Massiver Besucherschwund auf Schloss Cappenberg

Kunstausstellungen

Immer weniger Menschen besuchen das Schloss Cappenberg, um sich dort Kunst anzuschauen: Die Zahl der Besucher ist massiv eingebrochen. Offenbar sind viele nicht bereit, das seit August 2013 erhobene Eintrittsgeld zu zahlen. Den Kreis Unna stellt dieser Negativ-Trend vor einige Herausforderungen.

CAPPENBERG

von Von Kevin Kohues

, 17.05.2015, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Massiver Besucherschwund auf Schloss Cappenberg

Die Ausstellung von Mehmet Güler im Schloss Cappenberg ist verlängert worden. Seine Werke sind noch bis zum 3. Mai zu sehen.

Von einem „massiven Einbruch“ sprach Kulturfachbereichsleiter im Kreis Unna, Thomas Hengstenberg, von „erschreckenden Zahlen“ Kreisdirektor Thomas Wilk. Gemeint ist der Verlust von sage und schreibe 70 Prozent der Besucher in den Ausstellungen auf Cappenberg, seit diese nicht mehr kostenlos zugänglich sind.

Das ist seit August 2013 der Fall und geschah seinerzeit auf Beschluss der Politik, um einen zusätzlichen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten. Doch die Zwischenbilanz, für die der Kreis nun den Ausstellungszeitraum eines Jahres untersucht hat, fällt bedenklich aus. 8820 zahlende Besucher zählte man zwischen April 2014 und März 2015 in drei Ausstellungen (Otmar Alt, „Wider Napoleon“, Mehmet Güler).

Hinzu kommen laut Thomas Hengstenberg 9600 nicht zahlende Besucher, etwa Schulklassen. Auch der Besuch von Ausstellungseröffnungen oder im Rahmen des Weihnachtsmarktes ist kostenfrei. Macht insgesamt 18.420 Besucher – und damit deutlich weniger als die 60.000 bis 80.000, mit denen der Kreis Unna sein kulturelles Kleinod in der Außendarstellung schmückt.

4 Euro für den Ausstellungs-Besuch

Der Einbruch mag angesichts des im Vergleich zu anderen Museen moderaten Eintrittspreises von regulär 4 Euro überraschen. Offenbar schreckt allein die Tatsache, dass die Kunst im Schloss überhaupt Eintritt kostet, bereits viele ab. Eine weitere Zahl dürfte die politische Diskussion um das Für und Wider des Eintritts zusätzlich befeuern. Rechnet man die Besucher ein, die ermäßigten Eintritt bezahlen, komme man auf 3,64 Euro Einnahmen pro Person im Schnitt, sagte Thomas Wilk. Von diesem Betrag bleibt dem Kreis freilich nur die Hälfte, also 1,82 Euro, weil die andere Hälfte an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fließt. Er ist Hauptmieter und Betreiber der Dauerausstellung über den Freiherrn vom Stein.

Wird Eintrittsgeld abgeschafft?

„Unterm Strich“ bedeutet das für den Kreis Unna Einnahmen in Höhe von 16.052 Euro und 40 Cent – der Beitrag zur Haushaltskonsolidierung hält sich damit in engen Grenzen.

Man müsse die Zahlen noch genau analysieren, sagte Wilk weiter, regte aber bereits an, die Frage der Eintrittsgelder nach der anstehenden sanierungsbedingten Schließung und vor der Wiedereröffnung 2017 noch einmal neu zu diskutieren.

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