Neue Flüchtlingsunterkunft Selm: Container stehen

Fragen und Antworten

Der umstrittene Bau für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände an der Industriestraße laufen auf Hochtouren. Die ersten Container stehen bereits, einige Arbeiten müssen aber noch erledigt werden. Mittlerweile hat die Stadt einen Betreiber gefunden. Wir haben die wichtigsten Informationen in einem Fragen und Antworten zusammengefasst.

SELM

, 30.01.2017, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Boden vibriert heftig unter der Last der riesigen Walze. Die letzte Schotterschicht wird verdichtet, bevor in den nächsten Tagen die Asphaltschicht aufgezogen wird. Die Vorbereitungen für die neue Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Disco-Gelände an der Industriestraße laufen auf Hochtouren.

Wie sieht der Zeitplan für die Unterkunft aus? Auf unsere Anfrage sagte die Beigeordnete Sylvia Engemann, dass in Absprache mit der Bezirksregierung ab 27. Februar die ersten Flüchtlinge in die neue Unterkunft einziehen sollen.

Wie viele neue Mitbürger erwartet die Stadt? Vereinbart ist mit der Bezirksregierung, dass pro Woche Selm 20 Personen zugewiesen werden. „Welcher Herkunft sie sind, ist unklar“, sagt Sylvia Engemann. Die neue Unterkunft ist für 200 Menschen ausgelegt.

Welche Arbeiten sind vor der Ankunft der ersten Flüchtlinge zu erledigen? Gestern waren Arbeiter dabei, den Schotter weiter zu verdichten. Noch in dieser Woche soll die Fläche asphaltiert werden. Die ersten beiden Technikcontainer stehen bereits. Ab 6. Februar kommen die Wohncontainer. Im März sollen das Containerdorf komplett fertig sein.

Wie hat die Stadt den Betreiber gefunden? Die Stadt hat alle Leistungen der Unterkunft (Betreuung, Catering, Reinigung und mehr) ausgeschrieben. Nach der ersten Ausschreibung hat ein möglicher Betreiber eine einstweilige Verfügung erwirkt. Er wollte noch ein Angebot abgeben. Nach einer erneuten Ausschreibung hat er, so die Beigeordnete, seinen Einspruch zurückgezogen.

Wer betreibt künftig die Unterkunft? „Wir haben für alle Bereiche Angebote bekommen“, sagt Sylvia Engemann. Mittlerweile hat die Stadtverwaltung die Unterlagen gesichtet. Vor wenigen Tagen hat die Stadt Selm einen Vertrag mit der DRK Betreuungsdienste Westfalen-Lippe gGmbH in Münster unterschrieben. Darin ist festgelegt, das das DRK für Betreuung und Verwaltung zuständig ist. Auch alle anderen Aufgaben wie das Catering oder die Reinigung sind vergeben. Das Rote Kreuz startet am 15. Februar mit den Vorbereitungen in der Flüchtlingsunterkunft, so die Pressesprecherin Ina Ludwig.

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Wie viele Mitarbeiter setzt das DRK hier ein? „Wir werden circa zwölf Mitarbeiter in der Selmer Unterkunft einsetzen“, so die DRK-Pressesprecherin. Aktuell plane das DRK keine Neueinstellungen. „Wir werden die Stellen voraussichtlich vollständig mit eigenen DRK-Mitarbeitern besetzen können, die sich bereits in der ehemaligen Notunterkunft in Selm-Bork in unserem Team bewährt haben.“

Erwartet die Stadt Selm viele Familien unter den zugewiesenen Flüchtlingen? Im Dezember war der Stadt Selm 60 Flüchtlinge zugewiesen worden. Sie kamen nach Auskunft der Stadt aus vielen verschiedenen Ländern. „Es waren aber nur wenige Familien und ganz wenige Kinder“, so Sylvia Engemann. Ob sich das künftig ändere, müsse abgewartet werden. 

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