wenn es etwas eng war und nicht jeder Moment bis ins Letzte geplant war, haben wir interessante Gespräche und Kontakte gehabt und wissen jetzt, warum wir das ganze Jahr über so hart an der Integration gearbeitet haben. (...) Ich freue mich auf das abschließende Bistro International am Freitag und wünsche euch eine schöne Woche."

Dienstag, 15. Dezember, 8.56 Uhr, Bork: Die Menschen, die gestern Abend in Dortmund ankamen, wurden am späteren Abend noch in der Notunterkunft in Bork aufgenommen. Wir sprachen gerade mit Einrichtungsleiter Thomas Kirschner. Der sagte, schon Ende vergangener Woche sei es in Bork nach der wartungsbedingten Aufnahme-Pause von rund zehn Tagen wieder losgegangen. Auch am Wochenende waren Menschen in der Notunterkunft untergebracht, von denen am Montagmorgen die meisten mit Bussen zur Registrierung am Flughafen Münster/Osnabrück gebracht wurden. Am Montagabend kamen dann auf einen Schlag rund 500 Menschen in Bork an. Diese waren gegen 19 Uhr mit einem Zug am Bahnhof am „Signal Iduna Park“ in Dortmund angekommen. Von dort ging es nach kurzem Stopp in einem Aufnahmezelt an der Ardeystraße recht schnell weiter mit Bussen ins rund 25 Kilometer entfernte Bork. Dort konnten die Flüchtlinge am Abend Care-Pakete entgegen nehmen und sich in einer ihnen zugewiesenen Achter-Parzelle in einer der Leichtbauhallen auf dem Gelände der dortigen Polizeischule über Nacht ausruhen. Am Dienstagmorgen nach einem Frühstück und Austeilen von Lunchpaketen ging der Weg für viele der Neuankömmlinge gleich weiter: Am Flughafen Münster/Osnabrück ist eine der drei Registrierungsstellen des Landes NRW. Hier werden am Tag rund 1000 Flüchtlinge offiziell und amtlich registriert. 

Dienstag, 15. Dezember, 8.33 Uhr, Dortmund: So war es gestern Abend bei der Ankunft des ersten Zuges am Dortmunder Bahnhof Signal Iduna Park: 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Flüchtlingszug am Signal Iduna Park

Dortmund ist wieder Drehscheibe für Sonderzüge mit Flüchtlingen, die aus Süddeutschland in NRW ankommen. Am Montagabend (14.12.) kam der erste Sonderzug aus Passau am Bahnhof Signal Iduna Park. Die Asylsuchenden werden vor ihrer Weiterreise nach Selm-Bork in einem Zelt an der Ardeystraße versorgt.
14.12.2015
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Erschöpft, aber glücklich kamen die Flüchtlinge nach langer Reise am Bahnhof Signal Iduna Park an. © Foto: Oliver Schaper
In einem Zelt an der Ardeystraße wurden die Ankommenden bei einem kurzen Zwischenstopp versorgt.© Foto: Oliver Schaper
In einem Zelt an der Ardeystraße wurden die Ankommenden bei einem kurzen Zwischenstopp versorgt.© Foto: Oliver Schaper
Vor der Weiterreise nach Selm-Bork konnten sich die Flüchtlinge mit Lunchpaketen versorgen.© Foto: Oliver Schaper
Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Gespräch mit freiwilligen Helfern. An seiner Seite SPD-Ratsfraktionschef Norbert Schilff, der als Bahn-Mitarbeiter im Einsatz war. © Foto: Oliver Schaper
Rund 120 Kinder waren unter den angekommenen Flüchtlingen. © Foto: Oliver Schaper
Die Kinder freuten sich über Stofftiere als Geschenk. Viele hatten wochenlang kein Spielzeug mehr gesehen.© Foto: Oliver Schaper
900 Quadratmeter groß ist das Zelt, in dem die Flüchtlinge empfangen werden.© Foto: Oliver Schaper
Die Freude über den warmen Empfang in Dortmund war spürbar. © Foto: Oliver Schaper
Diese Kinder haben eine wochenlange Odyssee hinter sich.© Foto: Oliver Schaper
Vor allem die ehrenamtlichen Dolmetscher waren bei der Ankunft im Willkommens-Zelt gefragt.© Foto: Oliver Schaper
Rund 120 Kinder waren unter den angekommenen Flüchtlingen. © Foto: Oliver Schaper
Auch in der Spielecke wurden die Kinder von Helferinnen und Helfern betreut.© Foto: Oliver Schaper
Bei warmen Getränken konnten sich die Flüchtlinge ein wenig von der langen Reise erholen.© Foto: Oliver Schaper
In einem Zelt an der Ardeystraße wurden die Ankommenden bei einem kurzen Zwischenstopp versorgt.© Foto: Oliver Schaper
In einer Spielecke fanden die Kinder etwas Ablenkung von der Flucht. © Foto: Oliver Schaper
Erleichtert wirkten viele Flüchtlinge nach der Ankunft in Dortmund. © Foto: Oliver Schaper
Nach verschiedenen Sprachen waren die Sitzecken im Zelt eingeteilt.© Foto: Oliver Schaper
Kinder auf der Flucht. © Foto: Oliver Schaper
Kinder auf der Flucht. © Foto: Oliver Schaper
Vor allem die Kinder waren nach der langen Reise erschöpft und müde. © Foto: Oliver Schaper
Schon am Bahnsteig standen Dolmetscher bereit. © Foto: Oliver Schaper
Zur Not standen auch Rollstühle zur Verfügung. © Foto: Oliver Schaper
Zahlreiche Helfer warten am Bahnhof Signal Iduna Park auf den Flüchtlingszug.© Foto: Oliver Schaper
Rund 120 Kinder waren unter den Flüchtlingen.© Foto: Oliver Schaper
Vom Bahnsteig ging es zu Fuß zum Willkommens-Zelt an der Ardeystraße.© Foto: Oliver Schaper
Viele Flüchtlinge wirkten sehr erleichtert bei der Ankunft in Dortmund. © Foto: Oliver Schaper
Knapp 500 Flüchtlingen kamen mit dem Sonderzug aus Passau an. © Foto: Oliver Schaper
Viele Kinder waren an Bord des Zuges, © Foto: Oliver Schaper
Zu Fuß ging es vom Bahnsteig zum Willkommens-Zelt an der Ardeystraße. © Foto: Oliver Schaper
Erleichterung trotz "Gepäck". © Foto: Oliver Schaper
Auch Bundeswehr-Soldaten waren als Helfer im Einsatz. © Foto: Oliver Schaper
Schlagworte Dortmund

 

#Dortmund ist wieder Teil der NRW-Drehscheibe – Montag wurden 478 Flüchtlinge durchgeschleust #trainofhopedohttps://t.co/1bHxsTNDUd

— Nordstadtblogger.de (@Nordstadtblog)

Montag, 14. Dezember, 20.15 Uhr, Dortmund: Vor etwa einer Stunde ist am Signal Iduna Park ein Zug mit rund 430 Flüchtlingen angekommen. Dortmund ist wieder Drehscheibe, von nun an alle vier Tage. Die Menschen werden noch am Abend in Bussen nach Bork gebracht. In der Notunterkunft haben sie ihr Nachtlager, dann geht es für viele morgen oder Mittwoch schon weiter zum FMO in Greven zur Registrierstraße und von dort in die kommunale Zuteilung nach Verteilschlüssel. Unter dem Hashtag #trainofhopedo twittern Helfer gerade live von der Ankunft in Dortmund.

Kurz hinsetzen, was essen, etwas ausruhen, einige Kinder spielen. Gleich geht es mit Bussen weiter nach #Selm-Bork. #trainofhopedo

— diealge (@diealge)

Montag, 14. Dezember, 16.48 Uhr: Der WDR berichtet heute über die Eröffnung einer Notunterkunft in Niederkrüchten. Nachdem die Einrichtung in Bork als einer der größten ihrer Art in NRW galt, wird spätestens sie die Borker nun ablösen: Es wird dort 2500 Plätze geben. 

Montag, 14. Dezember, 12.30 Uhr, Selm: Der Arbeitskreis Asyl veranstaltete zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz am Wochenende eine Weihnachtsfeier für Asylbewerber. Über 60 Menschen versammelten sich im DRK-Haus an der Ludgeristraße. Manfred Uckat hielt eine Begrüßungsrede auf Englisch und Deutsch. „Die wurde dann netterweise noch ins Arabische übersetzt“, sagte der Sprecher des Arbeitskreises. Der 66-Jährige hatte die Feier mitorganisiert und ist einer von über 20 ehrenamtlichen Helfern. „Wir wollen den Flüchtlingen unsere Kultur näherbringen“, sagte er unserem Mitarbeiter Marvin Hofmann. Als weitere Hilfe verteilte er sogenannte „Refugee Guides“, die „eine Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland“ darstellen und in unterschiedlichen Sprachen verfasst sind. Unter den Gästen war auch der 25-jährige Loay aus Syrien. Der junge Mann lebt seit einem Jahr in Deutschland – genauer gesagt in Mecklenburg-Vorpommern. Er nutzte die Weihnachtsfeier als Gelegenheit, seine Familie zu besuchen, die in Selm lebt. Seine Mutter ist erst seit November in Deutschland. Loay spricht gut Deutsch und fand „die Feier sehr schön“.

Manfred Uckat (mit Fotoapparat) war einer der Haupt-Organisatoren der Weihnachtsfeier.

 

Montag, 14. Dezember, 11.14 Uhr, Vinnum: Es gibt Olfener, die seit Wochen ihre Freizeit im Keller des Marienheims verbringen. Sie sortieren dort die Kleidung, die bei der DRK-Kleiderkammer abgegeben wird, um Flüchtlingen zu helfen. Diese Kleiderkammer wurde vor einigen Wochen extra für die Asylbewerber und die Bewohner der Notunterkunft in Vinnum eingerichtet worden. Im Haus Rena werden nach wie vor Kleiderspenden für andere Bedürftige ausgegeben. Unser Reporter Thomas Aschwer hat mit Mitarbeiterinnen gesprochen. Unser Bericht morgen in den Ruhr Nachrichten Olfen/Selm und Nordkirchen.

Montag, 14. Dezember, 8.04 Uhr: In einer Umfrage von "Infratest dimap", über die der WDR heute berichtet, stehen die Bürger Nordrhein-Westfalens als weniger ängstlich der Flüchtlingssituation gegenüber als die Bundesbürger: Demnach stimmen 53 Prozent der befragten der Aussage "Ich empfinde Flüchtlinge als Bereicherung für das Leben in Deutschland" zu. 37 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. Angst haben 36 Prozent der NRW-Bürger, dass zu viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen - 63 Prozent hingegen haben keine Angst. Deutschlandweit erhält das Institut hier ein deutlich anderes Bild: Auf Bundesgebiet bezogen stimmten 50 Prozent der Aussage eher zu, dass es ihnen "Angst macht, dass viele Flüchtlinge zu uns kommen" - 48 Prozent stimmen hier eher nicht zu. Die Zahlen als Grafik beim WDR.

Sonntag, 13. Dezember, 19.43 Uhr, Nordkirchen: Eigentlich sollte es gestern ein Fußballturnier in der Sporthalle der Gesamtschule geben, zu dem Schüler und Lehrer Flüchtlinge eingeladen hatten. Ganz kurzfristig sagte der verantwortliche Lehrer am Samstagmorgen ab. Grund: Es sind zurzeit keine Flüchtlinge in der Notunterkunft. Man will nun einen Ersatztermin finden und das ganze wiederholen. Denn dieses Turnier war auch ein Ergebnis aus einer Schülerinitiative, die im Unterricht eine Art Integrationskonzept erarbeitet hatten.  

Sonntag, 13. Dezember, 18.45 Uhr: Morgen geht die Arbeit Dortmunds als Drehscheibe für die Ankünfte von Flüchtlingen per Bahn wieder los. Die Notunterkunft in Bork ist wieder bereit zur Aufnahme. So soll das dann in Dortmund ablaufen: 

Samstag, 12. Dezember, 9.24 Uhr, Vinnum: Reporter Theo Wolters hat mit DRK-Leiter Christoph Schlütermann gesprochen, wie der Stand der Dinge in den Notunterkünften Vinnum und Nordkirchen ist. Fazit: Die Belegungszahlen der Landeseinrichtungen gehen zurück. So erklärte Schlütermann das: 

Samstag, 12. Dezember, 9.14 Uhr: Die Stadtverwaltung von Castrop-Rauxel wollte den Menschen gegenüber transparent sein. Zu gestern waren die Bürger eingeladen, sich die kurz vor der Eröffnung stehende Notunterkunft im Ortsteil Habinghorst mit 1000 Plätzen anzusehen. Es kamen bestimmt 500 Menschen - doch die Begehung geriet zeitweise zu einer Farce. Denn die Interessierten durften nur in Kleingruppen durch den Zaun aufs Gelände. Viele standen lange im Regen; einige regten sich darüber tierisch auf. Unser Kollege Michael Fritsch war selbst vor Ort und hat auch noch mal Eindrücke aus der Einrichtung mitgebracht:

Jetzt lesen

 

Freitag, 11. Dezember, 18.41 Uhr, Selm: An der Körnerstraße steht seit heute Nachmittag ein Baum. Darüber berichten wir morgen so: 

 

Die städtische Flüchtlingsunterkunft in Selm leuchtet im Weihnachtsglanz. #selm #refugeeswelcome #flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 11. Dez 2015 um 9:24 Uhr

 

Freitag, 11. Dezember, 18.03 Uhr, Vinnum/Nordkirchen: Notunterkunft nach Notunterkunft haben Städte und vor allem das Land Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten in den Orten errichtet. Sie waren alle gefüllt, die Kapazitäten reichten zeitweise nicht einmal aus, um allen Menschen ein Obdach zu geben. Inzwischen hat sich die Situation deutlich entspannt: Nachdem es im September und Oktober Tage gab, an denen mehr als 2000 Menschen in NRW ankamen, sind das inzwischen vergleichsweise wenige - rund 500. Das und der Fakt, dass die Menschen inzwischen viel schneller registriert werden - allein am Flughafen Münster/Osnabrück sind das bis zu 1000 Personen pro Tag - hat zur Folge, dass viele Notunterkünfte leer stehen. Denn nach der Registrierung erfolgt direkt die Zuweisung auf die Kommunen. Und die dürfen die freien Plätze in den Notunterkünften nicht nutzen, sondern müssen selbst für die Unterbringung der Menschen sorgen. Christoph Schlütermann, der für den Kreisverband Coesfeld des Deutschen Roten Kreuzes arbeitet und sich zentral um mehrere Notunterkünfte kümmert, verwundert das: "Das Land hat damals um Amtshilfe bei den Kommunen gebeten. Warum kann dies jetzt nicht anders herum gehen?“, sagte er heute auf Anfrage unseres Reporters Theo Wolters. In Vinnum sind zurzeit 121 Personen (Platz für 300) untergebracht, in Nordkirchen (160) niemand, in Seppenrade 18 (ca. 130 Plätze). Das allein sind fast 500 freie Plätze in diesen drei Notunterkünften. Und es sei nicht davon auszugehen, dass in diesem Jahr die Unterkünfte noch weiterhin in großem Maß belegt würden. 

Freitag, 11. Dezember, 17.47 Uhr, Nordkirchen: Wie geht man mit den Flüchtlingen am besten um und wie kann man ihnen bei der Integration helfen? Fragen wie diese hat sich der Philosophiekurs von Nils Seik an Nordkircherner Gesamtschule gestellt. Gestern Nachmittag luden die Schüler in die Küche ihrer Schule ein – um mit Flüchtlingen zu kochen. Unsere Reporterin Natasa Balas hat das in einer Reportage festgehalten: 

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Freitag, 11. Dezember, 14.15 Uhr, Dortmund: Heute gab es eine Pressekonferenz in Dortmund, bei der besprochen wurde, dass die Stadt nun wieder zur Bahn-Drehscheibe wird. Ab Montag, erwartet so gegen Spätnachmittag / Abend, werden alle vier Tage Züge mit Flüchtlingen aus Süddeutschland in Dortmund eintreffen. Wie viele, ist jedes Mal unklar. Klar ist nur: Alle, die in Dortmund am Bahnhof Signal-Iduna-Park ankommen, werden nach ganz kurzem Stärkungs-Aufenthalt in einem Zelt in der Nähe des Stadions mit Bussen nach Bork gefahren. Dort erhalten sie ein Abendessen und ein Bett und werden dann am nächsten Morgen zur Registrierung nach Greven gebracht. An den anderen drei Tagen werden die Züge nach Düsseldorf, Köln und Essen geleitet. Diese vier "Drehscheiben" wechseln sich also ab.

Donnerstag, 10. Dezember, 12.27 Uhr, Kreis Unna: Wie bekommt man die Menschen in unsere Gesellschaft integriert? Sicherlich gehört das Vermitteln für uns selbstverständlicher Grundregeln dazu. Der Kreis Unna hat nun zwei Handzettel entworfen, die den Asylbewerbern ein paar Dinge zum Verhalten im Straßenverkehr erklären. Für Radfahrer und Fußgänger. Das sind die Zettel: 

 

Donnerstag, 10. Dezember, 11.36 Uhr, Bork: Die Arbeit der Schicksalshelfer muss weiterhin außerhalb der Notunterkunft in Bork laufen. Die Suche nach einem Standort für eine Ausgabestelle der Kleiderkammer am Rande des Geländes verlief erfolglos. Das berichtete Bürgermeister Mario Löhr gestern beim Runden Tisch im Amtshaus Bork. Der angedachte Standort einer Ausgabestelle fürs Wochenende an der Buszufahrt kommt nicht infrage, weil Rettungswege frei bleiben müssen. Ein Container auf dem Gelände selbst schließt das Rote Kreuz Westfalen, Betreiber der Unterkunft, weiterhin aus. 

Donnerstag, 10. Dezember, 11.08 Uhr, Cappenberg: Im Selmer Ortsteil Cappenberg gibt es seit Samstag ein Angebot für Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit dem Sportverein Grün-Schwarz: Auf der vereinseigenen Sportanlage besteht jeden Samstag die Möglichkeit, bei einem offenen Sportangebot mitzumachen. Um die Integration zu fördern, steht dieses Angebot auch Vereinsmitgliedern offen. 

