Mutmaßlicher Mittäter beschuldigt den Angeklagten weiterhin

Spielhallenprozess

SELM Der Berufungsprozess um einen Raubüberfall auf eine Selmer Spielhalle wird zum Nervenspiel: Seit August wurde vor dem Dortmunder Landgericht mittlerweile an acht Prozesstagen verhandelt. Der mutmaßliche Mittäter (17) musste gestern erneut in den Zeugenstand.

von Werner von Braunschweig

, 18.11.2009, 18:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bewährungsstrafe wurde von vielen Seiten als zu mild kritisiert.

Die Bewährungsstrafe wurde von vielen Seiten als zu mild kritisiert.

Einer blieb an der Tür, der andere erbeutete 400 Euro. Wie berichtet, sitzt als mutmaßlicher Räuber ein 20-jähriger Selmer auf der Anklagebank. Das Jugendschöffengericht Lünen hat den Mann in erster Instanz aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Weil die Staatsanwaltschaft aber von seiner Schuld überzeugt ist, hat sie gegen den Freispruch Berufung eingelegt. Hauptbelastungszeuge ist der mutmaßliche Mittäter des Selmers. Er ist bereits zu einem Jahr Jugendhaft auf Bewährung verurteilt, hat den 20-Jährigen verraten. Nach Video-Ansichten und Zeugenaussagen stand gestern eines der beiden Messer im Mittelpunkt: Der Haupttäter hatte es auf der Theke liegen lassen. Eine Sachverständige bestätigte gestern zwar, dass die darauf gefundenen DNA-Spuren nicht zum Angeklagten passen. Aber: „Es ist auch denkbar, dass jemand ein Messer führt und keine DNA hinterlässt“, sagte die Spurenexpertin. Der mutmaßliche Mittäter beteuerte gestern nochmals als Zeuge, dass der 20-Jährige dabei war.

Völlig wesensfremd sind dem Angeklagten Straftaten ganz offensichtlich nicht: Wie bekannt wurde, laufen parallel Ermittlungen wegen Einbruchdiebstahls. Auch neue Anklagen gegen den 20-Jährigen sollen bereits vorliegen. 

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