Neue Straßendecke für die Werner Straße

Zwischen Selm und Werne

5000 bis 6000 Fahrzeuge fahren laut Straßen NRW täglich über die Werner Straße zwischen Selm und Werne. Marode ist die Straße seit Jahren, das Tempo auf 50 km/h heruntergeschraubt. Jetzt steht fest: Ab Herbst bekommt die Landesstraße auf einer Länge von 1,7 Kilometern eine neue Fahrbahndecke. Doch zufrieden sind nicht alle.

SELM

, 04.07.2016, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Werner Straße (L 507) wird saniert: Das teilte Antonius Wiesmann von der Stadtverwaltung am Freitag auf Anfrage mit. „Voraussichtlich in der 40. Kalenderwoche beginnen die Bauarbeiten“, so Wiesmann. Fünf Wochen sollen sie dauern. Die Stadt Selm unterstütze das Projekt mit einer „gewissen Summe“. Beim Baulastträger – dem Landesbetrieb Straßenbau NRW – sei kein Geld für Sanierungsarbeiten da.

Das bestätigt auch Verkehrsplaner Gerhard Werminghaus: „Wer weiß, wann die Werner Straße in das Bauprogramm von Straßen NRW aufgenommen worden wäre“, sagt er. Doch die Stadt sieht in dem Vorhaben eine gewisse Dringlichkeit. Die Straße ist marode, an vielen Stellen aufgerissen, das Tempo auf 50 km/h heruntergeschraubt. „Für die Verkehrssicherheit ist die Sanierung ein riesen Gewinn“, so Werminghaus.

Kein Zweirichtungsradweg

Und die Radfahrer? Bleiben laut Christian Jänsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Selm mal wieder auf der Strecke – in diesem Fall wortwörtlich. Denn ein Zweirichtungsradweg soll nun doch nicht kommen. „Anders als ursprünglich geplant“, sagt Christian Jänsch. Straßen NRW verneint: „Ein Zweirichtungsradweg war nie in Planung.“

Auf Nachfrage von Christian Jänsch erklärt Christiane Anstötz, Abteilungsleiterin Betrieb und Verkehr in der Regionalniederlassung Ruhr in Bochum, per E-Mail: Eine Deckensanierung ist vorgesehen, ein Zweirichtungsradweg nicht.

Um die Belange der Radfahrer aber trotzdem zu berücksichtigen, plant Straßen NRW den vorhandenen Querschnitt neu aufzuteilen. Die Fahrbahnbreite soll 6,50 Meter betragen, vorgesehen ist auf beiden Seiten der Straße ein 75 Zentimeter breiter Trennstreifen mit Leitpfosten, ein jeweils 1,50 Meter breiter asphaltierter Seitenstreifen sowie eine 25 Zentimeter breite Bankette.

Zu wenig Schutz für Radfahrer

„1,50 Meter sind schon großzügig und eine deutliche Verbesserung zur jetzigen Situation“, sagt Jänsch. „Trotzdem bieten die geplanten Trennstreifen nicht den Schutz für Radfahrer, den sie an einer Landstraße eigentlich bräuchten. Wenn wir jetzt nicht bauen, kommt der Zweirichtungsradweg gar nicht.“

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Zum Thema Radweg sagt Antonius Wiesmann von der Stadt: „Der erste Gedanke ging in diese Richtung.“ Aber: Die Werner Straße sei nicht in das NRW-Radwegeprogramm aufgenommen worden. „Straßen NRW sieht hier keinen Mehrwert und ein nötiges Planfeststellungsverfahren würde sich über Jahre hinziehen.“ Das Thema Zweirichtungsradweg an der Werner Straße ist erst mal vom Tisch.

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