Mittwoch, 9. Dezember, 20.03 Uhr, Selm: "Co-Familien Welcome" - das ist der etwas sperrige Titel eines neuen Projektes, das jugendlichen Flüchtlingen, die allein kommen, Hilfe in Selm anbieten will. Vier junge Menschen werden jetzt in zwei Wohnungen an der Römerstraße untergebracht und dort intensiv betreut. Ein Verein übernimmt das. Reporterin Jessica Bader erklärt die Absichten und Hintergründe hier: 

Mittwoch, 9. Dezember, 19.48 Uhr, Bork: Das wichtigste vom Runden Tisch: Es sind seit dem 30. November schon keine Flüchtlinge in der Notunterkunft Bork. Reporter Tobias Weckenbrock sprach darüber nach der Versammlung mit Ina Ludwig (Sprecherin DRK Betreuungsdienste GmbH) und Thomas Kirschner (Leiter der Notunterkunft Bork):

Außerdem gibt es diese neue Fakten: 

  • Die Polizei ist nicht mehr dauerhaft in zwei Schichten in der Notunterkunft. Hintergrund ist auch hier die Veränderung der Arbeitsweise: Die Verweildauer der Flüchtlinge ist kurz. Da zudem in den ersten Wochen keine Vorfälle zu verzeichnen waren, und weil es inzwischen viele weitere Unterkünfte im Kreis Unna gibt, ist sie jetzt zweimal am Tag mit einer Streifenwagenbesetzung vor Ort – und rund um die Uhr verfügbar.
  • Auch die Stadt wird ihren Ordnungsdienst, der anfangs mit der Polizei in der Unterkunft und rundherum tätig war, zumindest über die Weihnachtsferien zurückfahren. Die Stadtverwaltung schließt vom 23. Dezember bis 4. Januar – auch das Ordnungsamt fährt dann das Personal zurück.
  • Die Arbeitskreise Asyl arbeiten derzeit ganz normal weiter an der Integration der fest zugewiesenen Flüchtlinge. In Bork läuft eine Spielgruppe für Asylbewerber-Kinder dreimal in der Woche. In Selm steht die Weihnachtsfeier bevor.

Mittwoch, 9. Dezember, 12.09 Uhr, Haltern am See: Schüsse auf die Notunterkunft in Sythen: Diese Nachricht beschäftigt unsere Kollegen seit dem Wochenende. Was geschah da im Halterner Ortsteil?  Wie am Montag bekannt wurde, fuhren zwei bisher unbekannte Männer am Freitagabend gegen 21 Uhr vor der Unterkunft vor, stiegen aus und brüllten fremdenfeindliche Parolen. „Dann stiegen sie wieder in ihren Wagen ein und gaben beim Fahren Schüsse ab“, erklärt Polizeipressesprecher Michael Franz. Bürgermeister Bodo Klimpel zeigt sich entsetzt von dem Vorfall. „Ich frage mich, was in den Köpfen der Menschen vorgeht, die sich solche Ausraster erlauben." Mehr Infos, Reaktionen und Hintergründe:

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Mittwoch, 9. Dezember, 11.54 Uhr: In den Notunterkünften in Bork, Vinnum und Nordkirchen ist es zurzeit tatsächlich relativ ruhig. Während in Vinnum die Belegungszahl in diesen Tagen durch einen Großtransfer Richtung Registrierungsstelle am Flughafen in Greven nahezu auf Null geht, sieht es auch in der Großeinrichtung in Bork ähnlich aus, wie wir heute früh bei einer Begehung erfuhren. CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Jörrißen aus Hamm war dort zu Gast, um sich die Einrichtung anzusehen - und es war gespenstisch leer, wie unsere Reporterin Natasa Balas beobachtet hat. Einrichtungsleiter Thomas Kirschner sagte aber, man sei allzeit bereit: Wenn er erführe, dass binnen fünf Minuten ein paar gefüllte Busse ankämen, wäre das kein Problem für die Notunterkunft. Die Zahl der Busse zurzeit ist aber geringer als noch im Herbst. Heute ist um 16 Uhr Runder Tisch im Amtshaus. Auch da wird es vermutlich neue Informationen und Zahlen aus der Notunterkunft geben. Wir sind vor Ort.

Mittwoch, 9. Dezember, 11.50 Uhr, Lünen: Menschen in Brambauer haben sich am Dienstag zum zweiten Mal getroffen, um zu diskutieren, wie sie sich engagieren können. Sprachkurse und Patenschaften dafür, Begleitungsdienste, Hilfe in den Unterbringungen - das sind die Themen, die für die Helfer auf der Agenda stehen. Die Gruppe sucht noch Menschen, die Arabisch sprechen und als Dolmetscher auftreten könnten. Wer helfen will, kann sich bei Matthias Hank unter Tel. (0231) 8770080 melden.

Mittwoch, 9. Dezember, 11.15 Uhr: Ein paar landesweite Zahlen im Überblick: 3300 Abschiebungen hat es laut NRW-Innenministerium bis Ende Oktober im Jahr 2015 gegeben. Das berichtet der WDR. Das seien die meisten Rückführungen bundesweit. 55.000 Ablehnungsbescheide seien in diesem Zeitraum ergangen, 12.000 Menschen seien ausreisepflichtig. Und fast 290.000 Menschen sind bis Ende November in NRW aufgenommen worden - während in Deutschland die Millionengrenze gerade erreicht wurde (Bericht auf welt.de inklusive Zweifeln an der Zahl). 

Mittwoch, 9. Dezember, 10.46 Uhr, Selm: An der Römerstraße werden in den nächsten Wochen einige minderjährige Flüchtlinge ohne Elternbegleitung eine neue (zumindest vorübergehende) Heimat finden. Unsere Reporterin Jessica Bader war heute früh bei einem Termin vor Ort, wo die Initiative vorgestellt wurde. Ein Bericht folgt im Laufe des Tages im Web oder spätestens morgen auf der ersten Lokalseite der Selmer Ruhr Nachrichten.

Dienstag, 8. Dezember, 20.16 Uhr, Nordkirchen: Ein Nachtrag aus der Bürgermeisterkonferenz gestern in Nordkirchen, bei der unser Reporter Thomas Aschwer die anschließende Pressekonferenz besucht und bereits zusammengefasst hat' tag='. Er hat das Gespräch komplett mitgeschnitten. Wir liefern hier jetzt die kompletten knapp sechs Minuten, in denen über die Flüchtlingssituation in den Gemeinden informiert wurde: 

Dienstag, 8. Dezember, 19.50 Uhr, Bork: 

 

Grüße aus der Kleiderkammer, verschenkt nicht so viele Hemden zu Weihnachten, lieber kleine Jogginghosen... pic.twitter.com/TUVUfGDFNF

— Jeannine Tembaak (@huepfkuh)

 

Dienstag, 8. Dezember, 16.41 Uhr, Lüdinghausen: Die Stadt Lüdinghausen kämpft mit den weiterhin hohen Zuweisungszahlen: Sie hat in den vergangenen Monaten eine Gewerbehalle gekauft, um eine Unterkunft zu schaffen. Sie war zuletzt dankbar über die Unterkunftsspende eines Unternehmers. Doch der Platz reicht immer noch nicht. Darum plant die Stadt nun eine neue Unterkunft an einer Stelle, wo sie vor einigen Jahren eine alte abgerissen hatte: Container werden neben dem TÜV aufgestellt, wo bis zu 100 Flüchtlinge Platz finden sollen. Das geht einher mit der Überlastungsanzeige von Ende der vergangenen Woche, die die Stadtverwaltung an die Bezirksregierung geschrieben hatte. Hier ist aber noch offen, ob die Bezirksregierung die Zuweisungen aussetzen wird. Ende offen. 

Dienstag, 8. Dezember, 15.42 Uhr, Selm: Zum nächsten Runden Tisch zur Flüchtlingssituation in Selm, Bork und Cappenberg versammeln sich morgen die beteiligten Organisationen im Amtshaus in Bork. Am Tisch sitzen dabei seit September in zwei- bis vierwöchigen Abständen hochrangige Vertreter der Stadtverwaltung, die Leiter der Arbeitskreise Asyl aller drei Ortsteile, Mitarbeiter der Schicksalshelfer-Initiative, die Polizei, die Einrichtungsleitung der Landes-Notunterkunft in Bork, Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes Westfalen und Selm sowie ein Mitarbeiter unserer Redaktion. 

Dienstag, 8. Dezember, 11.01 Uhr: In Schwerte am südlichen Rand des Kreises Unna gibt es hartnäckige Gerüchte rund um das Thema Flüchtlinge. Unser Redaktionsleiter Heiko Mühlbauer hat recherchier, was dran ist. Unter anderem geht es um Kriminalität - und die Antwort der Kreispolizei Unna darauf: 

Dienstag, 8. Dezember, 9.01 Uhr: Vermummte von Sicherheitsdienst gestoppt: So liest sich eine Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft über ein Vorkommnis in der Nacht zu Sonntag in Ahlen im Kreis Warendorf. Sechs Männer wollten demnach offenbar eine Flüchtlingsunterkunft angreifen. Der Sicherheitsdienst hielt drei der Männer auf dem Weg zum Eingang auf. Zwei Messer, eine Sprühdose und eine Rauchbombe hatten die Täter bei sich. Die Männer (20 bis 22 Jahre) sind der Polizei wegen fremdenfeindlicher Parolen schon bekannt. 

Montag, 7. Dezember, 18.01 Uhr, Nordkirchen: Reporter Thomas Aschwer war heute bei der Bürgermeisterkonferenz in Nordkirchen und hat sich berichten lassen, was die zentralen Themen waren. Es ging dabei ums schnelle Internet, um E-Mobilität - und um die Flüchtlingssituation. Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann vertrat vehement den Standpunkt, dass die Probleme nicht gelöst seien. Deutlich schloss er sich den bundesweiten Kritikern des Wochenendes an, indem er die Dauer der Verfahren bemängelte. Das erschwere stark die Integration der Flüchtlinge. Stichworte seien Schulrecht und Integration in den Arbeitsmarkt. Auch dass in den Notunterkünften wegen der schnellen Registrierung am Flughafen Münster/Osnabrück viele Betten freiblieben, die Kommunen aber keine Unterbringungsmöglichkeiten für fest zugewiesene Flüchtlinge finden, bereitet den Bürgermeistern - namentlich Richard Borgmann aus Lüdinghausen - große Sorge. 

Montag, 7. Dezember, 17.42 Uhr, Selm: Der Asylkreis Selm hat am Wochenende die Bewohner der Unterkunft an der Körnerstraße zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Sie ist offen und gilt auch für Selmer, die Interesse an Kontakten und daran haben, die nach Deutschland geflohenen Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren. Los geht es am Samstag, 12. Dezember, um 15 Uhr im Rotkreuzheim an der Ludgeristraße. "Wir wollen den neuen Mitbürgern unserer Stadt den Sinn und die Bedeutung des Weihnachtsfests in Deutschland näherbringen, aber auch die Geschichten aus anderen Ländern und Kulturen hören", heißt es in der Einladung "zu einer besonderen Weihnachtsfeier mit allen Flüchtlingen, die inzwischen in Selm und Umgebung angekommen sind". Den festlichen Abschluss um 17.30 Uhr gestaltet das Selmer Blasorchester.

Montag, 7. Dezember, 17.23 Uhr, Lüdinghausen: Für ein neues Angebot in Lüdinghausen, Gitarrespielen zu lernen, gibt es reichlich Interessenten. Jeden Mittwochabend trifft sich eine kleine Gruppe im Pfarrheim St. Felizitas. „Deutsche Volkslieder sind im Repertoire“, sagt Loewert, der sich als Jugendlicher das Gitarrenspielen selbst beigebracht hat. Vier junge Männer aus Syrien und dem Irak unterrichtet er derzeit gemeinsam mit dem 17-jährigen Cani-Schüler Mathis Neuhäuser, der selbst in einer Band Musik macht. Es gibt nur ein Problem: Es werden noch Gitarren gesucht. Wer eine Konzertgitarre spenden möchte, kann sich im Büro des Integrationsbeauftragten Sekou Toure wenden unter Tel. (02591) 2597599.

Montag, 7. Dezember, 11.32 Uhr, Nordkirchen: Kennen Sie schon Ali Issa? Der Ghanaer lebt seit sechs Monaten in Nordkirchen und hofft auf eine Zukunft hier - aber die Chance ist gering. Denn Ghana ist ein sicheres Herkunftsland. Von 535 Entscheidungen im Asylverfahren in Deutschland über ghanaische Migranten fiel kein einziges positiv für den Antragssteller aus. Asyl gab es nie, viermal immerhin ein Abschiebeverbot. Trozdem hat Issa viele Befürworter in Nordkirchen - denn er will sich integrieren und ist schon seit vielen Wochen ehrenamtlich aktiv. Unser Reporter Karim Laouari hat seine Geschichte hier aufgeschrieben: 

Montag, 7. Dezember, 10.45 Uhr: Wir blicken noch mal in den Südkreis Unna. Dort spitzt sich in Schwerte die Turnhallen-Situation in dieser Woche weiter zu. Ab heute stehen zwei weitere Sporthallen nicht mehr für Sport zur Verfügung, weil zu in Unterkünfte umgewandelt werden. Dass die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen zuletzt erstmals sank, ist da nur ein kleiner Hoffungsschimmer. Nun sucht die Stadt intensiv nach Alternativen und nimmt dabei die Schwerter selbst in die Pflicht. Kollege Heiko Mühlbauer berichtet: 

Das geschah in der Woche vom 30. November bis 6. Dezember 2015: 

Sonntag, 6. Dezember, 16.26 Uhr, Werne: Viele Schulen in Syrien sind zerstört oder zu Notunterkünften umfunktioniert. Und selbst wenn die Gebäude intakt sind, ist es zu gefährlich, dorthin zu gehen - im Land herrscht Bürgerkrieg. Doch am Werner Anne-Frank-Gymnasium fühlen sich die beiden Flüchtlingskinder sehr wohl. Das haben sie unserer Werner Kollegin Sylvia vom Hofe erzählt, die diesen beeindruckenden Film über ihre Lernfortschritte von einem Besuch in der Schule mitbrachte: 

Sonntag, 6. Dezember, 11.54 Uhr, Dortmund: Im Süden des Dortmunder Innenstadtbezirks, ganz in der Nähe des Westfalenstadions, wird bald ein Flüchtlingsaufenthalt für ein paar Stunden möglich. Hintergrund: Dort wird ein zentraler Baustein der Dortmunder Drehscheibe entstehen. Denn als solche wird Dortmund ab dem 14. Dezember wieder Flüchtlingszüge aus Süddeutschland aufnehmen. Sie werden nicht zum Hauptbahnhof, sondern zum Bahnhof Signal Iduna Park geleitet. Von dort gelangen die Menschen in eine Unterkunft auf einem der Parkplätze und werden noch am selben Tag in die Notunterkunft nach Bork gebracht. Das "Nordstadtblog" hat das Vorgehen hier genau geschildert, Gaby Kolle aus unserer Dortmunder Lokalredaktion hier: 

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Samstag, 5. Dezember, 9.44 Uhr: Die Konferenz der Bundesinnenminister brachte manches Unverständnis zutage: Warum dauern Asylanträge so lange, warum gibt es so einen Berg an unbearbeiteten Anträgen? NRW-Innenminister Ralf Jäger beklagte hinterher, dass Frank-Jürgen Weise, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, keine genaue Zahl nennen konnte, wie viele Asylanträge in diesem Jahr bearbeitet worden sind. Acht Monate müssten nach seinen Angaben Flüchtlinge in NRW zurzeit auf Bearbeitung warten. Das widerspricht allerdings dem Ziel, schnell Integrationsmaßnahmen einzuleiten. Ein Vorschlag lautete, ein Schichtmodell einzuführen - schließlich müssten die Mitarbeiter in den Unterbringungen auch am Wochenende arbeiten. Ein paar Zahlen wurden in Koblenz aber doch noch genannt' tag='.

Freitag, 4. Dezember, 16.51 Uhr: Lange hieß es, dass in Datteln eine feste Flüchtlingsunterkunft für bis zu 150 Menschen am Schießstand Losheide errichtet werden sollte. Die Stadtverwaltung hatte sogar schon fertige Pläne. Nun aber gibt es ein Problem: Der Schießstand ist offenbar "hochgradig belastet" mit Blei aus dem Schrot, mit dem dort auf Tontauben geschossen wurde. Das geht aus einem Gutachten hervor. Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen, geht davon aus, dass angesichts der hohen Kontamination der dort schießende Verein „um eine Sanierung des Geländes nicht herumkommen wird“. Er müsste als Verursacher auch die Kosten tragen. Die Pläne mit der massiv errichteten Flüchtlingsunterkunft sind erst einmal auf Eis - zumal es Proteste gab. Denn Flüchtlinge neben einer Schießanlage unterzubringen, hielten einige Dattelner für unzumutbar.

Freitag, 4. Dezember, 15.48 Uhr, Lüdinghausen: „Damit die Städte und Gemeinden auch zukünftig handlungsfähig bleiben, benötigen wir die dringende Unterstützung in der Flüchtlingspolitik auf Landes- und Bundesebene. So kann verhindert werden, dass das System nicht kollabiert.“ Das fordert der Sprecher der Konferenz der Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld, Bürgermeister Richard Borgmann. Der ungebremste, stetig zunehmende Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchenden gehe an den Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld nicht spurlos vorüber. Borgmann: „Wir sind bemüht, den zugewiesenen Flüchtlingen in diesen schweren Zeiten zu helfen. Einer Migration und Integration von Millionen Menschen nach und in Deutschland sind wir aktuell nicht gewachsen.“ Überdies beseitige dies nicht die Ursache von Flucht und Verfolgung.

