Neue Radtour rund um Selm

RN-Serie Verkehr

Die neue Radtour des ADFC "Selm - zwischen Schloss und See" ist 38 Kilometer lang und führt durch drei Selmer Stadtteile. Reporter Nico Drimecker machte sich mit dem ADFC-Vorstizenden Christian Jänsch auf den Weg.

BORK

von Von Nico Drimecker

, 16.08.2012, 13:47 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neue Radtour rund um Selm

Die Radtour kann auch abgekürzt werden.

 Auch für diese kürzere Tour hat Christian Jänsch Werkzeug und Ersatzschlauch in der hinteren Tasche verstaut, die Regenjacke ist griffbereit in der Lenkertasche, die Trinkflasche steckt in der Halterung. Obwohl es den Ersatzschlauch auch am Start der Strecke zu kaufen gibt: Am Bahnhof Selm Beifang steht ein Automat. Hier beginnt die Route.Während wir den Beifanger Weg entlang radeln, erzählt Christian Jänsch mit Berlin-Dialekt von der Debatte, als hiesige Anwohner fürchteten, ihre neu ausgebaute Straße könne als Abkürzung und Rennstrecke missbraucht werden. Nun ist es Teil einer Radstrecke – fast lautlos gleiten unsere Räder auf dem Asphalt.

 Über den Kreuzkamp fahren wir auf die Alte Zechenbahn. „Früher ist hier die Kohle von der Zeche Hermann abgefahren worden“, sagt Christian Jänsch, der auch Bahn-Fan ist und deshalb weiß: „Auf Normalspur.“Im Schatten der Bäume radeln wir parallel zu den Schienen, die Selm und Dortmund verbinden, vorbei an einem Bahnübergang und durch das Industriegebiet Bork. Christian Jänsch grummelt, denn der Radweg endet abrupt. Es ist ein Mangel, den er jetzt, da hier die Tour „zwischen Schloss und See“ entlang führt, nach dem nächsten Ausbau der Straße gern behoben sehen würde.

Der 57-Jährige ist zuversichtlich, denn die Stadt tue etwas für Radfahrer, „zweimal im Jahr sind wir im Gespräch.“Dafür hält Christian Jänsch auch mal „verbesserungswürdige Dinge“ fotografisch fest. Etwa an der St.-Stephanus-Kirche, die wir passieren: Die Fahrradständer sind „verbesserungswürdig“ – die ADFC-Kategorie „Felgenkiller“.  Der Bereich um die Kirche ist ein besonderer Platz, steht auch ein wenig stellvertretend für die Route. Die Eisdiele sei für Fahrradtouristen zu versteckt, findet Christian Jänsch. Auf der Faltkarte, die es für die Radroute geben soll, werden Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten vermerkt. „Wenn wir sowas in Selm schon haben, sollte man es auch erwähnen. Sonst fährt man dran vorbei.“

 Überhaupt solle man weitere Dinge erwähnen oder andere erfinden. Erstens: „Ein Schild, das die Fahrradfahrer in Selm willkommen heißt – da fühlt sich der Tourist wohl.“ Zweitens – Christian Jänsch spricht in die Tüte: „Als Gastronom einen ’Fitness-Teller‘ anbieten mit Getränk dazu, 5,90 Euro – das wär’ doch was.“ Und wer sich davon nicht locken ließe, könne es sich schließlich auf dem Platz gemütlich machen, auf den man als Radfahrer warte. Die Wiese am Kreisverkehr mit Sitzplätzen für etwa 20 Touris ist quasi das „Topping“. „Hier hat man sogar ein bisschen Action“, sagt der 57-Jährige und meint die Autos.

Natur und Ruhe gebe es auf der Route ja sonst jede Menge. Und wer – dank der Faltkarte, die bald erscheint – weiß, dass man 500 Meter vorher ein Supermarkt ist, „kann sich da Proviant kaufen und hier ein Päuschen machen“.  Aber wir bleiben nicht lange dort, unsere kleine Radtour soll nur einen Vorgeschmack geben, das Appetithäppchen zum Fitnessteller, wenn man so will. Also fahren wir die Netteberger Straße entlang. Geradeaus aus dem Ort setzt sich die Strecke „zwischen Schloss und See“ fort.

Wir nehmen eine Abkürzung über einen Landwirtschaftsweg, auf dem uns ein schwerer Trecker entgegenkommt. Es sind nur ein paar hundert Meter bis zur Luisenstraße. Ein Feld links, ein Feld rechts, gleiten unsere Räder geräuschlos zurück in den Ort.

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