Mehr Einschulungen als erwartet in Selm

213 i-Männchen

Mehr Geburten, mehr Flüchtlinge und mehr neu hinzugezogene Menschen stellen Schulen in Nordrhein-Westfalen vor große Herausforderungen. Wie groß sie sind, zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. In Selm sieht man sich gut gerüstet, obwohl Prognose und tatsächliche Zahl der Anmeldungen in Grundschulen im kommenden Schuljahr weit auseinanderliegen.

SELM

, 14.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Mehr Einschulungen als erwartet in Selm

Nicht weniger sondern mehr Einschulungen erwartet die Stadt Selm in den kommenden Jahren.

8,3 Millionen Kinder und Jugendliche sollen laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung 2025 in Deutschland zur Schule gehen – rund 1,1 Millionen mehr, als es laut offizieller Prognose des Kultusministeriums wären. Hier rechnete man bislang sogar mit sinkenden Schülerzahlen. Auch in Selm gehen im kommenden Schuljahr die tatsächlichen Anmeldezahlen und die Prognosen aus dem Jahr 2014 weit auseinander.

213 neue i-Männchen

196 i-Männchen sagte der Schulentwicklungsplan für das Schuljahr 2017/18 voraus, tatsächlich sind es aber 213 – also 8,7 Prozent mehr als vorausgesehen. Alleine an der Grundschule „Auf den Äckern“ ist die Zahl der Anmeldungen für das kommende Schuljahr um ein Viertel höher als berechnet.

Um die Kinder zu unterrichten, sind in Selm zurzeit 184 Lehrer angestellt. Der größte Teil von ihnen (60 Lehrer) an den drei Grundschulen, zeigt eine Statistik der Bezirksregierung Arnsberg. „Kurzfristig kann es noch zu Änderungen kommen, da der Schulbetrieb im aktuellen Schuljahr ja noch nicht angelaufen ist“, sagt Theresa Frigger von der Pressestelle der Bezirksregierung. Wie sich die Zahl der Lehrer in Zukunft verändere, könne sie nicht mitteilen.

Klarer ist hingegen, wie sich die Zahl der Schüler in den kommenden Jahren in Selm verändern soll. „Die Einschulungszahlen für die nächsten Jahre sind anhand der Daten der geborenen Kinder als konstant bis leicht steigend zu bewerten“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage dieser Redaktion. Einen Höchstwert sieht die Prognose anhand der Zahl der geborenen Kinder in Selm für die Schuljahre 2018/19 sowie 2021/22 vor. 229 Einschulungen sollen es jeweils in diesen Jahren sein.

Gebäudebestand reicht aus

„Der Gebäudebestand bei den vorhandenen Grundschulen ist hierfür ausreichend“, sagt Malte Woesmann weiter. Das ist in anderen Städten Nordrhein-Westfalens anders, weil die Zahl der zu erwartenden Einschulungen dort bis 2030 um durchschnittlich neun Prozent steigen soll.

Regelmäßige Absprachen mit den Schulen, um Räumlichkeiten zu erweitern, gebe es allerdings trotzdem in Selm, so der Stadtsprecher. Im Zuge der Inklusion und Integration sowie des steigenden Bedarfs im Bereich des Offenen Ganztags wünschen sich die Grundschulleitungen ergänzende Räumlichkeiten. Auch der Lärmschutz spielt hierbei eine Rolle.

An der Äckernschule Bork werden beispielsweise zurzeit zwei Räume der Erich-Kästner-Schule für den Offenen Ganztag genutzt. Die Overbergschule wurde kürzlich räumlich verändert, um vier Eingangsklassen zu ermöglichen.

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