Sicherheitstipps

Nach Einbruch in Selm: Polizei gibt Tipps zum richtigen Verhalten

Eine Borkerin erlebte am frühen Dienstagmorgen (7.9.) einen Schrecken, als sie Einbrecher im Haus bemerkte. Jetzt erklärt die Polizei, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält.

Als am frühen Dienstagmorgen (7.9.) Geräusche die schlafende Frau geweckt hatten, schaltete sie das Licht ein und schloss sich in einem Zimmer ein. Ein Angehöriger hat von dort aus die Polizei gerufen, schilderte die Polizei in einer Mitteilung. Ins Haus gelangt seien die Täter durch ein Kellerfenster. Wie sich die Einbrecher konkret Zutritt verschafft haben, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht erklären.

Christian Stein, Pressesprecher der Polizei im Kreis Unna, spricht von einer „Schocksituation“, in der sich Betroffene befänden, wenn sie unmittelbar von einem Einbruch betroffen sind. Daher lobt er das Handeln der Betroffenen. „Die Bewohnerin hat sich absolut richtig und vorbildlich verhalten“, sagt er.

Anhand des Falls gibt Stein konkrete Handlungshinweise, die man in einer solchen Situation befolgen sollte. Täter könne man mit Fluchttieren vergleichen, erklärt der Polizeisprecher. So könne das Lichteinschalten schon dazu führen, dass die Täter das Haus wieder verlassen. Das Licht simuliere, dass außer den Einbrechern noch jemand im Haus anwesend ist.

„Einfacher Schraubendreher kann zur Waffe werden“

Auf keinen Fall dürfe man aber die Täter persönlich stellen oder gar angreifen. „Sie suchen die Konfrontation meist nur, wenn man sie in die Enge treibt. Man weiß aber nie, was die Täter bei sich tragen. Auch ein einfacher Schraubendreher kann zu einer Waffe werden“, führt Stein weiter aus. Daher sei es ebenfalls sinnvoll gewesen, sich in einem Raum einzuschließen und unverzüglich die Polizei anzurufen.

Damit es möglichst gar nicht dazu kommt, dass sich Einbrecher im Haus befinden, finden sich auf der Internetseite der Kreis-Polizeibehörde Tipps zur Prävention. So führt ein Link beispielsweise zu der Seite von „Keinbruch“, einer Initiative der Polizei und Wirtschaft. Aufgeteilt in 14 Kategorien sind Möglichkeiten aufgeführt, beispielsweise Grundstücke, Türen, Fenster sowie Keller und Dachböden einbruchssicher zu machen.

Nachgerüstete Fenster erhöhen den Schutz

„Übliche Fensterkonstruktionen bieten in der Regel keinen Schutz – meist werden sie vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt“, heißt es. Auch gekippte Fenster seien für die Täter leicht zu öffnen. Daher sollten Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit geschlossen werden. Für einen höheren Schutz könne man beispielsweise Kellerfenster vergittern sowie die Fenster austauschen oder nachrüsten.

Einbruchhemmende Fensterbeschläge in Kombination mit abschließbaren Fenstergriffen würden die Sicherheit nachträglich erhöhen. Kellerlichtschächte lassen sich ebenfalls vergittern. Neben den Tipps im Internet bietet die Polizei im Kreis Unna ebenfalls persönliche Beratungsgespräche zur Einbruchsprävention an.

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