Freitag, 4. Dezember, 15.32 Uhr, Werne: Gestern Abend gab es in Werne eine größere Frage- und Informationsrunde zur Flüchtlingssituation in Werne. Tenor: wenig Ablehnung, mehr konstruktive Kommentare. 120 Zuhörer kamen. So haben unsere Kollegen aus der Werner Redaktion den Abend erlebt: 

Donnerstag, 3. Dezember, 16.40 Uhr, Selm: "Es reicht nicht, immer nur zu hören ‚Wir schaffen das‘“, hat Selms Bürgermeister Mario Löhr gerade auf Anfrage der Ruhr Nachrichten gesagt. Wir sprachen mit ihm über eine Bürgermeisterkonferenz zu diesem Thema, die am Mittwoch in Unna tagte. Neben seinen Amtskollegen aus dem Kreis waren unter anderem Landrat Michael Makiolla und Ferdinand Aßhoff, Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg, anwesend. Die Bezirksregierung koordiniert in Nordrhein-Westfalen die Unterbringung der Flüchtlinge. Vieles würde aber auf die Kommunen abgewälzt, so Löhr. Und genau diese Sorgen seien Gegenstand der Konferenz gewesen, berichtete der Bürgermeister. Worum es noch ging, lesen Sie morgen in den Ruhr Nachrichten Selm/Olfen und Nordkirchen.

Donnerstag, 3. Dezember, 16.35 Uhr, Lüdinghausen: Hariwan Salah Yousef absolviert zurzeit ein Praktikum in einem Friseursalon in Lüdinghausen. Vor einem Jahr gelangte er über die Balkanroute nach Deutschland und schließlich nach Lüdinghausen. Das berichten die "Westfälischen Nachrichten". Zuvor lebte der 27-Jährige mit seinen Eltern und einer Schwester in Mossul, der nordirakischen Millionenstadt, die im Juni 2014 von Kämpfern des IS in einem Überraschungsangriff überrannt wurde und seitdem als Hochburg ihrer Schreckensherrschaft gilt. Jetzt arbeitet er bei "Haarmoden Aktuell" und sagt: "Die Arbeit macht mir Freude." Während seine Chefin Sabine Jäger voll des Lobes ist, schleicht sich ein kleines Lächeln in Hariwans Gesicht. Er weiß, er muss noch viel lernen. „Aber hier helfen mir alle und sind nett zu mir“, erzählt er. Zwei Mal in der Woche besucht er zusätzlich einen Deutschkursus. Etwas, worauf seine Chefin großen Wert legt. „Wenn er ab August die Berufsschule besucht, muss er die deutsche Sprache beherrschen“, betont Sabine Jäger

Donnerstag, 3. Dezember, 15.55 Uhr, Olfen: Die Olfener FDP hatte prominenten Besuch: Aus der NRW-Parteizentrale war Generalsekretär Jochen Vogel gestern Abend beim Grünkohlessen in der Ratschänke zu Gast. Dabei sprach er vor allem über die Flüchtlingssituation im Land. "Wir müssen den Menschen sagen, wie wir es schaffen wollen“, so Jochen Vogel. Es reiche nicht, nur zu sagen, dass man es schaffe. Vogel betonte, es sei wichtig, Flüchtlingen vorübergehenden Schutz zu gewähren. Das Verfahren, ob ein Flüchtling in Deutschland bleiben könne, müsse beschleunigt werden. Er erklärte, man müsse die vielen Flüchtlinge aus Syrien individuell betrachten. „Die Verfahren bei den Syrern könnte man abkürzen“, so Vogel. Er sagte vor den Olfener Liberalen, es sei auch wichtig, dass man Asylbewerber schnell in den Arbeitsmarkt integrieren müsse. „Über Ausnahmen beim Mindestlohn kann man sicherlich nachdenken.“

Donnerstag, 3. Dezember, 14.52 Uhr, Nordkirchen: Die Flüchtlingszahlen in Nordkirchen gehen zurück. Sonderbar auf den ersten Blick ob der weiterhin knapp 1000 Flüchtlinge, die täglich am Flughafen Münster/Osnabrück registriert werden. Aber genau daran liegt das. Reporter Karim Laouari mit dem Leiter der Nordkirchener Einrichtung darüber gesprochen: 

Donnerstag, 3. Dezember, 7.41 Uhr: Heute findet in Koblenz eine Konferenz der Landes-Innenminister zur Flüchtlingssituation statt (hohe Sicherheits-Vorkehrungen). Es soll dabei auch um die Einzelfallprüfung syrischer Flüchtlinge gehen: Die besagt, dass jeder Fall für sich im Asylverfahren einzeln geprüft wird. Folge: Die Asylverfahren dauern länger - 300.000 sollen derzeit noch unbearbeitet beim BAMF liegen -, das Asylrecht als Individualrecht aber wird eingehalten. So kann es auch dazu kommen, dass auch syrische Flüchtlinge in die Heimat zurück geschickt werden, wenn kein Recht auf Asyl besteht. Die "Welt" schaut hier auf die Themen der Konferenz

Mittwoch, 2. Dezember, 16.22 Uhr, Selm: Die Pläne der Stadt Selm für eine zweite große Flüchtlings-Einrichtung konkretisieren sich. Darum hat die Verwaltung nun zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Sie findet statt am Dienstag, 15. Dezember, im Bürgerhaus. Alle Infos: 

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Mittwoch, 2. Dezember, 14.36 Uhr: In Dülmen gibt es Pläne für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes NRW in den Tower Barracks: Die Kaserne wird 2016 im September vom britischen Militär freigegeben, berichten die "Westfälischen Nachrichten". Auch ein Gelände, das zur früheren St.-Barbara-Kaserne gehört, ist im Gespräch. Es könnte Platz für mehrere Hundert Asylbewerber entstehen. Hier gibt es weitere Infos.

Dienstag, 1. Dezember, 18.38 Uhr, Bork: Diese Geschichte ist eine der gelungenen Integration. Sie taugt als Vorbild, wenngleich dieser Mensch, den wir hier vorstellen, sicher andere Startvoraussetzungen hat als andere Flüchtlinge. Wir wollen Ihnen Samer Alchoufi aus Syrien vorstellen. Einen Künstler. Dessen Vernissage im Amtshaus Bork heute mehr Menschen anzog als andere Ausstellungseröffnungen an diesem Ort. Lesen (Bericht), hören (Audio), schauen (Video und Fotostrecke) Sie selbst:

Dienstag, 1. Dezember, 18.03 Uhr, Selm: Jahrelang gab es eine Sammlung und Hilfstransport nach Rumänien aus Selm. Es sammelten Helfer der Evangelischen Kirchengemeinde vor allem Kleiderspenden, um sie in eine der ärmsten Regionen Europas zu bringen und den Armen dort zu helfen. Diese Aktion wird es 2016 nicht geben, das ist seit heute bekannt. Der Grund ist ein einfacher: Die Kleiderspenden werden hier gebraucht. In den vergangenen Monaten sind tonnenweise Kleidungsstücke gespendet worden, die an die Kleiderkammern im Haus Knipping, später dann am Marktplatz in Bork gegangen sind. Vieles von dem ist an die bedürftigen Menschen hier vor Ort gegangen. Die Unterstützergruppe aus Selm ist sich aber sicher, dass 2017 wieder eine Sammlung für Rumänien stattfinden wird. „Wir sind fest entschlossen. Weil uns die Arbeit der Organisation Agape einfach extrem am Herzen liegt“, so Christiane Uckat-Erley. Sie verschweigt auch nicht, dass es in der Gemeinde einige gibt, die die Entscheidung der Unterstützergruppe nicht nachvollziehen können. „Wir bitten aber herzlich, diese Entscheidungen mitzutragen“, appelliert die Pfarrerin. Ausführlicher morgen in den Ruhr Nachrichten Selm.

Dienstag, 1. Dezember, 17.59 Uhr, Seppenrade: Hier ist unser Bericht über das, was in Seppenrade für die Minderjährigen geplant ist... da spielt die Nonne schon mal Kicker gegen einen Flüchtlinge: 

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Das Josefhaus in Lüdinghausen wurde für Flüchtlinge umgebaut

Sie haben tausende Kilometer ohne ihre Eltern zurückgelegt, sie sind minderjährig und sie benötigen ein Dach über dem Kopf. In den nächsten Tag finden die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge zumindest eine vorübergehende Unterkunft – im Josefshaus der Franziskanerinnen in Lüdinghausen-Seppenrade. Wir haben uns hier umgesehen und haben mit Schwester Irmgard gesprochen.
01.12.2015
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Früher lebte eine Schwester in diesem Zimmer, künftig werden hier mindestens vier Jugendliche wohnen.© Foto: Thomas Aschwer
Schwester Irmgard und Hausmeister Martin Büning testen den vom Orden angeschafften Kicker.© Foto: Thomas Aschwer
Gut besucht war die Informationsveranstaltung im Heimathaus Seppenrade, auch einige Franziskanerinnen waren gekommen.© Foto: Thomas Aschwer
Das Josefshaus liegt nur wenige hundert Meter entfernt von der bereits vor etlichen Wochen eröffneten Notunterkunft.© Foto: Thomas Aschwer
Hier nehmen die Jugendlichen künftig ihre Mahlzeiten ein.© Foto: Thomas Aschwer
Viel Mühe haben sich die Franziskanerinnen bei der Umgestaltung des früheren Waschhauses gemacht.© Foto: Thomas Aschwer
Die Franziskanerinnen haben auch eine Dartscheibe angeschafft.© Foto: Thomas Aschwer
Auch die Büros für die Mitarbeiter der Jugendämter sind bereits eingerichtet.© Foto: Thomas Aschwer
Hell und freundlich ist der Flur im künftigen Wohnbereich.© Foto: Thomas Aschwer
Das künftige Wohnzimmer der unbegleiteten Jugendlichen.© Foto: Thomas Aschwer
Prächtig ist der Ausblick aus dem Wohnzimmer.© Foto: Thomas Aschwer
Blick aus dem künftigen Wohnzimmer der Jugendlichen auf das frühere Waschhaus der Franziskanerinnen. Jetzt ist hier eine Küche eingerichtet worden.© Foto: Thomas Aschwer
Das Interesse an der neuen Unterkunft für unbegleitete Jugendliche war groß.© Foto: Thomas Aschwer
DRK-Vorstand Christoph Schlütermann (v.r.), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Bürgermeister Richard Borgmann und Detlef Schütt vom Kreis Coesfeld standen den Bürgern Rede und Antwort.© Foto: Thomas Aschwer
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Dienstag, 1. Dezember, 10.27 Uhr, Seppenrade: Unser Reporter Thomas Aschwer war heute früh in der neuen Betreuungseinrichtung für minderjährige Flüchtlinge in Seppenrade im St.-Josefshaus der Franziskanerinnen. Dort soll in der kommenden Woche der Betrieb losgehen. Dann ist Platz für 63 Personen unter 18 Jahren, die allein nach Deutschland geflüchtet sind. Wir werden im Laufe des Tages ausführlich berichten.

Dienstag, 1. Dezember, 9.55 Uhr, Vinnum: Die Flüchtlinge, die am Sonntagabend wegen des Sturms aus dem Vinnumer Zeltdorf nach Nordkirchen gebracht wurden, kehren heute - so gegen 11 Uhr - nach Vinnum in die dortige Notunterkunft zurück. 

Dienstag, 1. Dezember, 9.38 Uhr: Der WDR berichtet heute über das Sporthallen-Problem in Nordrhein-Westfalen. Zentrale Aussage: Es sind nicht so viele Sporthallen belegt wie der Landessportbund vermutet hatte - es seien so um die 270 Hallen. Der WDR war in Mettmann bei Düsseldorf unterwegs und hat dort unter anderem mit einer Schule gesprochen, wo die Integration durch die Belegung der Turnhalle vorbildlich laufe. Hier geht es zum Bericht.

Montag, 30. November, 16.59 Uhr, Vinnum: Weil es so heftig stürmte, entschied sich der Betreiber Deutsches Rotes Kreuz am späten Sonntagabend dazu, das Zeltdorf auf der Fläche der alten Ziegelei Hüning zu leeren: Die 100 dort untergebrachten Flüchtlinge wurden in Bussen nach Nordkirchen gebracht, wo zu dem Zeitpunkt nur 39 Menschen in der Turnhalle und im benachbarten Hallenbad waren. Sie werden auch für die kommende Nacht dort verweilen. Alle Infos und Hintergründe:

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Montag, 30. November, 8.28 Uhr: Während in Recklinghausen zurzeit am Aufbau einer Zeltstadt für 1000 Menschen gearbeitet wird, wie die Kollegen der "Recklinghäuser Zeitung" berichten, leben zurzeit 69 minderjährige Flüchtlinge ohne ihre Eltern in der Kreisstadt das benachbarten Landkreises. Das Jugendamt habe alle Hände voll zu tun, erklären die Kollegen  hier (Pay-Wall).  

 

Das geschah in der Woche vom 22. bis 29. November 2015: 

 

Sonntag, 29. November, 13.27 Uhr: Sie sagen, sie fürchten Krankheiten und Ansteckung: Taxifahrer aus Dorsten verweigern nach Informationen unserer Kollegen der "Dorstener Zeitung" Flüchtlingen Fahrten zu Behörden und Ärzten. Es geht wohl um die Angst vor allem vor Tuberkulose. Aber ist die Angst begründet? Und was steckt dahinter? Den Bericht und die Stimmen lesen Sie hier: 

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Samstag, 28. November, 15.57 Uhr, Lünen: 15 Babys von Flüchtlings-Müttern sind inzwischen schon im Lüner Klinikum geboren. Wir haben uns mit Ärzten der Gynäkologie über die Freude, aber auch die Probleme, die damit zusammenhängen, unterhalten:

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Samstag, 28. November, 15.11 Uhr, Ascheberg: Ein Jahr lang war K. auf der Flucht. Inzwischen lebt der Syrer seit dem 1. Juni in Ascheberg. "Ankunft" heißt eine Serie im Advent der Kollegen der Lokalredaktion aus Werne. Im ersten Teil berichtet K., der unerkannt bleiben möchte - weil er Angst hat. Wir zitieren aus dem Bericht:

Was dann folgte, wird er nie vergessen. Denn der Weg von der Türkei nach Griechenland führte ihn über das Mittelmeer. Einen Großteil musste er schwimmend zurücklegen. Denn das Boot kenterte. „Frauen und Kinder sind alle ertrunken“, erzählt er traurig. Einige Männer schafften es. Schwimmend. Kurz unterbricht K. seine Ausführungen. „Kennst Du das Bild von dem kleinen Alan, das um die Welt ging?“ fragt er und fügt hinzu: „Genau das ist der Grund weshalb ich meine Familie zurückgelassen habe und allein gegangen bin."

Über die Stationen und die Qualen auf seiner Flucht, wo seine Familie ist und das Leben in Deutschland: 

Freitag, 27. November, 19.09 Uhr, Nordkirchen: "Danke!" Das schreibt der Nordkirchener Meinhard Tegeler im Namen des Organisationsteams „Helfen.nordkirchen.de“ in einem Leserbrief in unserer Zeitung. Er richtet das an die Firma Heli-Net und den Bürgermeister, die sich um die schnelle Einrichtung des Hotspots an der Flüchtlingsunterkunft in Nordkirchen bemüht hätten. "Die Idee für den Hotspot war vor Wochen im Organisationsteam entstanden, weil die Situation am Rathaus-Hotspot für alle Beteiligten unbefriedigend war." Kritiker könnten der Meinung sein, so Tegeler, dass man wieder mal etwas nur für die Flüchtlinge getan hat. "Falsch, denn viele Besucher des Schlossparkes werden auch davon profitieren."

Freitag, 27. November, 18.29 Uhr, Ascheberg: Die Zuweisungspause infolge einer Überlastungsanzeige der Stadt Ascheberg ist jetzt zu Ende gegangen. 31 Flüchtlinge kamen am Dienstag in der Gemeinde an. Die meisten von ihnen wurden an der Bultenstraße untergebracht. 12 freie Plätze in einem neu angemieteten Haus an der Albert-Koch-Straße hat die Gemeinde am Donnerstag gemeldet – vor. In Davensberg soll eine neue 70-Personen-Unterkunft Ende Februar fertig werden.

Freitag, 27. November, 16.31 Uhr, Nordkirchen: Wie die Flüchtlingssituation eine Kommunalverwaltung strapaziert, davon berichtete Mechtild Kammert diese Woche im Ausschuss. Unser Reporter Karim Laouari berichtet:

  • 13 Kollegen aus der Verwaltung seien derzeit mit dem Thema beschäftigt. 129 Asylsuchende waren im November in Nordkirchen gemeldet, darunter Asylbewerber, Anerkannte nach SGB II und Abgelehnte beziehungsweise geduldete. Die Landesnotunterkunft habe die Lage insofern entspannt, als dass die Schlossgemeinde dadurch weniger kommunale Flüchtlinge zugewiesen bekommen habe. 
  • Die Abschiebeverfahren dauern immer noch unbefriedigend lange. „Es könnte schneller gehen“, antwortete sie knapp auf eine entsprechende Nachfrage von Heinz-Josef Tepper (CDU). Eine Person sei zwischen Oktober und November abgeschoben worden.
  • Eine weitere Herausforderung betrifft die Gesamtschule. Nachdem die Auffangklasse für die Sekundarstufe I in Lüdinghausen zuletzt aus allen Nähten platzte, weil sie sowohl Schüler aus Lüdinghausen als auch aus Nordkirchen und Olfen beherbergte, besuchen die Kinder ab sofort Klassen in den jeweiligen Orten. Das sei aufgrund der unterschiedlichen Sprach- und Wissenskenntnisse eine Herausforderung, berichtete Kammert.
  • Über die Arbeit der freiwilligen Helfer berichtete Christiane Poppe, Pastoralreferentin und zuständig für die Gemeindecaritas St. Mauritius. Seit Ende 2014 haben sich Poppe zufolge viele Bereiche innerhalb der Pfarrcaritas neu gebildet. Insgesamt engagieren sich mittlerweile über 120 Menschen aus Nordkirchen, Südkirchen und Capelle für die Flüchtlinge.
  • Gute Nachrichten hatte Poppe für die Kleiderkammer: Nachdem die Räume im Pfarrheim in Nordkirchen zuletzt zu klein wurden, können die Helfer bald in den Jägerhof am Ludwig-Becker-Platz umziehen. Dort seien auch andere Veranstaltungen möglich, wie zum Beispiel eine Asylberatung oder auch eine Nähgruppe, die zurzeit in Planung sei. 

