Nach Amoklauf: Dr. Rainer Fiesel fordert mehr Sicherheit für Otto-Hahn-Realschule

SELM Tiefe Betroffenheit herrscht nach dem Amoklauf von Winnenden bei den Lehrern und Schülern der Otto-Hahn-Realschule. Theo Wolters fragte Schulleiter Dr. Rainer Fiesel, ob eine solche Tragödie auch an der OHR möglich wäre und welche Konsequenzen die Schule aus der Ereignissen zieht..

12.03.2009, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir sind uns alle einig, ein Amoklauf kann auch bei uns geschehen. Wir haben uns die Frage gestellt, wie man die Schule sicherer machen kann.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, doch kann man sie verbessern. Ich werde mit der Stadt über Maßnahmen sprechen.

Wir möchten verhindern, das jemand während des Unterrichts so einfach in die Schule kommen kann. So möchten wir, dass die Türen nur noch von innen geöffnet werden können. Zudem werde ich die Stadt bitten eine Gegensprechanlage und eine Kamera an den Türen zu installieren. Wir möchten alles tun, um solche Ereignisse bei uns zu verhindern. Bei uns gibt es an der Schule auch einen Notfallplan, den wir mit der Polizei aufgestellt haben. Auch die Lautsprecheranlage gehört dazu.

Ich habe es jedem Kollegen überlassen, ob er das Thema anspricht. Bei jüngeren Schülern haben wir dies nur getan, wenn Fragen kamen. Mit den Älteren haben wir über das Ereignis gesprochen.

Sie sind betroffen, entsetzt, begreifen es nicht. Sie machen sich schon Gedanken, ob dies nicht auch an ihrer Schule passieren kann. Denn nach ihrer Meinung, würden sich einige Schüler schon manchmal merkwürdig verhalten. Jetzt wird wieder verstärkt über neue Gesetze diskutiert.

 

Ich bin generell gegen Gewaltvideos, doch Verbote allein reichen nicht aus. Wir haben Gesetze, doch müssen sie nur stärker überwacht werden. Wie kann es denn sein, dass sich Siebtklässler vor der Schule an einer Trinkhalle Alkohol kaufen und ihn mit in die Schule bringen? Wichtig ist auch die Aufklärung im Elternhaus und der Schule. Wenn Schüler an Gewaltvideos kommen wollen, dann schaffen sie es auch.

Wir haben eine Kerze und eine Stele aufgestellt, an der die Schüler ihre Gedanken aufschreiben können. 

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