Da, wo einst die Lutherschule stand, entsteht jetzt ein Wohnquartier. © Günther Goldstein
Bauvorhaben

Lutherquartier in Selm: Noch im September beginnen Arbeiten an Tiefgarage

Die Bauarbeiten am Lutherquartier in Selm laufen: Der Bau der Mehrfamilienhäuser auf dem Grund der ehemaligen Lutherschule war von Anfang an umstritten.

Fast ein Jahr ist vergangen zwischen dem ersten Spatenstich und dem tatsächlichen Beginn der Bautätigkeiten am Lutherquartier: Gerichtliche Auseinandersetzungen mit Anwohnern waren die Ursache für den Baustopp. Doch jetzt wird bereits seit April gebaggert. Die Bauarbeiten seien in vollem Gange, sagt Matthias Fischer, Geschäftsführer der Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) auf Anfrage der Redaktion.

Noch sind die Bauarbeiter mit den vorbereitenden Arbeiten beschäftigt: Grundleitungen für Strom, Wasser und die Entwässerung werden verlegt. Der Pumpensumpf, als Ort, an dem das Schmutzwasser im Keller gesammelt und anschließend abgepumpt wird, wird installiert und der Aufzugsschacht gegraben. Das Fundament für den Baukran wird erstellt. Außerdem werde die Bodenplatte vorbereitet.

Wohnungen sollen Ende 2022/Anfang 2023 bezugsfertig sein

„Die Bauarbeiten verlaufen bisher ganz nach Zeitplan“, so Matthias Fischer. „Wir rechnen mit einer Vermietung ab Ende 2022 oder Anfang 2023.“ Ob allerdings der Zeitplan auch bis dahin eingehalten werden kann, hänge davon ab, ob – wie bisher – alle Baumaterialen und -teile verfügbar sind. Zur Zeit sind nahezu alle Bauprojekte – auch die der UKSB – von dem Baustoffmangel betroffen. „Bei einer Kita, die wir bauen, müssten wir drei Monate auf eine Wärmespumpe warten, bei einer anderen sieben Wochen auf Fenster“, so Matthias Fischer.

Auf solche oder auch andere Schwierigkeiten sei man aber bisher nicht gestoßen am Lutherquartier in Selm. „Natürlich sind Bauarbeiten immer lästig für Anwohner“, sagt Fischer. „Und wir haben es mit einem engen Baufeld und einer schwierigen Zufahrt zu tun, aber das verursacht keine Verzögerung.“

Aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Baustelle hat es schon ein paar Beschwerden gegeben – auch in Bezug auf die Organisation der Baustelle. „Wir Anwohner finden es mittlerweile lächerlich“, hatte ein Anwohner im Juni im Gespräch mit der Redaktion gesagt. Damals ging es um die Einbahnstraßenregelung vor Ort.

Das Bauprojekt mitten in Selm an der Schulstraße war von Anfang an sehr umstritten. Vor allem, weil deswegen die alte Lutherschule abgerissen werden musste. Dagegen hatte es sogar ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegeben – am Abriss hat das schlussendlich aber nichts geändert. Bevor das Begehren in einen Bürgerentscheid münden konnte und so möglicherweise ein Abriss verhindert hätte werden können, hatte die Stadt Selm der UKBS die Abrissgenehmigung erteilt. Die Lutherschule wurde abgerissen – 2018 war das.

Auf dem früheren Schulgelände werden jetzt 25 neue Wohnungen mit einer Wohnfläche von 47 bis 96 Quadratmetern gebaut. Es soll zudem einen Gemeinschaftsbereich mit einer Größe von 65 Quadratmetern geben.

Als nächstes kommt die Tiefgarage

Für das Mehrgenerationenprojekt, das für die Hälfte der Wohnungen geplant ist, sind derweil schon einige Anfragen eingegangen. Zu gegebener Zeit soll es eine Infoveranstaltung geben, damit sich die Gruppe aus Jüngeren, Älteren und Familien finden kann, erklärt der UKBS-Geschäftsführer.

Fischer rechnet damit, dass noch in diesem Monat die vorbereitenden Bautätigkeiten abgeschlossen sein werden und auch noch im September mit dem Bau der Tiefgarage begonnen werden kann. Der voraussichtliche Baubeginn der Wohnhäuser soll dann in circa sechs Monaten sein, sagt er. „Der Bau der massiven Treppenhäuser für die Holzhäuser wird in circa vier Monaten beginnen.“

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier
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Marie Rademacher