Freitag, 27. November, 9.37 Uhr, Olfen: Was Ehrenamtliche in Olfen in der Flüchtlingsarbeit leisten, war Thema vor einiger Zeit in einem Ausschuss der Politik. Dort berichteten zwei emsige Mitarbeiter des Arbeitskreises Asyl in Olfen über das, was sie bisher geschafft haben und was sie für 2016 planen. Wir haben das hier in der Übersicht aufgearbeitet: 

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Freitag, 27. November, 9.32 Uhr, Werne: Was passieren kann, wenn die Stadt nicht transparent kommuniziert, erleben gerade 50 bis 60 Anwohner einer Flüchtlingsunterkunft in Werne. Da gab es in dieser Woche richtig Unmut - wohl nicht direkt bezogen auf die Menschen, die geflüchtet sind, sondern auf die Verwaltung. Hier lesen Sie die Details und wie sich die Stadtverwaltung rechtfertigt:

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Donnerstag, 26. November, 16.30 Uhr, Seppenrade: Im Lüdinghauser Ortsteil haben Helfer des THW eine Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge im Josefshaus hergerichtet. Hier werden auch die Menschen, die Olfen oder Nordkirchen erreichen und besonderen Versorgungsaufwand erfordern, untergebracht. Es handelt sich dabei um die allein geflüchteten Minderjährigen. „Ich bin schwer beeindruckt von ihrem Einsatz“, sagte Ansgar Scheipers, Fachbereichsleiter des Kreises Coesfeld, als er sich am Montag zusammen mit seinen Kollegen Gregor Twilling, Johannes Eichholz, sowie DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann am Montagabend einen Eindruck vom Fortschritt der Arbeiten im St.-Josefshaus machte. Hier berichten die "Westfälischen Nachrichten" ausführlich.

Donnerstag, 26. November, 12.54 Uhr, Werne: Die Flüchtlingsunterkunft in Stockum sollte eigentlich als Puffer für die Weihnachtstage dienen: Denn da - so ist es zu erwarten - werden vermutlich auch Menschen aus aller Welt in unserer Region ankommen, aber die Verwaltungen und Registrierungsstellen geschlossen sein. Nun kommt es aber schon heute zum Erstbezug: Die Einrichtungsleitung erwartet nach unseren Informationen schon eine ganze Menge Menschen, die aufzunehmen sind. Unsere Kollegen sind vor Ort und werden berichten.

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Donnerstag, 26. November, 11.48 Uhr, Kreis Unna: Landrat Michael Makiolla hat gestern in Werne eine Einschätzung abgegeben, wie er zur Flüchtlingssituation aktuell steht. Die kann man hier nachlesen' tag=' oder hier im O-Ton hören:

Donnerstag, 26. November, 9.16 Uhr, Nordkirchen: Heute gibt die Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen bekannt, wie genau das Fahrradprojekt zusammen mit der Maximilian-Kolbe-Schule weiter gehen soll. Die Fahrrad-AG gibt es schon länger - sie bringt alte Fahrräder wieder in Schuss. Daraus soll nun eine Spendenaktion für Flüchtlinge werden. Dieses Engagement wollen die LVM Provinzial-Versicherung in Kooperation mit Zweirad Witteler aus Nordkirchen unterstützen. Unser Mitarbeiter Malte Bock ist jetzt vor Ort und wird über die Details berichten.

Donnerstag, 26. November, 9.02 Uhr, Selm: Der Arbeitskreis Asyl Selm plant für den 12. Dezember eine Weihnachtsfeier für Asylbewerber in der Stadt. Gefeiert wird von 15 bis 18 Uhr, Teile des Selmer Blasorchesters sollen spielen. Es gibt Geschenke von einigen Sponsoren. Die Feier soll im DRK-Heim an der Ludgeristraße stattfinden. Wer sich noch einbringen will, kann sich an Hans Hoppe oder Manfred Uckat wenden.

Donnerstag, 26. November, 8.53 Uhr, Nordkirchen: Die Gemeinde Nordkirchen schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Notunterkunft in Turnhalle und Hallenbad am Schloss Nordkirchen hat jetzt einen kostenfreien Hot-Spot - also einen W-LAN-Access-Point. Hier können sich alle, die in Reichweite sind, mit ihrem Smartphone ins Internet einwählen. Das hilft den Menschen aus aller Welt, die als Flüchtlinge in der Notunterkunft untergebracht sind. Sie können so mit ihren Geräten Kontakt zu ihren Freunden und Verwandten in der Heimat oder in anderen Flüchtlingsunterkünften halten. Aber auch die Tausende Besucher des Schlosses, die jeden Monat nach Nordkirchen kommen, können es nutzen. In Vinnum gibt es schon seit Erstbezug der Zeltstadt einen Hot Spot. 

Mittwoch, 25. November, 8.34 Uhr: Wir haben ja in der Zeitung schon den Vergleich zwischen Selm und Schwerte aufgezeigt: In Schwerte sind inzwischen fünf Turnhallen nicht mehr für Sport zu nutzen, sondern zur Unterbringung von Flüchtlingen von der Stadt belegt worden. In Selm und Olfen (und im Prinzip auch in Nordkirchen) ist das anders. Die Schwerter Sporttreibenden und vor allem Vereinsvertreter sind verärgert. Der Bericht unserer Schwerter Kollegen vom südlichen Ende des Kreises Unna: 

Mittwoch, 25. November, 7.54 Uhr, Bork: Nach dem Busunfall von Donnerstag' tag=' vergangener Woche hat sich jetzt auf Anfrage unserer Redaktion die Stadt Selm zum Thema geäußert' tag='. Sie ist die "Untere Straßenverkehrsbehörde" und als solche für die Verkehrsregeln auf der Netteberger Straße zuständig. Sie erklärte uns, dass das LKW-Fahrverbot richtig und wichtig sei, der Busverkehr aber sein müsse, da hier Linien- und Schulbusse fahren. Aber nur so wenige, dass bisher kein Anlass bestand, etwas zu ändern. Man würde der Notunterkunft Bork aber raten, den Busfahrern die K44n statt der K8 zu empfehlen. Das sind 3 Kilometer Umweg, aber der "Zeche-Hermann-Wall", wie die K44n heißt, ist breiter ausgebaut. Nach Informationen unserer Redaktion wählen einige Busfahrer bei den täglichen Transfers von Bork nach Münster inzwischen schon die K44n. 

Dienstag, 24. November, 14.04 Uhr, Lünen: Einen Zuweisungsstopp gibt es zurzeit in Lünen. Das bedeutet: Die Stadt kein eine kurze Verschnaufpause einlegen, um weitere Asylbewerber in der Lippestadt unterzubringen. Der Stopp gilt allerdings nur bis Montag. Seit Monatsbeginn sind 169 Flüchtlinge von der Bezirksregierung nach Lünen zugewiesen worden - das ist zum Vergleich etwa die Anzahl der Flüchtlinge, die Stadt Selm insgesamt untergebracht hat. Bei diesen Flüchtlingen handelt es sich um solche, die schon registriert sind und vermutlich dauerhaft in Lünen bleiben. Fünf Flüchtlinge sollen im Laufe dieser Woche – unabhängig vom Zuweisungsstopp – nach Lünen kommen. „Die waren sozusagen schon auf dem Weg“, erklärte der Erste Beigeordnete Horst Müller-Baß unserer Redaktion in Lünen. Im Durchschnitt kommen pro Woche in Lünen zurzeit 50 Personen an. Mit dieser Zahl rechnet die Stadtverwaltung ab kommender Woche wieder.

Dienstag, 24. November, 8.31 Uhr: Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen ist nicht nur im Kreis Unna ein Thema: In Dortmund kocht es hoch, weil die Zustände in einer großen Sporthalle Dortmunds als unmenschlich kritisiert werden. Was die Vorwürfe sind und was die Stadt Dortmund selbst dazu sagt: 

Montag, 23. November, 18.37 Uhr, Selm: Unser Aufmacher-Thema morgen im Lokalteil der Ruhr Nachrichten Selm/Olfen und Nordkirchen: Am Wochenende gab es eine Tagung der Stadtsportverbände im Kreis Unna. Dabei ging es um die Arbeit vor Ort und die Probleme, die es dabei gibt. Ein zentrales Thema war die Flüchtlingssituation, die sich in den Orten sehr unterschiedlich darstellt. In Schwerte im Süden des Kreisgebietes beklagen die Sportvereine inzwischen die fünfte Turnhalle, die für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wird. Der Schul- und Vereinssport wird immer schwieriger. In Selm ist das anders: Dort stehen alle Sporthallen wie bisher zur sportlichen Nutzung zur Verfügung. Woran das liegt und was der Selmer Stadtsportverbands-Chef Michael Merten dazu sagt... morgen Ruhr Nachrichten lesen

Montag, 23. November, 16.34 Uhr: Dieses Interview müssen Sie lesen: Der Deutsche Kilian Kleinschmidt hat bis vor einem Jahr eines der größten Flüchtlingslager der Welt geleitet. Er ist seit 25 Jahren krisenerfahren und in aller Welt unterwegs gewesen. Das "enorm-magazin", das alle zwei Monate erscheint und sich als Magazin für nachhaltiges Wirtschaften bezeichnet, hat ihn zur aktuellen Situation in Deutschland, Europa und der Welt befragt. Kleinschmidt sagt: "Die meisten müssen in letzter Minute fliehen. Sie lassen alles zurück. Damit verlieren sie viel von ihrer Identität. (...) Alles, was in irgendeiner Form mit dem Umfeld zu tun hat, mit der eigenen Geschichte und Kultur, ist weg. In vielen Situationen wird man dann noch zu einem Massenprodukt, zu einer Nummer. Genau das passiert jetzt bei uns in Deutschland. Wir reden nicht mehr von Personen, sondern von Zahlen." Nehmen Sie sich die 12 Minuten und  lesen Sie hier weiter!

Montag, 23. November, 12.20 Uhr, Nordkirchen: Seit einigen Jahren existiert an der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen in Kooperation mit der Maximilian-Kolbe-Schule eine Fahrrad-AG, in der alte Fahrräder überholt und wieder fahrtüchtig gemacht werden. In den vergangenen Monaten wurden daraus einige in Nordkirchen lebende Flüchtlinge mit Fahrrädern ausgestattet. "Dieses Engagement soll nun eine neue Qualität bekommen", schreibt der Schulleiter Ulrich Vomhofe. Die LVM Provinzial-Versicherung werde die Fahrrad-AG in Kooperation mit Zweirad Witteler aus Nordkirchen unterstützen, damit zukünftig noch mehr Fahrräder den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden können. MorgenAm Donnerstag wird das Projekt vorgestellt. Wir gehen hin und werden berichten.

Montag, 23. November, 10.46 Uhr: Was steckt hinter der Flüchtlingssituation, der wir zurzeit ausgesetzt sind? Was sind ihre Ursachen? Woher kommen die Menschen? Und wie ist diese Situation historisch einzuordnen? Viele Fragen, die wir in unserem Spezial "Flucht nach Europa - ein Kontinent im Wandel" erörtert und auf die wir Antworten gefunden haben. 

 

Das geschah in der Woche vom 15. bis 22. November 2015: 

 

Sonntag, 22. November, 13.32 Uhr, Selm: Ashwin Raman aus Selm ist Kriegsreporter und arbeitet damit mehrmals im Jahr an der Wurzel dessen, was die starken Flüchtlingsbewegungen auslöst. Er hat in der vergangenen Woche einen der größten deutschen Journalistenpreise, den der Otto-Brenner-Stiftung, gewonnen. 10.000 Euro Preisgeld sind mit dem ersten Preis verknüpft. Einen ausführlichen Bericht und eine Würdigung seiner Arbeit durch die Laudatorin Sonia Mikich, Chefredakteurin des WDR, lesen Sie hier: 

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Sonntag, 22. November, 11.17 Uhr, Bork: Die Schicksalshelfer haben gestern in Bork einen Kinonachmittag für Flüchtlingskinder veranstaltet. Auf einer großen Leinwand gab es den Film "Toy Story" auf Arabisch. "Frisches Popcorn dazu, und fertig war ein lustiger Nachmittag nicht nur für die Kleinen", schreibt Lutz Linder heute in der Schicksalshelfer-Gruppe auf Facebook. Ach ja: Am Abend gab es dann Kino für die Großen - auch auf Arabisch. Die Räume dafür stellte Figan Ucar-Macit mit ihrem Mann zur Verfügung. Die beiden haben in Bork jetzt Räume angemietet, in denen sie einen Kulturtreff eingerichtet haben, der auch als Anlaufstelle für Integration und interkulturellen Austausch dienen soll. 

Samstag, 21. November, 10.04 Uhr, Selm: So ist der Stand der Arbeiten mit den Minderjährigen, die ohne ihre Eltern geflüchtet sind und nun in Selm versorgt werden: 

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Samstag, 21. November, 9.49 Uhr, Olfen/Nordkirchen: Die Gesamtschule Olfen und Nordkirchen unterrichten ab Montag Kinder, die bislang eine gesonderte Vorbereitungsklasse an der Hauptschule in Lüdinghausen besuchten. Fünf Fragen und Aufgaben für die Schulen sind damit verbunden: 

(1) Wie wird sichergestellt, dass die Kinder schnell Deutsch lernen? Die Bezirksregierung hat die Ausschreibung einer Stelle genehmigt, seit dieser Woche ist sie besetzt. Großer Vorteil: Die Nordkirchener Flüchtlingskinder besuchen ebenfalls ab Montag die örtliche Gesamtschule. Die/der neue Lehrer(in) erteilt in beiden Schulen jeweils 10 bis 12 Stunden Deutschunterricht.

(2) Was passiert, wenn diese Stelle nicht direkt am Montag besetzt ist? „Wir haben vorgesorgt“, sagt die Olfener Schulleiterin Anne Jung. „Wir haben Kollegen, die sich bereiterklärt haben, ersatzweise den Unterricht zu übernehmen. In der ersten Wochen sollen sich die Kinder ohnehin erst einmal eingewöhnen. 

(3) Gibt es begleitende Maßnahmen, um die Integration zu fördern? Die Gesamtschule Olfen plant ein Patensystem. Erfahrene Gesamtschüler begleiten die neuen Mitschüler. Um den Integrationsprozess zu fördern, habe sich die Schule auch bewusst gegen eine „internationale Klasse“ entschieden. 

(4) Wie hat das Kollegium auf die neue Situation reagiert? Schulleiterin Anne Jung lobt die „positive Grundeinstellung, das Projekt gemeinsam auf den Weg zu bringen“.

(5) Die Schule sammelt neue Erfahrungen, wie werden sie aufgearbeitet? An der Gesamtschule soll es wöchentliche Besprechungen geben. Nach vier Wochen will die Gesamtschule ein erstes Fazit ziehen und im Zweifelsfall nachjustieren.

Freitag, 20. November, 17.44 Uhr, Selm, Seppenrade: In vielerlei Hinsicht ist die Unterbringung von Kindern, die allein als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, gerade eines der zentralen Themen, mit denen sich Kommunen und Landkreise beschäftigen. Im Kreis Coesfeld hat man nun eine zentrale Unterbringung im Lüdinghausener Ortsteil Seppenrade gefunden: Die Franziskanerinnen stellen im Josefshaus Räumlichkeiten zur Verfügung. Vom 1. Dezember an sollen hier die Jugendlichen vorübergehend bis zu ihrer endgültigen Verteilung und Vermittlung betreut werden. In Selm versucht die Stadt, dieses Problems Herr zu werden. Nach einer gesetzlichen Neuregelung am 1. November werden die jungen Menschen nämlich nun auch nach dem Königssteiner Schlüssel zugeteilt - wie die Erwachsenen und Familien auch. Der basiert auf mathematischen Formeln, nach denen die Menschen in Bundesländer und Kommunen verteilt werden. Für Minderjährige, die allein kommen, gilt aber eine spezielle Anforderung bei der Betreuung: Rechtlich besteht ein Spannungsfeld zwischen dem Kinder- und Jugendhilferecht auf der einen und dem Aufenthalts- und Asylrecht auf der anderen Seite. Die Stadt Selm behalf sich nun mit der vorübergehenden Einrichtung einer Wohngruppe in Bork. Dort kamen auch ein 12- und ein 14-jähriges Kind unter, die allein aus der Heimat geflohen waren. Nun will man auch über die Unterbringung in Pflegefamilien nachdenken.

Freitag, 20. November, 9.10 Uhr, Lünen: Bei einem Antrittsbesuch im Integrationsrat der Stadt hat Lünens Bürgermeister Kleine-Frauns Donnerstagabend über die Situation in der Stadtverwaltung im Umgang mit der Flüchtlingssituation gesprochen. Er sagte, dass die Verwaltung am Rande der Leistungsfähigkeit damit beschäftigt sei, die Flüchtlinge unterzubringen: „Es ist eine gewaltige Aufgabe, die Flüchtlinge aufzunehmen. Hier hilft jeder Platz.“ Seit Monatsbeginn wurden Lünen von der Bezirksregierung Arnsberg 169 Flüchtlinge zugewiesen. Bei diesen Flüchtlingen handelt es sich um solche, die schon registriert sind und vermutlich dauerhaft in Lünen bleiben. Bis Ende des Jahres könnten dies nach vorsichtiger Schätzung der Stadt 1044 sein. Diese Zahl nannte Fachdezernent Ludger Trepper im Integrationsrat. Momentan leben in der Lippestadt 973 zugewiesene Flüchtlinge. Unser Reporter Torsten Storks war vor Ort und berichtet hier: 

Donnerstag, 19. November, 8.59 Uhr, Bork: Wir haben hier den Sturm-Vorfall in Bork zusammengefasst' tag='. Derweil kam es am Morgen - vielleicht auch des Sturms wegen - zu einem Unfall eines mit 82 Menschen besetzten Busses, der von der Borker Notunterkunft zur Registrierungsstelle unterwegs war. es gibt rund 40 Verletzte. Alle Infos hier' tag='.

