Das Wahlstudio im Bürgerhaus Selm war gut besucht. © Görlich
Bundestagswahl 2021

Michael Thews (SPD) gewinnt seine erste Bundestagswahl in Selm

SPD-Kandidat Michael Thews zieht für vier weitere Jahre in den Bundestag ein. Er setzte sich auch in Selm gegen seinen Mitbewerber Arnd Hilwig durch. Die CDU erlitt deutliche Verluste.

Als die ersten der 27 Selmer Wahlbezirke ausgezählt waren, deutete sich bereits an, was sich später auch bestätigte: In seinem dritten Anlauf als SPD-Bundestagskandidat schaffte es Michael Thews nun auch erstmals die Selmerinnen und Selmer von sich überzeugen können. Mit 74,68 Prozent war die Wahlbeteiligung in der Stadt um einen Prozent höher als bei der letzten Bundestagswahl.

Sechs Prozentpunkte zugelegt

2013 und 2017 unterlag er noch der CDU-Kandidatin Sylvia Jörrißen, zog als Gewinner des Wahlkreises Hamm - Unna II aber dennoch in den Bundestag ein.

Mit 39,2 Prozent der Stimmen konnte Thews am Sonntag im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 noch einmal um fast sechs Prozentpunkte zulegen.

Bürgermeister Thomas Orlowski freute sich für seinen Parteikollegen, gibt aber zu: „Ich hätte es nicht so deutlich erwartet, wenn ich ehrlich bin.“ Orlowski verbrachte den Wahlabend – wie einige andere Selmer Lokalpolitiker auch – im Wahlstudio des Bürgerhauses, wo die lokalen Ergebnisse auf eine Leinwand projiziert wurden.

Stärker hätte Thomas Orlowski dagegen die Grünen eingeschätzt, die bei den Zweitstimmen auf knapp 11,4 Prozent kamen.

Auch beim Zweitstimmenergebnis ging die SPD in Selm als Siegerin hervor. Erstmals seit der Bundestagswahl 2005 erhielt die SPD hier mehr Stimmen als die CDU.

CDU mit deutlichen Verlusten

Die CDU machte in Selm hingegen deutliche Verluste. Herbert Mengelkamp, Fraktionsvorsitzender der CDU Selm, machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das Wahlergebnis: „Wenn ich sagen würde, dass wir glücklich über den Wahlausgang sind, würde ich lügen.“ Er ist allerdings kein Freund von vorschnellem Handeln: „Wir müssen in Ruhe hingehen und mögliche Ursachen analysieren.“

Trotz der deutlichen Verluste bei den Erststimmen glaubt Mengelkamp nicht, dass es ein Votum gegen den CDU-Kandidaten Arnd Hilwig war. Denn auch bei den Zweitstimmen verlor die CDU in Selm über 7,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017. Erschrocken zeigt sich Mengelkamp über das Stimmenverhältnis für die AfD, auch wenn die Partei sowohl bei der Erst- als auch der Zweitstimme leichte Verluste hinnehmen musste.

FDP bleibt im zweistelligen Bereich

Auch die FDP schnitt minimal schlechter ab. „Für Selmer Verhältnisse haben wir aber ganz ordentlich abgeschnitten“, ordnet der Vorsitzende Klaus Schmidtmann die 10,2 Prozent seiner Partei ein. Überrascht war er vom Ergebnis im Süden der Stadt: „Cappenberg mit fast 18 Prozent finde ich phänomenal.“ Die Partei könne darauf aufbauen, „und da werden wir uns weiter drum bemühen“, so Schmidtmann.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich