Mehr Geld für Erzeuger

Selm Milch gilt als eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel. Diese zu produzieren kostet eine Menge Geld und Zeit. 365 Tage im Jahr werden die rund 50 Kühe von Milchbauer Ludwig Kloth gemolken.

31.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Preissteigerung von 50 Prozent auf Milch, Käse, Quark und Joghurt in den Lebensmittelgeschäften sind ab heute geplant. Für den Verbraucher viel, doch die Milchbauern sehen von dem Aufschlag nur wenig.

"Jahrelang haben wir zuviel Milch produziert und die Molkereien waren auf ihre Abnehmer angewiesen. Jetzt gibt es mehr Abnehmer im Ausland, deshalb können die Molkereien den Markt bestimmen und den Preis steigern", sagt Kloth. "Wir müssen mehr Geld verdienen. Für 27 Cent/Liter Milch kann niemand Milchkühe halten und Milch produzieren", sagt er kopfschüttelnd.

Das Kraftfutter für die Kühe ist um 20 Prozent teurer geworden, auf Tierarzt- und Benzinkosten wird aufgeschlagen, an ein kostendeckendes Wirtschaften ist da kaum zu denken: "40 Cent/Liter wäre ein wirklich fairer Preis. Von den 50 Prozent Mehrkosten für Milchprodukte des Konsumenten bekommen wir Milchbauern höchstens zehn Prozent", sagt Kloth. Der Rest des Geldes geht wohl in die Tasche der Molkereien und an den Lebensmitteleinzelhandel.

Billigdiscounter

"Die Molkereien wurden über Jahre hinweg im Preis gedrückt. Da haben die Billigdiscounter deutschlandweit jeden Preis aushandeln können", sagt der Milchbauer.

Ein Grund für die Möglichkeit der Molkereien, den Preis in die Höhe zu treiben, ist, dass Milch in Asien mehr und mehr zum Trend wird. "Früher haben die Australier nach Asien exportiert, doch durch die Dürre können sie nicht mehr soviel Milch produzieren", sagt Kloth und fügt hinzu: "Daher wird Milch aus Europa in Form von Trockenpulver angefordert".

Dass der Preis vom Weltmarkt und durch die Molkereien auf einmal so in die Höhe getrieben wird, findet Kloth übertrieben. "Letztendlich muss leider der Verbraucher das hinnehmen. Noch nicht einmal wir Bauern haben viel davon", sagt er. "Wenn der Gewinn beim Erzeuger bleiben würde, hätten alle etwas von der Preiserhöhung. Schließlich muss ein hoher Qualitätsstandard Geld kosten", sagt Kloth. biss

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