Betrugsmasche: Selmer soll Autovermietungen mit dreister Masche betrogen haben

rnLandgericht Bochum

Anmieten, anbieten, abkassieren: Mit einer dreisten Betrugsmasche soll ein 30-jähriger Mann aus Selm mehrere Autovermietungen geprellt haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Selm

, 06.01.2020, 21:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Bochumer Landgericht hat am Montag ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Serienbetrüger (30) aus Selm begonnen. Es geht um angemietete Pkw, ausgeschlachtete Ersatzteile, klammheimliche Weiterverkäufe. Zum Prozessauftakt vor der 11. Strafkammer machte der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hält den Selmer für einen ausgebufften Miet-Betrüger. In den Jahren 2017 und 2018 soll der 30-Jährige im Zusammenspiel mit einem Bekannten zahlreichen Autovermietungen immense Verluste eingefahren haben. Zu den geschädigten Autovermietungen gehörten unter anderem Filialen von „Europcar“ und „Sixt“.

Vorwurf: Ersatzteile aus Miet-BMW einfach ausgebaut

Der erste Fall der Anklageschrift geht zurück auf den 12. Mai 2017. Damals soll der Selmer in Hamm einen VW Tiguan (Wert: 50.000 Euro) angemietet und diesen dann für 7.000 Euro an einen Bekannten verkauft haben.

Nur neun Tage später soll sich der 30-Jährige bei einer Europcar-Filiale in Dortmund einen BMW 330i (Wert: 46.000 Euro) geliehen und diesen kurz danach für 20.000 Euro „weitergegeben“ haben. Genauso soll er es später auch noch mit zwei in Köln und Essen angemieteten Mercedes im Wert von jeweils über 50.000 Euro gemacht haben.

Im August 2018 soll der Selmer seine Betrugsmasche einmal sogar so dreist verfeinert haben, dass sich in Bochum einen BMW 1er allein deswegen angemietet haben soll, um daraus Ersatzteile für seinen eigenen, durch einen Unfall demolierten, BMW 1er auszubauen. Bei der Polizei soll der 30-Jährige behauptet haben, der Miet-BMW sei ihm gestohlen worden.

Angeklagter soll für Brandstiftung abkassiert haben

Außerdem soll der Selmer am 15. Juli 2017 eine bislang unbekannte Person dazu gebracht haben, einen von ihm in Bergkamen geparkten Audi A6 in Brand zu setzen.

Bei dem inszenierten Feuer sollen auch acht Mülltonnen, ein Wohnwagen und ein anderes Fahrzeug in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Laut Anklage erhielt der Selmer von seiner Versicherung 25.000 Euro ausgezahlt.

Es war kurz nach 13 Uhr, als zwei Wachtmeister den Selmer am Montag in den Gerichtssaal am Bochumer Landgericht führten. Hinten im Zuschauerbereich saßen zahlreiche Familienmitglieder. Selbst reden wollte der 30-Jährige nicht. „Mein Mandant wird sich erst später im Prozessverlauf zu den Vorwürfen erklären“, sagte Verteidiger Christian Simonis.

Im Falle einer Verurteilung droht eine mehrjährige Haftstrafe. Obendrein soll im Prozess wohl auch eine Unterbringung in einer Drogen-Entziehungsanstalt geprüft werden. Für den Prozess sind vorerst noch Sitzungstage bis zum 19. Februar anberaumt.

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