Mittwoch, 18. November, 18.15 Uhr, Olfen: Im Hauptausschuss gab es gestern Abend viele Zahlen zur aktuellen Situation der aktuell 123 fest zugewiesenen Flüchtlinge in Olfen. Die haben wir hier in einer Infografik für Sie zusammengefasst.' tag=' Ein kleiner Ausschnitt daraus: 

Mittwoch, 18. November, 17.02 Uhr, Vinnum, Bork, Haltern: Das Sturmtief "Heini" fegte in der vergangenen Nacht über die Region hinweg - mit ein paar Folgen für einige Notunterkünfte: In Bork wurden vorsorglich 150 Menschen - mehr waren gestern Abend nicht in der Unterkunft - in die LAFP-Turnhalle gebracht. Reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es dort. Die Bezirksregierung sagte, dass der Wind den Leichtbauhallen selbst nichts anhaben könnte. Lediglich der Baumbestand rund um den ehemaligen Parkplatz habe zu der Sicherheitsmaßnahme geführt. In Haltern am See in den Borkenbergen wurde ein Zelt einer Notunterkunft geleert, weil ein benachbarte Baum schief stand. In Vinnum gab es keinen Grund zu Sicherheitsmaßnahmen. Alle Unterkünfte blieben unbeschadet. 

Mittwoch, 18. November, 11.06 Uhr: Kleiner Fernsehtipp für heute Abend: Der WDR veranstaltet heute einen 90-minütige Diskussionsabend mit NRW-Ministerpräsidenten Hannelore Kraft mit dem Titel "Die Flüchtlinge und wir - Wie können wir das schaffen?" Los geht es heute Abend um 20.15 Uhr in Duisburg, live im dritten Fernseh-Programm des WDR. Infos zur Sendung hier.

Mittwoch, 18. November, 8.45 Uhr: Es ist im Prinzip Kaffeesatzleserei, weil keiner genau weiß, wie sich Zahlen entwickeln. Aber die Menschen erwarten trotzdem Einschätzungen von der Regierung - und so hat die Landesregierung NRW sich jetzt dazu geäußert: Eine halbe Million Flüchtlinge im Jahr 2016 kommen demnach auf uns zu. Einschätzungen und Hintergründe liefert die "Deutsche Presseagentur" in diesem Bericht' tag='.   

Mittwoch, 18. November, 8.26 Uhr, Olfen: Bürgermeister Wilhelm Sendermann hat gestern Abend im Hauptausschuss seine Vorstellungen von den Anforderungen und der Agenda für Olfens Flüchtlingsarbeit 2016 vorgestellt. Er sagte zur Einleitung: "Wir sollten uns nicht damit beschäftigen, Resolutionen zu beschließen, die in Düsseldorf oder Berlin vorgelegt werden. Mit denen werden wir nicht viel erreichen. Uns dort einfach nur zu melden und zu sagen: 'Wir können nicht mehr' – das fällt mir schwer. Anfang der 90er haben wir 300 Menschen in Olfen untergebracht. Mir fällt es schwer, vor diesem Hintergrund eine Überlastungsanzeige zu schreiben. In den 90ern war das Unterbringungsmanagement ein ganz anderes." Was er für Olfen im Sinne hat, arbeiten wir im Laufe dieses Tages auf und berichten morgen in den Ruhr Nachrichten Selm/Olfen und Nordkirchen.    

Dienstag, 17. November, 17.44 Uhr, Selm: Wenn Selm eine zweite Großunterkunft für Asylbewerber bekommen sollte - und das ist der Plan der Stadtverwaltung, um neue kommunale Zuweisungen zu vermeiden -, dann käme sie wohl auf das Gelände der alten Disko an der Industriestraße, gegenüber von den Stadtwerken. Das hat Bürgermeister Mario Löhr so am Wochenende bei der Klausurtagung der SPD verkündet und geht aus einem Bericht der SPD darüber hervor. Vollkommen unklar und absolut abhängig von der Entwicklung der Flüchtlingszuströme ist aber, wann oder ob es überhaupt so kommt. Wir berichten hier ausführlich.' tag='

 

 

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 17. Nov 2015 um 3:27 Uhr

 

Dienstag, 17. November, 12.19 Uhr, Bork: Sankt Martin ist das Fest des Teilens. Die Bürgerschützen St. Stephanus Bork haben deshalb entschieden, den Erlös ihres Preisschießens beim Borker Sonntag zusammen mit Spendengeld der Martinsgesellschaft in Martinstüten zu investieren. Ein paar Einzelpersonen stockten den Betrag so auf, dass Süßigkeiten für 300 Kinder zusammen kamen. Diese gingen am Dienstag weiter in die Borker Notunterkunft. Der Betreiber DRK Westfalen wird nun in den nächsten Tagen den neu ankommenden Kindern die Martinstüten als Willkommensgruß überreichen - so lange der Vorrat reicht.  

Montag, 16. November, 19.20 Uhr, Werne: Wir blicken noch mal in die Stadt an der Lippe: Trotz aller finanziellen Belastungen steht in der Flüchtlingsfrage für die Werner SPD die Integration im Vordergrund. Das machten die Genossen auf einer Klausurtagung deutlich. Einen Schwerpunkt der Beratungen bildeten vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zuweisungen von Flüchtlingen in diesem Jahr die finanziellen Auswirkungen auf den Haushalts. Sowohl die Leistungsausgaben als auch die Unterbringung in angemieteten oder gekauften Gebäuden bedeuteten erhebliche Mehrbelastungen. „Für die SPD-Fraktion ist es ganz entscheidend, dass wir alles tun, um zu einer gelungenen Integration der Flüchtlinge beitragen zu können“, sagte Fraktionssprecher Lars Hübchen. Auch Landrat Michael Makiolla äußerte sich bei einer Versammlung des SPD-Ortsvereins zu diesem Thema: Nicht die absoluten Flüchtlingszahlen seien die Herausforderung für Politik und Verwaltung, sondern das Finden von nachhaltigen Lösungen, um die Menschen, die bleiben wollen und können, in unsere Gesellschaft zu integrieren. Die geplanten Effizienzmaßnahmen, zum Beispiel im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, würden erst gegen Mitte des nächsten Jahres Wirkung zeigen. Die Kommunen seien bis dahin mit den hohen Anforderungen an sie extrem belastet.

Montag, 16. November, 19.12 Uhr, Werne: Seit Freitag ist die Notunterkunft in Stockum bereit, bis zu 200 Flüchtlinge aufzunehmen. Der Bezug der Unterkunft am Werthweg steht unmittelbar bevor. „Wir warten nur noch darauf, angerufen zu werden und zu erfahren, dass die ersten Bewohner eintreffen“, sagt Sascha Stelter vom Deutschen Roten Kreuz und Leiter der Unterkunft. Wann die ersten Flüchtlinge nach Stockum kommen, weiß er nicht. „Wir erfahren das manchmal erst eine Stunde vorher“, sagte Stelter heute unseren Kollegen in der Redaktion Werne.

Montag, 16. November, 18.18 Uhr, Olfen: „Wir leben jetzt seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit, und wir haben durch unsere internationale Politik dazu selbst einen großen Beitrag geleistet": Das sagte Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann gestern in Olfen anlässlich des Volkstrauertages. Unsere Reporterin Antje Pflips hörte genau zu und dokumentierte seine weiteren Worte, die viel mit der Flüchtlingssituation vor Ort zu tun haben. "Wenn wir uns erinnern, dass während der Nazi-Diktatur rassisch, religiös und politisch Verfolgte, die vom sicheren Tod bedroht waren, oft vor geschlossenen Grenzen anderer Staaten standen, werden wir vor denen, die heute verfolgt sind und bei uns Schutz suchen, die Tür nicht verschließen können. Der Zug der Flüchtenden wird Deutschland verändern. Die Freudenszenen bei Ankunft von Flüchtlingen sind längst dramatischen Bildern an den Grenzübergängen gewichen.(...) Einige europäische Staaten nehmen gerne unser europäisches Geld, sind jetzt aber bei der Bewältigung der humanitären Aufgabe nicht Teil der Solidargemeinschaft. (...) Die Staaten, der Bund und das Land NRW sind mit den anstehenden Aufgaben völlig überfordert. Wir brauchen neben der Ordnung auch Flexibilität und Fantasie in der Umsetzung. Vieles ist zu schaffen, aber es braucht Monate oder Jahre. (...) In Olfen müssen jetzt Lösungen für die Integration der Menschen, die hier bleiben, organisiert werden. Zum Gelingen müssen aber beide Seiten beitragen. Religiöser Fanatismus, wie er sich heute national und international besonders als radikaler Islamismus zeigt, zerstört die Werte unserer Gesellschaft. Doch viele Flüchtlinge schätzen Freiheit und Frieden. Sie werden uns weiterhelfen und ihren Platz in unserer Gesellschaft finden."

Montag, 16. November, 10.45 Uhr: Ganz zu Beginn unseres Live-Blogs berichteten wir an dieser Stelle auch aus Schloß Holte Stukenbrock. Denn dort ist auch ein Standort des LAFP, wie in Bork. Und auch dort ist eine Zeltstadt entstanden. Auch mit 1000 Plätzen. Inzwischen hat die Einrichtung dort auch Fahrt aufgenommen, wie die Kollegin Sabine Kubendorff für die "Neue Westfälische" von vor Ort berichtet. Auch an die Winterfestigkeit hat man hier - wie in Bork - gedacht. Und irgendwie wundert man sich in Ostwestfalen, warum die 1000 denn nun gar nicht erreicht wird. Der Stand der Dinge. 

 

Interessiert an älteren Nachrichten? Hier geht es weiter im Live-Blog mit der Woche vom 8. bis 15. November: 

 

Sonntag, 15. November, 18.31 Uhr, Werne: Siegfried Wingenfeld, Ortsbeauftragter für den Werner Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW), befindet sich seit dem 6. November auf Bundesebene im Flüchtlingseinsatz. Wingenfeld unterstützt die Koordinierungsstelle des Bundes in München, die für die Transportlogistik der Flüchtlinge zuständig ist. Nach Angaben des THW organisiert er mit Vertretern der Bundeswehr, der Bundespolizei und des Bundesamtes für Güterverkehr die Weiterleitung der in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge per Bus und Bahn. Sein Einsatz im Schichtbetrieb wird noch bis zum 23. November dauern. „Die Zusammenarbeit mit den anderen Behörden läuft reibungslos“, erklärt Wingenfeld. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk unterstützt unter anderem diese Koordinierungsstelle für längere Zeit, indem THW-Helfer aus allen Bundesländern auf Ablösebasis dort tätig sind.

Samstag, 14. November, 12.27 Uhr, Selm/Olfen: Weihnachten naht - und damit auch viele Wohltätigkeitsaktionen. Klar ist, dass es in diesem Jahr eine neue gibt: die Schicksalshelfer-Box. Hier erklären wir zusammen mit den Initiatoren an einer der Ausgabestellen in Selm, was dahinter steckt. Und Olfen ist auch einbezogen: 

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Freitag, 13. November, 17.52 Uhr: Laut einer Studie des Bundeskriminalamtes gibt es keine besonderen Anzeichen einer Häufung von Kriminalität von Flüchtlingen: Die Zahl der Straftaten ist demnach in den vergangenen Monaten gestiegen - was aber in erster Linie daher rührt, dass es Angriffe von Rechtsextremen gab. Insgesamt habe es in den ersten drei Quartalen 2015 141.000 aufgeklärte Straftaten gegeben, an denen mindestens ein Zuwanderer beteiligt gewesen sein soll - nach 116.000 Delikten im gesamten Vorjahr. Das sind zwar mehr, aber es sind laut Bundesamt für Migration auch 758.000 Asylsuchende registriert. Fazit des Ministers Thomas de Maizière: "Insgesamt zeigen uns die derzeit verfügbaren Tendenzaussagen, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso wenig oder oft straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung." Sie suchten nach seinen Worten vielmehr Schutz und Frieden in Deutschland. In unserer Region hat die Polizei bis dato ähnliche Erfahrungen gemacht, wie sie uns gegenüber mehrfach versicherte. Was die Kreispolizeibehörde Coesfeld dazu sagt, lesen Sie morgen in den Ruhr Nachrichten Selm, Olfen und Nordkirchen. Hier geht es zu einem Probe-Abo, hier zur eZeitung.

Freitag, 13. November, 15.10 Uhr, Südkirchen: Überall in der Region gedenken die Menschen, vor allem Schützenvereine und andere heimatliche Organisationen, am Sonntag den Toten der Weltkriege. Das ist so üblich am Volkstrauertag. An vielen Stellen wird es dabei kurze Ansprachen geben, in denen die Redner eine Verbindung herstellen zur heutigen Zeit - und ganz sicher auch zum Leid vieler Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, um in Frieden zu leben. „Lasst uns den Menschen helfen, hier bei uns ein neues Zuhause zu finden“, sagte kürzlich Bürgermeister Dietmar Bergmann. Seine Stellvertreterin Petra Schröer wird am Sonntag gegen 12 Uhr am Kriegerehrenmal wohl ähnliche Worte finden. Hier sind alle Gedenk-Termine in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle, hier die Termine fürs Selmer Stadtgebiet und hier der Termin in Olfen.  

Freitag, 13. November, 14.14 Uhr, Werne: Unsere Kollegen aus der Nachbarredaktion in Werne haben in einem umfangreichen Hintergrund-Bericht sehr viele Fragen beantwortet. Die Asylbewerber-Zahlen sind beeindruckend - aber im Vergleich zur Bevölkerung insgesamt doch nur ein kleiner Prozentsatz. Alle Antworten: 

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Freitag, 13. November, 8.28 Uhr, Bork: Das Geflecht aus Erstaufnahme, Bahn-Drehscheibe und Registrierstelle wird erweitert: Bisher wurden die Züge aus Bayern nach Köln oder Düsseldorf gebracht. Von dort kamen dann viele Menschen in die Borker Notunterkunft. Ab sofort werden auch Essen und Dortmund, die beiden Städte des Ruhrgebiets, Drehkreuze. Das derzeitige Organigramm (siehe Bild) muss dann wieder leicht modifiziert werden: 

Donnerstag, 12. November, 17.44 Uhr, Lünen: Figan Ucar-Macit, die in Selm die Gruppe "Schicksalshelfer" bei Facebook gegründet hat (darin haben sich mehr als 700 Menschen zusammengeschlossen, die interessiert sind an Flüchtlingshilfe), hat eine neue Aufgabe: Die Selmerin ist jetzt Betreuerin des Caritas-Verbandes in Lünen für die Unterkünfte im Lüner Süden. Sie selbst schrieb gestern bei Facebook: "Ich freu mich soooo." Und viele andere Mitstreiter gratulierten ihr. "Das hast du dir hart erarbeitet" und "Herzlichen Glückwunsch" hieß es. Ihre Arbeit in Bork und Selm wird sie aber wohl nicht ganz einstellen: Morgen früh ist ein Pressetermin, bei dem es um den Start der Aktion "Schicksalshelfer-Box" geht: 500 Kisten sollen gepackt und dann in der Weihnachtszeit an Flüchtlingskinder verschenkt werden. Die Selmerin Figan Ucar-Macit ist da wieder ganz vorne dabei.   

Donnerstag, 12. November, 17.34 Uhr, Vinnum: Die etwa 200 neu eingezogenen Asylbewerber haben die Vinnumer Zeltstadt jetzt wieder fast an den Rand der maximalen Auslastung gebracht. Interessant: 183 Bewohner sind Syrer, 61 Afghanen. Weitere Zahlen:

 

 

 

 

  

Donnerstag, 12. November, 17.16 Uhr, Bork: So ist das manchmal mit den offiziellen Übergabe-Terminen: Heute hat unser Reporter Karim Laouari Bürgermeister Mario Löhr beim Tischtennisspielen mit Heiko Rautert, Vorstandsmitglied der Sparkasse Lünen-Selm, "erwischt" - in der Notunterkunft Bork. Die Stadt und die Sparkasse hatten unsere Redaktion eingeladen, bei der offiziellen Spendenübergabe zum Foto vorbeizukommen. Das haben wir getan, denn dafür haben die Spender immerhin 3500 Euro zusammengetragen - und das ist gut. Wir haben aber schon am Montag diese nun insgesamt fünf Tischtennisplatten in Benutzung gesehen, als wir uns in der Notunterkunft umsehen konnten. Und heute hing schon ein Spielplan an der Wand - offensichtlich die Ergebnistafel eines Tischtennisturniers. Ach ja: Schläger und Bälle sowie vier kleine Fußballtore, die man von der Größe her von Mini-Spielfeldern kennt, gehören auch zum Spendenumfang. Auch die nutzen die Asylbewerber schon seit einigen Tagen mit offensichtlich großer Freude. Perfekt!   

Donnerstag, 12. November, 12.48 Uhr, Bork: Die Kleiderkammer "Together Market" am Marktplatz in Bork hat schon vor längerer Zeit die Öffnungszeiten verkürzt. Es hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen. Geöffnet ist jetzt noch jeden Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, Mittwoch und Samstag von 9 bis 12 Uhr. Die Bedeutung Der Kleiderkammer ist nach wie vor groß, aber aufgrund des organisatorischen Wechsels in der Notunterkunft etwas verschoben: Denn der Durchlauf der Flüchtlinge am LAFP ist inzwischen sehr groß geworden, sie sind nur noch 12 bis 48 Stunden hier. Nur die wenigen Menschen, die ohne Wechselkleidung ankommen, werden in Bork mithilfe der Kleiderkammer ausgestattet.   

Donnerstag, 12. November, 10.45 Uhr, Vinnum: In den frühen Morgenstunden sind in Olfen-Vinnum 200 Flüchtlinge mit Bussen angekommen. Die Zeltstadt ist für maximal 300 Menschen ausgelegt und mit derzeit 286 fast ausgelastet.

