Mit der neuen Rettungswache in Bork geht es bald noch schneller zum Notfall

Rettungswache in Bork

Herzinfarkt, Schlaganfall – dann zählt jede Sekunde. „Sofort 112 wählen“, rät Dirk Skalla vom DRK. Damit die Lebensretter seines Teams künftig noch schneller vor Ort sein können, wird bald in Bork gebaut.

Bork

, 21.09.2018 / Lesedauer: 3 min
Mit der neuen Rettungswache in Bork geht es bald noch schneller zum Notfall

In der Feuerwache Bork rechts neben dem Amtshaus ist der Rettungsdienst zurzeit als Untermieter. Ein Neubau auf der Wiese rechts neben der Wache ist für 2019 geplant. Wie er aussehen wird, stellt der Bauverein zu Lünen am 18. September vor. Goldstein

Bis Anfang 2019 werde der Neubau einer Rettungswache auf dem Adenauer-Platz fertig sein, hatte der Bauverein zu Lünen im November 2017 angekündigt – und damit etwas zu viel versprochen. „Wir sind aber inzwischen auf einem guten Weg“, teilte Beigeordnete Sylvia Engemann während der letzten Sonderratssitzung Ende August mit. Der Charme daran: Die Stadt Selm muss sich für den Neubau nicht zusätzlich verschulden.

„Wir werden die Rettungswache mieten“, so Engemann: für 30 Jahre. Wie das Gebäude aussehen wird, das auf dem Osterfeuerplatz neben der Borker Feuerwache entstehen wird, sagte sie noch nicht. Die Pläne dazu haben Vertreter des Bauvereins zu Lünen während der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Zivilschutz am Dienstag vorgestellt.

Der Umzug hat geholfen

Skalla hat an den Plänen mitgearbeitet. „Wir freuen uns schon sehr auf den Neubau“, sagt er. Jeweils sechs Notfallsanitäter, die rund um die Uhr Dienst tun, sind seit 2012 – seit der Aufgabe der Selmer Rettungswache an der Ludgeristraße – Untermieter bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bork neben dem Amtshaus. „In guter Nachbarschaft mit der Feuerwehr“, so Skalla. Und seit diesem Jahr auch unter besseren Bedingungen als anfangs.

„Wir sind umgezogen“, sagt Skalla: von der oberen Wohnung im Gerätehaus in die untere. Jetzt hätten seine Kollegen nur noch eine Treppe zu bewältigen, wenn ein Notruf eintreffe, „allerdings immer noch den langen Flur“. Unterm Strich dennoch eine Verbesserung, auch wenn der DRK-Chef sie nicht genau in Sekunden beziffern kann. Denn das macht regelmäßig der Kreis Unna – zuletzt im April 2017.

Mit der neuen Rettungswache in Bork geht es bald noch schneller zum Notfall

© Foto DRK

Im Bedarfsplan für den Rettungsdienst hatte der Kreis damals klar gefordert, dass kreisweit die Retter schneller ausrücken müssten. Dass es durchschnittlich 1:50 Minuten dauere, bis ein Rettungswagen starte, sei zu lange. In Lünen-Horstmar waren es sogar 2:12 Minuten, in Werne 2:16 Minuten, und in Selm 2:34 Minuten – der schlechteste Wert im Kreis. „Da sind wir inzwischen besser geworden“, so Skalla. Eine weitere Verbesserung werde der Neubau bieten.

Dort werde der Aufenthaltsbereich der insgesamt 20 Notfallsanitäter, die abwechselnd in Bork Dienst tun, direkt neben den beiden Einsatzfahrzeugen sein – wie es die aktuellen Standards vorsehen.

Bedarf ändert sich ständig

Zwei Einsatzfahrzeuge tun in Bork zurzeit Dienst: eines von 7 bis 19 Uhr, wie Skalla berichtet, ein weiteres rund um die Uhr. Ob es denkbar sei, dass der zweite Wagen mit Fertigstellung der neuen Rettungswache ebenfalls rund um die Uhr zur Verfügung stehen wird? „Ich kann mir das vorstellen“, antwortet Skalla. Aber das sei nicht entscheidend. Der Bedarfsplan sehe das nicht vor. Allerdings: Der Bedarf ändert sich kontinuierlich – er wächst.

Durchschnittlich 5,3 Einsätze in 24 Stunden hatten die Lebensretter des DRK 2016 zu bewältigen. 7 waren es 2017. „Und die Zahl ist seitdem noch weiter gestiegen“, sagt Skalla. Leider wählten immer mehr Menschen die Notrufnummer 112: auch Patienten, bei denen gar kein akuter Notfall vorliege. Dabei könnten die sich über eine andere Telefonnummer Hilfe rufen.

Notdienstnummer statt Notrufnummer

Wer eine akute Magenverstimmung habe oder Halsschmerzen solle die Notdienstnummer wählen, die zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst führe, rät Skalla. Leider sei diese bundesweite Telefonnummer 116 117 immer noch nicht so bekannt wie der Notruf 112.

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