DRK und AWO bieten Fahrservice zum Impfzentrum nach Unna

Coronavirus

Im Kreis Unna gibt es nur ein Impfzentrum. Für viele Impflinge sind die Wege weit, Fahrten mit Bus und Bahn kaum möglich. Hilfe bieten in solchen Fällen die AWO und das Deutsche Rote Kreuz.

Unna

13.03.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fahrer Karl-Heinz Hug mit Klaus und Margret Bekemeier nach ihrem Impftermin vor dem himmelblauen Transparent des Impfzentrums Unna: Beide sind dankbar für die Hilfestellung durch den AWO-Fahrdienst.

Fahrer Karl-Heinz Hug mit Klaus und Margret Bekemeier nach ihrem Impftermin vor dem himmelblauen Transparent des Impfzentrums Unna: Beide sind dankbar für die Hilfestellung durch den AWO-Fahrdienst. © AWO Ruhr-Lippe-Ems/Stefan Kuster

Pünktlich um 12.10 Uhr fährt der weiße Kastenwagen mit dem Logo des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor. Gut gelaunt steigt Michelle Gros aus, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. Sie öffnet die großen Kofferraumtüren und lässt mit wenigen geübten Handgriffen die Rollstuhlrampe herunter. Vor Ort erwartet sie schon Gerhard Reismann. Der 86-Jährige wird von seiner Frau im Rollstuhl nach draußen geschoben und begrüßt die junge Frau mit einem herzlichen Lächeln.

Einen Tag später vor einer anderen Haustür gleichen sich die Bilder: Wieder fährt ein weißes Transportfahrzeug vor – diesmal mit den Logos von AWO und DasDies Service GmbH. Gekonnt schiebt Mitarbeiter Karl-Heinz Hug seinen heutigen Fahrgast – die 91-jährige Margret Bekemeier – im Rollstuhl über eine Rampe in den Ford Transit. Sie nutzt den DasDies-Fahrdienst zum ersten Mal. Es dauert zunächst etwas, bis Hug den Rollstuhl im komfortablen Fond festgemacht hat, aber Sicherheit geht natürlich vor, falls es zwischendurch auf der Fahrt einmal etwas ruckeln sollte.

Ziel der Fahrgäste ist das Impfzentrum

Seit neun Jahren arbeitet Karl-Heinz Hug schon im Fahrdienst des Inklusionsunternehmens der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Lippe-Ems. Während er sonst zumeist hilfebedürftige Fahrgäste zu Arztterminen, zur Tagespflege oder, in normalen Zeiten, auch zu den Treffen der AWO-Ortsvereine bringt, steht heute ein anderes Ziel auf dem Plan: Sowohl das DRK- als auch das AWO-Fahrzeug bringen ihre Passagiere zum Corona-Impfzentrum des Kreises Unna. Dementsprechend vorfreudig ist bei beiden Fahrgästen die Stimmung während der Fahrt.

„Sie sind toll gefahren“, bedankt sich Margret Bekemeier nach der Ankunft in Unna. „Ich bin froh, das ging schnell und unkompliziert und verlässlich.“ Auf dem großen Parkplatz am Impfzentrum – das eigentlich die Unnaer Kreissporthalle ist – herrscht schon reger Betrieb und Michelle Gros muss den DRK-Wagen relativ weit entfernt vom Eingang parken. Zum Glück kein Problem für das kleine DRK-Gespann: Denn die junge FSJ-lerin schiebt Gerhard Reismann gerne im Rollstuhl die Strecke bis ins Eingangszelt, sodass seine Frau, die ihn während der Impfung begleitet, erst dort übernehmen muss.