Donnerstag, 12. November, 9.19 Uhr: In Werne-Stockum, wo zurzeit eine Notunterkunft für Flüchtlinge entsteht, rückt der Tag des Erstbezuges näher. Jetzt haben sich 15 Menschen in der Unterkunft getroffen, die sich bereit erklärt hatten, hier ehrenamtlich mitzuarbeiten. 200 Plätze sollen hier für Asylbewerber zur Verfügung stehen. Vor genau einer Woche war die Unterkunft im Aufbau und für Besucher geöffnet. Wir waren drin - so sah es dort am 5. November aus:

Mittwoch, 11. November, 16.23 Uhr, Bork: Bei vielen Borkern besteht ein großes Informationsbedürfnis zur Notunterkunft. Darum haben wir das Pressegespräch am Montagnachmittag zu etwa 95 Prozent im Wortlaut protokolliert. Hier steht alles von Belang, was gesagt wurde: 

Mittwoch, 11. November, 15.37 Uhr, Lünen: Vor der Flüchtlingsunterkunft in der Von-Wieck-Straße haben zwei alkoholisierte Lüner am Wochenende mehrere Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben. Das war bereits der zweite Fall von Schüssen in der Nähe von einer Flüchtlingsunterkunft. Um 1.20 Uhr hörten drei Männer des Sicherheitsdienstes drei Schüsse. Sie entdeckten einen jungen Mann. Als er den Sicherheitsdienst sah, flüchtete er mit dem Fahrrad und beschimpfte die Männer lautstark. Der Sicherheitsdienst rief die Polizei. Sie konnte den Mann zunächst nicht finden. Kurz darauf wurde er jedoch gesehen, als er ein Haus an der Münsterstraße betrat. Dort war auch ein weiterer Mann (30), der sich am Tatort aufgehalten hatte und dem Sicherheitsdienst aufgefallen war. Beide Männer waren alkoholisiert. Mit Einverständnis des Mannes (29) durchsuchten die Beamten die Wohnung nach Waffen. Die Beamten fanden insgesamt fünf Schreckschusswaffen und stellten sie sicher. Zu beiden Männern liegen laut Polizei keine polizeilichen Erkenntnisse, die auf eine politisch motivierte Tat hindeuten könnten. Die Ermittlungen dauern an.

Mittwoch, 11. November, 12.12 Uhr, Bork: Leserfrage VI, Anja Palmer: Wie lange bleibt die Notunterkunft in Bork bestehen?

Hecker: Das weiß keiner. Der Betrieb ist aber vertraglich auf ein Jahr bis 1.9.2016 zwischen LAFP, Land NRW und Deutschem Roten Kreuz festgelegt. 

Mittwoch, 11. November, 11.49 Uhr, Selm: Jetzt erreichten uns Fotos vom Selmer Blasorchester: Am Wochenende gab es eine richtige Integrationsveranstaltung, angeleiert vom Arbeitskreis Asyl, in dem auch Menschen mitarbeiten, die selbst im Orchester spielen: Musik verbindet. Dieser Weisheit erinnerte man sich und lud Flüchtlinge, die in Selm wohnen, zu einem Frühstück und anschließendem Workshop auf die Burg Botzlar ein. Mehr als 20 Asylbewerber kamen und lernten am Sonntag verschiedene Instrumente kennen. Orchestermusiker kümmerten sich um ihre Gäste und ließen sie auch die Instrumente ausprobieren. Der Workshop hat bereits Folgen: Zehn der Asylbewerber bekommen Unterricht von Orchestermusikern. Integration mal anders - siehe Fotostrecke: 

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Selmer Blasorchester musizierte mit Asylbewerbern

Musik verbindet. Dieser Weisheit hat sich das Selmer Blasorchester erinnert und gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl Flüchtlinge, die in Selm wohnen, zu einem Frühstück und anschließendem Workshop auf die Burg Botzlar eingeladen. Mehr als 20 Asylbewerber nahmen diese Einladung an. Integration mal anders.
08.11.2015
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Orchestermusiker kümmerten sich um ihre Gäste.© Foto: Blasorchester
Die Flüchtlinge waren äußerst wissbegierig. Einige bekommen bereits Unterricht.© Foto: Blasorchester
Bei Hassan waren schon richtige Töne zu hören.© Foto: Blasorchester
Wolfgang Groß bekam stellvertretend für das Blasorchester eine Kerze geschenkt.© Foto: Blasorchester
Etwas ungewohnt war die Pauke schon.© Foto: Blasorchester
Auch für das Schlagzeug interessierten sich viele.© Foto: Blasorchester
Musiker und Asylbewerber vor der Burg Botzlar.© Foto: Blasorchester
Wolfgang Groß inmitten von Orchestermusikern und Gästen während des Workshops.© Foto: Blasorchester
Dirigent Wolfgang Groß (r.) und Hans Hoppe hatten den Workshop organisiert.© Foto: Blasorchester
Die Tuba war ein beliebtes Instrument.© Foto: Blasorchester
Schlagworte Selm,

Mittwoch, 11. November, 9.23 Uhr, Bork: Leserfrage V, Christa Mischke: Wer legt fest, wohin die Flüchtlinge gebracht werden, wenn sie die Zeltstadt in Bork verlassen müssen? Kann man darauf Einfluss nehmen?

Hans-Jürgen Hecker (DRK): Wenn am FMO 1000 Menschen am Tag registriert werden (zurzeit schafft die Registrierstelle etwa 800 bis 900 Menschen, die Redaktion), kann man auf Verteilung keinen Einfluss nehmen. Das sind zu viele auf einmal. Für uns fahren die Menschen zum FMO; dann sind sie aus dem Fokus, weil wir neue Menschen aufnehmen, um die wir uns kümmern müssen.

Christoph Söbbeler (BezReg): Bei den riesigen Zahlen muss man das bedenken: Es gibt nach Königsteiner Schlüssel den permanenten Ausgleich unter den Bundesländern. Wir haben Tageszugänge von 2000 bis 2500 Personen in NRW. Wir haben 260 Notunterkünfte. 23 Zentrale Unterbringungseinrichtungen. Wir haben 60.000 Plätze zu vergeben. Diese Ressourcen müssen wir so sinnvoll wie möglich auslasten. Das ist manchmal sicher traurig oder problematisch, wenn Leute auseinandergerissen werden, die sich gerade kennengelernt haben. Aber da muss man realistisch sein: Man kann doch zum Glück heute so gut kommunizieren, dass 5 oder 5000 Kilometer keine Rolle mehr spielen. 

Dienstag, 10. November, 18.41 Uhr, Bork: Leserfrage IV, Anja Palmer: Warum gibt es eine so hohe Fluktuation in der Zeltstadt-Leitung? 

Hecker: Wir haben die Stelle bisher einfach auf Dauer nicht besetzen können. Da kann man schon mal Pech haben. Es gibt Leiter, die nach einer Woche feststellen, dass das nicht die richtige Arbeit für sie ist. 

Söbbeler: Bork war die erste Anlage dieser Größe in ganz NRW. Niemand hatte – auch nicht das DRK – Erfahrung mit einem solchen Ablauf, mit solchen Dimensionen, mit einer solchen Gesamtkonstellation. Da muss man sich sukzessive aufstellen.

Hecker: Wir haben Herrn Kirschner, und der ist gut. 

Dienstag, 10. November, 18.10 Uhr, Selm: Bürgermeister Mario Löhr ist übermorgen bei den Senioren der CDU zu Gast und wird mit ihnen über Flüchtlinge in Selm, Bork und Cappenberg sprechen. Beginn ist um 15.30 Uhr im Gasthaus Suer, Ludgeristraße 90. Eintritt inklusive Kaffee und Kuchen: 5 Euro. 

Dienstag, 10. November, 17.33 Uhr, Bork: Eine Kollegin hat uns gestern mit der Videokamera in die Notunterkunft begleitet. Reporter Tobias Weckenbrock lässt sich in diesem Film die Abläufe dort erklären. "Herr Kischner, ist es nicht ungeheuer wehrig hier, wenn die Menschen hier sitzen?", fragt er unter anderem. "Nein. Das ist ganz okay." Der ganze Film:

Dienstag, 10. November, 17.23 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen einen 38-jährigen Beamten der Kreispolizeibehörde Coesfeld, der im Gewahrsam in Dülmen einen Asylbewerber getreten haben soll. Diese Information bestätigte jetzt Oberstaatsanwalt Heribert Beck den "Westfälischen Nachrichten". Nach Angaben des Pressesprechers der Anklagebehörde ereignete sich der Vorfall bereits am vergangenen Donnerstag. Der 27-jährige Marokkaner soll am Morgen gegen 7.30 Uhr in einem Asylbewerberheim randaliert haben. Er wurde daraufhin vorläufig festgenommen und in das Polizei-Gewahrsam nach Dülmen gebracht. „Dabei leistete er heftig Widerstand“, so Beck. Als er im Gewahrsam am Boden lag, soll einer der Polizeibeamten den Mann getreten haben. Beobachtet worden war das von dabei stehenden Kollegen, die sich über das Verhalten entsetzt zeigten. Der Polizeibeamte ist von seiner Behördenleitung nach dem Vorfall nicht vom Dienst suspendiert worden. „Er ist zu einem anderen Wachstandort umgesetzt worden“, berichtete Martin Pollmann, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Der Marokkaner sitzt nach richterlichem Beschluss weiter in U-Haft.

Dienstag, 10. November, 15.19 Uhr, Bork: Leserfrage III, Janine Böhne: Warum wird die Zeltstadt wie ein Hochsicherheitstrakt behandelt? In anderen Städten dürfen Freiwillige hinein, den Festangestellten helfen, die Menschen zu versorgen, zu begleiten. Gibt es hier etwas zu verbergen?

Hans-Jürgen Hecker: Wir sind eine Landeseinrichtung NRW. Die Betreuungssituation gibt bei uns vertraglich vor, dass sie hauptamtlich umgesetzt wird. Den Betrieb kann man nicht mit Ehrenamtlichen machen. Allerdings können auch Ehrenamtliche mitarbeiten – außerhalb. Das sind bei uns die Schicksalshelfer. Diese haben für uns in Versorgungsfragen wichtige Dinge geregelt, dafür sind wir auch sehr dankbar. Wir bekommen von ihnen vorgepackte und sortierte Bekleidung aus der Kleiderkammer in Bork. In der ersten Konzeption (also mit dem ursprünglichen Konzept, das sich ja am 22. Oktober änderte, die Redaktion) wollten wir, dass vieles an Hilfeleistung außerhalb, also in der Gemeinde selbst organisiert wird. Denn in der Zeltstadt gibt es zu wenig Platz für Betätigungsmöglichkeiten für die Menschen. Darum sollte alles nach außen verlagert werden, zur Kirche, zu Vereinen und anderen Trägern. Das lässt sich aber im Augenblick so nicht realisieren. Es gibt keinen Bedarf an integrativen Angeboten, weil die Menschen nur sehr kurz hier sind. Das könnte sich vielleicht irgendwann wieder ändern, das ist aber zurzeit nicht abzusehen.

Dienstag, 10. November, 12.09 Uhr, Bork: Leserfrage II, Lutz Linder: Warum gibt es erst jetzt einen offiziellen Pressetermin?

Christoph Söbbeler (Sprecher Bezirksregierung Arnsberg): Es hat zwei öffentliche Termine gegeben. Dass ein großes öffentliches Interesse besteht, steht außer Frage. Da muss ich aber auch auf die nackten Fakten hinweisen: Da sind an vielen Stellen die personellen Ressourcen einfach begrenzt. Wir versuchen, jetzt mit diesem Termin wieder den Fuß in die Tür zu bekommen. 

Hecker: Die Situation ist für alle schwierig und organisatorisch anstrengend. 

Söbbeler: Uns ist gelungen, dass keiner von den Menschen, die zu uns kamen, obdachlos geworden ist. Das ist die zentrale und eine große Leistung. 

Dienstag, 10. November, 10.58 Uhr, Bork: Leserfrage I, Anja Palmer: Am Samstag standen einige Menschen vor der Tür der Kleiderkammer. Sie brauchten dringend Duschgel, Shampoo, Zahncreme und Waschmittel. Erhalten Neuankömmlinge keine Grundausstattung?

Hans-Jürgen Hecker (Leitender Mitarbeiter des DRK Westfalen, Betreiber der Notunterkunft):  Wir haben ein Standardverfahren, in dem wir allen ein Starterpaket mit genau diesen Dingen aushändigen. Die Menschen können das System auch gar nicht umgehen, weil der erste Weg aus der geöffneten Bustür in das Infopoint-Zelt führt. Wir passen höllisch auf, dass niemand ausbüxen kann. 

Dienstag, 10. November, 9.38 Uhr, Bork: Sechs Leserfragen konnten wir gestern bei der PK im LAFP den Verantwortlichen stellen. Sie haben uns die Fragen beantwortet. Die Fragen & Antworten servieren wir Ihnen heute / morgen im Laufe der beiden Tage an dieser Stelle. Bleiben Sie dran! 

Dienstag, 10. November, 7.51 Uhr, Bork: Um 16 Uhr begann gestern ein Pressegespräch am LAFP zur Notunterkunft in Bork. Mit am Tisch saßen drei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg, drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung, drei Mitarbeiter des Betreibers Deutsches Rotes Kreuz Westfalen - und fünf Pressevertreter. Dabei wurden ein paar Zahlen zur Notunterkunft verteilt. Die gibt es hier erst einmal blank und kommentarlos. In den kommenden Tagen werden wir hier über die Abläufe in der Notunterkunft berichten und viele, viele Leserfragen beantworten, die gestern auch ausführlich Thema waren: 

 

Zahlen zur Notunterkunft in #Bork #flüchtlinge

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 9. Nov 2015 um 7:11 Uhr

 

Montag, 9. November, 21.44 Uhr, Bork: Das Landesorchester der Polizei hat am Wochenende im LAFP gespielt und dabei die Kassen für die Flüchtlingshilfe gefüllt. Hier sind die Fotos vom imposanten Auftritt für den guten Zweck' tag='

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So war das Benefizkonzert des Lions-Clubs am LAFP

Das jüngste Benefizkonzert des Lions-Clubs Freiherr vom Stein und der Verbindungsstelle Bork der International Police Association (IPA) setzte am Freitagabend ganz besondere Akzente. Sehen Sie hier viele Fotos.
09.11.2015
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Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburh der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Das Benefizkonzert in der LAFP-Mensa versammelte das Landespolizeiorchester NRW, den Frauenchor Duisburg der Polizei und den Polizeichor Köln.© Foto: Jürgen Weitzel
Schlagworte Selm

Montag, 9. November, 12.21 Uhr, Vinnum: Jetzt haben wir detaillierter Informationen zu dem Vorfall heute Nacht in der Notunterkunft. Dort brannte eine Luftmatratze aufgrund eines Streites zweier Flüchtlings-Familien. "Radio Kiepenkerl" stellte uns diesen O-Ton von DRK-Chef Christoph Schlütermann zur Verfügung. Und darunter finden Sie den Link zu unserem Bericht: 

Jetzt lesen

Montag, 9. November, 10.33 Uhr, Selm: Prominenter Besuch: Heute kommt Hans Eichel nach Selm. Das SPD-Mitglied, Bundesfinanzminister von 1999 bis 2005, spricht bei der SPD über die "Die Lage und die Perspektiven in Europa": Dabei wird es ganz sicher auch um die Flüchtlingsfrage gehen. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im DRK-Heim an der Ludgeristraße. Der Eintritt ist frei. 

Montag, 9. November, 7.51 Uhr, Vinnum: Einen großen Feuerwehreinsatz gab es in der Nacht in der Vinnumer Notunterkunft. Das berichtet Radio Kiepenkerl im Morgenprogramm. Matratzen sollen gebrannt haben, ein Streit zwischen Bewohnern der Grund gewesen sein. Wir berichten später ausführlich hier. 

Montag, 9. November, 7.26 Uhr: Heute ist ein Jahrestag, an dem man nie vergessen darf: Die Reichskristallnacht, wie die Nazis sie nannten, oder besser die Reichspogromnacht, jährt sich. Mit ihr nahm das Grauen im Deutschen Reich seinen Lauf, denn damals wurden die Juden in großem Stile diffamiert. Es gab Brandanschläge und Enteignungen. Im Newsletter unseres Chefredakteurs Wolfram Kiwit gibt es darum heute ausnahmsweise nur ein Thema. Peter Klasvogt ist Theologe, Priester und Direktor der Katholischen Akademie Schwerte sowie der Kommende Dortmund und fordert in einem Gastbeitrag den "Aufstand der Anständigen". Wir geben ihn komplett wieder:

Und wieder ist heute der 9. November. Schicksalstag der Deutschen, wie es heißt. 1938, vor 77 Jahren, brannten überall im Land die Synagogen. Propagandistisch gelenkte Barbarei in unserem Land, der das staatlich organisierte Auslöschen jeglichen jüdischen Lebens folgen sollte. Viele haben damals weggeschaut. Und wieder brennen heute Häuser, fast jeden Tag irgendwo im Land ein Brandanschlag auf Flüchtlingsheime und Asylunterkünfte. Was wird noch folgen?

1989, vor 26 Jahren, fiel die Berliner Mauer und in der Folge jene menschenverachtende Grenze zwischen Ost und West. Ein Akt der Befreiung, auf den Straßen errungen von mutigen Menschen, die mit dem Ruf "Wir sind das Volk" staatlicher Willkür trotzten und so ein Leben in Würde und Freiheit erstritten. Und wieder sind in unserem Land heute Menschen unterwegs, wieder mit der Parole "Wir sind das Volk" auf den Straßen, Wutbürger und manche Mitläufer, die diesmal den Bau von Mauern, Zäunen und Grenzen fordern. Wohin soll das noch führen?

Damals waren es die Gottlosen, die die Gotteshäuser angezündet haben. Und damals waren es die Montagsdemonstrationen, die aus den Kirchen heraus auf die Straße gegangen sind. Heute gehen in den Kirchen die Lichter aus, wenn auf den dunklen Plätzen Hassparolen skandiert und Drohungen gegen Politiker und Medien ausgestoßen werden. Wo führt all das hin? Wie verbittert müssen Menschen sein, gefühlte Verlierer der Globalisierung, dass sie andren den Lebensraum absprechen? Und wir, die zivilisierte schweigende Mehrheit, die wir touristisch bis in die elendste Weltregion vordringen konnten: Wundert es uns, dass das Elend auch Wege zu uns findet, nicht nur virtuell?

Es bräuchte auch heute den Aufstand der Anständigen, wie damals zu Zeiten der Wende. Es bräuchte bekennende Christen, wie damals, die sich dem nationalsozialistischen Terror widersetzten. Glaubende wie Nichtglaubende, die dem Fremden mit Menschlichkeit begegnen, wer es auch sei - einfach weil er und sie, von unserem Gott geliebt, Menschenantlitz trägt.

"Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen." (Gebet der Vereinten Nationen).

