Machte der Drucker im Büro einen Beamten krank?

Klage gegen Arbeitgeber

Erst war es ein Kampf um die eigene Gesundheit mit Ungewissheit. Inzwischen steht für Michael Voges aus Lüdinghausen fest: Er wurde krank durch Partikel aus einem Laserdrucker in seinem früheren Büro. Heute fasst er viele Drucksachen nur noch mit Handschuhen an. Im Video-Interview erzählt er seine Geschichte.

LÜDINGHAUSEN

, 03.02.2015 / Lesedauer: 2 min

Während seiner zwölf-jährigen Krankengeschichte versuchte der 57-jährige Lüdinghausener zunächst krampfhaft herauszufinden, was die Ursache für seine Ekzeme an Händen, Hals und Armen war. Er stellte seine Ernährung um, machte Elektro-Therapie und versuchte sich an alternativer Heilkunst - vergeblich. Durch einen Zufall bemerkte er, dass seine Leiden eine ganze andere Ursache haben.

Der Finanzbeamte arbeitete jahrelang für die Oberfinanzdirektion Münster. Auf seinem Schreibtisch stand dort auch ein Laserdrucker. Dass dieser seiner Meinung nach dafür sorgte, dass sein Körper mit der Zeit immer empfindlicher wurde für den feinen Staub, den das Gerät beim Drucken ausstößt, bemerkte er während eines Urlaubes. Er bastelte an einem privaten Laserdrucker, unmittelbar danach reagierte sein Körper hoch allergisch.

Kampf vor Gericht für höhere Pension

2012 musste er mit 54 Jahren seinen Dienst aufgeben und in Pension gehen. Nun kämpft vor dem Verwaltungsgericht um höhere Pensionsansprüche - denn eigentlich hätte Voges gerne weiter gearbeitet. Doch grundsätzlich geht es ihm bei dem Verfahren um noch mehr, wie er im Video-Interview mit Redakteur Tobias Weckenbrock erklärt.

Voges suchte im Vorfeld der Verhandlung Kontakt zu Nano Control, einer Selbsthilfegruppe, die sich intensiv darum bemüht, Toner-Feinstaub als schweres Gesundheitsrisiko zu deklarieren. Zuletzt hat der Verband eine Studie in Auftrag gegeben, die Michael Voges nun abwarten möchte: Eigentlich war der Verhandlungstermin am Gericht schon für den 22. Januar angesetzt. Da die Studie noch nicht veröffentlicht ist, beantragte er eine Verlegung. Der wurde stattgegeben. Der Prozess wird folgen.

Die Finanzverwaltung stellte indes im Jahr 2010 die Einrichtung der Büros um: Auf Anfrage unserer Redaktion an die Oberfinanzdirektion teilte Sprecherin Anke Isenberg mit, alle Arbeitsplätze in der Finanzverwaltung NRW seien heute mit Tinten- oder Geldruckern ausgestattet. Arbeitsplätze mit Laserdruckern gebe es nicht mehr. Doch auch alle vorher eingesetzten Geräte hätten den Prüfrichtlinien der Landesgewerbeanstalt Bayern, heute Teil des TÜV Rheinland, entsprochen. Zum anstehenden Gerichtsverfahren wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

 

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