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Nach Raubüberfall

Nach Überfall auf 88-Jährige in Bork: Polizei ermittelt, Senioren-Einrichtung reagiert

Noch gibt es keine Spur zu den Tätern, die am Samstag eine Borkerin (88) überfielen. In der Einrichtung, wo die Dame lebt, werden die Bewohner sensibilisiert, doch so ein Überfall war traurige Premiere.

Es war ein perfides Verbrechen auf die Schwächsten der Gesellschaft: Am Samstag wurde eine 88-jährige Borkerin in ihrer Wohnung im Betreuten Wohnen ausgeraubt. Wie berichtet, hatten eine Frau und ein Mann am Nachmittag an der Tür der alten Dame geklingelt und diese dann zur Seite geschubst und in einen Sessel gedrückt, als sie die Tür öffnete.

Polizei spricht von Raubüberfall

„Das gibt bei einem jungen Menschen vielleicht einen blauen Flecken, aber bei einem älteren Menschen kann das einen Oberschenkelhalsbruch verursachen“, weiß Thomas Proske, Betreiber der Einrichtung Haus zur Sonne, in der die Dame lebt. Aufgrund der Gewaltanwendung spricht die Polizei auch von Raubüberfall. Dass die Frau nicht verletzt wurde, war pures Glück. Dass die Täter keine große Beute machte, tröstet wenig. Für die alte Dame hatte der unter anderem erbeutete Ehering des verstorbenen Mannes vor allem ideellen Wert.

100-prozentigen Schutz kann es nicht geben

Dass die Bewohner von Senioreneinrichtungen oft Ziel von Betrügern, Neppern, Schleppern und Bauernfängern sind, weiß Thomas Proske. Deshalb wurde und wird viel dafür getan, die alten Menschen zu sensibilisieren. „Aber sie dürfen auch nicht so intensitv warnen, dass die Leute Angst haben, die Türen zu öffnen“, sagt Proske. Man tue, was man könne, auch Nachmittage mit Seniorenberatern der Polizei habe es schon gegeben, aber eine 100-prozentige Sicherheit gäbe es leider nicht. „Wir kennen die Maschen und erzählen davon, aber dann haben sich die Verbrecher oft auch schon wieder etwas Neues ausgedacht.“

Immerhin sei es das erste Mal gewesen, dass ein Bewohner überfallartig angegangen worden war. Bislang hatte es Proske nur mit neu abgeschlossenen Telefonverträgen, aufgedrängten Zeitungsabos und vermeintlichen Schnäppchenangeboten zu tun. „Man kann dann immer nur anlassbezogen informieren, aber wir können nicht generell Angst verbreiten“, sagt Proske. Vielmehr gehe es darum, zu sensibilisieren. Wenn man selbst klar komme, sei das völlig okay, aber man könne ein wachsames Auge auf die Nachbarn haben und schauen, wie es denen erginge. „Wenn man aufeinander aufpasst, ist schon viel geholfen.“

Aufklärung und richtiges Verhalten

Bei einem gemeinsamen Frühstück in der Einrichtung wurde daher über den Vorfall am Wochenende gesprochen und nochmals erörtert, wie man sich schützen könne. Immer durch die geschlossene Tür nachfragen, wer da sei, bevor man öffne. „Und wenn wir Handwerker schicken, bin ich immer mit dabei oder es gibt eine genaue Beschreibung der Personen samt Uhrzeit, wann wer kommt“, sagt Poske.

Wenn etwas auffällig wäre, sollte sofort er angerufen werden – und auch der Hausnotrufknöpf könne in solchen Notfällen wie am Wochenende gedrückt werden. „Wenn dann der Lautsprecher angeht, verscheucht das die Täter oft schon“, so Poske. Mechanische Hilfen wie Türspione oder verschlossene Haustüren seien nicht praktikabel. „Es hilft wirklich nur, gegenseitig wachsam zu sein.“

Polizei sucht weiterhin Zeugen

Die Polizei tappt bei der Suche nach den beiden Tätern immer noch im Dunkeln. „Wir ermitteln noch“, sagt Polizeisprecher Christian Stein. Auf den Zeugenaufruf habe es bislang noch keine Hinweise gegeben. Deshalb fragt die Polizei nochmals: Wer hat am Samstag, 2. Oktober, zwischen 14 und 14.30 Uhr einen Mann und eine Frau im Bereich Haus an der Sonne gesehen? Die Frau war 25 bis 30 Jahre alt, hatte mittelblonde Haare, trug helle Bekleidung und hatte ein gepflegtes Erscheinungsbild. Der Mann trug schwarze Kleidung, hatte dunkle Haare und eine schlanke Statur. An die Tür der alten Dame klingelten die beiden gegen 14.05 Uhr.

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