 

Interessiert an älteren Nachrichten? Hier geht es weiter im Live-Blog mit der Woche vom 1. bis 8. November: 

 

Sonntag, 8. November, 22.13 Uhr, Bork: Die Notunterkunft in Bork geht morgen in die Informationsoffensive: Auf betreiben der Ruhr Nachrichten ist um 16 Uhr ein Pressegespräch angesetzt, bei dem das Deutsche Rote Kreuz, Betreiber der Zeltstadt, durch die Einrichtung führt und über die Arbeit berichtet. Wir wollen Ihre Fragen mitnehmen in die Runde: Schreiben Sie heute oder morgen bis 15 Uhr an tobias.weckenbrock@ruhrnachrichten.de mit dem Betreff "Fragen an die Notunterkunft".

Samstag, 7.  November, 17.44 Uhr, Lüdinghausen: „Meine Arbeit ist sehr anstrengend, aber sie macht Spaß“, ließ Sekou Toure, der Integrationsbeauftragte der Stadt Lüdibghausen im Ausschuss für soziale Infrastruktur und Familienförderung keinen Zweifel an seinem Engagement in Sachen Flüchtlingshilfe. Er berichtete diese Woche dort über seine Aufgaben und seine Arbeit. Die "WN" haben das hier aufgeschrieben.

Freitag, 6. November, 9.18 Uhr, Dortmund: Die Selmer Initiative Schicksalshelfer organisierte für Donnerstagabend auf Einladung eine Fahrt nach Dortmund. Dort traf Borussia in der Fußball-Europa-League auf Qäbälä. Die Asylbewerber genossen den klaren Erfolg der Heimmannschaft (4:0).

 

Einen großartigen Fußballabend in Dortmund verlebten gestern diese Selmer Asylbewerber mit der Initiative Schicksalshelfer im Signal Iduna Park. #refugeeswelcome #selm

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 5. Nov 2015 um 21:11 Uhr

 

Mittwoch, 4. November, 19.02 Uhr, Vinnum: In der Zeltstadt sind wieder Plätze für Flüchtlinge frei. Zurzeit wohnen dort 96 Personen. In den vergangenen Tagen haben einige die Einrichtung verlassen. Wie Leiter Denis Kolakovic mitteilte, seien alle Bewohner bereits am Flughafen Münster/Osnabrück registriert worden. Am Dienstag wurden in Greven 58 Bewohner registriert - und diese kehrten nicht nach Olfen zurück, sondern wurden von Greven aus auf andere Einrichtungen verteilt. Am Montag geschah ähnliches schon mit 45 Personen: Nach ihrer Registrierung in Greven waren sie zunächst wieder in Vinnum, wurden dann aber Einrichtungen in Bochum und Warburg zugewiesen. Wie Denis Kolakovic erklärte, hätten viele Personen die Einrichtung auch auf eigenen Wunsch verlassen. „Sie haben sich auf den Weg in Richtung Schweden und Dänemark oder in andere Städte in Deutschland gemacht“, so der Zeltstadtleiter. 

Mittwoch, 4. November, 18.38 Uhr: Die Lüner Bahnhofs-Demonstration am Sonntag, die eigentlich gar keine war, bleibt ein Thema: Der Anmelder der Demo stand im Vorfeld persönlich mit der Polizei in Kontakt. Das erklärte Polizeihauptkomissar Gunnar Wortmann unseren Lüner Kollegen auf Anfrage. Die Kundgebung der „NRW-Patrioten“ fand dann ohne den eigentlichen Anmelder statt. „Bei einer ersten persönlichen Kontaktaufnahme hat der Anmelder erklärt, die Versammlung durchführen zu wollen“, so Wortmann. Eine weitere Kooperation sei vom Anmelder nicht erwünscht gewesen. Am Ende kamen rund 30 Personen zur Demo gegen Asylwahnsinn, während auf dem Marktplatz mehr als 700 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrierten. 

Mittwoch, 4. November, 17.41 Uhr, Selm: Alle minderjährigen Asylbewerber, die einer Kommune zugewiesen sind, unterliegen der Schulpflicht. In Selm sind das 17. Sie gehen laut Angaben der Stadtverwaltung zu allen Schulen der Stadt Selm - außer Gymnasium und Overbergschule. Die Kinder gehen in die normalen Schulklassen. Und Kita-Kinder? "Mit Hilfe eines Förderprogramms des Landes wird ab November ein niederschwelliges Betreuungsangebot für Flüchtlingskinder für insgesamt neun Kinder in der entsprechenden Altersgruppe eingerichtet", schreibt Stadtsprecher Malte Woesmann. Dies werde in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Ludger geschehen. Es handle sich dabei um ein zusätzlich geschaffenes Angebot, das sich an die Kinder richte, die keinen Kita-Platz bekommen haben. 

Mittwoch, 4. November, 8.41 Uhr: Ein Zitat am Morgen: "Insgesamt wünsche ich mir, dass die Menschen in Deutschland in ein paar Jahren sagen können: Das haben die damals gut gemacht, und wir haben das schaffen können. Und daran arbeiten wir mit großer Intensität." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Flüchtlingspolitik der großen Koalition.

Dienstag, 3. November, 17.58 Uhr: Die Bürgermeister aus dem Kreis Coesfeld - darunter Neuling Wilhelm Sendermann (Olfen) und Dietmar Bergmann (Nordkirchen) - haben sich gestern zu einer ersten gemeinsamen Sitzung nach der Wahl getroffen. Erste gemeinsame Amtshandlung: ein Brief an Angela Merkel. Gemeinsam mit dem Landrat. Auch an Hannelore Kraft ist er gerichtet. Die Bürgermeister listen darin die Zahlen auf, wie viele Flüchtlinge zurzeit in den einzelnen Kommunen untergebracht sind. Auch zum Ehrenamt äußerten sie sich sorgenvoll. Hier der Bericht von unserem Reporter Theo Wolters: 

Dienstag, 3. November, 17.45 Uhr, Selm: Das Selmer Blasorchester lädt gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl zu einem internationalen Musik-Frühstück-Workshop ein. Unterstützt werden sie dabei vom Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen. In einem gemütlichen Rahmen will das Blasorchester laut Ankündigung den Asylbewerbern, die in Selm angekommen sind, seine Arbeit zeigen und gemeinsam musikalisch experimentieren. Der Workshop ist am Sonntag, 8. November, in der Burg Botzlar. Los geht es um 10.30 Uhr.

Dienstag, 3. November, 8.33 Uhr, Nordkirchen: Die Schwimm- und Turnhalle von Nordkirchen waren schon vor der Einrichtung einer Notunterkunft wegen Sanierungsbedarf geschlossen. Damals stand auch schon fest, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Die Gemeinde plant stattdessen mit dem Bau eines neuen Hallenbades. Dass die Schließung für die Schwimmvereine schlecht ist, ist klar. Jetzt gibt es für sie aber eine Lösung' tag='. Damit ist das Turnhallen-Problem, das zurzeit der Landessportbund in NRW beklagt (bis zu 400 Sporthallen in NRW könnten bis Jahresende Flüchtlingsunterkünfte sein, Bericht der "Rheinischen Post"), in unserer Region (Selm, Olfen, Nordkirchen) nach wie vor keines. 

Dienstag, 3. November, 8.21 Uhr: Es hat nur entfernt mit der Flüchtlingssituation zu tun. Doch es kann nicht oft genug gewürdigt werden - und diese Zitate bringen es auf den Punkt: „Wir sollten uns distanzieren von jedem, der einen ganzen Berufsstand als Lügenpresse zu diffamieren sucht und einem anderen Berufsstand, den Politikern, mit einem Galgen droht“, sagte Daniela Schadt gestern Abend unter dem Beifall Hunderter Festgäste in Berlin bei der Verleihung der Goldenen Victoria, einem Preis für die Pressefreiheit. Für sie, so die gelernte Journalistin und Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, sei eines gewiss: „Wir müssen als Medien die Freiheit immer neu verteidigen – auch bei uns.“ Unser Redakteur Peter Bandermann hat gestern diesen bedeutenden Preis für seine Hartnäckigkeit gewonnen, mit der er seit Jahren über die rechtsextreme Szene in Dortmund berichtet. Von Kollege zu Kollege: Herzliche Gratulation. Das! Ist! Einfach! Großartig! 

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Montag, 2. November, 20.14 Uhr, Bork: Vor zwei Wochen sagte Bürgermeister Mario Löhr während der Bürgerinformationsversammlung im LAFP in Bork, dass die Stadt Selm für den Fall der Fälle, dass sie wieder Flüchtlinge aufnehmen müsse, in der Hinterhand schon einen Plan hat: Sie denkt darüber nach, dann einen weiteren Standort für eine zweite Notunterkunft auf dem Stadtgebiet anzubieten. Wir fragten dazu bei der Stadtverwaltung nach, welcher Standort das sei und wie konkret eigentlich die Pläne sind. Die Antwort: Der Bürgermeister habe sich zu diesem Thema bei der Informationsveranstaltung geäußert, zurzeit gebe es keine weitere Stellungnahme.

Montag, 2. November, 18.19 Uhr: Heute hat in Olfen die Kleiderkammer für die Zeltstadt von Vinnum zum ersten Mal geöffnet. Unsere Reportern Natasa Balas hat dabei mit vielen Menschen gesprochen.

„Häufig wird den Menschen ja vorgeworfen, dass sie zu gierig sind, wenn sie mit den vollgepackten Taschen unterwegs sind“, sagt Dorothea Ahlswede, „aber man muss den Hintergrund verstehen: Die haben nichts und brauchen doch so viel.“ Kurz bleibt Nasser Al Samoqi stehen, erzählt, wie alt er ist. „30“, sagt er auf Deutsch und grinst. „In Deutschland gefällt es mir gut. Die Menschen sind freundlich und die Menschenrechte werden geachtet“, sagt er auf Englisch, „meine Familie kommt aus dem Sindschar-Gebirge im Irak, wir sind Jesiden. Der IS hat meinen Vater und zwei meiner Brüder ermordet. Meine Mutter haben sie verschleppt. Ich habe seit Monaten nichts von ihr gehört. Sie ist 62.“ Kurz ist er still und sagt dann: „Wir haben alles verloren. Für nichts.“

Ausführlicher Bericht morgen in den Ruhr Nachrichten Olfen.

Montag, 2. November, 16.32 Uhr: Platz schafft gerade Olfens Nachbarstadt Haltern am See: Am Strand des Stausees werden gerade ehemalige Bundeswehrzelte errichtet, um weiteren Menschen Obdach gewähren zu können. 576 Asylbewerber sind zurzeit in Haltern untergebracht - und bis Jahresende sollen es 450 weitere sein. Und eine Option auf eine Lands-Notunterkunft mit bis zu 1000 Plätzen ist auch geschaffen. Kollegin Elisabeth Schrief hat den Stand der Dinge in Haltern hier aufgeschrieben: 

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Montag, 2. November, 13.34 Uhr, Nordkirchen: Afrikanische Rhythmen in einer katholischen Kirche in Südkirchen - das ist bisher noch nicht so oft vorgekommen. Es war ein Zeichen für Völkerverständigung und Willkommenskultur. Bürgermeister Dietmar Bergmann sagte, er sei beeindruckt von dem Zeichen, das hier gesetzt worden sei. "Jano Akono and Friends" hieß die Combo, die zugleich für einen weiteren guten Zweck spielte: Der Erlös geht an die Flüchtlingshilfe Südkirchen. Wir berichten in unserer heutigen Ausgabe der Ruhr Nachrichten Nordkirchen und Selm/Olfen.

Montag, 2. November, 13.18 Uhr, Bork: Da ist es wieder: Mit "Refugees Welcome" werden Besucher von Bork an der Waltroper Straße jetzt wieder so begrüßt wie vor einigen Wochen. Dann riss des nachts jemand das Plakat herunter. Georg Sehrbrock hat nun ein neues aufgehängt. Allerdings hat er via Facebook unmittelbar danach schon "Drohungen" bekommen, wie er selbst auf Facebook schreibt. "Bestimmt nicht lange", hieß es. "Wer mit so etwas andere Menschen provoziert, der muss mit Hatern rechnen". 

 

Wieder da: Das Schild an der Waltroper Straße im Altenbork - vor Wochen abgerissen - hängt wieder. #selm #regugeeswelcome #bork #flüchtlinge Im Live-Blog: www.RN.de/selm

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Foto am 2. Nov 2015 um 3:37 Uhr

 

Montag, 2. November, 9.02 Uhr: Unser erster Blick heute geht nach Essen: Dort gibt es ja ein Aufbegehren der Vereine und des Stadtsportverbandes. Die Sportler wollen die Sporthallen nutzen, die allerdings zum Teil als Großunterkünfte für Asylbewerber gebraucht werden. Heute Abend ist in Essen darum ein Treffen angesetzt, um die Problematik zu diskutieren (Infos hier beim WDR). In Nordkirchen ist diese Not für die DLRG-Ortsgruppe schon länger da - denn das Hallenbad, wo die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen über Jahre trainieren konnten, ist schon seit Monaten geschlossen. Inzwischen ist es auch eine Notunterkunft für Asylbewerber. Für die Nordkirchener zeichnet sich aber eine Lösung ab - das Nachbardorf Herbern könnte helfen. Darüber berichten wir im Laufe dieser Woche.

Außerdem beschäftigen wir uns diese Woche voraussichtlich mit folgenden Fragen: 

  • Schulunterricht für Flüchtlinge: Wie eine Lüdinghausener Schule Flüchtlingskinder aus umliegenden Orten aufnimmt
  • Die neue Rolle: Wie funktioniert die Notunterkunft in Bork? 
  • Eine zweite Großunterkunft in Selm: Wie weit sind die Pläne der Stadtverwaltung wirklich?
  • Die Kleiderkammer für das Zeltdorf Vinnum: Wie funktioniert der Betrieb?
  • Haben Sie weitere Fragen? Schreiben Sie uns:  lokalredaktion.selm@ruhrnachrichten.de  / Betreff: Flüchtlingsfragen

 

Interessiert an älteren Nachrichten? Hier geht es weiter im Live-Blog mit der Woche vom 26. Oktober bis 1. November: 

Sonntag, 1. November, 22.21 Uhr, Bork: Nach knapp acht Wochen hat Redakteur Tobias Weckenbrock ein kleines Fazit geschrieben über die Notunterkunft in Bork, ihre Folgen, die Reaktion der Borker und wie schnell die Zeit vergangen ist: 

Sonntag, 1. November, 22.14 Uhr: Unsere Lüner Kollegen haben heute in einem Live-Ticker über die Geschehnisse in Lünen rund um die beiden Demonstrationen berichtet. Während knapp unter 30 Menschen dem Aufruf der "NRW-Patrioten" zu einer Demo gegen "Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus" folgten und am Bahnhof zusammenkamen, fanden sich am Rathaus rund 700 Menschen ein, um gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu protestieren. Bei den wenigen Versammelten am Bahnhof handelte es sich laut Polizei um zum Teil einschlägig bekannte Personen aus der Dortmunder Neonazi-Szene. Auch ein Antifa-Block versammelte sich in der Nähe der Neonazis und bildete eine Art Gegendemo. Alle Details und der Verlauf des Tages in Lünen: 

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Sonntag, 1. November, 22.10 Uhr: In Bork entstand Ende August die erste Großnotunterkunft in der weiteren Umgebung. Jetzt folgt bald eine zweiter dieser Art in Castrop-Rauxel, ebenfalls mit rund 1000 Plätzen. Das hat der neue Bürgermeister Rajko Kravanja dort Ende der vergangenen Woche bekannt gegeben. Sicher wird man viel aus Selm lernen wollen. Alle Infos, die bisher dazu bekannt sind: 

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Sonntag, 1. November, 11.19 Uhr: 1469 rechtsextreme Straftaten wurden deutschlandweit allein im August 2015 registriert, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeit" heute. Darunter waren 100 politische motivierte Gewalttaten, bei denen 62 Personen verletzt wurden. Und jetzt kommt das Drama: Es gab 26 vorübergehende Festnahmen, inzwischen sind die Täter alle wieder auf freiem Fuß - bis auf einen in Baden-Württemberg.  

Samstag, 31. Oktober, 13.44 Uhr: Ein paar Fakten zum Thema Abschiebung aus der Großstadt Dortmund: Steigt mit steigenden Asylbewerberzahlen auch die Zahl der Abschiebungen? Nein. 2010 setzte die Ausländerbehörde der Stadt Dortmund in 100 Fällen die Abschiebung durch. Bis zum 31. August 2015 waren es in diesem Jahr 38. Weitere Zahlen: 2011: 98. 2012: 89. 2013: 40. 2014: 28. Wie kann das sein? Es gibt heute immer mehr „Rückführungshemmnisse“ und mehr Reisetauglichkeits-Prüfungen. Was hindert die Stadt konkret an einer Abschiebung? Es gibt humanitäre, juristische und praktische Gründe. Zu den humanitären Gründen zählen psychische oder physische Erkrankungen. Rechtliche Gründe sind Asylfolgeanträge oder Asylanträge von weiteren Familienmitglieder (etwa nach der Geburt eines Kindes in Deutschland) sowie einstweilige Anordnungen von Gerichten, die eine Abschiebung aussetzen. Praktische Gründe sind Kirchenasyl, Blockaden durch Demonstrationen vor Unterkünften oder nicht ausreichende Flugkapazitäten.

Freitag, 30. Oktober, 19.44 Uhr, Vinnum: Während die Arbeit in den Notunterkünften der Region wahrscheinlich kein richtiges Wochenende kennt, gehen wir jetzt in selbige. Vorher verweisen wir aber noch auf die Infos, die sich in diesem Artikel nun der Eröffnung der Olfener Kleiderkammer fürs Zeltdorf widmen: 

Freitag, 30. Oktober, 17.23 Uhr, Nordkirchen: Im Ortsteil Südkirchen gibt es morgen Abend ein Benefizkonzert. Eine Musikgruppe aus Südkirchen möchte etwas für die Flüchtlings-Initiative tun und spielt Samstag um 18 Uhr zu Gunsten der Hilfsangebote in der Pankratius-Kirche, Oberstraße 3. 

