Männerring Netteberge bleibt reine Männersache

Abstimmung über Frauen im Verein

Beim Männerring Netteberge bleibt alles beim Alten: Er wird weiterhin keine Frauen aufnehmen. Der Vorstand des Rings hatte die Öffnung für das andere Geschlecht vorgeschlagen - am Freitagabend entschieden die Mitglieder sich jedoch dagegen.

BORK

, 22.02.2016, 05:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Männerring Netteberge bleibt reine Männersache

Der Vorstand des Männerrings Netteberge befürwortete die Aufnahme von Frauen im Verein. Die Versammlung entschied allerdings dagegen.

Die Mitglieder des Männerrings Netteberge lehnten am Freitagabend den Antrag auf eine Satzungsänderung bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus Klähr ab. Zwei Stimmen fehlten zur Dreiviertelmehrheit. Die wäre nötig gewesen, damit auch Frauen im Männerring aufgenommen werden können. 43 Mitglieder stimmten in geheimer Abstimmung dafür, 16 mit einem Nein. Damit stand fest: Die 131 Männer bleiben unter sich.

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Der Punkt 7 der Tagesordnung sorgte schon im Vorfeld für Spannung. Fast wäre er gar nicht behandelt worden. Denn aus der Versammlung gab es eine Meldung, die den Tagesordnungspunkt als unzulässig erklären lassen wollte. Nach einigen Umformulierungen konnte er doch noch abgehandelt werden.

Einzige Änderung: Ein Wort würde gestrichen

Der Vorstand des Männerrings schlug vor, im Paragrafen 4 der Satzung das Wort „männlich“ herauszunehmen. Das ist entscheidend für die Aufnahme in den Verein. Es schließt damit allerdings alle Frauen aus. Und das müsse sich, nach Auffassung des Vorstands, ändern. „Wir wollen keinen Unterschied mehr“, sagte der Vorsitzende Ferdinand Brüggemann.

Viele Frauen sind als Kinder mit dem Männerring aufgewachsen. Doch nach ihrem 18. Lebensjahr würden sie nicht mehr in das Vereinsleben eingebunden. Brüggemann verwies auf die vielen Aufgaben, die die Frauen bereits im Hintergrund übernehmen würden. Sie organisierten die erfolgreiche Halloween-Party oder sorgen für den Blumenschmuck.

Bei der Versammlung fragten die Mitglieder, ob dann auch der Name geändert werde. Brüggemann konnte beruhigen, dass auch mit Frauen der Name „Männerring“ bestehen bliebe. Auch alle anderen Modalitäten würden nicht angetastet. Jedoch stehe fest, dass die Frauen nur als vollwertiges Mitglied mit allen Rechten und Pflichten gelten könnten. Das hieße, sie können auch auf die Runkel schießen, also Königin werden, und auch im Vorstand mitarbeiten.

Wie die Mitglieder reagierten:

Doch das konnte einige Mitglieder nicht überzeugen. Sie hätten die Frauen eher als Fachschaft innerhalb des Vereins gesehen, doch als vollwertige Mitglieder nicht. Ulrich Lange argumentierte für einen Beitritt: „Wir sind mehr als ein Schützenverein. Die Frauen wollen sich dazugehörig fühlen.“ Schriftführer Thomas Göke wies darauf hin, dass auch andere Vereine die Einschränkung „männlich“ gestrichen hätten. Er erinnerte daran, dass sich eine Öffnung des Vereins positiv auf das Gemeinwesen auswirken würde.

Sichtlich enttäuscht nahm der Vorstand das Wahlergebnis zur Kenntnis. Er hatte mit einem anderen Ergebnis gerechnet. Thomas Gährken, 2. Vorsitzender, sagte: Gegenstimmen sind normal. Schade, dass eine Satzungsänderung an zwei Stimmen gehapert hat.“ Die Frage sei nun, wie Frauen jetzt wieder für den Verein gewonnen werden können. Zwar seien sie nie ausgeschlossen gewesen, doch auch nie offiziell eingeladen.

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