Begleiter werden mitgenommen

Auch Margret Bekemeier hat Verstärkung mitgebracht. Ihr Sohn Klaus (63) wird sie durchs Impfzentrum begleiten und ist dankbar für den Fahrservice der AWO: „Das ist schon ein tolles Angebot für Menschen im hohen Alter, die nicht in der Lage sind, weite Strecken zu gehen. Herr Hug nimmt sich richtig Zeit. Das hätten wir alleine nie so geschafft.“

Mit geübten Handgriffen schiebt die FSJ-lerin Michelle Gros vom DRK-Kreisverband Unna ihren Fahrgast Gerhard Reismann in den kleinen Transporter. Das Impfzentrum in Unna ist das Ziel der beiden.

Mit geübten Handgriffen schiebt die FSJ-lerin Michelle Gros vom DRK-Kreisverband Unna ihren Fahrgast Gerhard Reismann am Impfzentrum in Unna in den kleinen Transporter. © DRK-KV Unna / Julia Schmidt

„Wenn die Seniorinnen und Senioren allein unterwegs sind, begleite ich sie gerne auch durch die einzelnen Stationen des Impfzentrums“, berichtet Michelle Gros, während sie im Sonnenschein auf die Rückkehr ihres Fahrgastes wartet. „Es ist schön, die Menschen bei diesem wichtigen Schritt unterstützen zu können. Nur beim Impfen selbst schaue ich lieber weg“, schmunzelt sie.

Vorfreude auf den Termin für die Folgeimpfung

Auch Fahrer Karl-Heinz Hug wartet dieses Mal draußen am Auto. Als Margret Bekemeier und ihr Sohn nach etwa einer Stunde zum DasDies-Fahrzeug zurückkehren, wirken beide gelöst. Die Erleichterung über den erfolgreichen „Pieks“ ist ihnen anzusehen; Impfreaktionen: Fehlanzeige. Bevor es nach Kamen zurückgeht, zeigt die 91-jährige stolz ihren abgestempelten Impfpass und sagt zu Karl-Heinz Hug: „In vier Wochen, beim zweiten Mal, fahre ich wieder mit euch nach Unna.

Fahrservice

Die Angebote von AWO und DRK

AWO-Fahrdienst der DasDies Service GmbH:
  • Karl-Heinz Hug und seine 40 Kolleginnen und Kollegen sind mit 20 Fahrzeugen des modernen und vielseitigen Fuhrparks an 365 Tagen im Jahr von Kamen aus im gesamten Kreis Unna und auch darüber hinaus rund um die Uhr im Einsatz für die Menschen. Der Service von Fahrdienst-Koordinator Marian Kardelka und seinem Team umfasst Kranken- und Behindertentransporte und Alltagsfahrten zu Therapien, Tagespflegen, Ämtern, Schulen, Freunden, Familien und Freizeitaktivitäten.
  • Eine kostenfreie Kontaktaufnahme ist unter Tel. (0800) 4800060 möglich. Über ihre Altershilfen informiert die AWO auch im Internet unter www.ihre-alltagshilfen.de.
DRK-Kreisverband Unna:
  • Mit professionell ausgestatteten Spezialfahrzeugen, die auch Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer dank Hebebühne und großzügigem Innenraum einen maximalen Fahrkomfort bieten, holen die Rotkreuzmitarbeiterinnen und -mitarbeiter Impfwillige von der Haustür ab und bringen sie sicher zum Impfzentrum und zurück – selbstverständlich unter Einhaltung aller möglichen Hygienevorschriften und Abstandsmaßnahmen. Auch für sonstige Alltagsfahrten, den Weg zu Ärzten der Arbeitsstelle oder in die Schule steht das Team des Behindertenfahrdienstes allen Menschen mit Einschränkungen gerne zur Verfügung.
  • Eine Kontaktaufnahme ist unter Tel. (02303) 25453-19 möglich. Weitere Infos gibt es unter www.drk-kv-unna.de im Internet.
Eine Beratung zu den Möglichkeiten der Kostenerstattung sowie eine transparente Abrechnung für Selbstzahler und Kostenträger erhalten Interessierte im persönlichen Gespräch.

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