Freitag, 30. Oktober, 17.04 Uhr: Verschoben? Dieses Gerücht geistert heute durchs Internet in Bezug auf den "Spaziergang" in der Lüner Innenstadt am Sonntag, den die "NRW-Patrioten" als Demonstration angemeldet haben. Stimmt aber nicht, sagt die Polizei: Das sei von Aufmärschen von Rechtsextremen bekannt - eine Strategie, die oft von Antifa-Gruppen genutzt wird, um Verwirrung zu stiften. Es bleibt also wohl dabei: Es wird diesen "Spaziergang gegen Asylwahnsinn" geben - allerdings nicht als Spaziergang, sondern nur stationär am Hauptbahnhof - und die Gegen-Demonstration mit einer Kundgebung. Sie beginnt um 14 Uhr auf dem Marktplatz am Fuße des Rathauses.

Freitag, 30. Oktober, 16.43 Uhr, Vinnum: Das ging schnell: Das Zeltdorf in Vinnum bekommt schon am Montag seine Kleiderkammer. Ein Aufruf von DRK-Leiter Lothar Schulte-Rummel, der am Freitag in unserer Zeitung erschien, zeitigte schnell Erfolg. Rund zehn ehrenamtlich Kräfte stehen zur Verfügung, um den Betrieb zu regeln. In Gruppen a 40 Personen sollen die Menschen, die in der Notunterkunft untergebracht sind, montags, mittwochs und freitags mit Kleidung versorgen können. Wie das genau abläuft, berichten wir morgen in den Ruhr Nachrichten. 

Freitag, 30. Oktober, 11.03 Uhr: Für große Aufregung sorgt zurzeit die angekündigte Demonstration der "NRW-Patrioten" in Lünen am Sonntag. Die Veranstalter, mitnichten Lüner, sondern nach unseren Informationen eine Person aus Hagen, sprechen von einem "gewaltfreien Spaziergang gegen Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus". Menschen, die sich offen zeigen für Integration und Weltoffenheit, haben eine Gegendemo angemeldet - NRW-Landtagsmitglied und -Minister Rainer Schmeltzer (SPD) ist darunter. Was man dazu wissen muss, haben die Kollegen Marc Fröhling und Torsten Storks aufgeschrieben. 

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Donnerstag, 29. Oktober, 16.48 Uhr, Lüdinghausen: Der Bedarf und das Interesse der Jugendlichen in Lüdinghausen an der Eingangsklasse am Berufskolleg ist so groß, dass ab dem 1. November eine zweite Klasse gebildet wird. "Wir sind mit 20 Jugendlichen gestartet. Jetzt sind es 36“, so Schulleiterin Sabine Neuser. Die Schule musste mangels entsprechender Vorgaben eigene Regeln schaffen. „Es standen plötzlich junge Leute vor der Tür. Wir wussten zum Teil gar nicht, wer sie uns geschickt hat.“ 15 Stunden Deutsch als Fremdsprache werden unterrichtet. „Alltagssprache“ steht für die 16 bis 18 Jahre alten Schüler im Mittelpunkt, erläutert Annerose Bittmann. Dass die Lehrerin neben Deutsch auch Russisch, Englisch und Französisch spricht, erleichtert die Verständigung. Das Interesse der jungen Leute ist groß. Auch der Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen. Ethnische Konflikte gab es bisher nicht. Erste Erfolge sind sichtbar. Jugendliche mit entsprechenden Sprachkenntnissen nehmen bald am Fachunterricht im Bereich Holz und Hauswirtschaft teil. 

Donnerstag, 29. Oktober, 14.33 Uhr, Vinnum: 50 Bewohner der Zeltstadt haben Sonntag die Reithalle des RV Lützow aufgesucht - es war Familientag. An verschiedenen Stationen konnten sich die Familien die Zeit vertreiben und ins Gespräch kommen – ein großes Kuchenbuffet hatten die Frauen des Reitvereins organisiert. „Der Reitbetrieb war ohnehin für den Flohmarkt unterbrochen und da haben wir uns gedacht, dass wir das Ganze ausweiten könnten, um unsere Nachbarn aus der Zeltstadt besser kennenzulernen“, sagt Lützow-Vorstandsmitglied Franz-Josef Schulte im Busch. Die Idee hinter dem Familiennachmittag ging auf: Der Renner waren bei Groß und Klein die drei Ponys vom Reitstall Dahlkamp aus Cappenberg. „Von unserer Seite ist die Einladung zu diesem Tag ein riesengroßes Geschenk“, sagt Zeltstadt-Mitarbeiterin Julia Keysberg, „man sieht die strahlenden Augen der Besucher. Das ist ein sehr großer Schritt, der da auf die Flüchtlinge zu gegangen wird, um ihnen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind.“

Mittwoch, 28. Oktober, 19.26 Uhr, Lüdinghausen: Was für eine Geschichte: Jürgen Polenz aus Lüdinghausen ist wahrlich kein armer Mann. Er ist Unternehmer, einer mit einem großen Herzen: Polenz stellt der Stadt nun eine Immobilie kostenlos zur Verfügung, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Vorher hat er sie mit Unterstützung anderer Firmen aus Lüdinghausen auf Vordermann gebracht. Nun leben drei syrische Familien unter seinem Dach. Polenz' Frau gibt ihnen Sprachunterricht, seine Kinder spielen mit den syrischen Kindern. Die Geschichte der Familie Polenz - morgen in den Ruhr Nachrichten in allen Kiosken und Tankstellen oder als eZeitung

Mittwoch, 28. Oktober, 9.49 Uhr, Bork: Im LAFP Bork findet am 6. November (Freitag) ein Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingshilfe statt. Lions-Club „Freiherr vom Stein“ und International Police Association (IPA) organisieren es. Das Landespolizeiorchester unter Leitung von Scott Lawton und Dirigent Helmut Heister, der Duisburger Frauenchor der Polizei und der Polizeichor Köln bieten "musikalischen Genuss auf Höchstniveau“, heißt es in der Ankündigung. Das LPO wird Lieder von Michael Jackson und den Comedian Harmonists, aus „Fluch der Karibik“ und von Coldplay präsentieren. Die Chöre singen Stücke von Simon and Garfunkel, John Denver, Freddy Mercury, Engelbert Humperdinck, Hildegard Knef sowie Paul McCartney und John Lennon. Zum Abschluss wird „Hallelujah“ von Leonard Cohen zu hören sein. Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Kantine ist geöffnet. Karten zum Preis von 10 Euro gibt es bei der Hauptstelle und den Filialen der Volksbanken Selm-Bork, bei der Volkshochschule, bei der Bäckerei Langhammer beim Pförtner des LAFP. Reservierungen sind unter Tel. (0163) 6848910 möglich.

Mittwoch, 28. Oktober, 8.25 Uhr, Lüdinghausen: Lüdinghausen wird zur Betreuung von Flüchtlingen Stellen schaffen. Das kündigte Beigeordneter Matthias Kortendieck in der jüngsten Sitzung des Stadtrates an. Beim zusätzlichen Personal handelt es sich um eine dritte Hausmeisterstelle für die Übergangsheime. In Übereinstimmung mit dem Arbeitskreis Asyl soll eine weitere Kraft, die sich um das Thema Integration kümmert, eingestellt werden. Von bürokratischen Aufgaben entlastet werden soll der Integrationsbeauftragte Secou Toure. 

Mittwoch, 28. Oktober, 8.14 Uhr: In Haltern am See, Nachbarstadt Olfens, hat sich unsere Kollegin Elisabeth Schrief mit Bürgermeister Bodo Klimpel über die aktuelle Flüchtlings-Situation unterhalten. Im Interview sagte er: "Wir haben in Haltern eine Menge geschafft, den Menschen, die vor Hunger, Krieg und Tod fliehen, gut zu helfen. Deshalb spreche ich auch immer wieder allen Beteiligten ein dickes Lob aus. Zur Realität gehört aber auch, dass es aus meiner Sicht immer schwerer werden wird, dieses ehrenamtliche und vorbildliche Engagement auf Dauer zu erhalten." Hier geht es zum kompletten Interview: 

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Mittwoch, 28. Oktober, 8.06 Uhr: Eine interessante Podiumsdiskussion' tag=' gab es Anfang dieser Woche im Ascheberger Ortsteil Davensberg: Mehrere hochrangige Vertreter der Regional-CDU und Kreis-DRK-Chef Christoph Schlütermann - inzwischen durch seine Tätigkeit rund um die Notunterkünfte absoluter Flüchtlings-Experte - sprachen über die Situation im Kreis Coesfeld und in Deutschland:

  • Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling: „Wir haben lange gedacht, die europäischen Grenzen wären geschützt. Auch, dass an den äußeren Grenzen, insbesondere in Griechenland, Flüchtlinge registriert und dann auf die anderen Länder verteilt werden. Ein Irrglaube." Er versicherte, dass deshalb nun an den europäischen Grenzen entsprechend Unterstützung aus der EU komme, um dort die entsprechende Aufnahme und Registrierung von Flüchtlingen zu ermöglichen.
  • Christoph Schlütermann schilderte die Situation aus Sicht der Ehrenamtlichen. Die Realität: „Zum Teil sehr zermürbend.“ Damit meinte er die bisher unkoordinierten Zuweisungen der Flüchtlinge auf ihre Unterkünfte. „Vor allem nachts und früh morgens kommen Flüchtlinge an, die Logistik ist anstrengend.“ Das zeigte sich jüngst am frühen Montagmorgen in Vinnum wo 133 Menschen in drei Bussen direkt aus Passau ankamen.
  • Diane Jägers, Rechtsdezernentin der Stadt Dortmund, betonte vehement, dass auf übergeordneter Ebene geschlampt wird: „NRW hat vor allem durch die Regierung hausgemachte Probleme.“ Das System der kontrollierten Registrierung sei gescheitert. Etwa 80.000 nicht registrierte Flüchtlinge vermutet sie alleine in NRW.

Dienstag, 27. Oktober, 9.31 Uhr, Bork: Vor einer Woche fand in Bork die Infoversammlung zur Notunterkunft statt. Wir haben damals ein etwa 95-prozentiges Wort-Protokoll (hier zum Nachlesen) geführt - jetzt haben wir es nach der Häufigkeit der genannten Wörter visualisiert. Das ist das Ergebnis: 

 

 

Dienstag, 27. Oktober, 8.03 Uhr: Einen Brandbrief' tag=' hatte vor zwei Wochen die Gemeinde Ascheberg an die Bezirksregierung geschrieben. Inhalt: Wir können keine neuen Flüchtlinge mehr aufnehmen. Nun hat die Verwaltung eine Immobilie gekauft, um weiteren Platz zu schaffen. Aber seit dem Brandbrief gab es keine neuen Zuweisungen. Die Details:

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Dienstag, 27. Oktober, 7.52 Uhr: Jetzt errichten Bauarbeiter im Werner Ortsteil Stockum Zelte für eine Notunterkunft. Unsere Reporterin Martina Niehaus war vor Ort:

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So geht der Aufbau der Flüchtlings-Unterkunft in Stockum voran

Auf dem Parkplatz der Kardinal-von-Galen-Turnhalle in Stockum wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge aufgebaut: Dort sollen ab November in Leichtbauhallen 208 Asylbewerber untergebracht werden.
26.10.2015
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Die Zeltwände bekommen auch Fenster.© Foto: Martina Niehaus
Die einzelnen Bestandteile werden aufgerichtet.© Foto: Martina Niehaus
Momentan wird in der Turnhalle ein Holzboden verlegt.© Foto: Martina Niehaus
Am Montagmorgen haben Arbeiten mit dem Aufbau der Zelte begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Der Aufbau der drei Zelte schreitet gut voran.© Foto: Martina Niehaus
Die Dächer der Zelte werden mit Planen bedeckt.© Foto: Martina Niehaus
In Stockum haben die Aufbauarbeiten an der Flüchtlings-Notunterkunft begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Am Montagmorgen (26.10.) haben die Aufbauarbeiten begonnen.© Foto: Martina Niehaus
Der Aufbau beginnt.© Foto: Martina Niehaus
Die Verankerungen werden eingeschlagen.© Foto: Martina Niehaus
Die Pfosten werden gesetzt.© Foto: Martina Niehaus
Die Turnhalle wird durch eine Trennwand geteilt.© Foto: Martina Niehaus
Die Zeltanlage mit drei Zelten wird die Bewohner im Winter gegen Kälte schützen.© Foto: Martina Niehaus
14 Arbeiter halfen beim Aufbau.© Foto: Martina Niehaus
Schlagworte Werne

 

Montag, 26. Oktober, 18.47 Uhr, Vinnum: Wir haben die aktuelle Belegungszahl des Zeltdorfes von Vinnum: Zurzeit sind 269 von 300 Plätzen belegt. Hierher stammen die Menschen: 

Montag, 26. Oktober, 12.02 Uhr, Vinnum: Wir haben jetzt die Bilder aus der Nacht und einen Bericht unseres Reporters Theo Wolters' tag=' über den Einzug von 150 weiteren Bewohnern ins Zeltdorf auf dem Ziegelei-Gelände Hüning in Vinnum online: 

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Einzug weiterer Flüchtlinge ins Vinnumer Zeltdorf

150 weitere Flüchtlinge sind am frühen Montagmorgen, 26. Oktober, in der Zeltstadt in Olfen-Vinnum angekommen. Wir haben den Einzug dokumentiert.
26.10.2015
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Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Nach der ersten Verpflegung ging es zur Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Ein BUs mit Flüchtlingen erreicht die Zeltstadt.© Foto: Theo Wolters
Ankunft in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
So sah es bei der Ankunft der Flüchtlinge in Vinnum aus.© Foto: Theo Wolters
Ankunft in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
Erst einmal froh in Vinnum zu sein.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die medizinische Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Familien sind unter den neuen Bewohnern.© Foto: Theo Wolters
Nach der Ankunft gab es zunächst etwas zu essen.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Ein älterer Mann auf dem Weg zur Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Leiter Denis Kolakovic weist den Platz im Schlafzelt zu.© Foto: Theo Wolters
Auf dem Weg ins Schlafzelt.© Foto: Theo Wolters
Sie wohnt schon länger in Vinnum und fühlt sich wohl.© Foto: Theo Wolters
Sie wohnen schon länger in Vinnum.© Foto: Theo Wolters
Warten auf die medizinische Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Sie sind seit einigen Minuten in Vinnum und warten auf die Untersuchung.© Foto: Theo Wolters
Schlagworte Olfen

Montag, 26. Oktober, 9.17 Uhr: Wie werden eigentlich die Menschen in den Notunterkünften in NRW ernährt? Einer der Anbieter ist eine Firma aus Rheine am Nordrand des Münsterlandes: Apetito. Auch für diese Firma ist die Flüchtlingssituation ein Wirtschaftsfaktor. 

Montag, 26. Oktober, 9.14 Uhr, Südkirchen: Unsere Serie geht weiter, in der wir berichten, was aus den Menschen geworden ist, deren Geschichte der Flucht wir vor einem halben Jahr groß in dieser Multimedia-Reportage aufbereitet hatten. Jetzt traf unsere Mitarbeiterin Petra Kriegler Mohammad K. wieder, der in Südkirchen lebt - einen gebildeten und versierten Mann, der in seinem Leben viel internationale Erfahrung gesammelt hat, und doch heute ein "ganz normaler Flüchtling" ist wie viele andere:

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Montag, 26. Oktober, 9.04 Uhr, Vinnum: Ins Zeltdorf von Vinnum ist heute früh Bewegung gekommen: Viele neue Bewohner kamen heute mit dem Bus in Olfens Vorort an. Darunter viele, wie unser Reporter Theo Wolters berichtet, den die Flucht-Strapazen noch deutlich anzusehen waren. Sie kamen direkt aus Passau. Wir berichten gleich weiter.

Montag, 26. Oktober, 6.58 Uhr: Gertjan Verbeek ist Niederländer. Er ist Trainer des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum. Er ist einer, der sagt, was der denkt. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat er kürzlich ein Interview gegeben, in dem es um Lebensauffassungen ging - im Leistungssport, aber eigentlich allgemein. Und dabei nimmt er Bezug auf Einstellungen zur Flüchtlingssituation: 

„Wenn man die ganze Zeit defensiv denken und arbeiten muss, dann bekommt man viel negative Energie (…) und das wird am Ende zu wenig sein. Man entwickelt sich dann nicht mehr. Man muss deshalb offen sein für neue Ideen, man muss kreativ sein und nach vorne spielen, nach vorne denken und den Glauben haben, dass man sich weiterentwickeln kann. (…) Ich denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen. Nehmen Sie die aktuelle Flüchtlingswelle, sie ist ein Problem, klar, aber wenn man sie nur als Problem sieht, kommt man nicht weiter. Man muss sie als Tatsache sehen und nach Lösungen suchen, wie wir diese Menschen unterbringen, wie wir zusammen mit ihnen leben können. Und um Lösungen zu finden, braucht man positive Energie, braucht man Kreativität. Destruktivität führt nur zu Ärger, nicht zu Lösungen. (…) Mit Angst im Körper kann man seine Leistung nicht bringen. Wenn man Angst hat zu verlieren, wird man verlieren. Angst erzeugt ein ungutes Gefühl, aber um ein optimales Resultat zu erreichen, muss man ein gutes Gefühl haben."

 

Das Live-Blog vom 17. August bis zum 4. November: 

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DER START

17. August 2015, 12.44 Uhr: Wir starten unseren Live-Blog mit einem kurzen Überblick: Bis Ende August sollen in die Notunterkunft auf einem Parkplatz am LAFP Bork die ersten Flüchtlinge eingezogen sein. Das Deutsche Rote Kreuz errichtet zurzeit und verwaltet später die Zeltstadt, in der in der Spitze bis zu 1000 Menschen eine vorübergehende Bleibe finden sollen. Hierher werden sie verwiesen, wenn sie in der Erstaufnahme-Einrichtung in z.B. Unna-Massen gewesen sind. Dort werden sie aktenkundig erfasst und ihre Gesundheit gecheckt. Außerdem wird in dieser Phase ihr Asylantrag auf den Weg gebracht. Wenn er angenommen wird, werden die Menschen dann von der Notunterkunft in eine dauerhafte Unterkunft in eine Kommune verwiesen. Die Polizei stellt den Parkplatz, auf dem sonst ihre Studenten und Schüler parken, zur Verfügung. Dafür schafft die Stadt Selm Ersatzflächen.

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